Sizilien - Sicilia

wappen Sant'Alfio & der Castagno dei cento Cavalli

Sant‘ Alfio ist ein kleines typisch Sizilianisches Städtchen am Osthang des Etna. Knapp 1700 Einwohner zählt der Ort, der außer dem Castagno dei cento Cavalli auch ein „leckeres“ Highlight hat: die Pasticceria von Vittorio Papotto. Die haben wir nämlich nur zufällig gefunden, weil wir die Castagno gesucht haben. Also hielten wir auf der Piazza Duomo und gingen dem Duft nach in die nette Pasticceria.

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Dort nämlich gibt es Specialità dolci a base di paste di nocciole, di mandorle e pistacchio. Das sind kleine Pasteten, fein gefüllt mit Haselnüssen, Mandeln, Pistazien. Einfach lecker, wie die Bilder zeigen …

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saintalfio Natürlich haben wir die süßen Leckereien (o.) gleich auf einer Bank an der Piazza Duomo probiert und das im direkten Blick auf die im 17. Jahrhundert erbaute Chiesa Madre.

Im 18. Jh. wurde die Fassade verschönert durch den Maurermeister Pelluzza Anthony Rosario, der aus Acireale stammt, aber nach Sant’Alfio geheiratet hat.

Nach dem letzten Weltkrieg wurde die alte Fassade abgerissen und neu aus Lavastein wieder aufgebaut.

Im hohen Glockenturm (u.li.) hängt eine der größten Glocken Siziliens. Die auf den Namen Mary getaufte Glocke (u.re.) hat ein Gewicht von 45 Tonnen und trägt ein Flachrelief der Schutzheiligen.

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So, nun wird es aber Zeit, dass ich etwas über den Castagno dei cento Cavalli erzähle.
Was das ist?
Es ist der Kastanienbaum der hundert Pferde!

Hier in Sant‘ Alfio steht ein Jahrtausende alter Kastanienbaum; jedenfalls gibt es Botaniker, die das Lebensalter des Baumes auf 2000 bis 4000 Jahre geschätzt haben. Er wird somit als der älteste Baum Europas angesehen.

castagno Nun ja, ob er tatsächlich so alt ist, sei dahingestellt. Erste gesicherte Erwähnung fand der Baum 1636; man schrieb damals, dass er so groß sei, dass 30 Pferde in seinem Inneren Platz finden würden.

castagno Schon damals hat er viele Reisende angezogen; Maler haben ihn oft gezeichnet.

Der Kastanienbaum gehörte einer adligen Familie aus Sant‘ Alfio, die unter seinem Blätterdach oft ihre Gäste bewirtete.

1923 brannte der Baum; Gerüchte sprechen heute noch von Brandstiftung eines benachbarten Ortes.

1965 wurde der Baum zum Nationalmonument erklärt; heute wird viel für den Schutz und Erhalt der Kastanie getan.

Sogar ins Guinness-Buch hat es die 22 m hohe Kastanie auch geschafft. Oft wird allerdings darüber diskutiert, ob es tatsächlich nur ein Baum ist, denn es gibt drei Teilstämme.

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Aber viel wichtiger als die „Stammfrage“ ist sicher für die Leute in Sant‘ Alfio die Legende, die sich um ihren Castagno dei cento Cavalli rankt und dem Baum seinen Namen gab:

Es war einmal eine Königin, die mitsamt hundert Reitern und Pferden während einer Treibjagd von einem Gewitter überrascht wurde und mit ihrem zahlreichen Gefolge unter den Zweigen Schutz suchte. Das Gewitter dauerte bis zum Abend an, und so verbrachte die Königin die Nacht unter den Blättern des Baumes in Gesellschaft von einem oder mehreren ihrer Liebhaber unter den Reitern ihres Gefolges ...

castagno castagno Die Edelkastanie (Castanea sativa), auch Esskastanie genannt, gehört in die Familie der  Buchengewächse (Fagaceae).

Sie ist ein sommergrüner Baum und bildet stärkereiche Nussfrüchte. In Süd- und Westeuropa wird sie wegen dieser essbaren Früchte angebaut. Die Früchte werden als Kastanien, Maronen oder Maroni, bezeichnet.

Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie in den Bergregionen Südeuropas das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung.


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