Sri Lanka - Kandy

07.02.04 - Ausschlafen ist heute angesagt. Wir haben auch Zeit, denn der Weg von Colombo nach Kandy ist nicht allzu lang: 146 km liegen vor uns.

In dem Harbour Room des Grand Oriental Hotels lassen wir uns das Frühstück schmecken und schauen dabei wieder auf den Hafen von Colombo herunter, in dem schon mächtig Betrieb ist, jetzt um kurz nach 08:00 Uhr.

Nachdem wir die Reste gepackt haben, checken wir aus. Unsere Papiere dürfen wir nicht vergessen. Sie liegen sicher im Safe des Hotels. Und da unser Kleingeld langsam zur Neige geht, tauschen wir beim hoteleigenen Cashier gleich einige Travellerschecks von Euro in Rupies. Zwar ist der Kurs in den Banken etwas besser, aber bequemer geht es schon in den Hotels.

wartehaeuschenGegen 09:00 Uhr verlassen wir das Hotel und somit auch Colombo. Über die A7 geht es zurück ins Landesinnere nach Kandy. Am Anfang ist der Highway noch stark befahren, aber mittlerweile hat der Verkehr etwas nachgelassen. Kinder, Hunde, Kühe, Mofas und Tuk Tuks prägen jetzt das Straßenbild. Das man auch darauf achten muss, ist z.B. in diesem Wartehäuschen an der Bushaltestelle zu sehen.

Nimal erklärt uns die Beschriftung und das Foto. Wenn z.B. Menschen durch einen Unfall ums Leben kommen, erhält die Familie eine Entschädigung. Die meisten Familien verwenden das Geld aber nicht für sich selbst, sondern tun Gutes damit. So entstehen an den Straßen viele dieser Wartehäuschen. Natürlich in Erinnerung an den Verstorbenen, verbunden mit dem Dank an seine spendenfreudige Familie.

ananas Immer mehr überwiegt die Landwirtschaft. Große Felder und Obstplantagen erstrecken sich links und rechts der Straße. Beim Anblick dieser frischen in der Sonne gereiften Ananas beschließen wir, einen Obsttag einzulegen. Also: Anhalten und Ananas kaufen. Wo in Deutschland bekommt man schon solche Früchte für diesen Preis:30 Rupies sind weniger als 25 Cent.

cashew Wir kommen an riesigen Plantagen mit Cashewnüssen vorbei. Ich liebe Cashewnüsse, wusste aber nicht, wo sie wachsen. Nimal verspricht mir, dass ich mich bald an ihnen satt essen kann. Kurz vor Kandy gibt es ein kleines Dorf: er nennt es das Cashewdorf.

Viele kleine Stände und größere Geschäfte verkaufen nur Cashews. Die jungen Frauen winken jedem Auto entgegen, um ihre Ware an den Mann / die Frau zu bringen.

Und die Geschäfte quellen über. Wir haben 1 kg Nüsse gekauft und dafür umgerechnet sieben Euro bezahlt. Schon mal vorweg: Am Ende des Urlaubs werden sie alle sein.
Ich habe gegessen!  Hubert hat gegessen! Und die kleinen Lenas (Streifenhörnchen) im Tree of Life Hotel in Kandy auch.

elefant Ungefähr 49 km vor Kandy  kommen wir in Pinawella an und dem dortigen Elephant Orphanage. 1975 hat hier das Department der Nationalen Zoologischen Gärten der Insel ein Elefantenwaisenhaus eröffnet. An den Ufern des Maha Oya finden z.Zt. 60 kleine und große Dickhäuter ein Zuhause. Die kleinen Jumbos haben oft ihre Eltern verloren; einige sind aber auch hier geboren von Elefantenmüttern, die selbst einmal hier in Obhut genommen worden sind.

elefanten elefanten In den ersten Lebensjahren verdrücken die Kleinen Unmengen an Babymilch. Sind sie erst einmal ausgewachsen, brauchen sie täglich bis zu 250 kg Futter. Ständig sind große LKWs im Einsatz, um genügend Proviant zu besorgen.

Wir haben schon viele frei lebende Elefanten in Asien und Afrika gesehen, und auch viele Bilder gleichen sich. Bilder von imposanten Dickhäutern. Doch es gibt jede Menge Unterschiede, die man vielleicht oftmals erst auf dem zweiten Blick erkennt.

punkt Asiatische Elefanten haben kleinere Ohren (sieht man genau) und nur ein Nasenloch (muss man schon genauer hinschauen) als ihre afrikanischen Verwandten.

punkt Vorne haben die „Asiaten“ fünf und hinten vier Zehen; die „Afrikaner“ haben überall fünf.

punkt Bei asiatischen männlichen Dickhäutern findet man nur 50 %, die Stoßzähne haben. In Afrika kann man 90 % aller Elefanten mit dem Elfenbein sehen.

elefanten elefanten

 

treeoflife treeoflife Gegen Mittag erreichen wir Kandy. Da es aber heute recht heiß ist, zieht es und direkt ins Hotel. Das Tree of Life liegt ungefähr 10 km außerhalb der Stadt in einem großen privaten waldähnlichen Gebiet. Die Auffahrt ist gut ausgeschildert und als wir ankommen, macht uns das Wachpersonal freundlich das hohe Eisentor auf, auf dem ein grüner Baum die Verbindung zum Namen herstellt. Es ist ein besonderes Hotel, in dem sich das Flair altenglischer Landhäuser ebenso findet wie Erholung für Geist und Seele.

treeoflife Vögel zwitschern und überall blühen Blumen. Schon die Rezeption wirkt ruhig und stilvoll eingerichtet. Nichts deutet auf Hektik hin. Nichts deutet eigentlich auf die Insel hin, auf der wir sind. Wären da nicht die freundlichen Mitarbeiter des Hotels.

Einchecken - Safe deponieren - Begrüßungsdrink! Wir bummeln nun durch die weitläufige Anlage in Richtung unseres Zimmers Nr. 505. Es gibt einzelne Bungalows, die verstreut unter den Bäumen stehen und es gibt einen Hotelbereich (siehe Bild links). Die Räume sind bequem und hübsch eingerichtet. Im Bad ist alles, was man braucht.

Der Balkon vor unseren Raum gibt einen weiten Blick über die waldreiche Gegend frei. In den umliegenden Bäumen haben sich Krähen eingefunden. Sie stehen, genau wie bei uns in Deutschland, unter Schutz. Das wissen sie auch, denn sie sind ebenso frech (wie wahrscheinlich überall auf der Welt).

streifenhoernchen streifenhoernchen Und dann sind da noch die kleinen Lenas (so heißen die Streifenhörnchen in Sri Lanka). Eigentlich etwas scheu, lassen Sie sich aber mit Cashewnüssen locken. Wir legen die Leckerei auf den kleinen Tisch auf dem Balkon, denn von der Brüstung holen sich die frechen Krähen die Nüsse.

Drei Tage ist dieses kleine Paradies unser Zuhause, also Übernachtung und Halbpension. Denn das Hotel liegt so weit außerhalb der Stadt, dass es einfach zu weit ist, um zum Essen nach Kandy rein zu fahren. Da ziehen wir lieber Spaziergänge in die Umgebung vom Tree of Life vor. Und das mit den Bäumen (Trees) kann man wörtlich nehmen: Wir wohnen in einem schönen Waldgebiet. Wie geschaffen, um einige Tage inmitten Natur und Kultur zu Relaxen.

abfalltrennung Am späteren Nachmittag zieht es uns aber an den Pool.

Der offene Blick nach Westen lässt einen schönen Sonnenuntergang erwarten. Wir bestellen ein Bier (Carlsberg in ¾ Liter Flaschen!) und einen frisch gepressten Obstsaft. So kann man es aushalten.

blumenVon den Zimmern hin zum Pool bummelt man durch die parkähnliche Anlage des Hotels. Klar, dass wir keine Blumen pflücken oder über die Beete laufen.

Und das auf Sauberkeit geachtet wird, zeigt diese umweltfreundliche Sammelstelle für Abfall.

Umziehen & Dinner! Mit Nimal haben wir uns im offenen Restaurant verabredet. Der Abend ist mild und so bleiben wir auch nach dem Essen sitzen. Wir machen unsere Hausaufgaben! Das sagen wir scherzend, wenn wir Nimal mit all den Fragen löchern, die uns so tagsüber auf der Seele brennen.

kandy08.02.04 - Der zweite Tag in Kandy. Ein Stadtbummel ist angesagt. Wir erfahren dabei von Nimal, dass der Name der Stadt vom singhalesischen Wort Kanda  kommt. Portugiesen haben davon Kandy  gemacht.
Die Einheimischen nennen ihre Stadt Maha Nurwara, was soviel wie Große Stadt  heißt.

kandy Dicosta fährt uns vom Hotel bis zum Kandy Lake. Dort steigen wir aus gehen zu Fuß durch die Stadt. Klar, dass wir dabei unbedingt einen Abstecher ins Cargills machen. Dieses Kaufhaus - das es schon zu Zeiten der Engländer gab - hat alles, was man so zum täglichen Leben braucht.

Cargills gibt es nicht nur hier in Kandy, sondern auch in anderen Städten der Insel.

Kxxxt - selbst bei uns in Deutschland bekannte Namen findet man in der Auslage. Doch die Produkte sind nicht identisch. Hat schon jemand bei uns zu Hause Kokosnussmilch gekauft, oder wie auf diesem Foto: Käse?

kandy Es zieht uns weiter. Der Weg führt vorbei an vielen Stadthotels rauf nach Castle Hill. Von dort haben wir einen tollen Blick runter auf Kandy, den See mit der kleinen Insel und den Zahntempel Dalada Maligawa. Jeder Herrscher - egal, ob in Anuradhapura, Polonaruwa oder Kandy  ansässig - hat für die Zahnrelique Buddhas einen derartigen Tempel errichtet. Dieses Heiligtum wird von den Buddhisten verehrt. Der Reliquienschrein im Tempel in Kandy steht dreimal am Tag den Gläubigen offen. Es hat sich eingebürgert, dass die Einheimischen tagsüber und die Touristen abends den Tempel besuchen. Deshalb ist die "Touristenveranstaltung" immer sehr überlaufen und mehr ein Kameratermin als ein religiöser Besuch. Nimal hat geklärt, dass wir erst morgen früh in den Tempel gehen werden.




Traditionelle Tänze – vorgeführt vom Kandy Lake Club Dance Ensemble

tanzMagul Bera – Puja Natuma – Mayura Vannama – Ves Natuma – Gini Sisila – Wie sie auch alle heißen mögen, diese Tänze haben eines gemeinsam: ihr Ursprung geht auf eine Legende zurück die besagt, das ein König aus Malaysia sein Kostüm einem Tänzer geliehen hat, der damit einem von Alpträumen geplagten Mitglied der singhalesischen Königsfamilie geholfen hat. Aus diesem Kleidungsstück wurden später die Kostüme der Ves-Tänzer  abgeleitet. Hinzu kamen große silberne Ohrgehänge und wuchtige Silbergürtel. Muscheln verzierten die Gewänder ebenso wie schneeweiße Turbane.

tanz Meist sind es Geta-Bera-Trommeln, die den Takt der Tänze angeben. Die Bewegungen der Tänzer sind hart und männlich. Rasante Drehungen und das Beugen von Knie und Ellenbogen ist charakteristisch für ihren Tanzstil.

Die Bewegungen der Tänzerinnen hingegen sind sanft und weich. Anmutig und sehr viel „leiser“.

Früher dauerten diese Tänze oft die ganze Nacht hindurch; uns haben die zwei Stunden aber auch besonders gut gefallen.

Mit dem Gini Sisila, dem Feuertanz, endet dieser Abend. Es ist ein alter südceylonesischer Tanz, der sowohl die Kraft des Zaubers über das Feuer als auch die 27 bösartige Teufel symbolisiert.

Es gibt mehrere Tanzgruppen. Wo die Aufführungen stattfinden, weiß die Hotelrezeption oder die Reiseagentur.



logo09.02.04 - Vom Hotel fahren wir wieder nach Kandy rein.

Allerdings halten wir uns Richtung Peradeniya, Richtung Botanischer Garten.

Diese Anlage gibt es seit 1821 und sie bietet auf einer Größe von 60 ha Platz für viele einheimische und eingeführte Pflanzen. Mehr als 4000 Schilder sind nötig, um die Bäume, Blumen, Stauden und und und zu beschreiben. 

Bis zu 25 m hohe Talibotpalmen bilden eine beeindruckende Allee. Blätter der Palme dienen schon seit Jahrtausenden als "Schreibpapier" für die berühmte Palmblattsammlung der Insel.

Wir wandern vorbei an großen alten Bäumen und Kohlpalmen, deren männliche, auf den Seychellen beheimatete, Pflanzen die seltene Coco de Mer tragen. Ein ayurvedischer Kräutergarten  ist neben dem Orchideenhaus entstanden. Und Flughunde ziehen - allerdings meist nachts - ihre Kreise über weitere Rasenflächen, auf denen Besucher gerne mal für eine besinnliche Pause verweilen.

kanone kanonenkugelbaum

Lustig sieht auch dieser Kanonenkugelbaum aus, der hier ein  Blickfang im Botanischen Garten von Peradeniya ist.

Der Kanonenkugelbaum (Couroupita guianensis) erreicht eine Höhe von gut 35 Meter. Seine Besonderheit sind die Blütenstände, die direkt am Stamm oder an älteren Ästen wachsen, Ihre Blütenstiele sind gerade mal 1 bis 2 cm lang. Die orangerote Blüte selbst hat einen Durchmesser von fünf bis sechs Zentimeter. Sie hat sechs Kelch- und sechs Kronblätter und bildet bis zu 700 Staubblätter aus.
Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich kugelrunde bräunliche Früchte, die 11 bis 24 Zentimeter Durchmesser erreichen können. Daher stammt auch ihr Name: Kanonenkugelbaum.
Die eigentliche Heimat ist Südamerika (Panama, Costa Rica, an den Anden bis Ecuador und am Amazonas.

Wer hat schon einmal so viele unterschiedliche Begonienarten gesehen? Man fragt sich, ob die Blüten nun schöner sind oder die ausgefallenen Blätter, die hier in einem eigens dafür erbauten Gewächshaus ihre Pracht entfalten.

begonien orchideen

orchideen begonien

ficus Prachtstück des Botanischen Gartens ist unumstritten der 1861 gepflanzte Ficus Javanicus, der mit seinen Luftwurzeln und weit ausladenden Ästen eine Fläche von über 1600 qm ausfüllt. Das Kronendach ist ein besonders schöner natürliche Schattenspender, wenn die Hitze des Tages kommt und die Sonne fast senkrecht scheint. Aber Vorsicht: Irgendwo fallen immer Samen und Blätter herunter.

Die Äste müssen abgestützt werden, da der Baum nicht in der Lage ist, diese selbst zu tragen.
Von Freunden , die im Frühjahr 2011 dort waren, haben wir gehört, dass der Baum in einem sehr schlechten Zustand ist, viele Teile sind kahl.

Der Botanische Garten von Peradeniya, der sich entlang einer Landzunge um den Mahaweli Ganga erstreckt, liegt 6 km außerhalb von Kandy und ist täglich geöffnet.


zahntempel zahntempel11:00 Uhr - Es wird Zeit, wir fahren rein nach Kandy, um den Reliquienschrein im Zahntempel Dalada Maligawa zu besuchen. Eingereiht in der Schlange der Einheimischen, die geduldig darauf warten, einen Blick in den Schrein werfen zu können, lassen auch wir die Stille und Andacht im Tempel auf uns wirken. Es ist schon gut, dass wir die Möglichkeit hatten, morgens in den Tempel zu kommen und nicht zur "Touristenzeit" am späten Nachmittag. Sehen kann man den Zahn nicht, denn er wird im zweiten Stockwerk des Gebäudes aufbewahrt und zwar in sieben ineinander verschachtelte Goldkästen.

Während in dem achteckigen Turm heute 800 Jahre alte Palmblattchroniken lagern, haben wir uns in die lange Reihe der Wartenden gestellt, um ebenfalls einen Blick auf den Reliquienschrein zu werfen. Fotografieren nicht erlaubt (wir würden es sicher auch in Anbetracht des Heiligtums nicht tun). Doch das rechte Bild vom langen Tisch mit den blumigen Opfergaben zeigt auch ein wenig vom tiefen buddhistischen Glauben der Inselbewohner.

Die heißen Mittagsstunden verbringen wir im Hotel und am Pool. Zumindest Hubert tut das. Ich habe mich an den PC gesetzt und versuche, meine Mails zu lesen. Wir, die wir schnelle Leitungen und perfektes Internet von Deutschland kennen, müssen sich hier auf Sri Lanka schon mal in Geduld üben. Aber es klappt dann doch, und ich kann meine Mail lesen, beantworten und auch der Familie zu Hause unsere ersten Eindrücke schildern.

kandy16:00 Uhr - Ab unter die Dusche und "fein machen". Wir wollen in das Hunas Falls Hotel fahren. Es liegt 38 km von Kandy entfernt in den Bergen. Die Straße ist zwar gut ausgebaut, aber sehr kurvenreich. Kurzum: keine allzu geeignete Herberge, um abends mal kurz nach Kandy zum Bummeln zu fahren. Dafür liegt das Hotel ruhig, ist komfortabel und das Restaurant hat einen guten Koch. Wir haben uns mit Freunden getroffen und beim Essen und einem Glas Wein viel über unsere bisherigen Reiseerlebnisse geklönt.

kandy Es war schon dunkel, als wir zurück zum Tree of Life fahren. Beide Hotels sind gut, aber nicht miteinander vergleichbar. Das Hunas Falls ist schon von der Bauweise her eher ein herkömmliches Hotel mit allen Annehmlichkeiten mehrerer Sterne. Wo hingegen das Tree of Life schon von der Philosophie her eine Anlage mit ökologischem Gedankengut ist. In beiden Häusern kann man hervorragend einige Tage relaxen. Wir würden allerdings immer das Tree of Life vorziehen.

... & mit diesem Bild enden unsere Reiseerlebnisse hier in Kandy, denn morgen geht es weiter nach Nuwara Eliya.


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