Thailand - Bangkok

Thailands Metropole ist eine Millionenstadt, wie es einige in Asien gibt. Viele Freunde in Deutschland haben uns vor dem Verkehrsgewühl, dem Gestank der tuk-Tuks, Mofas und allem, was da sonst noch so herum fährt, gewarnt.

noi Doch wir haben ja Urlaub. Und da stört uns eigentlich nichts allzu viel. Wir haben Zeit, warum also aufregen?

Vor Ort gibt es eine Reiseagentur, die bei Fragen und Problemen helfen soll. So kommt es, dass wir Noi kennen lernen. Sie empfängt uns im Hotel. Wir kommen mit ihr weiter ins Gespräch und schon findet sich unsere kleine Gruppe - bestehend aus Hubert (meinem Mann und unserem Hahn im Korb), Pia, Sandra und mir zusammen. Mit der Unterstützung von Noi wollen wir Bangkok kennen lernen. Noi ist 25 Jahre als und hat in einer Sprachenschule deutsch gelernt. Ihr Name bedeutet Mittwoch. Geboren an einem Mittwoch, erhielt sie diesen auch zum Vornamen.

Nach dem langen Flug und dem Auspacken im Hotel ist uns nach einem Spaziergang. Warum nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? Also raus auf den Fluss. Bangkoks Wasseradern sind seltener verstopft als die Straßen. Keine unverständliche Ampelschaltung führt hier zum Verkehrsstau.

Der Chao Phraya (Königlicher Fluss) trennt mit seinen unzähligen Nebenarmen die Stadt förmlich in zwei Teile. Die Menschen müssen also ständig von einer Seite zur anderen wechseln, wollen sie von zu Hause ins Büro oder umgekehrt.

Auch Noi kommt jeden Tag mit dem Boot über den Fluss in die City. Sie mag - so erklärt sie uns - den Trubel. Doch abends zieht es sie wieder heim: nach Thonburi, wohin auch wir noch fahren werden.

fluss Langsam schippern wir mit unserem kleinen Boot auf dem Fluss herum. Wasserhyazinthen treiben an uns vorbei. Die Häuser stehen bis ans Ufer heran. Teilweise auf Pfählen gebaut, sind die Stege um die Hütten herum herrliche Sprungbretter für die Kinder hinein ins Wasser. Für sie ist das Leben am Fluss sicher ein großer Spielplatz.

Für die Erwachsenen hingegen mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden. Sie die Pfähle noch stabil? Woher Frischwasser nehmen zum Essen und Trinken? Idyllisch sieht das Bootsleben schon aus, aber ist es auch erstrebenswert? Doch wer kann sich schon die vergleichbar hohen Mieten in festen modernen Häusern leisten?

Von den gut 66 Millionen Thais lebt ca. jeder Achte in der Hauptstadt. Man schätzt, das rund eine halbe Million davon direkt an/auf dem Fluss leben.

barken Auf unserer Fahrt kommen wir dann an den Königlichen Barken vorbei. 51 Boote liegen hier am Nordufer des Khlong Bangkok Noi im westlichen Teil Bangkoks. Die Königsbarke Sri Supannahongsa ist die Größte mit 46 Metern Länge und 1911 aus einem Stück Teakholz geschnitzt. Pavillon und Schirme sind aus Gold und mit einer Besatzung von 54 Ruderern, zwei Steuermännern, drei Offizieren, einem Mann für den Takt und einen Sänger ist das Boot ausschließlich dem König vorbehalten. Gut verständlich, dass die Unterhaltskosten extrem hoch sind. Deshalb ist die Barke auch bisher nur zweimal benutzt worden: 1982 zur 200-Jahrfeier und 1987 zum 60. Geburtstag des Monarchen. Seit 1992 ist die Barke Bestandteil des Maritimen Weltkulturerbes des World Ship Trust.

Die letzte große Prozession mit allen Barken zum Wat Arun war anlässlich des 80. Geburtstages des Monarchen.

Wat ArunWat ArunThonburi ist unser nächstes Ziel östlich des Flusses. König Rama II (1809 bis 1824) erbaute hier stehenden Wat Arun (Tempel der Morgenröte). Das Bauwerk aber sackte in dem sandigen Uferbereich wieder ab.

Rama III hatte dann die Idee: Hunderte von Booten wurden als Stütze unter dem Wat eingelassen.

Heute ist der Tempel mit seinen 104 Metern Höhe ein weithin sichtbares Zeichen der Stadt. Der Sockel misst 27 Meter und der eigentliche Turm 67 Meter.

Wat Arun Wat Arun Ein herrlicher Blick über Bangkok. Und nun geht es auch schon los: das Fotografieren. Nur gut, dass ich Hubert zur Mitnahme von Unmengen Filmmaterial überredet habe. War es eben noch eine Weitwinkeleinstellung mit Blick über den Fluss, sind es nun Detailaufnahmen der unzähligen Säulen, Figuren, Blumen usw. usw.
(Bilder zum Vergrößern anklicken)

Schöner als alle anderen Bauwerke sollte der Tempel werden. Doch als den Herrschern das Geld ausging, forderten Sie eine Abgabe vom Volk. Sie sollten Keramiken und Porzellan für die Ausstattung der Fassade bringen. So also erhielt der Tempel seine noch heute einmalige äußere Erscheinung.

Allmählich wird es dunkel, und das Boot bringt uns zurück zum Anlieger auf der anderen Flussseite. Wir drei Frauen haben die Idee: zusammen mit Hubert soll es auf den Baijoke-Turm in der Nähe unseres Hotels gehen. Oben angekommen, ist Abendessen angesagt. Langsam dreht sich die Restaurantplattform um die eigene Achse. Man bekommt so einen umfassenden - im wahrsten Sinne des Wortes “oberflächlichen” Blick über Bangkok bei Nacht.

Grand PalaceGrand PalaceDen nächsten Tag haben wir zum Besuch des Grand Palace - des Königlichen Großen Palastes eingeplant. Noi ist wieder bei uns. Sie hilft beim Tickets kaufen, und wir schlendern mit ihr zusammen durch die Anlage. Ganz ohne Hektik, die ja oft geführten Stadtbesichtigungen anhaftet. Einfach nur schauen, mit Menschen ins Gespräch kommen und - natürlich - fotografieren. Wie war das doch gleich? Ruckzuck sind unsere Eindrücke auf die Kamera gebannt. Wie lang soll da nur der Vorführabend zu Hause werden?

grand palaceDer Große Palast war seit Ende des 18. Jahrhunderts die Residenz der Könige von Siam. Bis dahin residierten die Könige im Phra Radscha Wang Derm auf der anderen Seite des Chao Phraya in Thonburi. König Bhumibol allerdings verlegte in seiner Amtszeit seine Residenz in den Chitralada Palast.
Der heutige Palast besteht aus vier Teilen, dem Äußeren Hof, dem Zentralen Hof, dem Inneren Hof und dem Wat Phra Kaeo.

grand palaceWir jedenfalls lassen uns treiben. Beobachten die Menschen, atmen den Duft von Räucherkerzen ein und lauschen den leisen Gebeten der Gläubigen.

Oder bekommen einfach eine Kamera von anderen Besuchern in die Hand gedrückt, damit wir sie fotografieren können. Auf diesem Bild muss mal wieder Hubert auf den Auslöser drücken und die beiden Frauen aus Japan vor dem Chakri Maha Prasat aufnehmen (in der Mitte stehe ich).

buddhabuddhaBesonders beeindruckt waren wir vom Liegenden Buddha im Wat Phra Chetuphon (kurz Wat Po genannt).

Hier im ältesten und größten Tempel der Stadt befindet sich die wohl schönste liegende Darstellung Buddhas. Es zeigt ihn, als er die Welt verließ und ins Nirvana übergeht.

Die Statue ist innen hohl. Sie besteht aus Ziegelsteinen und ist mit 1 Mio. Blattgoldplättchen überzogen. 46 Meter lang und 15 Meter hoch ruht er auf seinem Sockel.

Die Fußsohlen haben eine Länge von 5,5 Metern und sind mit 108 Zeichen aus Perlmut aus dem Leben Buddhas versehen.

Wat Phra Khaeo Auf der Oberen Terrasse des Wat Phra Kaeo in Bangkok stehen vergoldete, lebensgroße Statuen von 14 Fabelwesen. Davor steht eine Kinnari (auch Kinari, Kinaree, Kinnaree, Ginnarie) ist ein mythologisches Wesen, das an den Hängen des Himaphan-Waldes (Schneewald) lebt.
 
Die Kinnari wird in der thailändischen, kambodschanischen, laotischen und burmesischen Mythologie als ein Wesen dargestellt, das halb Frau und halb Vogel ist. Sie hat den Kopf, den Torso und die Arme einer Frau, aber die Flügel, den Schwanz und die Füße eines Schwans.
Sie ist bekannt für ihren Tanz, ihre Lieder und ihre Dichtung und stellt das traditionelle Symbol weiblicher Schönheit, Grazie und Vollendung dar. Das männliche Gegenstück zu Kinnari wird Kinnara oder Kinnorn genannt.


Unser zweites Wochenende in Bangkok steht nun an. Wir haben uns im Royal Orchid Sheraton eingemietet und schauen direkt vom Hotelfenster aus herunter auf den Chao Phraya River. Zurück von der Tour in den Westen des Landes freuen wir uns auf das Feeling der Großstadt. Es ist Freitagabend. Zum Essen geht es in das thailändische Hotelrestaurant Thara Thong. Musik im Hintergrund, lassen wir es uns schmecken. Morgen wollen wir dann auf eigene Faust durch Bangkok laufen.


Ja, es stimmt tatsächlich: Wir wollen laufen!
Warum soll es nicht möglich sein, vom Sheraton aus zum Golden Mount - Goldenen Hügel zu gehen?
Wir haben Zeit. Nichts treibt uns.
Also: wir gehen durch die Lobby hinaus vor das Hotel. Der Portier will uns sofort ein Taxi rufen, was wir dankend ablehnen. Er sieht uns fragend an! Ob wir lieber ein Tuk-Tuk möchten?
Auch diese Verneinung macht ihn stutzig. Was muss dieser Mann nur denken?
Er hält uns sicher für .... Na ja, wer weiß schon wofür!
Eine Diskussion über das Für und Wider vom Zu-Fuß-Gehen schließt sich an, und wir nehmen dann doch resigniert das Tuk-Tuk.

goldener hügel


Hätten wir das nur nicht getan. An jeder roten Ampel atmen wir die Abgase der um uns herumstehenden Tuk-Tuks und Mofas ein. Einfach furchtbar.

Doch irgendwann kommen auch wir im Wat Saket Ratcha Maha Wihan (Wat Sakret) auf dem Goldenen Hügel (Golden Mount) an. Bezahlen den Fahrer und sind froh, 318 Stufen (und das zu Fuß) die 79 Meter auf den Hügel hinauf steigen zu können/müssen.





Zurück ins Hotel wollen wir unbedingt laufen! Kein Tuk-Tuk, kein Taxi soll uns fahren. Also geht es los. Den Stadtplan in der linken, die Kamera in der rechten Hand, kommen wir in Chinatown an. Bis hierher läuft alles noch gut. Die Straßennamen finden wir auch im Plan wieder. Aber hier im Chinesenviertel stehen völlig andere Schriftzeichen an den Straßenecken. Die können wir beim besten Willen nicht im Stadtplan finden. Also rein in ein Geschäft und fragen. Die freundlichen Chinesen wollen uns sofort ein Taxi bestellen, was wir natürlich rigoros ablehnen. Dann den Bus? Nein, auch den nicht. Also erklären sie uns kopfschüttelnd den Weg.

Aber soviel Mühe wir uns auch geben, immer wieder endet die Straße am Fluss. Entnervt - und nach zwei Stunden Fußmarsch - halten wir ein Tuk-Tuk an. Der Fahrer sieht uns verständnislos an, als wir sagen, wo wir hinwollen. Er gibt Gas, fährt quer über eine Baustelle, und hält vor dem Sheraton. Nach weniger als 5 Minuten! So schnell geht es auf Bangkoks Straßen! Wir jedenfalls verbringen den restlichen Tag im klimatisierten Hotel und nicht im Abgas durchfluteten Äußeren.

Der Sonntag läuft ruhiger ab: Bummel über die Märkte, die hier täglich abgehalten werden, relaxen am Pool und Abendessen auf der Hotelterrasse.



Bangkok ist während unserer Reise durch Thailand jedes Mal Ausgangspunkt für die Touren ins Landesinnere. So z.B.nach Damnoen Saduak und danach ins Goldene Dreieck, oder nach Hua Hin


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