Namibia - Windhoek


Das Ziel ist erreicht!  Von Frankfurt bis Kapstadt liegen jetzt 9386 Flug-km hinter uns und von Kapstadt bis nach Windhoek 1140 km. Pünktlich um 10:10 h Ortszeit landen wir auf dem Airport der Stadt: dem Husea Kotako International. Der Flughafen ist noch genauso "gemütlich" wie bei unserem ersten Besuch vor 12 Jahren. Irgendwie fühlen wir uns heimisch; wissen wir doch, wie es jetzt weiter geht: Das Flugzeug verlassen, über die Landebahn zum Terminal gehen, auf das Gepäck warten und die Einreiseformalitäten erledigen. Nun sind wir in der Empfangshalle.

Wie auf fast allen "Urlaubs"-Flughäfen stehen jede Menge Leute dort mit Schildern, auf denen die Namen der abzuholenden Reisenden vermerkt sind. Wir brauchen dort nicht nach unserem Namen zu suchen, denn wir sind ganz individuell in Namibia unterwegs und "müssen alles alleine erledigen".

Ankunft Mietwagen Also: Hin zum Schalter von AVIS. Dort haben wir unseren Mietwagen - einen Nissan TIIDA - gemietet. Auch hier sind die Formalitäten schnell erledigt. Dazu gehört die Vorlage der Internationalen Führerscheine.

Wir erfahren dann, wo der Parkplatz von Avis ist und machen uns auf den Weg. Das Ziel ist schnell erreicht. Gleich gegenüber der Eingangshalle liegen die Parkplätze der Autovermieter.

Simon, der junge Mann von Avis, erwartet uns dort und erklärt das Auto. Wir wundern uns über das Nummerschild; es stammt aus Südafrika. Bei den großen Autovermietern kommt das häufig vor, denn viele Touristen reisen nun mal von Land zu Land. So bekommen wir also einen Wagen aus Gautang, der höchstwahrscheinlich in Johannesburg gemietet und in Windhoek dann wieder abgegeben wurde.

Gut, dass der Nissan fünf Türen hat, denn so können wir unsere Fototaschen ganz bequem auf den Rücksitzen verstauen. Die großen Reisetaschen passen spielend in den Kofferraum.

Jetzt kann es also losgehen: Plötzlich ist auch die Gegend wieder etwas bekannter. Schnell ist die B6 gefunden, die uns 45 km vom Zentrum der namibischen Hauptstadt trennt. Und dorthin wollen wir: In die Verdi Street; dort liegt die Villa Verdi; unser Hotel!

Geschwindigkeitsbegrenzungen in Namibia:
in Ortschaften: 60 km/h  - auf Asphaltstraßen: 120 km/h  -  auf Schotter- und Sandstraßen: 70 km/h

 Auch als wir in der Stadt ankommen, erkennen wir alles wieder. Wir fahren über die B6, die im Zentrum Sam Nujoma Drive heißt; biegen dann rechts ab in Husea Kutako Avenue; dann links in die John Meinert Street; gleich danach ist die Verdi Street und somit unser Hotel - Villa Verdi - erreicht.

villa verdilogo villa verdi Obwohl wir im Zentrum wohnen, ist es angenehm ruhig. Unser Auto stellen wir auf dem bewachten Hotelparkplatz ab, denn bis morgen früh brauchen wir es ja nicht mehr. Den restlichen Tag bummeln wir durch die City.

Doch erst einmal checken wir ein und machen es uns gemütlich im Bungalow Nr. 5, der direkt neben dem Pool, einem gemütlichen Sitzplatz unter einem lauschigen Baldachin und dem offenen Restaurant liegt. Das Hotel hat nur wenige Zimmer und Bungalows und ist deshalb auch nicht überlaufen und laut. Die hohen Bäume spenden Schatten, denn es ist mit 28°C warm und die Sonne steht hoch am Himmel.


Die Sehenswürdigkeiten der Stadt sind in wenigen Stunden besucht und liegen nahe der Independence Avenue. Von hieraus brauchen wir nur noch die Fidel Castro Street (die frühere Peter Müller Straße) hochzulaufen und stehen vor dem Tintenpalast (heute Parlamentssitz) und dem Reiterdenkmal. 

denkmal Das Reiterdenkmal steht vor der Alten Feste; es wurde am 27. Januar 1912 eingeweiht und soll an die Kolonialkriege erinnern.

Wir haben es während unseres Urlaubs noch an seinem alten Standort gesehen; seit dem 7. November 2010 steht es nunmehr direkt neben dem Eingang der Alten Feste.

Christuskirche Kontrovers wurde in Namibia darüber gestritten, weil das Nationaldenkmal eigentlich abgerissen werden sollte. Der Deutsche Kulturrat hatte sogar selbst gesammelt, um das Denkmal – Sinnbild der teilweise negativ behafteten deutschen Kolonialzeit – auf eigene Faust umzusetzen.

Die Alte Feste ist ebenso unser Ziel wie die evang./luth. Christuskirche.

Bereits 1896 hat der damalige Pfarrer den Bau einer Kirche angeregt, doch erst am 16. Oktober 1910 wurde sie als Friedenskirche nach dem Krieg zwischen Deutschen und den Nama, Herero und Ovambo eingeweiht. Sie ist im neuromanischen Stil gebaut und der 24 m hohe Kirchturm wurde aus Resten einer Vorgängerkirche errichtet.

Wir haben aber auch noch etwas anders vor: Euros tauschen in Namibia Dollar. Im Zentrum gibt es genügend Banken und wir entscheiden uns für die Windhoek Bank in der Independence Avenue. Der junge Sicherheitsbeamte öffnet uns die Tür und in wenigen Minuten haben wir eine volle Geldbörse, denn bei einem Kurs von ca. 1:10 gibt es am Schalter sehr viel kleine Geldscheine und für rd. einen Euro bekommen wir einen 10-Namibia-Dollar-Schein. Na, wird das mit dem Geldwechseln immer so einfach bleiben?

Independence Avenue Weiter führt uns dann unser geplanter Einkaufsbummel zur Luisen Apotheke. Dort haben wir uns mit dem Apotheker (lustig, er ist ein Namensvetter) schon von Deutschland aus per Mail verabredet. Er spricht deutsch und wir wollen unsere Malariaprophylaxe im Lande kaufen. Das ist billiger als bei uns zu Hause. Wir sprechen mit dem Apotheker die Medikation von Malanil (ist bei uns Malarone) nach unserem Reiseverlauf ab.

Sicher kann man geteilter Meinung sein über eine Prophylaxe, denn die Menschen hier verzichten darauf. Sie haben bei Bedarf immer ein Antibiotikum im Hause und - so erzählt uns z.B. später Sabine von der Aloegrove Lodge - ein gutes „Abschreckungsmittel gegen Plagegeister“        
Unbekleidete Körperteile damit eingerieben: das ist eben auch Prophylaxe.

So, nun sind alle wichtigen Einkäufe erledigt und wir können uns einfach durch die Straßen treiben lassen.

Uhrturm Windhoek hat sich auf den ersten Blick nicht verändert. Es sind zwar – so kommt es uns vor – mehr Autos unterwegs und einige neue Einkaufszentren entstanden. Doch der Uhrturm zeigt uns immer noch, was die Stunde geschlagen hat.

Und von eben diesem Uhrturm zweigt die Post Street ab. Noch genau wie bei unseren ersten Besuch in Namibia verkaufen hier in der Straße Händler allerlei Dinge, die als Souvenirs in alle Welt gehen. Sie haben ihre Ware einfach auf dem Fußweg rund um den wasserlosen Brunnen aufgebaut, der aus Steinen des Meteoriten-Schauers von Gibeon geschaffen wurde. 1836 fand man die ersten Stücke dieses Eisenmeteoriten, der in der Nähe der namibischen Stadt auf die Erde gefallen ist. Und das vor ca. 4,6 Mio. Jahren.

Restaurant Aber da war doch damals noch so ein hübsches Gartenrestaurant … ???
     
"The Gourmet" steht immer noch über dem Eingang des Gebäudes. Irgendwie müssen wir lächeln, als wir in dem Innenhof unter den großen Bäumen stehen.

Schnurstracks steuern wir einem ganz bestimmten Tischzu, an dem wir schon vor Jahren saßen. Und auch die Kellnerin wünscht uns „Guten Appetit“, als sie die Bestellung bringt. So wie es damals auch eine Kellnerin tat. Aber ist es auch dieselbe Kellnerin? Egal, wir freuen uns über die netten Worte.

 villa verdi Jetzt aber zieht es  uns wieder zurück in die Villa Verdi. Nach dem langen Flug wollen wir den restlichen Tag relaxen. Unter dem schattigen Baldachin bieten die kuscheligen Kissen Platz und ein kühles "Windhoek" ist auch nicht zu verachten. So vergeht der Nachmittag.

villa verdi Am Abend genießen wir ein fantastisches Dinner im Restaurant der Villa Verdi.

Eine Flasche südafrikanischer Cabernet Sauvignon rundet das Essen ab und wir klönen noch lange im Garten. Morgen geht es dann auf Tour …



Wir haben die erste Nacht in Namibia gut geschlafen und ein fantastisches Frühstück in der Villa Verdi gehabt. Beim Auschecken an der Rezeption frage ich noch die junge Dame nach einem Supermarkt auf unserer Strecke raus aus Windhoek und nach einer Bank, da das gestern gewechselte Geld zum Teil schon für die Malariatabletten draufgegangen ist. Sie macht den Vorschlag mit uns mitzufahren, denn auch sie möchte einkaufen. So erreichen wir ohne große Sucherei das Parkhaus vom Wernhil Park, einem Einkaufszentrum.

Eigentlich sollte es schnell gehen: Wasser und etwas für Zwischendurch kaufen, Geld wechseln und tanken. Aber ich habe die Rechnung nicht ohne den Wirt – besser gesagt: ohne die Bank – gemacht.

Ich gehe nämlich im Einkaufszentrum in die First National Bank, frage, ob ich Travellerchecks eintauschen kann, was der junge Mann hinter dem Schalter bejaht. Also zeichne ich alle erforderlichen Schecks gegen. Doch dann der Schreck: Die Filialleiterin kommt und erklärt mir, dass in ihrer Filiale keine Travellerchecks gewechselt werden können, sondern nur in der Filiale in der Post Mall Street. Also begebe ich mich dorthin und warte, warte, warte. Es dauert gute 30 min., um meine Schecks zu wechseln.

Na, ob mein Mann wohl schon eine Suchaktion gestartet hat? Zu allem Überfluss hat er sein Handy im Kofferraum und hört es nicht, als ich ihn krampfhaft versuche anzurufen.

Endlich bin ich wieder zurück im Parkhaus. Wir verstauen den Einkauf im Auto und tanken noch auf der gegenüberliegenden Tankstelle.

Nun geht es endgültig los! Immer auf der Independence Avenue Richtung Norden, aber wir finden einfach nicht das Hinweisschild zum Abbiegen auf die B1. Wir fahren und fahren und fahren, bis wir den Anschein nicht mehr los werden, dass wir uns verfahren haben. Aber wo sind wir? „Wir werden uns (hier) nie niederlassen“! So lautet die Übersetzung aus den Otjiherero. Wir sind in Katutura gelandet. Dem Vorort der Stadt, in den sich ansonsten keine Touristen verlaufen.

Wir aber steuern eine Tankstelle an und fragen nach dem Weg. Der Tankwart schickt uns wieder zurück bis zur Mahatma Gandhi Street. Dort würden wir dann den Weg zur B1 finden.

Nun gut, wir tun das auch und in der besagten Straße angekommen, müssen wir an einer Kreuzung halten. Von links kommt ein Wagen der City Police und die beiden Polizistinnen halten, fragen, ob sie uns helfen können. Wir sind froh darüber und folgen den beiden. Wir können zwar heute nicht mehr sagen, wie der Weg nun tatsächlich von Katutura zur B1 ist, denn die Polizei kennt so manchen Schleichweg. Jedenfalls sind wir nun ohne weitere Umwege auf die B1 gelangt. Jetzt kann die Fahrt zum Waterberg beginnen ...



logo olivegrove Auch den letzten Tag unserer Urlaubsreise verbringen wir in Windhoek. Da wir kein Zimmer in der Villa Verdi für diese Zeit bekommen, haben wir uns für das Olivegrove Hotel entschieden; diese Entscheidung haben wir nicht bereut.

Hotel Das Olivegrove liegt in der Promenaden Road, die ebenfalls im Zentrum ist. Bekanntlich kommen wir aus dem Norden und fahren auf der B1 rein nach Windhoek; biegen links in die Independence Avenue ab und dann am nächsten Kreisverkehr auf die Robert Mugabe Avenue bis zur Uhland Street. Hiervon zweigt die Promenaden Road ab.

Das Hotel hat 11 Zimmer und ist sehr gemütlich und strahlt ein mediterranes Ambiente aus. Ein wenig eng ist nur der Parkplatz; rangieren muss man können. Doch uns ist das egal, denn das Auto fassen wir sowieso erst morgen Mittag wieder an, wenn wir zum Flughafen fahren.

logo wecke Für den Nachmittag haben wir noch einmal einen Einkaufsbummel geplant, denn wir wollen nach den hübschen Tischsets schauen, die wir bei Sabine auf der Aloegrove Lodge gesehen haben. „Irgendwo in den Geschäften auf der Independence“, hat sie uns gesagt. Gefunden haben wir sie bei Wecke & Voigt; nun werden wir zu Hause beim Essen sicher immer mal wieder an diesen Urlaub erinnert.

Zum Anschluss gehen wir natürlich noch einmal in „unsere Kneipe“, ins Gourmet. Heiße Waffeln, Eis und Kirschen, dazu ein Kaffee!

Hotel Hotel Den späten Nachmittag verbringen wir wieder im Olivegrove: Teatime!

Und später bei einem Dinner draußen auf der Terrasse lassen wir den Tag und damit auch den Urlaub ausklingen.

Fast vier Wochen sind wir quer durch Namibias Norden gereist und haben viel gesehen und erlebt. Wir haben jede Menge Bilder gemacht und noch mehr Erinnerungen im Kopf gespeichert; wir haben unzählige nette Menschen kennen gelernt und viel über das Land erfahren.

Hotel Unser letzter Morgen bricht an. Nach einem leckeren Frühstück mit Rührei und Lachs, duftendem Kaffee und heißen Toast verbringen wir noch bis zum späten Vormittag die Zeit im Hotel.

Die 45 km zurück zum Flughafen sind ja keine Weltreise und das Auto – so hatten wir es bei AVIS vereinbart – muss um 14:00 h wieder abgegeben werden. Wir tanken den Nissan auf und geben ihn am Parkplatz wieder an Simon zurück. Schnell ist die Abrechnung am Counter von Avis erledigt und wir geben das Gepäck auf.

Am Schalter der SOUTH AFRICAN AIRWAYS geht das Einchecken schnell.
Noch etwas: Bekanntlich waren wir beim Hinflug ja – was das Gepäck anbelangt – übergewichtig. Da wir viele Sachen einfach in den Lodges an die Staffs verschenkt haben, konnten wir nun „abgespeckt“ den Rückflug antreten.




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