Sri Lanka - Polonnaruwa

polo03.02.04 - Heute früh haben wir bereits den Löwenfelsen von Sigiriya „erobert“.  

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir gestärkt und lassen uns von Dicosta in das rund 70 km entfernte Polonnaruwa fahren. Es ist zwar Montag, aber Feiertag. Also sind die Straßen nicht ganz so verstopft wie an einem normalen Arbeitstag.

polo Erst einmal wollen wir unseren Wasserbedarf auffüllen. Nein! Nicht einfach bei irgendeinem Stand an der Straße anhalten. Denn trotz unversehrtem Verschluss kann es sich um normales Leitungswasser handeln. Denn es kann passieren, dass gebrauchte Wasserflaschen erneut aufgefüllt und mit neuen Verschlüssen versehen wieder verkauft werden. Nimal empfiehlt, Trinkwasser entweder im Hotel, im Supermarkt oder bei der Armee (?) zu kaufen. Die kleinen Einkaufsläden der Armee bieten reines Mineralwasser an. Das tun wir dann auch.

Langsam wird es wieder heiß. So fällt unser Besuch bei der Statue von König Parakrama Bahu I. kurz aus.

Er ist Gründer der Stadt und Erbauer des 2400 Hektar großen künstlichen Parakrama Samudra (Meer des Parakrama). Ein riesiger See (die Staumauer ist 12,38 km lang), an dem wir uns von Dicosta zu einem Spaziergang absetzen lassen.

Der See trägt heute den Namen Tapawewa. Sein Wasser sorgt dafür, dass die umliegenden Felder saftig grün sind und zwei Reisernten im Jahr zulassen.

polo Die bedeutendsten Bauwerke der Stadt sind heute noch wesentlich besser erhalten als in Anuradhapura. Sie waren Jahrhunderte lang vom Dschungel überwuchert. Innerhalb der alten Stadt kann man die einzelnen Palast- und Tempelanlagen über gut ausgebaute Straßen erreichen.  

polo Wir haben unsere Tour im Norden begonnen. Hier konzentrieren sich auch einige Restaurationsprojekte der UNESCO. Zahlen auf den Steinen sind zur Dokumentation angebracht. Sie erleichtern nach der Reinigung und Konservierung den späteren Wiederaufbau erheblich.

Ein Shiva Tempel zieht uns besonders an. Es ist der älteste Tempel seiner Art auf Sri Lanka. Statuen aus kristallisiertem Kalk leuchten selbst bei Dunkelheit.

Teilweise sind die alten Inschriften – wie hier am Gal Potha - schon wieder restauriert. Hier sind die ältesten tamilischen Eintragungen auf Sri Lanka zu finden.

zahnZahntempel haben ihre Besonderheit auf der Insel. Welche Geschichte dahinter steckt, steht bei den Bildern aus dem Zahntempel in Kandy.
Auch hier in Polonnaruwa haben einige Könige Zahntempel erbaut.

Dominierend erhebt sich die Vatadage. Ein riesiger Reliquienschrein von 18 m Durchmesser erhebt sich auf einer runden Plattform von 38 m Durchmesser. Vier Aufgänge führen in das Innere.

Gut erhaltene Mondsteine liegen vor den Treppen. Und die rechts und links neben den Stufen stehenden Wächtersteine zählen zu den schönsten ihrer Art.

polo Etwas abseits, aber auch im Norden der Stadt, besuchen wir Gal Vihara. Drei Buddhastatuen stehen dort: übergroß in die Felswände gehauen. Eine Statue wird derzeit restauriert und war verhangen. Der Kopf des liegenden Buddhas zeigt ausdrucksstark seine milden Gesichtszüge beim Eintritt ins Nirwana.

Die Palastanlage von König Parakrama Bahu I. liegt nahe dem See. Auf einem quadratischen Grundriss von 46 x 46 m erhebt sich die Audienzhalle. Sieben Stockwerke und über 1000 Räume soll dieses monumentale Gebäude gehabt haben.
Noch heute zeugen die kunstvollen Reliefs - die rund um den Bau herum angebracht sind - von dem Reichtum und der prunkvollen Ausstattung des Palastes. Auch das Kumara Pokuma, das königliche Bad, wurde im Jahre 1935 wieder freigelegt. Direkt daneben liegt ein kleiner Pavillon mit Löwenportalen.

mond mondAuch hier in Polonnaruwa bestaunen wir die Mondsteine. Vom Mondstein führen Stufen zum Schrein hinauf und der Blick ist frei auf die Buddhastatue. Es handelt sich um die Stufen der Weisheit, die zu Frieden und Erleuchtung führen.
Symbolische Bedeutung hat die Halbkreisform der Mondsteine. Die andere Hälfte des Kreises ist unter der Treppe verdeckt; dieser Teil stellt den Teil der menschlichen Existenz dar, der sich der Kontrolle entzieht.

Polonnaruwa und Anuradhapura liegen 104 km von einander entfernt. Heute sind beide keine Königsstädte mehr. Doch zur damaligen Zeit waren die Orte Heimat vieler Menschen. Wieviele? Genaue Daten darüber liefern die schon seit Jahrtausenden von den Mönchen aufgeschriebene Geschichte der Insel. Aufgeschrieben auf Palmblättern sind sie heute noch ein Dokument vergangener Zeit. Eine umfangreiche Palmblattsammlung ist in den Tempelmauern von Aluvihara untergebracht.

Und was nun die Einwohnerzahl der beiden Städte vor mehr als 2000 Jahren anbelangt, lässt sich in der Palmblattchronik wie folgt nachlesen:

Wenn ein Hahn von Polonnaruwa nach Anuradhapura wollte, brauchte er auf seinem Weg niemals den Fuß auf den Boden setzen. Er konnte von Hausdach zu Hausdach fliegen.

Demzufolge mussten die Häuser sehr dicht gestanden haben, denn ein Hahn ein sehr schlechter Flieger.
Weitere Schlussfolgerung: die beiden Städte waren sicher sehr groß und viele Menschen wohnten in ihren Mauern.


loloHabarana – Diese Stadt liegt wenige Kilometer von Polonnaruwa entfernt. Wir verlassen die Hauptstraße Richtung See. Schon von weitem sehen wir die Dickhäuter, wartend auf Besucher, die einen Ritt durch den nahen Wald unternehmen möchten.

Als wir ankommen, kaufen wir erst einmal die Tickets: pro Person 30 €. Dafür haben wir auch Zeit: 2 Stunden reisen wir so gemütlich schwankend durch die Landschaft.

kandulaKandula – unser Elefant ist ein „junger Bursche“ von 6 Jahren. Er ist schon recht gut an Menschen gewöhnt und meistert den Ritt durch das Wasser im Uferbereich souverän.

Unser Sitzplatz ist bequem und gut gepolstert. Kandula hat ebenfalls ein „buntes Hemd“ an und ist keineswegs kamerascheu, wie man sieht.

Es ist 16:00 Uhr - Langsam geht es am See entlang. Unten am Wasser sind die Dorfbewohner beim Baden oder haben Waschtag. Unser Mahout zeigt uns unterwegs die Schlaf- und Fressplätze der Dickhäuter. Etwas abseits ist ein Elefanten-Krankenhaus untergebracht.

Wir stoppen, denn linkerhand wird der Uferbereich flacher. Eine gute Stelle, um von hier aus den Ritt durch das Wasser fortzusetzen.

kandulaEinige Elefanten kehren hier wieder um. Teils, weil sie dafür noch nicht ausgebildet sind oder teils, weil die Besucher nur einen kurzen Ritt gebucht haben.

Gut so für uns! Denn nun sind die lautstark palavernden Italiener wieder auf dem Heimweg und es ist herrlich ruhig um uns herum. Nur das Plätschern des Wassers und das Singen der Vögel ist zu hören.

Kandula steigt aus dem Wasser heraus und trottet gleichbleibenden Schrittes durch den Wald. Riesige Bäume mit Lianen und bunten Blüten sehen wir aus „höherer“ Sicht, nämlich vom Rücken des Elefanten.

Einen Stopp legen wir am gemütlichen Baumhaus ein. Wir haben einen weiten Blick über die Baumgipfel hinweg und Kandula Zeit zum Fressen und Spielen. Über unsere mitgebrachten Bananen freut er sich besonders.

Doch auch für uns wird es Zeit zum Rückweg. Die Sonne geht allmählich unter und taucht den See in ein sattes Rot.

Nimal erwartet und schon und scherzhaft stellen wir fest, dass der Nissan zwar schneller aber nicht so umweltfreundlich ist.

elefant Eine Urkunde wird uns nun zu Hause an den Elefantenritt in Habarana erinnern. Doch nicht zuletzt sind es diese Bilder, bei deren Betrachtung wir immer wieder an  denken. Ob er es wohl hört, wenn wir über ihn reden?



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