Tansania - Mount Meru


Landschaft am Mount Meru Wir haben die Serengeti verlassen und fahren weiter zum Meru Nationalpark.
Gut 30 km vor den Toren der Stadt Arusha liegt in 1600 Metern Höhe die Momella Lodge.

Momella Lodge In diese Bungalows kehren wir immer wieder zwischen den einzelnen Highlights unserer Reise zurück. Dabei haben wir immer wieder das Gefühl, mitten in dem Filmklassiker Hatari (Gefahr) zu stehen, denn der Film wurde in dieser Gegend gedreht und das Farmhaus von damals ist auch heute eine Lodge für Safarifreunde.
Doch auch hier im Kaminzimmer der Momella Lodge brauchen wir nur aufzuschauen, und blicken in die Augen von John Wayne und Hardy Krüger.

Momella LodgeBungalow in der Momella Lodge Auch wir haben Gelegenheit zu einer ganz besonderen Feier in dieser Bar: ein “runder” Geburtstag steht an, nämlich der von Hubert. Natürlich muss er ordentlich einen ausgeben Abet bitte nur soviel, dass wir hinterher noch unsere Betten finden ...
Na ja, jedenfalls kann man das als Leser und Betrachter dieser Bilder sicher denken. Aber das ist reiner Zufall. Wir wollen eigentlich nur mit dem Bettenbild zeigen, wie die Bungalows von Innen aussehen.
Moskitonetze schützen vor nächtlichen Plagegeistern, die gerne den Schlaf rauben.

Noch einmal bummeln wir durch die Umgebung der Lodge, ohne uns um die Dinge der morgigen Bergtour kümmern zu müssen, denn alles, was wir zum Essen und Trinken benötigen, kauft unser Koch in Arusha ein. Er braucht die Sachen aber nicht - wie diese winkenden Frauen - auf dem Kopf zu balancieren; er nimmt dazu den Geländewagen, der uns pünktlich zum Momella Gate bringen wird.

Mount Meru Tansania’s zweithöchster Berg - der Mount Meru - mit seinen 4565 Metern Höhe ist unser Ziel.

Nach dem zeitigen Frühstück schaffen wir den kurzen Weg zum Momella Gate auf 1600 Metern Höhe schnell. Direkt am Meru Nationalpark gelegen, ist es das Eingangstor auf den Berg.
Doch bevor es losgehen kann, werden erst einige organisatorischen Dinge geklärt:
Der Guide stellte sich vor (bewaffnet, da es ja Büffel gilbt).

Der Koch war bereits von der Lodge aus mitgekommen und muss nun seine ganzen Arbeitsutensilien und Lebensmittel auf die Träger verteilen. Natürlich hat unser Küchenchef auch noch einen jungen Mann als Hilfe dabei.
Und nun ist es an der Zeit, die Porter zu ordern. Wie viele wir brauchen, hängt von dem Gewicht unseres gesamten Gepäcks ab. Essen und Trinken, Ruck- und Schlafsäcke, usw. usw. Die Waage am Baum lässt 15 kg pro Träger zu. Das bedeutet bei uns drei Bergsteigern vier Porter.

Nun ist es so weit:
Unseren persönlichen (aber auch sehr kleinen) Tagesrucksack geschultert, geht es los. Die Porter mit dem großen Gepäck legen ein entsprechendes Tempo vor. Das werden wir sicher nicht durchhalten. Sind doch Afrikas Berge neu und unbekannt für uns. Wir bewundern die Träger trotzdem, wie sie mit einfachen Sandalen an den Füßen so geschickt den Aufstieg meistern. Sicher, sie kennen den Weg, machen in täglich mit Touristen. Aber dieses Schuhwerk .....

Miriakamba Hütte Wir genießen die Landschaft des Mount Meru. Er ist tatsächlich traumhaft schön. Die grünen Wiesen, darauf die grasenden Büffel. Und die Regenwaldbäume, die schwer mit Flechten behangen sind. Der Blick zurück ins Tal auf die sieben Momella Seen. So lassen wir es langsam angehen: 1000 Höhenmeter und vier geplante Stunden liegen vor uns bis zur Miriakamba Hütte.

Ob wir das in der Zeit schaffen? Hier steht tatsächlich ein großes Fragezeichen. Denn Hubert und Dieter sind erfahren am Berg. Aber ich - der geborene Flachlandtiroler, für die der norddeutsche Harz schon Hochgebirge ist, gehe nun “meinen ersten richtigen Berg” an.

Das bedeutet erst einmal richtig gehen. Langsam! (Pole! Pole!) Zwischen Dieter und Hubert mich bewegend, habe ich sogar Zeit für die Schönheit der Landschaft um uns herum. Kurze Verschnaufpausen gibt es dann immer, wenn sich ein außergewöhnliches Fotomotiv bietet. Und davon sehen wir genug am Weg.

Auch legen wir Zwischenstopps ein für Trinken und Entkleiden. Je höher die Sonne steigt, desto wärmer wird es und die dicke Fleecejacke muss dem T-Shirt weichen. Sonnencreme und -hut sind dann ebenfalls angesagt.

Koch Uta 14:00 Uhr = wir sehen vor uns die Miriakamba Hütte in 2514 Metern Höhe. Ich bin zufrieden mit mir. Ein zünftiges Bier krönt nun unseren ersten Tageserfolg, nachdem wir uns häuslich in der Hütte eingerichtet haben. 14 Betten warten auf Schlafgäste. Durch den frühzeitigen Aufstieg sind wir die ersten. Können noch frei wählen unter den Etagenbetten.

Unser Koch ist natürlich schon oben. Ein heißer Tee und kurze Zeit später der Lunch sorgen für Stärkung des Magens.

Am Nachmittag kommen noch weitere Bergsteiger von unten rauf; andere verlassen den Berg nach teilweise erfolgreichem Gipfelsturm.

Für mich aber gibt es wieder einmal was Neues: meine erste Nacht im Schlafsack auf einer Berghütte, dazu noch in Tansania. Es ist bitterkalt. Die gut 25 Grad des Tages fallen auf niedrige 5 Grad in der Nacht. Nur gut, dass die Thermo-Leggings und die Fleecejacke fester Bestandteil meiner Bergausrüstung ist. Der dicke Schlafsack tut sein Übriges. Hoffentlich muss ich nicht nachts raus zum Toilettenhäuschen .....

Mount Meru Die Sonne erwacht, der kühle Morgen begrüßt uns, und ich steige stocksteif aus dem Schlafsack. Gott sei Dank! Es gibt warmes Wasser zum Zähneputzen. Was für ein Luxus!

Frühstück - und es geht wieder los: weitere 1000 Höhenmeter und fünf Stunden Aufstieg bis zur Saddle Hut. Kontinuierlich geht es aufwärts. Meine Füße müssen sich nun an diese für mich ungewohnten Schritte gewöhnen. Ach, bin ich froh, wenn es wieder einmal gerade oder gar abwärts ging. Aber das hat auch seinen Nachteil. Denn jedem Abstieg folgt logischerweise wieder eine neue Aufstiegsphase.

Mount Meru Aber auch dieses meistere ich (zum Wohlwollen meiner “Männer”). Als die 3570 Meter hoch gelegene Saddle Hütte erreicht ist, bin ich zwar etwas ausgepowert aber froh.

Auch der nun folgende Nachmittag verläuft ruhig. Das Abendessen gibt es früher als sonst, denn um Mitternacht soll es ja losgehen mit dem Aufstieg auf den Summit. Also ab in die Schlafsäcke.

Für mich allerdings sollte es eine von mehreren äußerst schlechten Nächten werden !!!

Wer schon einmal zum Trekking war, kennt stockdunkle Nächte im Schlafsack!
Wer schon einmal in Afrika Bergsteigen war, kennt  Berghütten, Etagenbetten, Schlafsäcke und stockdunkle Nächte mit Taschenlampe!
Wen schon einmal “Montesumas Rache” getroffen hat, kann nachvollziehen, wie lang der Weg aus einer Berghütte zum Toilettenhäuschen sein kann!

Mount Meru Doch Spaß beiseite: ich jedenfalls muss in schöner Regelmäßigkeit alle halbe Stunde raus aus dem Schlafsack, rein in die Bergstiefel, Taschenlampe an und durch die Dunkelheit 20 Meter zum Stillen Örtchen. Vorbei an wilden Büffeln, die hier nachts durch das Camp wandern. Sicher alles andere als angenehm.

Woran es liegt, möchte ich dahingestellt sein lassen. Sind europäische Mägen zu empfindlich für hiesiges Essen und Trinken? Muss ich mich erst an abgekochtes Wasser gewöhnen? Hier gibt es nun mal keinen Wasserhahn, aus dem das frische Nass direkt vom Wasserwerk kommt.

Jedenfalls werden mich die nächsten Tage völlig auspowern. Doch Hubert und Dieter bescheinigen mir eine gehörige Portion Zähigkeit. Allerdings kann und will ich nicht verhehlen, dass wenig oder fast gar nichts essen sehr schnell die restliche Kondition zunichte macht.

Für mich sind diese Tage am Berg wichtig. Nicht zuletzt um festzustellen, wo die persönlichen Grenzen liegen.

Gipfel Krater So verliefen unsere Tage am Mount Meru:

1. Tag: Beginn des Aufstiegs am Momella Gate in 1600 Meter Höhe. 1000 Höhenmeter zur Miriakamba Hütte dauern vier bis fünf Stunden.
2. Tag: Von der Miriakamba Hütte (2514 Meter) ging es auf die 3570 Meter hoch gelegene Saddle Hut (fünf Stunden).
3. Tag: Gegen 01:00 Uhr nachts geht man los, um den eisigen Sonnenaufgang am Summit in 4565 Metern Höhe zu erleben. Der Abstieg erfolgt dann allerdings sehr schnell wieder runter zur Saddle Hut.
Wir haben dann den weiteren Abstieg zur Miriakamba Hütte um 11:00 Uhr begonnen. Nachmittags kamen wir dort an.
4. Tag: Abstieg zum Momella Gate am Vormittag.

Träger

Resümee: Es war trotz der Widrigkeiten ein Erlebnis, eine neue Erkenntnis für mich, eine Herausforderung. Die einmalige Landschaft des Mount Meru hat für vieles entschädigt. Und einmal mehr bestätigt sich der Spruch, dass der Weg das Ziel ist.

Und unser nächstes Ziel ist nun der Kilimanjaro.


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