Sizilien - Sicilia

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Syrakus  (italienisch: Siracusa; sizilianisch: Saraùsa) liegt an der Südostspitze Siziliens und war schon in der Antike über viele Jahrhunderte hinweg die mächtigste Stadt der damals bekannten Welt.

Von der UNESCO 2005 zum Weltkulturerbe erklärt, weil „der Ort eine einzigartige Ansammlung bemerkenswerter Zeugnisse der Mittelmeerkulturen über Jahrhunderte an derselben Stelle darstellt."

Und eines dieser Zeugnisse ist die 40 ha große Insel Ortigia, die durch eine Meeresenge vom Festland getrennt ist.

siracusa Das heutige Ortigia ist durch Straßen und Brücken mit dem Rest der Stadt verbunden und erklärtes Ziel vieler Individualtouristen und unzähliger Reisebusse. Das ist - ebenso wie die Enge der Straßen - auch der Grund für eine leicht chaotische Parkplatzsituation.

Deshalb fahren wir gleich durch die Stadt über den Corso Umberto und die Brücke Ponte Nuovo zur Lungomare di Levante, der Uferstraße. Dort auf dem öffentlichen Parkplatz außerhalb des Parkhauses findet man immer ohne Probleme einen Platz für das eigene Auto (wir haben das jedenfalls so getan).
Ein Stadtplan hilft uns nun bei der weiteren Orientierung und "Entdeckungstour" durch die Vergangenheit und Gegenwart von Ortigia.

Fonte Aretusa, die Süßwasserquelle direkt am Meer (re.)

Wir haben uns ganz bewusst für nur einen Stadtteil entschieden und das war nun mal Ortigia, denn um alle Altertümer von Siracusa anzuschauen, reicht ein Tag nicht aus. Und wir wollen nicht einfach nur so von Ort zu Ort rasen. Vielmehr wollen wir in die Altstadt eintauchen und dafür unseren Tag nutzen.

Unserer Altstadtbummel beginnt an der Piazza Pancali am Apollotempel (u.). Seine Erbauung datiert auf das 6. Jahrhundert v.Chr., doch ist heute nicht mehr viel davon erhalten. Eine Moschee, eine Kirche und sogar eine spanische Kaserne standen in den Jahrhunderten auf den alten Fundamenten.

In den Jahren 1938 bis 1942 wurde der Tempel ausgegraben. Aber heute sind nur noch wenige Reste davon erhalten, die dazu noch durch einen Zaun geschützt sind, denn: Betreten verboten.

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siracusa Nach dem zweiten Weltkrieg verfiel die Stadt; die Menschen zogen auf das Festland. Aber seit 1990 die Sanierungsarbeiten abgeschlossen waren, lebte die Altstadt wieder auf und der Tourismus begann.

So bummeln wir die Geschäftsstraße Corso Matteotti entlang zur Piazza Archimede. Der runde Platz ist umgeben von Palästen aus dem 14. Jahrhundert. Wir „kämpfen“ mit dem Autoverkehr, der sich rund um die Fontana di Diana (oder auch Fontana di Artemide). Der Bildhauer Giulio Moschetti hat 1906 die Legende der Arethusa (ital. Aretusa) in Stein gehauen (li.). Die Nymphe nämlich verwandelt sich in eine Quelle, die heute noch unten am Meer liegt.

Weiter zieht es uns durch die Altstadt und ihre kleinen Gassen. Schmiedeeiserne Balkongitter kleben wir Nester an den Häusern. Bunte Blumen sorgen ebenso für Farbe wie die Schaufenster der Geschäfte im Erdgeschoss. Da sieht man edle teure Boutiquen gleich neben Souvenirshops, Cafes, Buch- und Antiquitätshändler, sowie Bäcker, Schlachter und Delikatessläden.

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Die Piazza Duomo ist erreicht, den wir für den schönsten Platz der Stadt halten. Trotz der vielen Besucher ist er nicht überfüllt. Barockpaläste aus dem 17. und 18. Jahrhundert geben der Piazza ein außergewöhnliches Ambiente. Gleich zu unserer Rechten blicken wir auf den das größte Stadthaus in Siracusa, den Palazzo Beneventano del Bosco. Die Familie Beneventano kaufte 1778 den mittelalterlichen Bau und ließ ich in ein barockes Kunstwerk umgestalten. Einst nächtigte hier Admiral Nelson; heute ist der Palazzo immer noch im Familienbesitz und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Ebenso wie die reich verzierte Fassade ist auch das Innere des Gebäudes mit Fresken ausgemalt. Das untere Bild zeigt die Deckenmalerei der Vorhalle.

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Ein weiterer eindrucksvoller Bau ist der Palazzo Vermexio aus dem 17.Jahrhundert, in dem sich heute das Rathaus der Stadt befindet. Bis zu diesem Zeitpunkt tagte der Senat im gegenüberliegenen Palazzo Benevento del Bosco.

Das Rathaus wurde vom Architekten John Vermexio, einem Spanier, auf den Fundamenten eines alten Tempels aus dem 6. Jahrhundert v.Chr. erbaut. Das Gebäude zeigt Stilelemente der Renaissance bis hin zu schlichten klassischen Formen. Besonders heben sich die Balkongitter von der Fassade ab. Siehe dazu das Bild unten rechts; aufgenommen vom Dom hinüber zum Rathaus.

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Gleich neben dem Rathaus steht der Dom Santa Maria delle Colonne (Heilige Maria der Säulen); erbaut im 7. Jahrhundert über dem griechischen Athena-Tempel aus dem 5. Jahrhundert v.Chr.. Dieses wurde damals bewusst so gemacht, um die christlichen Lehren über die uralten Mythen zu stellen. Il Duomo wurde zu Ehren der Maria erbaut.

Das große Erdbeben von 1693 setzt dem Bauwerk sehr zu; die Fassade brach zusammen. Andrea Palma hat diese dann 1728 wieder im barocken Stil aufgebaut. Den breiten Aufgang zieren gewaltige schmiedeeiserne Tore mit Weinlaubranken.

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Wenn man den Dom betritt, fallen sofort die gewaltigen Säulen auf, die die dunkle Holzdecke tragen. Die Säulen stammen noch aus dem alten griechischen Tempel. Weiße Wände lassen das Kirchenschiff heller erstrahlen. Viele Kunstwerke aus dem byzantinischer Zeit sind ebenso zu bewundern wie Bilder auf Holz und Leinwand gezeichnet.

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Der Altar (re.) – z.T. noch aus dem griechischen Tempel stammend - wurde bei Ausgrabungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zutage gefördert.

siracusa In einer der Seitenkapellen des Doms wird die Statue der Heiligen Lucia (li.) aufbewahrt. Anlässlich des Gedenktags der Schutzheiligen am 13. Dezember und jeweils am ersten Maisonntag wird die fast 4 m hohe Silberstatue aus dem 16. Jahrhundert auf feierlichen Prozessionen durch die Straßen der Stadt getragen.

siracusa Eine alte Bauernregel sagt, dass an Sankt Lucia der Abend dem Morgen nahe ist.

Lucia wurde um 283 in Siracusa geboren; ihr Tod wird 304 datiert. Sie ist eine frühchristliche Heilige, eine geweihte Jungfrau und Märtyrerin. Ihr Name bedeutet die Leuchtende und stammt von lateinischen Wort lux (Licht) ab.

Lucia wurde bei Augenleiden, Blutungen, Halsschmerzen und Ruhr angerufen. Sie ist die Patronin der Armen, Blinden, reuigen Dirnen und kranken Kindern. Auch Anwälte, Bauern, Messerschmiede, Näherinnen, Sattler und Weber haben sie zu ihrer Patronin gemacht.

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Sehr gut erhalten sind heute noch die Fußböden aus farbigem Marmor.


siracusa Vom Dom aus geht es weiter an die Südspitze Ortigias; die Via Maniciace entlang zur Fonte Aretusa. Die Süßwasserquelle liegt direkt am salzigen Meer. Durch sie konnten die Syrakusaner einst lange Belagerungen überstehen.

Heute allerdings sind die Wasserbecken rissig geworden und Salzwasser dringt ein.

Mythen umgeben die Quelle. So verbanden die Griechen Siracusa mit ihrer alten Heimat.

Es war die Nymphe Arethusa, die vor dem einäugigen Flussgott Alpheios floh, der sie begehrte. Arethusa stürzte sich ins Meer, aus dem sie von ihrer Schutzgöttin Artemis gerettet wurde, indem Artemis sie zur Quelle machte.

Alpheios ereilte ein anderes Schicksal. Er wurde zu einem Fluss nahe Olympia. Dieser Fluss erreichte das Meer und danach auch die Quelle auf Ortigia. So kam er doch sein Ziel nahe ...

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Etwas Besonderes gibt es noch über die Arethusaquelle zu berichten. In ihrer Umgebung wachsen wilde Papyrusstauden. Die einzigen in Europa. Das Gebiet steht heute unter Naturschutz.

Ortigia kann man gut zu Fuß entdecken. Wir sind im Nachhinein froh, dass wir unseren Besuch von Siracusa auf die Altstadt beschränkt haben. Ortigia hat außer den Sehenswürdigkeiten viele kleine Gassen, die man einfach nur so durchbummeln kann, wie die letzten Bilder zeigen.

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Enge Gassen sind immer wieder ein lohnendes Fotomotiv und von der Südspitze schauen wir auf die Uferstraße, die Lungomare di Levante. Dorthin, wo unser Auto steht.

Das man Siracusa auch „erradeln“ kann, zeigen meine beiden Schlussbilder.

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