Sri Lanka - Anuradhapura

obstchilli02.02.04 - Die Fahrt von Sigiriya nach Anuradhapura dauert ungefähr 1 1/2 Stunden.

Auf den 60 km ist viel zu sehen. Es geht vorbei an unzähligen Dorfbrunnen, denn nicht jedes Haus hat  einen eigenen Wasseranschluss. Da werden Chillischoten einfach am Wegesrand getrocknet.
Ebenfalls können wir überall an den Straßen Obst und Gemüse frisch von den Feldern an Marktständen kaufen. Ich kann an den kleinen Bananen einfach nicht vorübergehen.

Wir erreichen Anuradhapura. Es ist Sonntag, und ich befürchte, dass wenig Geschäfte offen haben. Ich brauche nämlich einen Optiker, da ich aus meiner Brille eine Schraube verloren habe und nun ein Bügel daneben hängt. Aber wir haben Glück. Hier auf Sri Lanka sind die meisten kleinen Geschäfte sieben Tage die Woche geöffnet.

anur anur Da wir genügend Zeit für unsere Exkursionen haben, halten wir mit Nimal auch an Stellen, die sonst selten von Touristen besucht werden. Schön für uns, denn so haben wir Zeit, um all die Tempel, Paläste, Lustgärten und Teiche anzusehen. Nur gut, dass wir jede Menge Filmmaterial eingesteckt haben. Huberts Kamera klickt und klickt und auch mein Camcorder und meine Digitalkamera sind viel im Einsatz. 

Hier ein paar unserer Fotos vom Isurumuniya Vihara, ein buddhistischer Tempel, erbaut im 3. Jh. v. Chr.

Die Gegend um die Königsstädte herum ist von Natur her ein trockenes Areal. Um genügend Nahrungsmittel für die Bevölkerung anbauen zu können, haben die damaligen Herrscher riesige Tanks – künstliche Seen – angelegt.

anur anur So war immer Wasser für die Lustgärten und Badeteiche vorhanden. Über gemauerte Kanäle wurde das kostbare Nass in den Lustgarten geleitet. Badeanlagen wurden auf diese Weise ständig mit frischen sauberen Wasser versorgt und die Badenden konnten im angrenzenden Pavillon die Zeit mit angenehmen Dingen verbringen.

Die alte Königsstadt hatte bereits damals gewaltige Ausmaße und 119 Singhalesenkönige haben dazu alle ihren Beitrag geleistet. Heute hat Anuradhapura rund 50.000 Einwohner.

Um nun dieses weitläufige Areal zu "erkunden", werden wir wieder von Dicosta erwartet und fahren ein gutes Stück zum nächsten Stopp. Vorbei geht die Fahrt an noch nicht ausgegrabenen Gebäuden, die vielen Menschen Wohn- und Lebensraum gegeben haben.

anur Mittlerweile ist es Mittagszeit geworden und die Sonne meint es mal wieder gut mit uns. Die Temperaturen hier im nördlichen Flachland liegen jetzt bei ungefähr 30 Grad. Da ist der Besuch der Königlichen Gärten gerade richtig, denn hohe alte Baumbestände bieten Schatten, den nicht nur wir suchen, sondern auch die Tiere.

elefantDie Ruvanvelli Dagoba ist mit 96 m ein beeindruckendes Bauwerk und 2150 Jahre alt. Umgeben ist die Dagoba von einer Elefantenmauer aus 338 eingemeißelten Elefanten. Es ist ein Geschenk burmesischer Buddhisten an die Tempelanlage.

Elefanten ganz anderer Art!
Elefanten werden uns auf der Reise noch oft begegnen.
Und (fast) überall in unserem Reisebericht tauchen sie dann wieder auf:
Habarana - Pinawella - Yala Nationalpark
Hier wie dort klickt immer wieder unsere Kamera:

mond Wohl einer der schönsten Moonstones / Mondsteine entdecken auch wir in Anuradhapura. Noch heute sind die Reliefs klar zu erkennen:

Der äußere Rand besteht aus Flammen; dann folgt eine Reihe Elefanten, Pferde, Löwen, Kühe. Danach kommen Lianen; Schwäne und Lotus folgen und wieder Lianen. Zum Schluss – also innen – sehen wir wieder eine Reihe Lotus.

Diese stets halbrunden Mondsteine sind an antiken buddhistischen Tempelanlagen zu finden. Sie symbolisieren die Überschreitung vom materiellen in die geistig orientierte Welt. Die meist vier bis fünf Treppenstufen hinauf in den Tempel - die nach diesem Mondstein folgen - deuten die Stufen der Versenkung (Meditation) an.

mond mond

Jetzt - gegen 13:00 Uhr - suchen auch wir die Kühle eines schattigen Restaurants. Die Füße danken es uns und ein kaltes Mineralwasser mit Zitrone ist auch nicht zu verachten. Zeit, auch mit Nimal über Geschichte und Geschichten aus und über Anuradhapura zu sprechen.

aukana aukana Wir verlassen Anuradhapura und fahren nach Aukana. Abgeleitet wurde der Name der Stadt vom Wort für Afganistan. Chinesische Kaufleute haben, als sie Aukana besuchten, gesagt, dass die Stadt wie "Afga" aussieht.

Beeindruckend ist die 1600 Jahre alte Buddhastatue, die eine stattliche Höhe von 14 m aufweist. Singalesische Steinmetze haben sie geschaffen.   Man vermutet, dass König Dhatusena (455 – 473 n. Chr.) die Statue in Auftrag gegeben hat. Die rechte Hand ist zum „asiva mudra“ (Segensgewährung) erhoben und auf dem Haupt erhebt sich die „ketumala“ (Flamme der Erleuchtung).
 
aukana Wie in vielen buddhistischen Tempelanlagen steht auch hier in Aukana ein heiliger Bodhi Baum. Nach dem Buddhismus erlebte Siddhartha Gautama unter einem Bodhi Baum (Pappel-Feige - Ficus religiosa) sitzend das "Erwachen" (im Sanskrit wird Bodhi auch oft mit "Erleuchtung" übersetzt). So wurde er zu Buddha.
Seitdem ist die Pappelfeige ein Symbol in der buddhistischen Kunst und in vielen Bauwerken buddhistischer Tempelanlagen zu finden.

Und ein künstlicher Wasserspeicher vollendet die Anlage, der im üppigen Grün von Wald und Reisfeldern eingebettet ist.

Das kleine Dorf Aukana liegt 30 km von Dambulla entfernt und dorthin wollen wir jetzt fahren.

damb Es ist später Nachmittag und deshalb die richtige Zeit für den Besuch des Felsentempels von Dambulla. Die Stadt liegt auf halber Strecke nach Anuradhapura (64 km) und Polonaruwa (66 km). 200 Stufen führen zu den in 160 m Höhe befindlichen fünf Höhlen (Valagmas).

Doch bevor wir die Stufen hinauf steigen, erinnert ein Schild an die "richtige" Kleidung.

So befindet sich in der Höhle Nr. 1 eine 14 m lange Buddhastatue.

Insgesamt zählt man in den fünf Höhlen 153 Statuen, die teilweise alter als 2000 Jahre sind. Nicht nur Statuen, sondern auch mehr als 1.500 Abbildungen Buddhas sind hier zusammen getragen.

dambulla dambulla

dambulla dambulla

dambulla

Aber nicht nur die Felsenhöhlen und Buddhastatuen sind den Aufstieg wert.

Auch die kleinen - oft unscheinbaren - Details, sind ein lohnendes Motiv für die Kamera.

Sie lassen ein wenig zur Besinnung kommen nach einem ereignisreichen Tag!






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