Sri Lanka - Wadduwa

Einen Tag ungestört in Muße zu verleben heißt: einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein.

Chinesisches Sprichwort



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Oft sagen Zitate mehr als 1000 Worte. Oft stellt man fest, dass diese Weisheiten auch in der heutigen Zeit noch immer ihre Bedeutung haben.
Zwar hat uns die Muße diese acht Tage in Wadduwa nicht unsterblich gemacht, aber es kommt uns trotzdem wie acht Tage Müßiggang im Paradies vor.

19.02.04 - 12:00 Uhr – Nach 85 km und drei Stunden Fahrt  kommen wir in dem kleinen Dorf Wadduwa an.
Eine unscheinbare Seitenstraße, an der wir das Schild zum Hotel sehen. Dicosta biegt ab, überquert die Eisenbahnlinie nach Colombo. Wenige Meter weiter stehen wir dann vor dem Tor zum

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Kaum sind wir im Siddhalepa Health Resort drinnen, umgibt uns eine himmlische Ruhe. Irgendwie hat man sofort den Eindruck, dass hier alles „einen Gang langsamer“ läuft. Leise Musik umgibt uns auf dem Weg in die Rezeption. Warme Holztöne überwiegen und überall bringen Pflanzen frisches Grün hinzu.

wadduwa Nimal und Dicosta laden unser Gepäck aus. Nun heißt es: Abschied nehmen. Die beiden reisen zurück und Siddhalepa ist für die nächsten acht Tage unser Domizil.

Eine junge Dame erklärt uns bei einem Begrüßungstee die Anlage, die Philosophie des Hauses und versorgt uns mit vielen weiteren Informationen. Eine Broschüre sorgt dafür, dass wir das Gehörte nicht so schnell vergessen und nachlesen können.

Der Boy zeigt uns das Zimmer. Es liegt in einem der Häuser, die um den Pool herumstehen. Der Raum ist in Ordnung, aber wir haben uns was anderes vorgestellt. So gehen wir zurück zur Rezeption.

Bei diesem Service haben wir dann auch keinerlei Probleme, unser Zimmer gegen einen geräumigen Bungalow direkt in Strandnähe zu tauschen. Wir hätten natürlich gleich bei der Buchung danach fragen können, aber haben es nicht getan. Doch so hat es auch geklappt; die Differenz von Bungalow- zum Zimmerpreis ist erschwinglich und wird von uns am Ende des Urlaubs bezahlt.

wadduwa wadduwa Also wird die „Felsenhöhle“ Nr. 505 unser neues Zuhause. Gal Lena heißt das Chalet, weil es die Nachbildung einer Höhle ist, die die Wohnweise der Yogis und Rishis vor vielen Jahrhunderten dokumentiert. Auch die Innenwände hinterlassen den Eindruck einer Höhle. Weiße Lehmwände und ein schöner Fliesenboden machen den Innenraum zu einer Erlebniswelt besonderer Art. Der zusätzliche Lichtschacht in der Zimmerdecke vermittelt ebenfalls den Eindruck einer Erdhöhle.

Es ist alles da, was man braucht: ein großes Bett mit Moskitonetz, Schreibtisch, Sessel, Tisch und Bänke, Fernseher, Klimaanlage, Schrank mit Safe und ein perfektes Bad.

wadduwa Ach ja! Und dann muss es da noch einen weiteren Bewohner in unserer Felsenhöhle geben. Denn woher sollten sonst die nächtlichen Geräusche kommen? Klimaanlage ist aus, Fernseher läuft nicht, draußen ist es ruhig und Meeresrauschen hört sich anders an. Gleich am ersten Morgen klärt sich die Sache auf: Eine Echse wohnt unter unserem Fußboden. Sie hat sich an Menschen gewöhnt. Tut Ihnen doch niemand etwas. Selbst beim Fressen lassen sich die Dinos in Kleinformat nicht stören.

Die Tage verlaufen ruhig und im Einklang mit Geist und Seele. Nach angenehmen Nächten weckt uns allmorgendlich die Sonne mit ihren Strahlen, die sie ganz vorwitzig durch die Gardinen steckt. Und "begleitet" wird sie vom Rauschen des Meeres, das beruhigend wirkt. Der leichte Wind, der vom Wasser zu uns herüberweht, ist angenehm, denn die aufsteigende Sonne wird bald auch die Temperaturen nach oben treiben.

Das Frühstück lockt so ab 07:30 Uhr. Meist lassen wir es uns gegen 08:00 Uhr schmecken. Das ist perfekt: ob Müsli, Obst, Salate, Käse und Schinken, Omelett und jede Menge Currygerichte stehen zur Auswahl. Das süße Gebäckbüfett ist auch nicht zu verachten. Ich liebe besonders den frischen Saft der Kokosnuss. Wo bekommt man den schon in Deutschland?

wadduwa wadduwa Tea or Coffee? Die Kellner sorgen sich sehr um die Gäste. Egal, ob sie wie wir „nur“ relaxen wollen, oder eine Kur machen. Kurgäste bekommen nämlich noch warmes Trinkwasser zum Essen. Ihre täglichen Medikamente stehen ebenfalls griffbereit auf den Tischen.

Die Hotelanlage ist weitläufig. Überall wuseln fleißige Gärtnerhände herum, um all die Beete, Wege und Bäume zu pflegen. Die vielen Hibiskusblüten strahlen mit der Sonne um die Wette.

wadduwa wadduwa Direkt vor der Anlage beginnt der Strand. Zwar schirmt ein Zaun das Hotel ein wenig ab, aber das freundliche Wachpersonal sorgt für Sicherheit und Exklusivität. Denn nur der Gast kann raus und rein; kein anderer Besucher kann es ihm gleich tun.

Und so kann man es aushalten unter dem strahlend blauen Himmel und den Palmkronen, die sich im leichten Wind von Meer her wiegen. Auch wenn die vielen Krähen in den Palmen mit ihren Rufen ein wenig die Ruhe "stören". Aber Verjagen geht nicht, die Vögel stehen in Sri Lanka unter Schutz.

wadduwa Doch ab und zu muss man sich auch mal die Füße vertreten. Also bummeln wir den Strand entlang. Am nahen Dorf vorbei und den Fischerbooten, die hier für den nächsten Fang im Sand liegen.

Das Dorf hat nicht allzu viel zu bieten. Doch für uns hat es trotzdem etwas Kurzweil gebracht. Wir besuchen Michael.

Wer Michael ist?

wadduwa Michael ist Schneider, hat eine Werkstatt und spricht hervorragend Deutsch. Einige Jahre hat er in Deutschland gelebt und in Hannover studiert. Gewohnt hat er in Celle. So klein ist die Welt. Wir beide hatten nun einen tollen Gesprächsstoff, denn auch wir wohnen wenige Kilometer von Celle entfernt. Und über Kleiderstoff haben wir uns auch unterhalten. Einige luftige Blusen und Hosen warten nun in meinem Kleiderschrank auf ihren Einsatz unter deutscher Sommersonne.

Auch die Abende bieten Kurzweiliges. Da findet z.B. ein Grillbüfett am Pool statt, oder in der kleinen Bar können wir einem Pianospieler lauschen, bzw. einer Calypsogruppe mit feurigen südamerikanischen Rhythmen.

Und dann sind da noch die Lenas! Nein, keine Sängerinnen, keine Band. Es sind Sri Lanka Streifenhörnchen, die den ganzen Tag durch das Geäst der Bäume huschen und nachschauen, ob die Menschen nicht hier und da etwas für sie fallen lassen.


wadduwaWas ist Ayurveda?

Harmonie der Lebensenergien – Harmonie von Körper, Verstand und Gefhlen.

Diese Frage stellt sich fast jeder, der sich das erste Mal mit diesem Thema beschäftigt. Man muss sicher erst innerlich die Harmonie finden, um ganz ungestört die Tage der Muße hier in Wadduwa verleben zu können.

Was bedeutet Ayurveda?

Ayur = Leben, Veda = Wissenschaft.

Es ist (so steht es auch in der ausführlichen Website von Siddhalepa geschrieben) eine sehr medizinisch, wissenschaftliche Art der Heil- und Präventivbehandlung, die seit vielen hundert Jahren in Sri Lanka und Indien praktiziert wird. Eine Heilkunde, die sich auf die genaue Identifizierung von Krankheiten spezialisiert, die durch Unausgewogenheit der drei Doshas: Vatha, Pitha und Sem, hervorgerufen werden und die das Gleichgewicht des menschlichen Systems wieder herstellt, um Krankheiten zu vermeiden.

wadduwa Viele Gäste haben bereits von zu Hause aus eine zwei- oder dreiwöchige Kur gebucht. Wir haben dieses Resort gewählt, weil wir einfach nur einen schönen Ort zum Relaxen gesucht haben. Hubert hat es dabei belassen.

Ich aber begebe mich in das „Abenteuer Ayurveda“ und gehe ins Jeewakagaraya. Sehr freundlich werde ich im Ayurvedazentrum aufgenommen. Geht man erst einmal durch die Tür, tritt man in eine andere Welt: Schalen mit herrlichen Blumenarrangements, leise Musik, ein besonderer Duft liegt in der Luft.

Da ich keine Kur machen möchte, habe ich in einem Gespräch mit behandelnden Ärzten einige besondere Anwendungen für mich ausgesucht: Kopfmassage, Gesichtsmassage, Ganzkörpermassage, Kräuterbad. Täglich sind mit dieser Behandlung fast 2 Stunden verplant.

Und jedes Mal freue ich mich, wenn mich Thushari, die kleine, zierliche Therapeutin im Innenhof des Ayurvedahauses empfängt. Nie hätte ich geahnt, wie stark und eindrucksvoll so zarte Hände massieren können.

Ebenfalls nie geahnt hätte ich, wie viel warmes Sesamöl auf Kopf, Haar und Körper verteilt wird bei einer Massage. Liegt man hinterher erst einmal im warmen, nach Kräutern duftenden, Bad in der aus einem Granitfelsen gehauenen Wanne, spült langsam das Öl ab.

wadduwa wadduwa Fragt man mich, woran mich die Produkte erinnern, so riecht das Öl stark nach Sesam und heißer Butter. Und das Kräuterbad? Man möge es mir verzeihen: Es riecht für mich nach ganz frisch geernteten Frühjahrskartoffeln, die die Bauern auf den Feldern außerhalb unseres Wohnortes im Sommer aus dem warmen Boden holen. Hat das etwas mit der Harmonie der Gefühle zu tun, die schon für die Ärzte vor hunderten von Jahren wichtig waren.

Bis hierher sind die Anwendungen eine Wohltat. Doch an so manche Dinge muss man sich erst gewöhnen. Ich, die ansonsten zu Hause den ganzen Tag in festem Schuhwerk durch das Büro geht, bin eigentlich keine absolute Barfußgeherin. Da spürt man dann besonders jeden Stein unter den Fußsohlen. Aber dies ist ein Muss! Auch wenn das Muster dieses Weges hübsch aussieht; darüber laufen ist ein spürbarer Druck von unten.

wadduwa Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Shirodhara Therapie, bei der Öltropfen auf die Stirn geträufelt werden. Shirodhara beruhigt und stärkt die Sinne und ebenso den Geist. Der Zustand völligen Wohlergehens wird in diesem Behandlungsprozess herbeigeführt. Ein beruhigender und entspannender Zustand tritt ein.

Shirodhara kann man nicht einfach „buchen". Shirodhara wird erst nach einigen Massage- und Badebehandlungen empfohlen. Der Körper muss vorbereitet werden.

Thushari begrüßt mich früh am Morgen freundlich. Wieder einmal gehen wir – ganz ruhig und gemächlichen Schrittes – hinüber in den Behandlungsbereich. Der kleine Raum wird fast völlig von dem breiten Massagetisch aus dunklem Holz eingenommen. In der Ecke steht der Kocher zum Erhitzen des Öls. Wieder ist es Sesamöl, dass gleich in einem dünnen Strahl punktgenau auf meine Stirn laufen wird, oder in kreisenden Bewegungen.

Gut eine halbe Stunde dauert es, bis auch der letzte Tropfen Öl durch das kleine Loch und am Faden entlang aus dem großen Topf geflossen ist. Fast wäre ich fest eingeschlafen.

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Zurück in unserer Felsenburg habe ich dann den Hinweiszettel gelesen, wie man sich während der Shirodhara Therapie verhalten soll. Die Ratschläge sollen als Leitfaden dienen. Einen Hinweis allerdings habe ich wohl wörtlich genommen: Schlafen.

Es ist 10.00 Uhr, als die Therapie zu Ende ist und es ist fast 14:00 Uhr, als mich Hubert aus dem schönsten Schlaf (draußen vor dem Chalet unter der halbhohen Palme) weckt.

wadduwa Allerdings absoluter Höhepunkt einer Ayurveda Behandlung ist sicher das Blumenbad. Schon der Anblick der vielen hundert Seerosenblüten in der Granitwanne ist ein Traum. Fast mag man gar nicht hinein steigen, um nicht dieses „Blumenbild“ zu zerstören.

Aber wenn man erst einmal im warmen Wasser unter all diesen duftenden Blüten fühlt man sich wirklich unsterblich und wie im Paradies.


Die Tage in Wadduwa vergehen wie im Fluge. Es ist der 26.02.04, als uns gegen 22:30 Uhr der Wagen vom Hotel zum Airport bringt. 35 km sind es bis Colombo und dann noch einem 35 km bis raus zum Flughafen.
Unsere Maschine via Dubai nach Düsseldorf geht um 03:05 Uhr Ortszeit.
Auf Wiedersehen, Sri Lanka – Insel der Träume !!!




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