Sri Lanka - Colombo

06.02.04 - Wir (Nimal, Dicosta, Hubert und ich) sitzen gemeinsam beim Frühstück und planen den Tag. Es geht nach Colombo zur Nawam Maha Perahera.

Die normale Strecke führt über Nuwara Eliya zurück auf die A7 und dann in die Hauptstadt. Doch einige Baustellen und das starke Verkehrsaufkommen machen diesen Weg nicht erstrebenswert.

colombo Nimal und Dicosta entscheiden sich für die Variante über die Berge hinweg. Diese Nebenstrecke ist nicht so befahren und wir haben mehr Zeit und Muße für die Landschaft. Kurvenreich geht es auf rund 1000 m Höhe hinauf bis zu einer Straßenkreuzung. Wir müssen nun links abbiegen in eine kleine Nebenstraße. Anfangs ist die Asphaltdecke noch in Ordnung, doch allmählich überwiegen Schotter und Schlaglöcher. Sind wir hier richtig? Wir fangen an zu zweifeln und beschließen zu fragen, als wir in ein kleines Dorf kommen. Aber immer, wenn wir eine Frau auf der Straße sehen, verschwindet sie fluchtartig im Haus. Warum? Wir sind in einem moslemischen Dorf. Frauen reden hier nicht mit Fremden. 

Da kommt ein junger Mann auf einer Mofa. Er erklärt uns beruhigend, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Es würde nur etwas dauern, bis wir wieder auf eine größere Straße stoßen. Stimmt! Dieser Holperpfad will und will kein Ende nehmen. Nur gut, dass Dicosta ein so perfekter Fahrer ist.

colombo Zurück auf der Asphaltstraße, können wir wieder schneller fahren. Meinen wir jedenfalls. Doch da tuckert ein bunter LKW mit Holzaufsatz vor uns. Da auch wieder mal eine Baustelle kommt, hängen wir dahinter. Das Gefährt ist zwar schön bunt, aber bei 40 km/h sehen wir uns die Farbe langsam über.

Eine grüne Landschaft zieht an uns vorbei. Und - wir mögen es schon fast gar nicht mehr sagen – lassen Dicosta den Wagen stoppen, wann immer ein "Fotomotiv" zu sehen ist.

So wie dieses: eine Palmyrapalme mit wunderschönen Fruchtständen. Hier auf Sri Lanka nennt man sie Kithul, was so viel wie Fischschwanzpalme heißt.

colombo Gegen Mittag erreichen wir das kleine Dorf Kitulgala. Eigentlich ein ganz normales Dorf, wäre da nicht das Kitulgala Rest House. Wir halten und Nimal meint, dass es hier - außer Tee - auch noch was Besonderes gibt. Wir gehen durch das Haus hindurch auf die große Terrasse. Schauen über das Geländer und sehen eine Flussbiegung vor uns. Die zurückliegenden trockenen Wochen haben das Wasser ziemlich niedrig werden lassen. Man kann fast trockenen Fußes von einem Ufer zum anderen gelangen.

Das was sicher 1956 nicht so, als an dieser Stelle eine Brücke gebaut wurde. Kein Jahrhundertbauwerk, sondern eins  für wenige Monate. Denn es diente als Kulisse für den Filmklassiker Die Brücke an Kwai. Der Originalschauplatz dieses tragischen Kriegsgeschehens liegt in Thailand, aber die dortige Regierung gab seinerzeit keine Zustimmung für die Dreharbeiten vor Ort. Also sind die Filmschaffenden von Hollywood hierher nach Sri Lanka ausgewichen.

Das Restaurant ist mit vielen Plakaten und Bildern der Dreharbeiten geschmückt.

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colombo colombo14:00 Uhr – Colombo ist erreicht. Wir checken im Grand Oriental Hotel ein. Diese 1875 erbaute altenglische Herberge mit mehreren Sternen liegt am Hafen. Vom Restaurant Harbour Room hat man einen tollen Blick über die Schiffe.

Die Zimmer sind mit allem Komfort ausgestattet, haben aber mit den schönen alten Möbeln nicht das Flair der damaligen Zeit verloren.

Es ist noch etwas Zeit für einen Bummel durch das Basarviertel, bevor wir – wieder im Hotel – unsere Sachen für die bevorstehende Perahera packen: Rucksack mit Wasserflaschen, Stativ und genügend Filmmaterial.


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logo18:00 Uhr – Dicosta fährt uns zum Beira Lake. Dort wird vom Gangaramaya Tempel seit 1979 die Nawam Maha Perahera organisiert. Die Feierlichkeiten erstrecken sich über drei Tage. Der genaue Termin hängt dabei vom Februar-Vollmond ab. Die Perahera erinnert an bedeutende Ereignisse im Zusammenhang am Nawam poya. Das Gelb der Mönche ist die überwiegende Farbe bei den Festumzügen.
160 Gruppen von Tänzern zeigen ihr Können; Trommler, Fahnenträger, Stelzenläufer, Feuerschlucker und Musiker ziehen durch die Straßen. Und natürlich über 80 Sri Lankas Elefanten. Von ihren Mahouts bunt geschmückt sind sie die Highlights der Veranstaltungen.

Nur gut, dass Nimal uns Karten für einen Tribünenplatz besorgt hat (Stühle auf einem großen Anhänger). 30 Dollar pro Person zahlen wir dafür. Doch ein Teil des Geldes geht auch an die Mahouts und ihre Familien, die oft ein ärmliches Leben führen. Und damit sie mit den Elefanten an dieser Perahera teilnehmen können, wird von den Eintrittgeldern auch ihre Anreise nach Colombo bezahlt.

Langsam füllt sich der Straßenrand mit Menschen, ein buntes Gewirr aus Einheimischen und Touristen. Eigentlich soll die Perahera um 19.00 Uhr beginnen, aber da der Festumzug über eine Hauptstraße geht, hat die Polizei anscheinend Probleme, rechtzeitig den Verkehr umzuleiten. So zieht sich das Ganze hin …..

perahera Aus dem Lautsprechern erklingt eine Stimme. Sie scheint jede Menge Namen von VIPs und geladenen Gästen vorzulesen. Mehr verstehen wir von dieser Sprache nicht. Macht aber auch nichts, denn wir sind mehr damit beschäftigt, all dieses Treiben um uns herum aufzunehmen.

logo20:00 Uhr - die Nawam Maha Perahera beginnt!
Zwischenzeitlich ist es dunkle Nacht, aber bunte Lampe erleuchten die Straße um uns herum. Und jede Menge Fackelträger verleihen dem Fest ebenfalls ein geheimnisvolles Ambiente.

Gut, dass wir ein Stativ und genügend Filmmaterial mitgenommen haben, denn das bunte Treiben dort vor uns auf der Straße wollen wir natürlich in Video und Bild mit nach Hause nehmen. 

perahera perahera 

perahera perahera 

logo22:00 Uhr - Die Nawam Maha Perahera geht zu Ende und die Menschen verlassen ihre Sitzplätze entlang der Straße. Auch wir wollen zurück ins Hotel. Zu Fuß ist uns der Weg zu weit. Da muss ein Tuk Tuk her. Schnell haben wir eins gefunden und den Preis ausgehandelt: 200 Rupies ungefähr 1 1/2 Euro). Also, los geht's! Der junge Mann kommt gut überall durch, und wir sehen schon von weitem die Hafengebäude. Dort muss auch das Grand Oriental Hotel sein. Aber alle Zufahrtsstraßen zum Hafengebiet sind nachts gesperrt. Wir müssten nun erst einmal einen "Durchschlupf" finden. Da wir aber vor uns das pinkfarbene Postamt sehen, steigen wir aus. Der Rest des Weges ist uns bekannt. Das Wachpersonal hinter der Abzäunung lächelt, als wir durch die Sperren kommen. Sie wünschen einen schönen Abend.

Den werden wir haben, denn im Hotelrestaurant Harbour Room wartet ein tolles Dinnerbüfett auf uns. Wie gesagt - mit einem traumhaften Blick über den Hafen. Und mit Hoppers! Diese Köstlichkeit lieben alle Menschen auf Sri Lanka. Sie essen Hoppers zum Frühstück, zum Mittag und zum Abend. Ohne alles oder mit Ei oder mit Sambal.




Hoppers & Spring Hoppers

Zutaten & Zubereitung:   
Hoppers sind kleine Pfannkuchen, die aus Reismehl, Hefe und Kokosnussmilch zubereitet werden. Entweder wird der Teig wie dünne Fäden in eine flache Pfanne gegossen, oder als dünne Fladen über Dampf gegart. Der Rand ist knusprig, doch das Innere sollte weicher sein.
Sind sie fertig, werden sie „wie ein Löffel“ in das Currygericht getaucht.
Wird ein Ei (fast wie ein Spiegelei) in die Mitte des Hoppers gegeben, spricht man von Egg Hoppers.

coconuts


... & morgen verlassen wir Colombo wieder. Es geht es weiter nach Kandy.



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