Türkei & die Reise durch Lykien

Laodicea – eine der Sendschreibengemeinden aus der Offenbarung

Von Selçuk aus geht unsere Reise nach Denizli, der Provinzhauptstadt im westlichen Anatolien. Nur wenige Kilometer außerhalb des jetzigen Stadtgebietes liegt die frühere antike Siedlung Laodicea ad Lycum (Laodikeia am Lykos), gegründet um 260 v.Chr. Zur Zeit der Römer war Laodicea Gerichtsort und wirtschaftliches Zentrum der ganzen Region; Baumwolle wurde damals angebaut.

Im 1. Jh n.Chr. zerstörten zwei Erdbeben die Stadt; sie erholte sich aber immer wieder aus eigener Kraft.

Die nahegelegenen Thermen von Pamukkale lieferten das Thermalwasser für eine Augensalbe, die Laodicea in der Antike bekannt machte.

laodicea Außerdem gab es eine Pflanze, die in Verbindung mit dem Heilwasser eine rote Farbe ergab, die wiederum zum Färben von Stoffen (Segel für Schiffe) heiß begehrt war. So bekam das Färben der Stoffe mit Farbe aus der Purpurschnecke Konkurrenz. Laodicea wurde zur Purpurstoff-Fabrik des Römischen Reiches.

Ein Erdbeben im Jahre 494 n. Chr. beendete den Aufstieg der Stadt.

Laodicea hatte bereits zwei große Theater und verfügte über ein weitverzweigtes Wasserleitungssystem; in der Stadt selbst endeten diese Leitungen in einem Brunnen (Nymphäum).

laodicea Die Stadt ist eine der sieben christlichen Gemeinden und erhielt das siebte und letzte Sendschreiben der Johannesapokalypse. Es ist die einzige der Gemeinden, die darin nicht gelobt, sondern angeprangert wurde, dass „ihre eigene Selbsteinschätzung reich zu sein und keine Not zu haben, im krassen Widerspruch zu Christus steht“. Das bezieht sich auf die immense Produktion von rotem Stoff und der besagten Augensalbe.

Paulus klagt die Stadt in seinem Sendschreiben weiter der Inkonsequenz im christlichen Glauben an: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde“.

Laodicea war – seit der Einnahme der Türken – im 15. Jh. dem Verfall preisgegeben.

Vedat, unser Reisebegleiter, hat uns viel über die Ausgrabungen in der jüngsten Vergangenheit erzählt. Die Pamukkale Universität in Denizli hat eine sehr interessante Website über Laodicea und die Ausgrabungsarbeiten sowie die Geschichte der Stadt erstellt.Die Seite ist zwar in Englisch, aber wer „Laodikeia“ bei google.de eingibt, findet dort diesen  Link: Dann einfach nur „Diese Seite übersetzen“ anklicken und google.de liefert eine einigermaßen lesbare deutsche Übersetzung.

laodicea laodicea In den Jahren 1961 bis 1963 haben Archäologen der Uni Laval in Quebec mit den Ausgrabungen am Nymphäum begonnen; das Denizli Museum arbeitete 1992 in der Ruinenstadt; 1993 bis 2000 war ein archäologisches Team der Uni Venedig in Laodicea.

Ab 2000 begannen die Ausgrabungsarbeiten der Pamukkale Universität.

Durch archäologische Untersuchungen des Geländes und unterstützt von Luftaufnahmen kann gesagt werden, dass es in der Stadt 2 Theater, 1 Stadion, 4 Badeanlagen und Brunnen, 7 Kirchen, viele Straßen und Agoren gegeben hat.


bremen

Eigentlich doch ganz einfach, wenn man weiß, wo wir gerade im Urlaub waren. Es ist Türkisch und heißt übersetzt

BREMER STADTMUSIKANTEN !!!

bremen bremen Ich habe mir erzählen lassen, dass eigentlich jedes Kind in der Türkei dieses Märchen kennt.

Auch wenn das Kindermärchen der Brüder Grimm bei uns aus Esel, Hund, Katze und Hahn besteht, sieht es mit der Kuh doch auch recht nett aus, nicht wahr?

Diese Bilder habe ich in Denizli gemacht, als wir hierauf auf dem Weg nach Laodiceia, der antiken Stadt im Phrygien, waren. Diese Vier jedesfalls weisen den Weg in eine Tierklinik.

... & mit diesem Blick auf die vier Musikanten fahren wir weiter nach Pamukkale.



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