Nordindien - Agra

20. Oktober:
Woran denkt man sofort, wenn man an Indien - Maharajas - Paläste denkt? Sicher sofort das Taj Mahal.

Es sei dahingestellt, ob dieses Bauwerk der Liebe eines Mannes zu seiner verstorbenen Frau der Inbegriff Indiens ist. Ein architektonisch und künstlerisch hervorragend gestaltetes Gebäude ist es allemal. Tausende von Touristen strömen täglich hierher; tausende von Fotos zieren die Alben der Welt.

taj mahal Doch bevor wir von dem Eingangstor die Erinnerungsbilder machen können, werden wir auf eine harte Probe gestellt. Lange Schlangen bilden sich vor dem Einlass. Die mitgebrachte Videokamera kommt in ein Schließfach (nur  Aufnahmen von der Torplattform aus ist erlaubt). Essen und Trinken bleiben ebenfalls vor dem Grabmal.

taj mahal Wir reihen uns ein, und Hubert macht die Erinnerungsfotos. Für unsere kleine Bildergalerie allerdings haben wir uns dann für nicht ganz so bekannte Einstellungen des Bauwerks entschieden. Doch auch der Blick unter den gelben Mimosenbäumen hindurch lässt das Taj Mahal erstrahlen.

taj mahal Wertvolles Material wurde verbaut. Nicht umsonst hat Shah Jahan mit dem Bau des Grabmahls sein Land an den Rand des finanziellen Ruins gebracht.

taj mahal Marmor aus den örtlichen Steinbrüchen kombiniert mit Material aus Carara.

Edelsteinintarsien verschönern sämtliche Säulen, Wände und Sarkophage. Feine Schnitzereien im Marmorgestein lassen die Blumen plastisch erscheinen.
Nur ein Moslem kann es lesen: die Zeichen aus dem Koran - aus schwarzem Marmor in den weißen eingelegt.

Das Taj Mahal wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Agra ist eine Industriestadt. Abgase aus den Autos - und noch mehr aus den veralteten Fabriken - tragen zum Zerfall der Kulturgüter mit bei. Es wird der Tag kommen, da das Taj Mahal nicht mehr den Besuchern offen steht. Indien muss mehr für den Erhalt der Bauwerke tun, kommen doch Devisen durch die Touristen ins Land. Dies ist aber sicher auch ein zweigleisiges Schwert. Hat Indien anderseits genug mit Überbevölkerung und der damit verbundenen Armut zu tun.
Anmerkung: Aufgrund von starker Umweltbelastung hat der Marmor angefangen leicht gelbe Farbe anzunehmen, worauf seit Anfang 2007 sämtlicher Auto und Busverkehr im Umkreis von zwei Kilometer verboten wurde. Touristen werden nun mit Pferdekutschen und batteriebetriebenen Fahrzeugen zum Taj Mahal gebracht.


fortShah Jahan verbrachte die letzten acht Jahre seines Lebens - abgesetzt und verbannt durch seinen eigenen Sohn - im Fort zu Agra, ohne jemals das fertig gestellte Grab seiner Frau betreten zu haben. Nur von der Festung aus konnte er vom Balkon seines Turmzimmers auf die Ruhestätte Mumtaz Mahal schauen. Selbst das ist ein schöner Anblick.
Der Kaiser ist auch in diesem Musamman Burj, dem Turm mit dem weißem Marmorbalkon, verstorben.

Mogul Akbar begann mit dem Bau des Forts 1565; er ließ 500 Gebäude innerhalb der Fortmauern errichten. Auch die nachfolgenden Herrscher haben weitere Baumaßnahmen durchgeführt, so dass jede Zeit den Baustil prägte. Es wurde zu einer der größten Befestigungsanlagen im Reich der Moguln.


fort fort

Das rote Fort liegt am Ufer der Yamuna und ist auf einer Länge von 2,5 km von einer zwölf Meter dicken, von einem Wassergraben umgebenen Doppelmauer umschlossen und es ist etwa 2,5 km vom Taj Mahal entfernt. Wie dieses wurde auch die Anlage 1983 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.


mausoleum Nicht nur Shan Jahan war ein großer Bauherr. Auch seine Familie ließ manches Kunstwerk errichten. So ließ Nur Jahan, die Hauptfrau des Mogulherrschers Jahangir - die eine starke politische Kraft ausübte - zwischen 1622 und 1628 das Itimad-ud-Daula-Mausoleum für ihren verstorbenen Vater Mirza Ghiyas Beg errichten. Dieser war Großvater des 5. Mogul-Herrschers Shah Jahan.

mausoleum Das Grabmal liegt etwa 3 km nordöstlich des alten Zentrums von Agra unmittelbar an der gegenüberliegenden Seite des Flusses Yamuna. Es ist das erste an einem Flussufer errichtete Grabmal Indiens. Man sagt, dass die Lage am Flussufer, die weiße Marmorverkleidung des Grabmals und die Steineinlegearbeiten bereits auf den unbestrittenen Höhepunkt der Mogul-Architektur, das Taj Mahal, hinweisen.

In völliger Stille und viel Muße gingen wir durch die Räume; die untergehende Sonne tat ihr Übriges für ein verträumtes Bild.



Am letzten Abend in Agra verabschieden wir uns auf von Adjif. Wir hatten eine schöne Zeit mit ihm. Sicher hat er uns durchs Land gefahren; geschickt durch den Verkehr manövriert. Morgen früh steigen wir in den Zug, verlassen den Bundesstaat Uttar Pradesh und fliegen in Richtung Madhya Pradesh. Unser Ziel ist Khajuraho.




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