Sizilien - Fahrt über Land

... es geht abenteuerlich zu !!!

Von Zuhause mitgenommen haben wir unser Navigationsgerät der Marke Falk  mit aktualisiertem Kartenmaterial für Italien. Wir probieren es gleich am Aeroporto Catania-Fontanarossa „Vinenzo Bellini“ aus, als wir unseren Mietwagen bei Hertz Italia – einen Fiat Panda – übernehmen.

Es ist Sonntag und die Straßen sind etwas leerer als an Wochentagen. Zumindest in Catania. Deshalb stellen wir unser Navi so ein, dass es Autobahnen meidet. Schließlich haben wir Urlaub und Zeit und die Fahrten über Land reizen uns.

Vom Flughafen bis Calatabiano sind es 44 km und mit Hilfe des Navi kommen wir problemlos durch die Stadt. Eigentlich – so sagte es uns jeder und alle Reiseführer beschreiben es auch – soll Catania unter einem absoluten Verkehrschaos leiden.

Entlang der SS 114 hätten wir zwar kein Navi gebraucht, aber es ist nun mal angeschaltet.

Warum ich nun diese Seite in meinen Reisebericht eingebaut habe, ist einfach zu erklären:

Unser Navi hat stets die kürzeste Strecke gewählt. Wir haben uns eigentlich auch nie verfahren, weil die Navigation „fehlerfrei“ war. Allerdings bis auf die nicht ganz unwesentliche Tatsache, dass das Navi zwar immer alle Straßen gefunden hat, aber natürlich nicht „wissen“ konnte, in welchem Zustand diese sind. Und davon möchte ich jetzt in Bildern und Bildunterschriften berichten.

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Die Fahrt geht von Francavilla di Sicilia auf der SP7-1 in das 5,3 km entfernte Castiglione di Sicilia. Dort wollen wir in der Trattoria La Porta del Re etwas essen, weil wir über das Restaurant im Reiseführer gelesen haben. Aber es öffnet erst um 19:00 Uhr. Wir sind gegen 17:00 Uhr dort und da der Regen wieder stärker wird und wir nicht rumlaufen wollen, machen wir uns wieder auf den Heimweg.

Also: Rein ins Auto, das wir auf dem kleinen Marktplatz vor dem Rathaus geparkt haben und das Navi auf „Home“ gestellt. Doch die Straße, die wir fahren sollen, ist gesperrt. Ich fahre einfach (ohne auf das Navi zu „hören“) weiter und lande in einer Sackgasse, die nur 1,70 m breit war. Der Panda passt durch. Super, wie ich fahren kann …

fahrt Calatabiano – Saint’Alfio zur Piazza Duomo = 15 km

Wir haben mal wieder eine dieser SP-Straßen (SP65) erwischt und sind – so sieht es aus – offroad gefahren. Aber irgendwie schafft es das Navi, uns heile ans Ziel zu bringen.

Die Straße führt - kurvenreich und eng - durch Obstgärten hindurch; teilweise ist die Fahrbahndecke aufgerissen oder Gras wächst durch die Risse (u.li.).

Überall grenzen Mauern aus Lavastein die Gärten ab; überall scheinen die Feigenkakteen (u.re.) wild zu wachsen. Niemand kommt hier zum Ernten der Kakteenfeigen vorbei, wie es aussieht.

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Für die Fahrt ins Inselinnere zwischen Bronte und Enna „schickt“ uns das Navi u.a. über die SS192 (klappt gut), sowie über Nebenstraßen wie die SP59 und SP21. Das müssen wir „büßen“, indem wir fast 1 Stunde über km-lange Feldwege.

Aber letztendlich bringt uns das Navi sicher nach Enna und wir genießen auf der gemütlichen Fahrt die Landschaft ...

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Von Enna aus wollen wir weiter nach Piazza Armerina und zur Villa Romana del Casale. Da unser Navi Piazza Armerina nicht kennt, müssen wir „nach Straßenschildern“ fahren. Es klappt!

Auf der Rückfahrt Richtung Catania hat das Navi wieder eine Landstraße „gefunden“ (SP92); allerdings gleicht sie mehr einer Baustelle als einer fertigen Straße. Vor einem Tunnel gab es nur noch eine aufgeschüttete Sand- und Dreckfahrbahn.
Na, hoffentlich kommen wir durch diesen Tunnel durch?
Anmerkung: Es klappt wieder einmal und das Navi hat erneut „gesiegt“.

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fahrt Es steht eine Tour in die Nebrodi auf unserem Programm. In Linguaglossa fahren wir auf der SS185 Richtung Nordküste; wir wollen nach Milazzo. Das Navi hat uns wieder eine sehr schöne Bergstraße herausgesucht. Nicht rasend, dafür aber die Landschaft genießend fahren wir die Serpentinenstrecke bergauf und bergab.

Doch plötzlich liegt ein Steinhaufen (u.li.) mitten auf der Straße und wir bremsen. Das tut auch der sizilianische Autofahrer vor uns, der gerade aus einem kleinen Waldweg auf die Landstraße abgebogen ist.Wenn der hier fährt, können wir das auch !!!

Wenige Meter wird dann die Fahrt wieder unterbrochen, denn ein Tor versperrt die Straße. Der Sizilianer steigt aus; öffnet das Tor; fährt durch und gibt uns ein Zeichen ihm zu folgen.

Nach der Durchfahrt sehen wir es denn: Die Straße ist nur noch zur Hälfte da (u.re.); eine ist abgesackt. Das also ist Autofahren in Sizilien !!!

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… & auch das haben wir irgendwo auf der Fahrt durch die Nebrodi erlebt: Das Navi hat uns sicher durch den Fluss geleitet. Oder was sollte diese Landschaftsform sonst sein?
Eines ist sicher: Wir sind auf der SS185 …

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Noch einige Infos zum Thema Auto und Straßenverkehr auf Sizilien:

punkt fahrt Die einschlägigen Reiseführer und auch der ADAC empfehlen, das Auto immer abzuschließen und nichts offen im Fahrerraum liegen zu lassen. Wir haben uns an diesen Hinweis gehalten; es ist uns auch während der Zeit auf Sizilien nichts in dieser Richtung passiert.

punkt Parkplätze zu finden, ist in den größeren Städten immer ein wenig schwierig, da die Straßen oft eng und zugeparkt sind. Wir hatten meist Glück mit einem Parkplatz in der Nähe der Kirchen oder großen Plätze.
In Siracusa – wenn man wie wir nach Ortiga fahren möchte – sollte der Ausschilderung an die Uferstraße folgen. Dort gibt es einen großen Parkplatz, wo man immer Parkmöglichkeiten (gebührenpflichtig) findet.

punkt Was die Benzinpreise anbelangt, sollte man die Preise wie bei uns in Deutschland zugrunde legen.

punkt Die meisten Autobahnstrecken sind gebührenpflichtig (zwischen Catania und Palermo).
Achtung: Das Wenden, Rückwärtsfahren oder ein Spurwechsel ist an Mautstellen verboten; es kann zu Bußgeldern führen.
Doch wir hatten Glück: Ich habe mich einmal falsch eingeordnet und da hat mir eine freundliche Mitarbeiterin aus dem Kassenhäuschen „den richtigen Weg gezeigt“.

punkt Natürlich gehört zu einem schönen Urlaub auch so manches kulinarische Freude. Wein gehört – nicht nur für Italiener – dazu. Aber Achtung: Auch in Italien liegt die Promillegrenze bei 0,5 !!!

punkt Italiener haben ihre „eigene Fahrweise“: zügig aber nicht riskant (zumindest aus ihrer eigenen Sichtweise).
Ich musste mich erst an das Parken links und rechts der Fahrbahnen gewöhnen und habe am Anfang immer einen Schreck bekommen, dass ich evtl. falsch in eine Einbahnstraße gefahren bin.
Hier zwei wichtige Hinweisschilder:
Senso unico = Einbahnstraße
Tutte le direzioni = alle Richtungen

punkt Über alle großen Autovermieter kann man von Deutschland aus Autos auf Sizilien mieten. Das ist praktisch, gerade wenn man auf den beiden Flughäfen in Catania und Palermo ankommt.


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