Türkei & die Reise an die Türkische Riviera

Pamukkale & Hierapolis

Wie wäre es mit einem Ausflug ins Hinterland? Wie wäre es mit Füße waschen in Pamukkale?  Hoch oben im Tal des großen Mäander liegen die Sinterterrassen.  

Wir fahren bis Denizli und von da aus rein in die Berge. Die hügelige Landschaft ist karg. Ab und zu sieht man Schaf- und Ziegenherden. Sie gehören Bauernfamilien, deren Vorfahren als Nomaden ihren Tieren zu den Weideplätzen gefolgt sind. Heute leben die Menschen nur noch tagsüber in ihren schwarzen Zelten aus Tierfellen. Ihre Häuser stehen aber in den kleinen Dörfern ringsum.

taurus taurus

pamukkalePamukkale ist erreicht. Die weißen Kalkterrassen erscheinen im hellen Licht der Sonne. Seit Jahrtausenden hat tief im Berg das erwärmte Wasser aus dem Kalkgestein mineralische Stoffe gelöst und diese mit an die Erdoberfläche gebracht. Als Travertin abgelagert und mit einer kalkweißen Sinterschicht bedeckt.

Lange Jahre war dieses Naturwunder Anziehungspunkt vieler Besucher, die ungehindert über die Terrassen liefen. Ebenfalls ungehindert wuchsen Hotels direkt an der Abbruchkante wie Pilze aus dem Boden. Verständlich, dass das alles nicht zum Guten für die Sinterkaskaden war.

Als ein schweres Erdbeben vor Jahren noch dazu geführt hat, dass einige unterirdische Wasserläufe nicht mehr den Weg an die Erdoberfläche fanden, wurden endlich Schutzmaßnahmen erhoben. So kann man die Terrassen nicht mehr betreten und die Hotels wurden abgebaut. Nur das antike Bad im Pamukkale Motel wurde vor dem Abriss bewahrt und steht heute den Besuchern als Bad zur Verfügung.

pamukkale pamukkale Damit aber die Besucher diese Landschaft trotzdem aus der Nähe betrachten können, haben die Verantwortlichen kurzerhand die Straße mit einem umgeleiteten Wasserlauf überflutet und so eine künstliche Sinterterrasse geschaffen, die betreten werden kann.

Als Beweis: meine Füße!

Da durch das Erdbeben das Baumwollschloss – wie die Türken hierzu sagen – seine schöne weiße Farbe verloren hat, da kein Wasser mehr aus der Erde kam, hat man einige Zuflüsse neu gebohrt und leitet nun in bestimmten Abständen wieder heißes mineralstoffreiches Wasser über die Felsen, die langsam auch wieder weißer werden.

Schon im 2. Jh.v.Chr. erkannten die Menschen die Heilkraft der rund 40°C  warmen Thermalquellen; die Stadt Hierapolis wurde vom Pergamon König Eumenes II. erbaut. Wir steigen die Anhöhe hinauf zum Theater, das 500 m oberhalb des Abhangs liegt. Viele große bearbeitete Steine – verziert von Steinmetzen – säumen den Weg, der schon zur damaligen Zeit als Säulenstraße hinauf zum Theater führte.

pamukkale pamukkale

Unser Weg aber führt weiter zum Frontinustor hin zur Nekropole, der größten Totenstadt in Kleinasien. Heute ist der weitläufige Friedhof übersäht von Grabstätten und spiegelt die verschiedenen Kulturepochen wieder: Nur noch wenige Rundgräber sind erhalten (die ältesten Grabstätten). In Einzelgräbern und Sarkophage sind in der Zeit danach die Menschen beigesetzt worden.

hierapolis hierapolis

Wieder zurück am Parkplatz vor dem Antiken Bad trauen wir unseren Augen nicht. Denn als wir ankamen, war nur wenige Autos da. Doch jetzt reiht sich Bus an Bus. Was sind wir froh, dass wir (noch) in Ruhe durch die Ruinen von Hierapolis schlendern konnten.

Für uns heißt es jetzt: Schnell hier weg und zum Hotel, denn zurück an die Küste ist es jetzt am späten Nachmittag zu weit.

Außerdem ist es – als die Sonne untergehen will – langsam ein wenig kühl geworden, und das Hotel bietet den Komfort eines Thermalbades.


taurus Am nächsten Tag wählen wir einen anderen Weg zurück. Von Pamukkale bis Alanya sind es ca. 350 km über eine schöne Bergstraße.

Überall gibt es kleine Bauerndörfer, doch keine Industrie. Viele Menschen wandern ab in die Städte, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen und damit die Kinder eine Ausbildung machen können. Um diese Landflucht zu stoppen, entstanden Teppichzentren. Ganze Familien knüpfen in Heimarbeit und liefern fertige Teppiche an diese Häuser.
Auf der Fahrt herunter zur Küste „treffen sich“ die großen Reisebusse immer wieder zu einem Stopp an diesen Zentren. Auf diese Weise bringt der Massentourismus Kunden zu den Händlern.

seide seide Auch unsere Zeit erlaubt einen Besuch. Und wir zwei wollen sehen, wie die Teppiche geknüpft werden; die Seide aus den Kokons entsteht und die Wolle ihre bunten Farben erhält.

Ach ja, eins haben wir gelernt: Der Knoten hier in der Türkei ist ein anderer als in Indien. So erklärt es uns der junge Mann bei der Führung, nachdem er uns fragte, ob wir schon einmal Teppichknüpfer bei der Arbeit gesehen hätten. In der Türkei nämlich wird der Teppich mit einem Doppelknoten geknüpft. Doch unser „ungeschultes“ Auge konnte das bei den schnellen Fingern der Knüpferinnen nicht so leicht erkennen.

Seide teppich

teppich
Interessant ist ein solcher Besuch schon. Es hat uns dabei  positiv überrascht, dass uns niemand weiter zum Kauf eines Teppichs überredet, nachdem wir das ganz deutlich zu Beginn der Führung auch gesagt haben. Schließlich waren wir mit sehr gemischten Gefühlen in so ein Zentrum gekommen; hört man nicht zu Hause immer wieder negative Schlagzeilen über die Praktiken solcher „Verkaufsfahrten“.

Wir setzen nun unsere Fahrt fort und kommen allmählich der Küste näher. Antalya ist erreicht. Doch wir haben noch gut 80 km vor uns, denn unser Hotel liegt 40 km vor Alanya. Und das mitten in einem dieser Touristenzentren ...


Türkische Riviera : Kemer : Pamukkale & Hierapolis : Antalya & Alanya : ... zurück nach Europa