Sri Lanka - Ella

12.02.04 – Von Nuwara Eliya bis Ella sind es 95 km. Der Ort liegt auf 1041 m Höhe, aber immer noch im Zentralen Bergland. Wir haben Zeit, deshalb lassen wir es ruhig angehen und haben erst einmal ausgiebig und lange gefrühstückt. Nachdem das Gepäck im Wagen verstaut ist, verlassen wir Nuwara Eliya und das St. Andrews Hotel. und fahren durch eine Gegend mit vielen Gemüsefelder. Heute Abend werden wir in einer ganz anderen Umgebung schlafen. Doch bis dahin ist noch Zeit.

Das Wetter ist wie immer gut und die Temperaturen im Hochland sind für uns Europäer hervorragend. Wir reden viel über alles, was derzeit so in Sri Lanka passiert: z.B. die vorgezogenen Wahlen Anfang April. Nimal und Dicosta verpassen fast keine Nachrichtensendungen. Gerade läuft eine. Es ist 10.00 Uhr. 

ellaWir kommen in Ella an. Besser gesagt: in dem an der A 16 gelegenen Grand Ella Motel. Viele Reisende, die schon früher einmal hier waren, kennen das Hotel noch als Ella Resthouse. Heute ist es modernisiert und so manche Hochzeitspaare verbringen hier ihre Flitterwochen. Ob Sie wohl aus Zeit und Muße haben, wie wir die spektakuläre Aussicht zu genießen? Bei einem heißen Tee erzählt Nimal, was uns in den nächsten Stunden so alles erwarten wird. Na ja ... !!!

Von diesen Aussichtspunkt bis zum Ella Adventure Park sind es 15 km. Wir werden dann nur noch auf 400 m ü.d.M. sein. Die Abfahrt ist steil und voller Serpentinen.

Das Ella Adventure Park Hotel liegt direkt an der Hauptstraße. Erstreckt sich aber den Hang herunter, so dass man nicht allzu viel vom Straßenverkehr hört. Wir werden ja aber nur kurz Rast machen und unser Hauptgepäck ausladen. Denn nun erfahren wir „die ganze Wahrheit“, die da heißt: Einen kleinen Rucksack packen für zwei Tage. Möglichst wenig mitnehmen, denn da unten am Kirindioya River brauchen wir nicht viel (meint jedenfalls der jungen Mann an der Rezeption).

Deshalb lassen wir unser "großes" Gepäck im Hotel und nehmen nur unser Handgepäck mit.

Nach einem kühlen Drink geht es los. Nicht mit dem Nissan und Dicosta, sondern mit einem Geländewagen. Ein junger Mann kommt ebenfalls mit; er wird uns zur Ella Adventure Park Ecco Lodge begleiten.

Der Jeep bringt uns einige Kilometer weiter die Straße entlang und hält einfach an. Na, was nun? Es heißt aussteigen und los! Da sehen wir so etwas wie einen Trampelpfad. Von hier aus sind es (so die Leute von der Lodge) nur 1000 m.

Erst einmal geht es steil runter über Steine und Baumwurzeln; durch Büsche und Gestrüpp. Das Schild über unserem Kopf verheißt nichts Gutes (oder doch?):

logo

Der Pfad ist absolut trügerisch und viel zu kurz beschrieben. Die Kraxelei nimmt und nimmt kein Ende. Es ist mächtig heiß und das Wasser läuft und läuft den Rücken runter. 

Warum man das den Gästen „zumutet“? Na ja, wer Ecco Lodge will, soll sie auch haben. Außerdem ist der Besitzer von Park, Hotel und Lodge ein ehemaliger Angehöriger der Armee, der nun mit einer Schauspielerin verheiratet ist. Ob er wohl in allen Gästen seine Kameraden von früher sieht?

ellaKlar! Stellen wir fest. Denn nachdem wir eine unendliche Strecke nach unten gestiegen sind; schon den Fluss hören können; stehen wir unvermittelter Dinge vor einem dicken Eisenseil. Unser junger Begleiter erklärt nun, dass es von hier aus zwei Möglichkeiten gibt zur Lodge zu gelangen. Erstens gibt es weiter unten eine Hängebrücke, oder zweitens dieses Seil, an dem man sich mit einer Laufrolle herab schwingen kann …  Oh, Gott, nein! Das nun nicht auch noch !!!

ella Wenn wir es täten, würde unten - so unser junger Begleiter - dieses Kissen den Aufprall dämmen !!!

Wir ziehen dann doch lieber die etwas einfachere Möglicheit vor. Wir brauchen nur noch die Hängebrücke überqueren und sind sichtlich froh, als wir in der Lodge ankommen. Die traumhafte Lage und das tolle Ambiente in den Gebäuden lässt uns schnell die Kraxelei der letzten Stunde vergessen.

Ein heißer Kräutertee, serviert aus einer Kallebasse und Trinkschalen aus Kokosnüssen, hilft beim Regenerieren. Und wir nutzen die Gelegenheit zum Klönen mit den Leuten hier in der Lodge.

Die vor wenigen Jahren eröffnete Anlage passt sich harmonisch in die Landschaft ein. Kein Beton stört. Dafür sieht man rustikale Lehmwände und Palmdächer. Vom Restaurant führen mit Steinen gepflasterte Wege zu den Hütten. Dort, wo eine Baumwurzel oder ein Felsbrocken „im Wege liegt“, wurde herum gebaut.

ella ella Es gibt eine Handvoll Hütten, in denen jeweils 2 Schlaf- und Wohnbereiche auf zwei Ebenen untergebracht sind. Ein gemeinsamer Sanitärbereich ergänzt die Räumlichkeiten. Die einzelnen Etagen sind allerdings so groß, dass sicher auch bequem noch weitere Gäste dort schlafen könnten.

Die Einrichtung – egal, ob in den Hütten oder im Restaurant – ist aus rustikalem Bambus. Hier im bequemen Bett haben wir nachts gut geträumt. Zumal das den ganzen Raum umfassende Moskitonetz die kleinen Plagegeister draußen gehalten hat. So machte es Spaß, den Glühwürmchen an der Decke zuzuschauen.

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Auch die Stille der Nacht ist angenehm. Obwohl von Stille eigentlich nicht die Rede sein kann, denn der Kirindioya fließt direkt an der Hütte vorbei. Ab und zu – so gegen Morgen und Abend – hören wir Stimmen und die Äste der Bäume knacken. Es sind  Graulanguren, die gleich nebenan den Fluss überqueren.

Nein, Strom gibt es nicht in den Hütten. Dafür werden jeden Abend Petroleumlampen aufgehängt. Selbstverständlich kommen auch Taschenlampen zum Einsatz. Es hat sich also gelohnt, dass wir unsere Maglite mitgenommen haben.

Der Sanitärbereich ist ebenfalls mit den Petroleumlampen gut ausgeleuchtet. Und das auch dort alles vorhanden ist, was man so als Bequemlichkeit schätzt, ist eigentlich klar.

ella Wir lassen die Tage langsam angehen. Obwohl die Leute schon fleißig in den Reisfeldern arbeiten, die direkt bis an die Gebäude reichen. Wasser ist Leben. Auch für den Reis. Der geerntete Reis reicht natürlich nicht für die Versorgung der Gäste hier in der Lodge, aber die Felder passen sich perfekt in die Anlage ein. Außerdem freuen sich die weißen Reiher über das hier wachsende Nahrungsangebot.

ella Frühstück! Es ist alles da, was man möchte.
Guten Appetit – wir lassen uns das Omelett schmecken.

Auf geht’s! Wir erkunden die Umgebung. Das aber mit den Füßen auf der Erde und nicht durch die Luft.

Es macht auch Spaß, einfach nur so über die dicken Felssteine durch das Flussbett zu wandern. Dabei kann man so manchen Vogel beobachten und den Schmetterlingen zuschauen. Oft huschen Lenas und Dandulenas (Streifenhörnchen und Riesenhörnchen) durch die Bäume.

ellaHier wohnt „Familie Huhn“. Der Hahn hat uns nämlich schon früh geweckt. Das Hühnerhaus hängt sicher im Baum, damit von unten keine Räuber rankommen.

Gleich daneben  wachsen – an Stangen gezogen – Bittergurken. In Scheiben getrocknet, sind sie ein Heilmittel gegen Diabetes; frisch gekocht schmecken sie gut im Curry. Und die jungen Blätter werden als Medizin gegen Hautkrankheiten eingesetzt.

Und dann fällt jedem Gast das Holzschild im Hauptgebäude auf.
Eine große getrocknete Hülse mit Mackay Beans hängt davor.
Die Mackaybohnen (Entada Pusaetha L.) sind aus der Gattung der Leguminosen. Sie ranken in Bäumen empor und bilden bis zu 1 m lange Hülsen aus, in denen die Bohnen stecken.
Überall hier in den Bäumen um uns herum sind sie zu finden.

beans beans

Die Lodge ist eine Reise wert. Wer die Natur liebt und einige Tage Ruhe und Entspannung sucht, aber auch auf Adventure nicht  verzichten will, ist hier richtig aufgehoben. Die Leute in der Lodge freuen sich über jeden Besucher, mit dem sie ein „Überlebenstraining“ machen können. Tolle Touren führen in einen fast unberührten Bergwald.
Aber Achtung: Billig ist dieses Paradies nicht!

ella ellaVorschau für den morgigen Tag:
Auch unser Adventure am Kirindioya River geht einmal zu Ende. Und wer sich an den Anfang dieser Seite erinnern kann, dem wird der steile Abstieg noch bewusst sein. Doch es gibt auch einen schönen Pfad direkt am River entlang, ruhig und ohne Klettererfahrung zu bewältigen. Wir wandern vorbei an Gemüsefeldern und Bananenstauden (von denen wir einige genascht haben) bis hin zu einem kleinen Dorf. Dort erwartet uns der Jeep. Es geht zurück zum Hotel des Parks, wo wir von Dicosta, dem Nissan und unserem restlichen Gepäck erwartet werden.

Dann heißt es: Auf geht es in den Süden – an die Küste – in den Yala Nationalpark.



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