Sizilien - Sicilia

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Taormina liegt - 200 m hoch - an der Ostküste von Sizilien und auf halber Strecke zwischen Catania und Messina. Nicht erst seit heute ist es der Badeort schlechthin auf der Insel; bereits Goethe war hier zur Sommerfrische. In jüngerer Zeit verlebten Oscar Wilde, Thomas Mann, Greta Garbo und Richard Strauss hier ihren Urlaub. Ebenso wie Kaiser Wilhelm II und Kaiserin Elisabeth, der die Stadt den Ausbau ihres Bahnhofs zu verdanken hat.

Johann Wolfgang von Goethe war 1787 einer der ersten Sommerfrischler der Stadt; er besuchte Taormina zusammen mit dem Maler Christoph Heinrich Kniep und schrieb einige Seiten seiner Italienischen Reise über den Badeort. Kniep sowie auch Goethe zeichneten das, was sie auf dieser Reise sahen, obwohl beide sehr unterschiedlich zeichneten. Während Kniep sehr detailgetreu die Landschaft darstellte, sind die Zeichnungen Goethes eher schematisch. Schon damals also haben Reisende ihre Ziele „mit eigenen Augen gesehen“.

In der 70er Jahren des vorherigen Jahrhunderts war Taormina Ziel vieler Deutscher Urlauber. Der Corso Umberto lockt mit Restaurants und Boutiquen zum Bummeln, Essen und Shoppen ein.

Taormina hat trotzdem einen gewissen Charme behalten und den haben wir für uns „entdeckt“ auf dem Weg zwischen den Stadttoren Porta Messina und Porta Catania. Dazu sind wir mit dem Auto die SS 114 entlang bis nach Mazzaro gefahren und finden auch sofort einen Parkplatz direkt an der Seilbahn hinauf in die Altstadt. Das ist praktisch, denn Parkplätze innerhalb der Stadt zu finden, ist problematisch.

taormina taormina Die Funivia (li.) fährt regelmäßig viermal die Stunde in weniger als fünf Minuten hoch und auch wieder runter.

Oben angekommen, fällt sofort mein Blick auf die wunderschönen Balkone (re.).

taormina Bis zur antiken Porta Messina ist es nun nicht mehr weit. Das nördliche der beiden Stadttore wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts restauriert und trug bei der Einweihung 1808 den Namen Porta Ferdinanda nach Ferdinand IV.

Der Corso Umberto verbindet dieses Tor mit dem zweiten: der Porta Catania. Ebenfalls ein sehr altes Stadttor, das im 15. Jahrhundert sein heutiges Aussehen erhielt.
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Doch bevor wir Taorminas Flaniermeile entlang bummeln, biegen wir links ab in die Via Teatro Greco zum griechisch-römischen Theater, dem Teatro Greco, das zweitgrößte auf der Insel nach Siracusa. Der Name allerdings stimmt nicht ganz, denn es ist ein römischer Bau aus dem 2. Jh. v.Chr., der über einem kleineren griechischen Theater auf dem Monte Tauro errichtet wurde.

Das Theater ist Taorminas größte Sehenswürdigkeit und von 09:00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang wandeln die Besucher - große Reisegruppen oder Einzelreisende - durch die antiken Sitzreihen. Aber als wir hier waren, haben moderne weiße Plastiksitze die Jahrtausende alten Steinstufen verdeckt, denn auf der Bühne finden heute Musik- und Theaterveranstaltungen statt.

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Die Maße des Teatro Greco sind 50 m in der Breite, 120 m in der Länge, 20 m in der Höhe und ist in der klassischen Form eines griechischen Theaters in drei Bereiche unterteilt: die Bühne (Skene), das Orchester und der Zuschauerraum (Cavea).

Das Orchester, der flache Bereich in der Mitte, wurde sowohl von Musikern, Tänzern und Chören als auch für Tragödien und Komödien zur Aufführung genutzt.

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Am schönsten ist der Blick auf die Säulen am zeitigen Morgen. Gleich, wenn das Theater seine Pforten für die Besucher/innen ab 09:00 Uhr öffnet. Eintritt: 6 Euro. Bis zum Sonnenuntergang allerdings reißen die Besucherströme nicht ab.

Ein wenig Ruhe findet nur der, der das Theater alleine besucht und nicht in einer Gruppe "durchgeschleift" wird.

Als wir an den oberen Tribünen (u.li.) angekommen sind, bot sich uns ein fantastischer Blick auf  Bucht von Giardini-Naxos (u.re.).

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Durch eine 10 m breite Öffnung in der Wand (u.li.) hinter der Bühne kann man ein großartiges Panorama bewundern. Die Bühne war mit Säulen im korinthischen Stil geschmückt.
Die Stufen (u.re.) wurden aus dem Fels herausgearbeitet.

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Der Zuschauerraum umfasst halbkreisförmig mit ansteigenden Stufen das Orchester. Die unterste Stufe ist rund 60 m, die oberste 150 m.
Das Teatro Greco bietet Platz für rund 5400 Zuschauer und alle bekommen diese weichen Sitzkissen ...

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Uns zieht es weiter; wieder zurück auf den Corso Umberto. Wir lassen uns treiben; schauen in die Schaufenster der großen (teuren!) Modedesigner und kleinen Souvenirläden. All diese Geschäfte sind heute in alten Häusern mit wunderschönen Balkonen eingezogen. Und zwischen den Häusern führen ganz schmale Gassen über Stufen zu versteckt liegenden Restaurants, Künstlerwerkstätten und Antiquitätenläden.

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Ob der "Herr" (re.) uns wohl das nötige Kleingeld für eine Shoppingtour besorgt ???

Nach einiger Zeit erreichen wir die Piazza IX. Aprile; dem Aussichtspunkt direkt am Corso gelegen. Ein quirliger Platz mit fliegenden Händlern, Kleinkünstlern und Straßenmalern.
So wie diesem hier, der oft auf seinen Bildern als Motiv den Uhrturm, den Torre dell'Orologio, zeichnet.

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Zwei Kirchen rahmen die Piazza ein: die im 15. Jahrhundert erbaute Kirche San Agostino (errichtet zum Dank, das die Stadt von der Pest verschont bliebt) und die 200 Jahre später erbaute Barockkirche San Giuseppe.

Eine doppelte Treppe führt hinauf in das Gotteshaus. Heute finden in den Räumlichkeiten neben dem Kirchenschiff Kunstausstellungen statt.


Die unteren Bilder zeigen den Altar und die Deckenfresken in San Giuseppe.

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Und gleich neben der Chiesa San Giuseppe steht eine andere Institution der Stadt: das Cafe Wunderbar.

Ok, es könnte auch ein Espresso in einem anderen Cafe sein, aber das Wunderbar ist nun mal wunderbar …

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Wir bummeln weiter durch den Torre dell’Orologio. Der Turm stammt ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert und diente als Durchgangstor (li.) in die Vorstadt.

Bei einer Restaurierung im 17. Jahrhundert wurde die große Uhr angebrachte, die dem Turm seinen Namen gab.

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Den Dom San Nicolò (re.) schauen wir uns nur von außen an, denn es war eine Messe. Die Festungskathedrale wurde im 15. Jahrhundert erbaut.

Das Hauptportal des Doms und die darüber gemeißelte Rosette wurden 1638 im Stil der Renaissance erneuert.

Und hier auf dem Domplatz steht auch der 1635 erbaute Barockbrunnen (u.li.) Zwei Wasserbecken liegen übereinander und oben auf der Spitze thront die Centauressa, eine der griechischen Kentauren ähnliche Figur; das offizielle Wahrzeichen der Stadt, es wird auch im Stadtwappen abgebildet.

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Das waren sie: die Bilder unserer "Entdeckungsreise" durch Taormina.

Vom Dom bummeln wir durch enge Gassen zurück zur "Funivia"; die Seilbahn bringt uns wieder herunter nach Mazzaro und zu unserem Auto.


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