Sri Lanka - Yala Nationalpark

14.02.04, 08:00 Uhr – Wir verlassen unser Adventurecamp im Hochland. Von Ella aus geht es Richtung Süden zum Yala Nationalpark. Es sind 138 km, für die Nimal und Dicosta vier Stunden eingeplant haben. Unterwegs ist somit genügend Zeit zum Anhalten und Fotos machen (oder nur, um das eine oder andere anzusehen.

Je weiter wir uns vom Hochland entfernen, desto trockener wird die Landschaft. Die Bevölkerung hat hier viel mehr als anderswo mit dem fehlenden Wasser zu kämpfen. Meist haben sie nur eine Ernte pro Jahr. Zwischenzeitlich hat die Regierung ein Bewässerungsprogramm aufgelegt: Ein neues Staudammprojekt wird umgesetzt. Ein zweischneidiges Schwert, wie ich meine. Auf der einen Seite verhilft es den hier lebenden Menschen zu einem nicht so kargen Leben. Auf der anderen Seite wird dadurch gewaltig in die Natur eingegriffen, indem Flüsse ihr ursprüngliches Aussehen verlieren.

12:00 Uhr – Tissamaharama ist erreicht. Tissa, wie die Einheimischen ihren Ort auch nennen, war schon vor mehr als 2000 Jahren Hauptstadt der Provinz Ruhuna. Heute ist Tissa Ausgangspunkt für die Exkursionen in den Yala West Nationalpark (auch Ruhunu Nationalpark genannt).

yala Wir aber sind noch in Tissa und wollen erst einmal ins Yala Village. Diese Lodge ist vor gerade mal einem halben Jahr eröffnet. Die Presseberichte haben die Anlage mit sehr viel Vorschusslorbeeren bedacht. Im Internet selbst was sie (2004!) so noch nicht zu finden. Wir haben uns aber trotzdem dafür entschieden und sind – das sei schon mal gesagt – nicht enttäuscht worden.
Anmerkung: Nunmehr gibt es eine Website vom Yala Village.

Gleich am Tor zum Lodgegelände erhalten wir von den Pförtnern ein Holzbrett mit Verhaltensmaßregeln. Nett und freundlich geschrieben. Gegen „Vorlage“ gibt es beim Einchecken einen Begrüßungsdrink. Es ist ein Saft aus Holzäpfeln. Ein Saft, der etwas gewöhnungsbedürftig ist. Leicht herb und mit Körnern.
Wie Holzäpfel aussehen, zeigt dieses Bild, das wir – später – auf der Fahrt vom Yala NP nach Unawatuna gemacht  haben.

yalaDas Einchecken geht zügig, so dass wir schnell in unseren Bungalow Nr. 102 kommen. Es sind immer Doppelbungalows. Zwei einzelne Apartments, die mit einer Zwischentür verbunden werden können (praktisch für Familien mit Kindern).

Die einzelnen Zimmer sind groß und locker eingeteilt. Das Mobiliar ist sehr bequem und das Ambiente safari- und landestypisch. Klimaanlage, Kühlschrank und TV fehlen ebenso wenig wie Wasserkocher, Teetassen und Zubehör, Taschenlampe, Schirm und Stofftaschen, in denen der Gast seinen Abfall sammeln soll. Bitte nichts in die Landschaft werden! Damit Tiere - die hier frei in der Anlage herumlaufen - sich überall wohl fühlen.

Die Lodge bietet alles, was man sich wünschen kann: Bequemlichkeit - Safarifeeling - Wildlife.

Nachdem auch wir uns eingerichtet haben, erkunden Hubert und ich die Anlage. Klar, dass ein Pool (für die Menschen) nicht fehlt. Doch auch an die Tiere ist gedacht. So lassen es sich die Büffel gut gehen an ihrem Teich.

Im Hauptgebäude gibt es oben auf dem Dach eine Aussichtsplattform. Und dort können wir schon mal einen Blick auf die Gegend werfen, in die wir gleich eine Safari machen werden.

yala yala

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Ein Geländewagen steht bereit und der Fahrer begrüßt uns. Na ja, der alte Landrover hat schon seine Jahre auf dem Puckel; Hubert zuckt zusammen, als er dieses Reserverad sieht. Doch wir steigen ein und fahren los. Stopp ist am Informationszentrum vom

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Erst einmal bezahlen wir die Permits und dann heißt es warten: auf den Ranger! Ohne ihn darf nämlich kein fremdes Fahrzeug in den Park. Es gab zu viele Leute, die einfach offroard gefahren sind.

yala yala Der Park ist der größte und bekannteste auf der Insel. Von insgesamt 976 qkm sind den Besuchern 135 qkm zugänglich gemacht worden. Mehr als 130 Vogelarten lässt das Herz eines Ornithologen höher schlagen. Aber auch wild lebende Elefanten haben hier ein Zuhause gefunden. Werden wir sie auch finden?

Außerdem kennen Ranger und Fahrer das Gelände und wissen, wo wir mit Sicherheit etwas zu sehen bekommen.

Manchmal allerdings verstecken sie sich so lange, bis wir vorüber gefahren sind. Dann laufen Sie blitzschnell über den Pfad.

elefant elefant Hier im Park finden Bären, Leoparden und Elefanten eines der letzten Rückzugsgebiete. Uns zieht es deshalb runter an den Strand. Dort in den Felsen halten sie oft Leoparden auf. Von der Höhe haben sie einen besseren Überblick über das Gelände. Heute früh haben die Ranger einen Leoparden gesehen. Doch uns scheint das (Kamera)-Glück nicht hold. Also ziehen wir weiter und da steht er plötzlich vor uns: ein gewaltiger Elefantenbulle. Er lässt sich überhaupt nicht stören. Schließlich braucht er Zeit und Ruhe, um seine tägliche Futterration von fast 250 kg in sich reinzufressen.

Und auch dieser große „Jumbo“ scheint keinerlei Angst vor uns zu haben. Wozu auch! Ersten ist dies sein Revier und zweitens hat er viel mehr Kraft als wir in unserem kleinen Jeep.

Wieder (Kamera)-Glück gehabt! Haben wir doch gelernt, dass nur ein geringer Teil der asiatischen Dickhäuter Stoßzähne hat.

yala pfau Allmählich wird es auch für uns Zeit, wieder zurück zum Gate und damit zur Lodge zu fahren. Hier bei dem markanten Felsgebilde biegen wir ab in Richtung Yala Village. Wir genießen jetzt erst einmal einen heißen Tee auf unserer Terrasse vor dem Haus. Die Sonne geht langsam unter und bis zum Dinner haben wir noch Zeit.

15.02.04 – Ein neuer Tag beginnt und der Pfau erwacht auf seinem Schlafbaum. Es dauert auch nicht lange, bis seine Rufe wieder überall zu hören ist.

Auch wir stehen auf und lassen uns das Frühstück schmecken.
Dann heißt es Abschied nehmen vom Yala Nationalpark.

Wir fahren nun nach Unawatuna.



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