Tansania - Sansibar


Reifenpanne Die nächsten Zeilen lassen irgendwie den Eindruck aufkommen, dass wir jemals die Insel erreichen !!!

Früh am Morgen verlassen wir die Grant’s Lodge in den Usambara Bergen  und fahren wieder die schöne Serpentinenstraße - vorbei an Lushoto - herunter. Der Blick ins Tals ist anders als auf der Hinfahrt, da wir in den Tag hineinfahren.

Kaum auf der Hauptstraße angekommen, passiert es: Reifenpanne. Apolinari - unserer Fahrer - packt schnell den Kofferraum aus, wechselt den defekten Reifen gegen das Reserverad.  Es geht weiter bis zur nächsten Werkstatt. Hier sollt dann der Schlauch des kaputten Rades geflickt werden. Leichter gesagt als getan. Nicht nur ein Loch. Nein! Viele kleine Löcher machen ihn undicht. Da hilft nur eins: neuen Schlauch einziehen, Luft aufpumpen und weiterfahren. Na ja. Die Zeit wird schon reichen.

Wie bereits an anderer Stelle unserer Reiseerinnerungen beschrieben, sind Apolinari hours immer länger als Stunden, wie wir sie aus Deutschland kennen. So brauchen wir auch für die rund 400 km auf der B 1 gute sechs Stunden.

Die Fahrt wird nur unterbrochen durch die Tankanzeige. Auch das erweist sich als abenteuerlich. So wollen wir in einem Ort (Name spielt eigentlich keine Rolle) tanken. Fünf Tankstellen gibt es entlang des Highways. Doch von der ersten bis zur letzten Station erhalten wir kopfschüttelnd und achselzuckend negative Antworten auf die Frage nach Dieselkraftstoff. Müssen wir etwa schieben bis Dar?
Doch auch hier kam im letzten Augenblick Hilfe. Irgendwann sehen wir abseits jeglicher Ortschaft eine Tankstelle. Die hat dann den so ersehnten Diesel für das Auto.
Jetzt kann nichts mehr schief gehen. Oder?
Eine Baustelle engt die Fahrbahn teilweise auf eine Spur ein. Keine Ampel sorgt für reibungslosen Verkehr, sondern Menschen mit roten und grünen Fahnen. Das allerdings sehr individuell und mit unserem Verständnis für Verkehrsregelung nicht nachvollziehbar. So geht es die letzten 10 km rein nach Dar es Salaam.

Baobab Nun aber auf die letzte Minute: Tickets kaufen und ab auf die Fähre nach Sansibar. In der Golden Class und vollklimatisiert glitt die Sea Star I über den Indischen Ozean. Die Hinfahrt lässt sich ertragen (was die Seekrankheit anbelangt). Doch die Rückfahrt ans Festland fordert dann ihren Tribut. Viele Passagiere ziehen die Reling den bequemen Sitzen im Inneren des Schiffes vor. Ich kann nur jedem - der etwas empfindlich ist - empfehlen, lieber das Flugzeug als das Schnellboot zu nehmen.

90 Minuten später - die Dunkelheit hat bereits den Tag eingeholt - kommen wir im Hafen von Stone Town an. Auch hier ist wieder Schleppen des Gepäcks angesagt. Wieder über schräge Holzplanken, dieses Mal mit Querschwellen, so dass ein Ziehen der Reisetasche ebenfalls nicht möglich ist.

Wir denken, dass wir weiterhin in Tansania sind. Stimmt. Stimmt aber auch nicht ganz. Erst einmal müssen wir durch das Immigration Office. Unsere Pässe haben nun auch Ein- und Ausreisestempel der Insel Sansibar.

Matemwe Indischer Ozean Nach einigen organisatorischen Hürden kommen wir denn auch - und nun in völliger Dunkelheit - endlich in den Matemwe Bungalows an. Die rund 60 km von Stone Town nach Matembwe schaffen wir auf guten Straßen in 60 Minuten. Wobei der letzte Teil der Strecke allerdings eher einer Offroute-Tour als einer Asphaltstraße gleicht. Mitten durch ein Dorf, einfach am weißen Sand des Strandes entlang, vorbei an Palmen.

Der Empfang in den Matemwe Bungalows war herzlich. Kay, eine der Managerinnen, kam auf uns zu, begrüßte uns mit den Worten: “Ich komme auch aus Deutschland. Schön das ihr da seit.” So beginnt unsere Traumzeit im Paradies.

Die Bungalowanlage haben wir von zu Hause aus schon im Internet besuch. Doch wie es tatsächlich hier aussieht, können wir am ersten Abend nicht mehr so genau erkennen. Über einen mit Petroleumlampen ausgeleuchteten Weg gelingen wir zu unserem Bungalow. In der Dunkelheit rauscht das Meer. Wie weit war es wohl entfernt? Wir jedenfalls richten uns ein und gehen erst einmal zum Dinner.

Matemwe Matemwe Wir lassen uns einfach treiben. Genießen morgens die erste Tasse Tee zum Sonnenaufgang auf der Bungalowterrasse. Zwischen Frühstück - Lunch - Dinner gehen wir am Strand entlang (bei Ebbe), baden im Indischen Ozean, fahren aufs Meer, vorbei an Delfinen, wandern am Riff, bummeln durch das lokale Fischerdorf.
..... & immer waren Sie um uns herum: die "Guten Geister" von Matemwe ....

Spices Spices Sansibar ist eine Gewürzinsel

Das riecht man überall, wenn man durch das Innere der Insel fährt. Vor den Hütten liegen Matten, auf denen Nelken, Cardamom, Muskatnuss, Pfeffer usw. von der Sonne getrocknet werden.

Wir bummeln durch Gewürzplantagen, die eher den Eindruck kultivierten Waldes machen als in Reih und Glied angebaute Bäume und Büsche. Hier ist es ein Nelkenbaum, deren Blüten hellgrün in kleinen Büscheln an den Zweigen sitzen. Nur die Form lässt erkennen, dass es später die bei uns bekannten dunkelbraunen Gewürznelken sind, die so manchen Glühwein in der kalten Jahreszeit zusätzlichen Geschmack verleihen.

Muskatnuss Pfeffer Wir sehen, dass Muskatnüsse von einer knallroten Haut überzogen sind, in gelben pflaumengroßen Schalen stecken, bevor sie getrocknet ans Essen kommen.

Wir sehen, wo der Pfeffer wächst.

Die Reihe dieser “Gewürzerlebnisse” ließe sich fortsetzen.
Natürlich haben wir uns für Zuhause mit Gewürzen eingedeckt.

Cardamon
So haben wir ihn das erste Mal gesehen: Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum) ist ein Ingwergewächs.

Die Blüten wachsen, wie auf dem Bild zu sehen, flach über dem Boden an Rispen. Aus den daran befindlichen Kapseln werden dann die Samen geerntet.
Kardamon kommt in Asien vor, wächst aber auch hier auf Sansibar.
Die Samen enthalten ätherische Öle, das ihnen das würzige Aroma verleiht. Als Gewürz fehlt es in keinem Chai-Tee, Glühwein und dem Lebkuchen zu Weihnachten.

Stone Town - die alte steinerne Stadt

- heute zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.
Nach dem Frühstück kommt heute nicht der Bikini zum Einsatz, sondern T-Shirt und Kanga (diese Tücher gibt es hier in jeglicher Ausfertigung und Farbe). Wir fahren nach Stone Town, Sansibars einzige Stadt und zugleich ein historisches und architektonisches Highlight. Von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt, werden die z.T. dem Verfall preisgegebenen Gebäude restauriert.

Markthalle Markthalle Wir wollen einfach nur durch die Straßen schlendern, über den Markt bummeln und hier und da nach Souvenirs schauen.
So beginnen wir unsere Sightseeing-Tour an den Markthallen. „Karibu sana“, so werden wir hier überall begrüßt, „herzlich willkommen“.

Untrüglich ist der Geruch bei den Fischständen. Frisch aus dem Meer, liegen hier Thunfisch neben Octopus, Muscheln neben ??? (ach, ich weiß nicht, wie die Fische alle heißen). Jeder Händler will uns seine Ware verkaufen, doch was sollen wir damit? Wir werden ja hervorragend im Hotel mit Fischgerichten jeder Art versorgt.

Markt Das Gackern der Hühner dringt aus der letzten Halle zu uns heraus, bevor wir weiter durch die Straßen ziehen. Vorbei an Schneidern, Friseuren, Wechselstuben, Apotheken und kleinen Souvenirläden. Hier waren wir also am nächsten Ziel unserer Stadtbesichtigung: Andenken kaufen für zu Hause.

Auf dem Obst- und Gemüsemarkt geht es schon bunter zu. Rote Chilli und Tomaten, orange Apfelsinen, gelbe Paprika, Mangos und Sternfrüchte, grüne Gurken, Bohnen und Papayas. Stachelige Jackfrüchte und Durians. Wir kaufen Bananen. Diese kleinen gelben Dinger, die mehr Geschmack in sich tragen, als die gleichmäßig großen im deutschen Supermarkt. Nicht zuletzt die frische - und immer kühle - Kokosnussmilch.

Wie schnell die Zeit verging, verriet unser Magen. Er wollte auch zu seinem Recht kommen. Doch Essen bei der Wärme? Ein kühles Getränk tut es auch.

Also: Reiseführer aufgeschlagen und nachgesehen, wo man hier so hingeht. Mein Guidebook empfiehlt das Africa House am Hafen. Die Geschichte des Hauses reicht mehr als 150 Jahre zurück; erbaut von einem Sklavenhändler. Kurz vor dessen Tod ging das Gebäude auf den Sultan von Sansibar über und 1888 wurde hier der erste englische Club eröffnet. Jahre später erbaute man auf dem Dach eine Terrasse. Heute ist das Africa House ein Hotel mit 15 Zimmern, dem Tradewinds Restaurant und eben dieserSunsetbar mit einem traumhaften Ausblick über die Stadt, den Hafen und Indischen Ozeam beim Sonnenuntergang.

Holztür Sklavendenkmal Zwei kleine Sansibaris vor den berühmten Holztüren der Insel. Noch heute werden sie nach traditionellen
Mustern hergestellt. Teilweise gehen sie in alle Welt.

Danach waren wir wieder gerüstet für den Rest des Tages: The House of Wonders, Sankt Joseph’s Kathedrale, das Nationalmuseum und das Sklavendenkmal.

Zwischen 1700 und 1900 wurden Millionen MenschenOpfer des Sklavenhandels.
 
SklavendenkmalDer unermeßliche Reichtums des Sultans von Sansibar basierte auf den Erlösen durch die Sklaverei. Die Sklaven (soweit sie die Deportation überleben) wurden auf die Zuckerrohrplantagen hauptsächlich der französischen Kolonien gebracht (Reunion, Mauritius etc.). Weitere wurden Leibeigene im arabischen Raum, in Persien oder Indien.

Die Hauptrouten des Sklavenhandels endeten in Bagamoyo. Von hier wurden die überlebenden Sklaven nachts nach Sansibar verschifft und dort auf dem Sklavenmarkt versteigert (Bagamoyo = Leg Dein Herz nieder). Auf dem Versteigerungsplatz steht heute der Altar der Anglikanischen Kirche von Sansibar.

1830 verboten die Engländer die Sklaverei; 1845 tat das auch der Sultan von Sansibar. Sklavenhandel und der Anbau der Gewürznelke machten Sansibar zum wichtigsten Ort an der Küste Ostafrikas.

Strand Ziegen Irgendwann aber haben wir keine Lust mehr zum Laufen. Wir wollen nur noch zurück in unser Matemwe-Paradies. Es ist schon seltsam, Ziegen am Strand zu sehen. Sonnenbaden wollen sie allerdings nicht. Das macht auch dies Foto deutlich, auf dem die Tiere sich in dem wenigen Schatten drängeln, den das umgekippte Boot wirft.

Krebs Natürlich haben wir nicht immer nur am Strand herumgelegen und in der Sonne "gebraten". Sonst hätten wir sicher bald so krebsrot ausgesehen wie dieses rote Schalentier .....

So steht ein Bootsausflug auf dem Plan. Mit der am Hotel ansässigen Tauchbasis schipper wir aufs Meer und wer nicht tauchen will, beobachtet das Leben unter / über / am Wasser beim Schnorcheln oder Schwimmen.

Seegurken Vorsicht! Bloß aufpassen, wenn es durch das Wasser geht. Am besten sind Badeschuhe. Seeigel können fürchterlich stechen. In habe es leidvoll ertragen. Zwar nicht am Fuß, dafür am linken Mittelfinger, der einem dieser Stechlinge einfach zu nahe kam.
Aber auch "lange Würmer" (eigentlich sind es Seegurken) gab es hier. Sich immer in der Nähe von Seegras aufhaltend, schwammen sie durch das flache Wasser um Uferbereich. Sie sehen richtig “stabil” aus, aber stupst man sie an, sind sie weich und man hat das Gefühl, dass sie nur aus Haut bestehen.
Auch mögen Sie es überhaupt nicht, wenn man sie berührt. Pfeilschnell schießen sie dann ins dichte Seegras.

Füße - nichts als Füße !

Als wir die Urlaubsfotos zu Hause am PC betrachten, fallen uns gleich die vielen Füße auf. Da sind zuerst meine. Ich döste so vor mich hin in unserem Moskitonetz-überspannenden-Himmelbett. Hat der Fotograf etwa die Blüten da zwischen meine Zehen gesteckt?

Henna Uta Füße müssen was Anziehendes haben. Warum sonst sollte der Fotograf (wie immer: Hubert) sie so gerne ablichten? Diese sind aber auch besonders schön. Aufgemalte Henna-Bilder sind allerdings genauso vergänglich wie meine Blüten. Irgendwann, so nach ca. sechs Wochen, muss auch diese rote Farbenpracht erneuert werden, damit Fatima (oben auf dieser Seite ist sie ganz im Bild zu sehen) mit ihren “Fußblumen” weiterhin durch den weißen Sand von Matemwe laufen kann.

Nach fast 14 Tagen in Matemwe geht auch unser Urlaub vorüber. Vier Wochen sind doch - haben sie erst einmal begonnen - schnell zu Ende und der vor uns liegt der Rückflug von Dar über Amsterdam nach Hannover.

Jetzt erinnern die vielen Dias und ein Video an die schönste Zeit des Jahres!

Kwaheri - Auf Wiedersehen



Tansania : Ngorongoro Krater : Serengeti : Mount Meru : Kilimanjaro : Usambara Berge : Sansibar : ... zurück nach Afrika