Sizilien - Sicilia

wappen Acireale - Stadt der hundert Glockentürme

Acireale ist der Hauptort an der Zyklopenküsten Siziliens; 15 km von Catania entfernt ist sie – im 14. Jahrhundert entstanden - nicht ausschließlich touristisch geprägt. Die Altstadt hat Charakter und von der Piazza Duomo kann man sich einfach durch all die kleinen Gassen treiben lassen.

Es ist Sonnabend und wir entscheiden uns zu einem Besuch der Stadt. Von Calatabiano sind es über die SS 114 gerade einmal 30 km. Schnell finden wir einen Parkplatz in der Nähe der Piazza Duomo. Von hier aus kann der Bummel über den Corso Umberto zur Piazza Indirizzo am anderen Ende der Altstadt beginnen.

acireale Die Stadt entstand im 14. Jahrhundert auf diesem erhöht über der Küste liegendem Areal. Das deshalb, weil die Lage besser gegen Piratenüberfälle schützte. Bereits 731 v.Chr. gab an dieser Stelle eine griechische Stadt namens Xiphonia. Ihren heutigen Namen trägt Acireale seit 1642, vergeben durch Philipp IV. König von Spanien.


Fangen wir also mit unserer Tour am Mittelpunkt der Stadt an. Barock geprägt sind die Bauten um die Piazza Duomo herum. Der Platz hieß einst Piazza del Cinque d’Oro; eine Anspielung auf ein Kartenspiel. Es war früher ein Ort der Konzerte und Theaterstücke. Die Gebäude um die Piazza herum sind im 17. und 18. Jahrhundert entstanden, nachdem das große Erdbeben von 1693 fast die ganze Stadt zerstört hatte.


Hier auf der Piazza Duomo steht die Basilica dei Santi Pietro e Paolo (re.) Die zweifarbige barocke Säulenfassade wurde zwischen 1550 und 1608 erbaut. Geweiht der Heiligen Venera wurde das Gotteshaus für zwei Glockentürme geplant, doch fertig wurde nur einer im 19. Jahrhundert. Fresken zieren das Innere der Kirche.

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Das Innere der Basilika erstrahlt in hellem Marmor; die Säulen und die Kapitelle tragen eine einzigartige Decke, die ebenfalls in hellen Farbtönen gehalten ist.

Große Gemälde zieren die Seitenwände.


Das Kirchenschiff erhielt das heutige Aussehen nach dem Wiederaufbau nach dem großen Erdbeben von 1818, das viele Teile von Acireale zerstört hatte.

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Gleich neben dem Dom steht der La Loggia Giuratoria (li.) von 1659.

Darin befindet sich das heutige Rathaus (re.).

Links neben dem Dom steht ein weiteres Gotteshaus: die Kathedrale Maria Santissima Annunziata (u.) Als Pfarrkirche zwischen 1597 und 1618 erbaut, wurde sie im 18. Jahrhundert renoviert und um 1900 herum mit einer neugotischen Fassade versehen, wobei das Portal barock blieb. Es war 1844, als die Kirche zur Kathedrale wurde.

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Die dreischiffige Kathedrale zeigt sich prunkvoll:
Bemalte quadratische Säulen und Kapitelle; farbenprächtige Deckenfresken, die die Leidensgeschichte Jesu zeigen und eine Kanzel mit vergoldetem Baldachin.

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Wir bummeln weiter. Es ist Mittagszeit und wir verspüren Hunger. Der Blick in unseren Reiseführer verrät uns einen „Geheimtipp“: das Ristorante L’Oste Scuro. Der Wirt führt uns an einen netten Tisch; mit einem Lächeln folgt die kleine aber feine Speisekarte. Es ist gemütlich hier und wir warten gerne auf das Essen, das frisch zubereitet wird. Eine Überraschung folgt in Form einer Karaffe frisch gepressten Saftes aus Zitrusfrüchten. Wir haben gerne „den Preis“ für unser Mittagsmenü bezahlt.

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Das Ristorante liegt gegenüber der Kirche San Sebastianio (u.), erbaut in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

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Und was alle Kirchen der Stadt (und sicher auf ganz Sizilien!) am Sonnabend gemeinsam haben, sind die „Hochzeiten auf Sizilianisch“. Auf dem Bild rechts ist gerade ein Gärtner damit beschäftigt, die Chiesa San Sebastianio zu schmücken.
Jedenfalls ist uns aufgefallen, dass Trauungen immer am Sonnabend stattfinden. Dann sind die Kirchen mit Blumen geschmückt und die Menschen haben festliche Kleidung an.

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Nein, nein - der rote Teppich ist nicht für uns ausgerollt, sondern er weist dem Brautpaar den Weg in die Basilica dei Santi Pietro e Paolo.




Wir jedenfalls brauchen nach dem ausgiebigen Mittagessen einen Verdauungsspaziergang, den wir durch die vielen Gassen der Altstadt fortsetzen. Und dabei haben wir dann nicht schlecht gestaunt und uns gefragt, ob wir nun tatsächlich auf Sizilien sind oder in Irland; wie das letzte Bild auf dieser Seite zeigt ...

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