Südafrika - Kapstadt - Cape Town

Südafrikas Mutterstadt ist unser nächstes Ziel auf der Reise durch die drei südlichen Länder dieses Kontinents. Eine Woche Stadtleben, dabei liegen die Kaphalbinsel und das Kap noch vor uns.

Und auch die einzige “verkehrstechnische Herausforderung”. Das Linksfahren macht uns bekanntlich keine Probleme. Aber wie sieht es aus, wenn die Straßen mehr als eine Spur und von mehr als zwei Autos gleichzeitig befahren werden?. Antwort: es klappt!

Über die N 1 aus Richtung Paarl kommen wir gegen 10.00 Uhr rein in die Stadt. Irgendwo links von der Straße liegt Oranjezicht. Der Stadtteil, in dem unser Hotel ist. Wir fahren langsam aber stetig auf einer Hochstraße. Unter uns - so meine ich als Beifahrer - muss die Herengracht sein. Doch wo um alles in der Welt ging es hier runter? Egal, die nächste Abfahrt raus und suchen. Das klappt auch ganz gut. Wir kommen in einen villenähnlichen Vorort mit ruhigen Straßen, alten Eichenbäumen und wunderschönen Häusern im kapholländischen Stil. Schnell ist dann auch die Forest Road gefunden. Allmählich geht es bergauf, vor uns der Tafelberg und an der obersten Bebauungsgrenze liegt das Hilltop House.

Hotel TafelbergDie sechs Zimmer sind alle individuell eingerichtet, der Charme englischer Highland-Hotels ist unverkennbar. Bei einem heißen Kaffee und selbstgebackenem Kuchen haben wir dann erst einmal ausgiebig geplaudert über Gott und die Welt ...

Wahrzeichen der Stadt ist zweifelsohne der Tafelberg. Sehen wir aus dem Fenster unseres Zimmers, so haben wir einen freien Blick nach oben. Eigentlich brauchen wir ja nur aus den Haus und gerade hoch zu kraxeln, meint mein Mann. Wir befolgen dann aber den Ratschlag, noch heute Nachmittag mit dem Auto zur Talstation und mit der Seilbahn auf das Hochplateau zu fahren.

Cableway TafelbergGerade an diesem Tag liegt kein Tafeltuch über dem Berg. Und das ist nicht immer so. Unterschiedlich warme Luftschichten bilden diese Dunstwände, die den ungehinderten Blick nach oben sowie nach unten einschränken.

An der Talstation der Cableway angekommen, haben wir weiterhin Glück. Nur etwa 30 Minuten müssen wir warten, bis uns die Kabine in 7 Minuten auf 1087 Meter Höhe bringt. Das ist täglich zwischen 08:30 und 18:00 Uhr möglich. Sicher schon viele Millionen Menschen haben seit 1929 die bequeme Seilbahn benutzt. Seit 1997 allerdings in modernen Kabinen mit einer fantastischen Rundumsicht und - damit die Sicherheit nicht zu kurz kommt - nunmehr auch  ISO-zertifiziert.

TafelbergDas Hochplateau sieht nur von unten ganz eben aus. Hier oben bietet sich eine felsige Ebene mit flach wachsenden Sträuchern. Der Blick ist traumhaft. Zur einen Seite die Stadt mit dem Hafenbecken. Zur anderen Seite ebenfalls Meer und eine Insel, die eine sehr düstere Vergangenheit hat: Robben Island, die Gefängnisinsel, die zu Zeiten der Apartheid traurige Berühmtheit erlangt hat durch die Einkerkerung vieler politisch Andersdenkender. Nelson Mandela saß hier ebenfalls in der Zelle.

Hubert und ich lieben es nun einmal, unsere Reisen alleine zu machen. Hier und da - wenn nötig - einen Guide (manchmal ist das recht hilfreich und amüsant). Doch diesen Urlaub machen wir solo. So planen wir unsere Stadtbesichtigung auch nur zu zweit.
Anmerkung: es stellte sich am Abend als richtig heraus. Ein Paar im Hotel hatte sich einer geführten Tour angeschlossen. Doch bei einer Gruppe von 40 Personen war das eine unpersönliche und nur mit der Stoppuhr zu bewältigende Tour.

KapstadtKapstadtWir gehen da schon lieber auf eigene Faust los.

Einfach gerade aus, gelangen wir zum  Company Garden. 1652 wurde er von Jan Riebeeck angelegt und zwar als Gemüsegarten für die Versorgung der Schiffe. Heute ist es ein öffentlicher Park und die grüne Lunge der Stadt. Wir bummeln entlang einer alten Eichenallee, die uns direkt in die City führt. Unter dem Bäumen begrenzen bunte Hortensienbüsche den Weg, Bänke laden zum Verweilen ein und natürlich auch zum Füttern der kleinen Eichhörnchen, die hier unbarmherzig den Wegzoll von den Menschen fordern.

Vorbei geht es am South African Museum, an dem von einem Gitterzaum umgebenen Tuynhaus, dem Amtssitz des Präsidenten.

Kapstadt Kapstadt

Nun führt uns der Weg zum Parlamentsgebäude, in dessen Garten Königin Victoria immer noch das Zepter in der Hand zu halten scheint. Hier tagt von Februar bis Juni und von Juli bis Oktober das Parlament des Landes.
Es besteht die Möglichkeit, bei Sitzungen zuzuhören. Der Eintritt ist frei, Ausländer müssen jedoch ihren Paß vorzeigen. Angemessene Kleidung ist Pflicht (Herren z.B. Anzug und Krawatte).

Kathedrale Das Ende (oder der Anfang) der Gardens ist erreicht und damit die St. George's Cathedral; sie ist
Bischofssitz und die älteste Kirche Südafrikas.

1848 als Mutterkirche des anglikanischen Glaubens eingeweiht, ist sie heute mehr denn je eine Begegnungsstätte der Menschen dieses Landes.

Skulptur Eine Cafeteria lädt die Besucher zum Essen und Trinken, aber auch zum miteinander reden ein. Die Öffnungszeiten sind Mo.-Fr. 06:30 bis 17:30 Uhr sowie Sa.-So. 06:30 bis 13:00 Uhr.

In der Kathedrale hat Bischof Desmond Tutu oft seine engagierten Reden gegen die Apartheid gehalten.

Lange stehen wir vor diesem Kirchenfenster und lauschen dem Chor, der gerade für eine Messe übt.

Besonders beeindruckend ist die am Nordeingang der Kathedrale stehende schwarze Skulptur The African Madonna von Leon Underwood (1890-1975). Afrika hat nicht nur seine bildhauerischen Werke stark geprägt. Die Skulptur ist aus Lignun Vitae, dem Baum des Legens. Es handelt sich um eine sehr seltene tropische Baumart aus Südamerika. Der Guajak (Guaiacum) gehört zur Familie der Jochblattgewächse (Zygophyllaceae).

WaterfrontKapstadt ist eine multikulturelle Stadt. Nicht zuletzt sieht man das im wohl schönsten Hafen des südlichen Afrikas, an der Victoria & Alfred Waterfront. Cape Towns Fischerman’s Wharf steht dem von San Francisco in nichts nach. Unzählige Restaurants, Bistros, Theaterbühnen und Geschäfte ziehen die Besucher an. Nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische lieben das Einkaufen fast “rund um die Uhr”.

Wir sind ja gerade in den Adventswochen hier im südlichen Afrika und nutzen deshalb auch die Gelegenheit für Weihnachtseinkäufe. Es ist schon recht ungewöhnlich mitzuerleben, wenn bei 30°C und kurzen Hosen aus den Lautsprechern in den großen Warenhäusern "Leise rieselt der Schnee" ertönt ...

Nicht nur an der Waterfront kann man gut essen und gemütlich sitzen. Das geht fast überall in der Stadt.
Nicht weit vom unserem Hilltop House liegt ein kleines Restaurant, deren Name sich auf den alten englischen Lord bezieht: Nelson's Eyes. Ob er wirklich hier war und sein Auge auf das gute Essen geworfen hat, ist nicht überliefert. Doch wir haben hier fast jeden Abend gesessen. Bei einem Glas Wein kommen wir schnell in Kontakt zu anderen Gästen, die hier aus aller Herren Länder zusammen sitzen und plaudern. Worüber? Ebenfalls über Gott und die Welt ...

HundDas Kap ruft !!!

Sehr zeitig wird gefrühstückt und losgefahren Richtung Kaphalbinsel.

Der Hund von Simon’s Town, der hier am Hafen steht und auf die Heimkehr seines Kapitäns wartet, wird uns sicher den richtigen Weg zeigen ...


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