Tansania - Ngorongoro Krater


Wer kennt ihn nicht? Diesen natürlichen Tiergarten mit seinen steilen Kraterwänden, die vor Millionen von Jahren hier im Osten Afrikas entstanden sind.

EingangSeit 1951 ist der Krater Teil des Nationalpark Serengeti.

1959 wurde außerhalb des Kraters ein besonderes Schutzgebiet (Ngorongoro Conservation Area) eingerichtet, in dem den Massai Ansiedlung und Weidewirtschaft erlaubt ist.
1975 wurde Landwirtschaft im Krater endgültig verboten.
1979 wurde er auf die UNESCO-Liste des Weltnaturerbe aufgenommen und 1981 als Biosphärenreservat ausgezeichnet.
Zusätzlich wurde der Krater 2010 zum Weltkulturerbe erhoben.

Mit 16 x 20 km Ausmaß die größte nicht mit Wasser gefüllte Caldera der Welt (halb so groß wie der Bodensee), ist der Kratergrund nur für die Tiere da.

Ngorongoro Krater Stimmt das auch?

Wir wollen es sehen und haben uns dafür einige Tage in der Wildlife Lodge am Rande des Kraters eingecheckt. Als wir am späten Nachmittag ankomen, geht im Westen langsam die Sonne unter. Es ist empfindlich kalt hier draußen auf der großen Aussichtsterrasse der Lodge. Doch der Blick hinunter in den Krater ist atemberaubend. Die Sonne wirft tiefe Schatten und - allerdings mit dem Fernglas - sehen wir den ziehenden Tierherden zu. Dieses Schauspiel wollen wir uns morgen von unten ansehen.

Jedenfalls genießen wir den Abend beim Dinner und vor dem Kamin. Was werden wir sehen? Große Gnuherden - Flamingos - vielleicht sogar Rhinos?

Gleich nach dem Frühstück fahren wir los. Eine Straße führt hinab in den Krater, deshalb haben wir das Gefühl, in einem Konvoi mit anderen Tierbeobachtern zu fahren. Der Schlagbaum öffnet sich und es geht los: abwärts und holpernd.

See Unten angekommen, teilen sich die ausgefahrenen Wege. Wohin also zuerst? Wir entscheiden uns für den Lake Magadi mit seinen Flamingos. Jetzt am zeitigen Morgen, wo die Sonne noch nicht so hoch am Himmel steht, strahlen die rosa Flamingos vor uns im blauen Wasser.

Hyäne Salzablagerungen am Ufer sind ein untrügerisches Zeichen für das richtige Flamingo-Umfeld. Sie lieben eben diese salzhaltige Brühe. Aberhunderte dieser einmaligen Wasservögel leben hier an dem nur ein bis max. drei Meter tiefen See, der mit 1.722 Meter die tiefste Stelle im Krater ausmacht. Der See trägt auch den Namen Makat, was in der Sprache der Massai Salz bedeutet.

Selbst Tüpfelhyänen scheinen dieses Salzwasser zu mögen. Haben sie das Ufer des Natronsees doch zu ihrem Ruheplatz erkoren. (Bild zum Vergrößern anklicken)

Löwin Knochen Ebenfalls nur einen Steinwurf entfernt von den Flamingos  und Hyänen liegt eine Löwenfamilie in der Sonne. Satt und zufrieden dösen sie vor sich hin.

War dies das Frühstück der Löwen? Zumindest erfahren wir, dass es sich um die Überreste eines Gnus handelt.


Grabstein Sicher, dies ist ein Tierparadies! So sah es vor vielen Jahren schon Prof. Bernhard Grzimek, zusammen mit seinem Sohn Michael, als beide hier mit den Forschungen begannen. Wie sehr sie mit diesem Land verbunden waren, zeige ihre Grabsteine am Kraterrand nahe der Wildlife Lodge. Grzimek starb am 13. März 1987 in Frankfurt, und seine Urne wurde später hierher nach Tansania überführt, wo sein Sohn bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

In vielen Filmen und Büchern hat Grzimek zu seinen Lebzeiten die schützenswerte Tierwelt Afrikas näher gebracht und das Verständnis für die Natur dieses Kontinents geweckt.


Camp Site
Heute ist der Kraterboden Anziehungspunkt vieler Touristen geworden. Täglich kommen Autos herunter und fahren - zwar auf abgesteckten Wegen - durch die Landschaft. Man kann geteilter Meinung sein, ob dies zum Wohle der Tiere ist, wenn diese in großen Herden ihre täglichen Wanderungen von den Schlaf- und Weideplätzen zur Wasserstelle antreten. Oft müssen sie dabei stehen bleiben, weil Menschen und Autos ihnen den Weg abschneiden.

Besonders auffällig ist diese Tatsache, wenn man in der Mittagszeit die Camp Site  am Ngoitokitok Spring aufsucht, das Lunchpaket auspackt und das Toilettenhäuschen besucht. Irgendwie war dieses Bild schon etwas befremdend ....

Doch nicht zuletzt sind es ja die Tiere, die die Menschen hierher ziehen. Gnus, Zebras, Elefanten! Wir haben die schönsten Bilder ausgewählt.
Was haben sich die beiden da nur zu sagen? Ist es ein Geheimnis? Oder sind sie es leid, immer für die Touristen als Modell “herhalten” zu müssen?


Zebras Zebras


Hippos Elefant

Irgendwann aber müssen auch die Menschen raus aus dem Tierreich. Wenn sich die Sonne neigt, sieht man die Autos in Richtung der Straße fahren, die nach oben führt. Auch wir tun das, nicht ohne nochmals nach besonderen Tieren Ausschau zu halten. Ein letzter Blick noch auf die Hippos, die gemächlich im Wasser liegen und auf den Elefanten, der da zwischen den Akazien steht.

Nashorn Irgendwo da hinten sehen wir dann zwei, dann drei, dann vier Punkte. Winzige Punkte noch, die aber langsam näher kommen. Wir müssen allerdings hier auf den vorgeschriebenen Wegen warten. Nur die Wildhüter fahren heran an die nun größer werdenden Punkte.

Schnell ist das Fernglas rausgeholt, und die Punkte nehmen Gestalt an. Nashörner! Und das gleich in vierfacher Ausfertigung. Wir sind ganz aufgeregt. Haben wir damit doch nun wirklich nicht gerechnet. Sicher, es sind keine wilden Nashörner. Irgendwann sind sie aus Europa hierher wieder ausgewildert worden. Doch es ist schon beeindruckend, wie sie gemächlich immer näher auf uns zukommen. Den Wildhütern im Ngorongoro Krater sind sie wohl bekannt und vertraut. Nur wir Touristen müssen Abstand wahren, sollen die Tiere doch so weit wie möglich in einer natürlichen Umgebung leben.

Für uns unverständlich, dass Menschen auf diesem Kontinent Jagd auf diese imposanten Tiere machen, nur um deren Horn zur Steigerung der eigenen Manneskraft einzusetzen.


Geländewagen


Auch die schönsten Tage im Ngorongoro Krater gehen einmal zu Ende.

Wir werden morgen zu einem weiteren Highlight unserer Tansania Tour aufbrechen.

Auf diesem Bild ist unser Geländewagen bereits auf dem Weg vom Krater zur Serengeti.


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