Thailand - Goldenes Dreieck - Golden Triangle


goldenes dreieck Selbstverständlich “müssen” auch wir an das Goldene Dreieck. An diesen legendären Ort, der eigentlich nur eine Sandspitze an der Stelle ist, wo der Mae Sai (Ruak) in den Mekong mündet. Heerscharen von Touristen aus aller Welt kommen jährlich hierher, angezogen von Mohnfeldern, Opiumschmuggel und Bandenkrieg.

Doch sie stehen - sicher ebenso wie wir - an einem idyllischen Platz auf thailändischer Seite, sehen linkerhand Burma, das heutige Myanmar und rechterhand Laos.

Schaut man auf den langsam dahin fließenden Mekong, hat dieser bereits 4.500 km hinter sich. Als “Mutter der Gewässer” entspringt er im fernen Tibet. Er fließt weiter durch Kambodscha und Vietnam, bevor er im einem mehr als 70.000 qkm großen Delta im Chinesischen Meer mündet.

Um nicht eine allzu lange Anreise zu haben, sind wir von Chiang Mai nach Chiang Rai in das Hotel Wang Inn gezogen. Chiang Rai ist Thailands nördlichste Stadt und mit dem Geländewagen sind wir ganz schnell an unserem Ziel angelangt ...


Golden Triangle & Opium

Nach wie vor kommen mehr als 3/4 des Weltbedarfs an Opium aus diesem Gebiet. Die thailändische Regierung versucht mit Einrichtungen von Gesundheitszentren, Schulen, Verbesserung der Landwirtschaft, der Tierzucht und der Infrastruktur die Lebensumstände der Bevölkerung zu verbessern, damit andere - gesicherte Einnahmequellen den Opiumanbau eindämmen.

Doch der relativ einfache Mohnanbau, die versteckt und schlecht zugänglichen Bergfelder, die einfache Verarbeitung von Mohn zu Heroin und das offene Grenzgebiet lassen den Kampf gegen Opium immer wieder als verloren scheinen. Auch der in heutiger Zeit steigende Drogenmissbrauch unter den Bergstämmen selbst, bereitet den dortigen Behörden Probleme.

goldenes dreieck chiangrai

goldenes dreieck Von Chiang Rai sind es nach Mae Sai etwa 60 km; dort stehen wir dann auch gleich an der Grenze zu Myanmar. Überall wuselt es von Menschen. Einheimische, die den kleinen Grenzverkehr fast ständig zu benutzen scheinen. Touristen, die mal eben für 500 Baht für ein Tagesvisum (und einem Stempel im Pass) kurz über die Brücke in ein anderes Land gehen, nämlich nach Tachilek auf der burmesischen Seite.

Mae Sai ist eigentlich nur so etwas wie ein großer Marktplatz. Stände über Stände mit Obst, Kleidung, Billigwaren usw. usw.

Mae Sai ist aber auch als ein Zentrum des Menschenhandels bekannt. Junge Mädchen aus Burma und Laos kommen so nach Thailand, um in den Bordellen von Bangkok, Pattaya oder Phuket zu arbeiten.


Nicht nur die religiösen Sehenswürdigkeiten und da Goldene Dreieck sind unser Ziel hier im Norden. Wir wollen auch etwas über die Bergvölker erfahren, die hier leben.

Wir fahren mit einem Geländewagen in die Bergregion hinein. Eine phantastische Landschaft bietet sich uns. Dichte Wälder lösen die landwirtschaftlich genutzten Flächen ab. Kleine Dörfer, in denen die unterschiedlichsten, ethnischen Gruppen leben, liegen versteckt hinter Bäumen.

bergvolk Seit mehr als 200 Jahren sind verschiedene Bergvölker  hierher nach Thailand eingewandert. Die von der Königsfamilie getragene Princess Mother Foundation fördert ländliche Projekte. Die Thai Hillcrafts Foundation unterstützt das dörfliche Handwerk.

bergvolk Die ethnisch anerkannten Gruppen haben ihre eigene Sprache, ihre eigene Kultur erhalten.

Die ca. 30.000 Akha stammen aus Burma. Ihre Frauen tragen bunte Stoff- und Silberkugeln an schwarzen Blusen und Hüten. Der Ahnenkult bestimmt das Leben.

bergvolk Die ca. 240.000 Karen kamen ebenfalls aus Burma: Teilweise sind sie Buddhisten. Das charakteristische Merkmal sind die vielen Hals-, Arm- und Beinreifen der Frauen. Je mehr, desto größer der Wohlstand. Ab 5 Jahre bekommt jedes Mädchen die ersten Reifen. Bis zu 20 Pfund Gewicht hängt später so am Hals; bis zu 30 Pfund an Armen und Beinen. Der weibliche Körper wird derart deformiert, dass er - würde man die Reifen lösen - sich nicht mehr aufrecht halten kann.

Die ca. 24.000 Lisu wanderten aus China ein. Sie bauen z.T. Opium an.

bergvolk Ebenso stellt der Opiumanbau bei den ca. 80.000 Meo ein Teil des Gelderwerbs dar. Diese Bauern stammen aus Tibet.

Die ca. 38.000 Yao sind das einzige Volk, das ihre Geschichte ausgeschrieben hat. Der Opiumanbau - bislang einziger Broterwerb - wird heute durch Silber- und Handarbeiten abgelöst.

Und da sind noch die ca. 40.000 aus Tibet stammenden Lahu. Sie verfügen über gute Jagdkenntnisse. Kennen aber keine Nachnamen, da sie alle dem gleichen Stamm angehören. 30 % von Ihnen sind zum Christentum übergetreten. Markant sind ihre schwarzen Zähne und Lippen vom ständigen Bettelnuss kauen.

Natürliche Baustoffe werden direkt aus dem Wald geholt. Und unter den auf Pfählen gebauten Hütten haben die Haustiere Platz.

bergvolk bergvolk

Als wir in die Bergdörfer kommen, sind wir sofort von der Dorfbevölkerung umringt. Jeder möchte uns Handarbeiten verkaufen.

Teilweise noch große Wälder bedecken den Norden Thailands. Die dichte Vegetation mach hier besondere “Waldarbeiter” nötig. So konnten auch motorisierte Fahrzeuge nicht den Arbeitselefanten aus dem Wald vertreiben. Seine geringere Größe als die des afrikanischen Elefanten machen ihn zum perfekten Helfer bei der Rodung der Bäume. Mit 16 Jahren ist ein Elefant ausgewachsen, er hat sechs Jahre sein Handwerk von den Menschen erlernt und hilft ihnen jetzt bis ins hohe Alter von 40 Jahren bei der Arbeit. Eine lebenslange Arbeitsgemeinschaft zwischen Mahout und Elefant hat begonnen.

campcampDie Elefanten leben im Camp. Heute haben die Menschen eine zweite Einnahmequelle erschlossen. Nicht nur Holz aus dem Wald holen, sondern Menschen in den Wald bringen!

Auf dem Rücken der Dickhäuter lässt sich bequem der Wald erkunden.

Nach dem Füttern mit Bananen ist der Gang in den Fluss das größte Vergnügen für die Tiere. Dann füllt Fressen den Rest des Tages aus.

Elefant Elefant

Für uns geht nun eine interessante Woche im Goldenen Dreieck zu Ende.

Nein! Nicht mit dem Elefanten reisen wir zurück nach Bangkok und weiter nach Hua Hin. Wir nehmen das Auto.



Thailand : Bangkok : Damneon Saduak : River Kwai : Ayutthaya : Chiang Mai : Goldenes Dreieck : Hua Hin : ... zurück nach Asien