Namibia - Waterberg

Von Windhoek kommend, fahren wir auf der B1 Richtung Norden. Bis Okahandja sind es 71 km; hier empfiehlt sich das Auftanken des Fahrzeugs.

logo Weiter auf der B1 ist nach 147 km der Abzweig (rechts) auf die C22 nach Okakarara erreicht. Dort steht ein Schild mit dem Hinweis, dass die Wabi Lodge noch 97 km entfernt liegt.
Nach 41 km auf der C22 geht links die D2512 Richtung Plato Park ab. An dieser Kreuzung steht auch ein Schild zur Wabi Lodge. Nun sind es auf einer Sandstraße nur noch 54 km.
Anmerkung: Das Eingangstor ist während der Mittagszeit von 12:00 bis 14:00 h geschlossen; es empfiehlt sind, vorher (gut wäre schon am Vortag) anzurufen und mitzuteilen, wann man das Tor erreichen wird.

WaterbergEs ist ziemlich leer auf den Fernstraßen, zumindest für unsere Verhältnisse. An das Linksfahren haben wir uns ohne Probleme gewöhnt und die B1 lässt die Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h zu. Doch beim Abzweig auf die C22 verringern wir unsere Fahrt. Die Landschaft ist zwar weitgehend gleich (um nicht zu sagen eintönig), aber ab und zu kreuzen Perlhühner unseren Weg.

Schild Beiderseits der Straße lassen Zäune auf Farmland schließen; links kommt das Waterbergplateau immer näher. Nochmals verringern wir die Geschwindigkeit, als die D2512 erreicht ist. Die Straße wird zur Sandpiste, allerdings sehr gut zu fahren. Auch hier haben Perlhühner Vorfahrt. Ebenso zwingen Tore zum Halten, denn wir fahren immer noch über Farmland.

Als wir dann erneut ein Schild zur Wabi Lodge sehen, freuen wir uns, dass wir bald da sind. Es sind nur noch 12 km.

LodgeEs ist gegen 15:00 h und Christine Egger, der zusammen mit ihrem Mann Mark die Farm und die Lodge gehört, begrüßt uns in deutsch. Logisch, sie kommt aus Deutschland. Klar, dass wir erst einmal etwas klönen und ein grooooßes Windhoek Lager bekommen. Die Terrasse schützen hohe Bäume vor allzu viel Sonnenstrahlen und der Blick bis über das Farmgelände ist traumhaft.

Hier im Haupthaus der Lodge ist die Rezeption, das Esszimmer, die Bar und ein kleines Museum. Der Pool ist in greifbarer Nähe und gibt den Blick frei zur beleuchteten Wasserstelle. Doch das werden wir erst am Abend genießen können.

Bungalow Die Lodge hat nur acht Bungalows; wir ziehen in die Nr. 2 ein. Es gibt einen kleinen Flur, von dem wir direkt in das Wohnzimmer kommen. Das Schlafzimmer ist durch eine Tür getrennt und das Bad ebenfalls.

Ein Laubengang führt zum Bungalow Nr. 2; das Wohnzimmer ist ebenso gemütlich wie das kuschelige Bett.

Wir werden noch die nächsten 3 Tage hier bleiben und richten uns deshalb häuslich ein. Das Wasser kommt erst einmal in den Kühlschrank. Gut, dass wir die Aluflaschen aus Deutschland mitgebracht haben, denn das hier umgefüllte Wasser wird nicht so warm im Auto wie das gekaufte in den Plastikflaschen.

Den restlichen Nachmittag erkunden wir die direkte Umgebung der Lodge, schauen schon einmal am Gehege der beiden Geparden vorbei (davon später mehr) und bummeln bis zu den Farmgebäuden.

Wasserstelle Und dann bekomme ich von Christine eine Flasche Essig, eine Schale und ein Geschirrtuch.
Warum?
Das habe ich noch nicht erzählt. Ich bin nämlich in Windhoek über einen hochstehenden Abwasserdeckel gestolpert und auf mein linkes Knie gefallen. Das hat seine normale Farbe in ein dunkles Blau – in einen riesigen Bluterguss – verwandelt. Und die Essigumschläge sollen helfen. Also mache ich es und genieße dabei von der Terrasse unseres Bungalows den Blick auf die Wasserstelle, die bereits jetzt von zahlreichen Perlhühner, Antilope und Kudus besucht wird.

BarLangsam wird es Abend und wir schlendern zum Haupthaus rüber. Ein Drink in der Bar, zusammen mit einem saudisch/deutschen Ehepaar und einem Berufsjäger.

Natürlich ist auch Christine da und wir klönen.

Dann möchte ich an dieser Stelle auch gleich etwas zum Thema „Jagen“ sagen. Natürlich gibt es den Jagdtourismus in Namibia. Man kann dazu geteilter Meinung sein. So wie wir, denn wir haben dafür kein Verständnis. Wir haben uns vor der Reise natürlich über die Lodges, in denen wir wohnen, informiert. So entwickelte sich auch mit Christine und Mark ein reger Mailwechsel über das Für und Wider des Jagdtourismus. Auch wenn wir uns heute immer noch nicht damit anfreunden können, so haben wir doch sehr genau hingehört, was die Menschen hier dazu veranlasst. Ich kann nur allen LeserInnen dieses Reiseberichtes empfehlen, einfach mal auf die Website der Wabi Lodge (über das obige Logo) zu gehen und sich selbst ein Bild zu machen.

Dinner Christines Engagement für die Geparden Namibias ist unumstritten, doch davon weiter unten in diesem Bericht mehr.

Jetzt erst einmal genießen wir das Dinner. So wie dieser Tisch heute gedeckt ist, so erwartet uns zu jeder Mahlzeit – egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen – eine etwas andere Dekoration. Klar, dass das Essen ebenso gut ist und wir absolut verwöhnt werden.

Bei einem Gute-Nacht-Drink schauen wir noch an der beleuchteten Wasserstelle vorbei und fallen dann müde ins Bett. Wovon träumen wir wohl?


Am nächsten Morgen aber steht erst einmal ein ausgiebiges Frühstück bereit. Wir ziehen es vor, dieses im gemütlichen Esszimmer einzunehmen. Die anderen Gäste sind bereits auf Tour. Auch wir werden nun zum Gehege der Geparden gehen. Dennis, ein jetzt drei Jahre alter Gepard, der fast verhungert auf die Farm kam und Kira, ein jetzt fünf Jahre altes Weibchen warten schon mit großem Hunger auf das Fleisch.

Gepardin Gepard








GepardinChristine geht mit uns rein ins Gehege. Den Geparden scheinen wir nicht zu interessieren, die haben nur Augen für ihr Frühstück. (Bilder zum Vergrößern anklicken)

So wie Christine, so gibt es heute einige FarmbesitzerInnen und Menschen, die um ein ausgeglichenes Miteinander von Mensch und Gepard bemüht sind. Viele interessante Informationen stehen dazu auch auf der Website von Christine und Mark.

 AntilopeDie Farm ist riesig, doch der größte Teil davon zieht sich auf den Waterberg hinauf. Aber im flachen unteren Teil weiden Nutz- und Wildtiere nebeneinander.

Wir machen einen Fußmarsch durch ausgetrocknete Flussbetten, vorbei an angelegten Wasserstellen, schauen den Wildtieren zu und genießen die für uns so ganz andere Landschaft.

Seit 20 Jahren gibt es die Wabi Lodge hier am Waterberg, dem markanten Tafelberg nördlich von Windhoek. Das Bergplateau ist 48 km lang und 15 km breit. Auf dem 40.500 ha großen Plateau sowie der Landschaft herum ist heute ein Nationalpark eingerichtet.

Flussbett Flussbett

Jeep Klar, das wohl jeder, der hierher kommt, eine Tour auf das 200 m hohe Waterbergplateau machen möchte. Das ist von jeder anderen Gästefarm oder Campsite auch möglich, wobei die von dort aus geführten Touren unterschiedlich ausgerichtet sind.
Wir haben nun mal den Vorteil, dass wir eine ganz individuelle Tour von Wabi aus machen können.

Also los: Mit Geländewagen und Fahrer geht es erst einmal ruhig durch das Flachland hindurch, bis langsam der Anstieg beginnt. So wie diese Hoppelpisten aussehen, geht das auch nur mit 4x4.

Plötzlich wird die Piste breit und absolut eben. Was ist das? Richtig, es ist die Landebahn der Wabi Lodge. Gäste können ganz bequem per Kleinflugzeug hier landen.

Waterbergplateau Waterbergplateau

Wir aber rumpeln mit dem Geländewagen nach oben auf das Plateau. Es ist kein Mensch weit und breit zu sehen. Das Auto wird abgestellt und es geht weiter zu Fuß. Kilometerweit können wir laufen. Natürlich immer mit den Gedanken im Hinterkopf, dass wir die bereits gelaufene Strecke auch wieder zurück zum Auto müssen.
Doch der Blick lässt die Gedanken an solche Überlegungen vergessen.

Sonnenuntergang Langsam wird es Zeit zur Rückkehr. Aber das tun wir nicht auf direktem Weg, sondern machen heute schon mal einen Abstecher zum Hippo-Pool. Hier leben außer den Gnus und Giraffen noch fünf Rhinos und eben die besagten 3 Hippos.

Und da dieser Ort besonders gut geeignet ist für Fotos, kommen wir mehrmals hierher. Es ist absolut schön, hier am Wasserloch am Lagerfeuer die untergehende Sonne zu genießen.

Wie auf dem Bild zu sehen, zieht es zu dieser Abendstunde auch die Breitmaulnashörner (Weißes Nashorn) an die Wasserstelle. Es gibt hier auf der Wabi Lodge. Vor acht Jahren wurde mit dem Zuchtprogramm mit nur einem Bullen und zwei Kühen begonnen. Bereits von Anfanf an wurde auf verschieden Blutquellen geachtet. Es kam eine eine starke Kuh aus Südafrika, namentlich aus dem Pilanisberg National Park. Die zweite Dame stammt aus Namibia. " Bulli ", so wird der Bulle liebevoll genannt, stammt von Ongava. Ein stolzes Tier, sehr gutmütig und ein excellenter Zuchtbulle. (Bilder zum Vergrößern anklicken)

Nashornfamilie Nashorn

Wir sind natürlich nicht den ganzen Tag auf Achse. Die heißen Mittagsstunden lassen körperliche Aktivitäten sowieso nur schwer zu. Wir kaufen jede Menge Ansichtskarten, die ich dann an die lieben Daheimgebliebenen schreibe. Ich will sie bei nächster Gelegenheit zur Post bringen. Wann sie wohl ankommen werden? Davon später mehr! Außerdem brauche ich die ruhigen Mittagsstunden auf der Terrasse, um weitere Essigumschläge auf meinem linken Knie zu machen (es ist immer noch blau).

Geburtstag Heute ist Sonntag und ein besonderer Tag: Ein Geburtstag! Nein, nicht meiner; ich darf aber gratulieren. Und das tut Christine auch mit einem tollen Kalender für das kommenden Jahr von der Wabi Lodge.

Und was tut man an solch einem Geburtstag? Richtig, man genießt ein traumhaftes Candle-Light-Dinner im Mondschein und mit Blick auf das beleuchtete Wasserloch dort unter am Fuße des Waterbergs.

Als Überraschung bringt Christine eine richtige Geburtstagstorte mit Kerzen und ein Mail von Zuhause.

Natürlich hat die Familie Geburtstagsgrüße senden wollen, aber in dieser Ecke Namibias findet ein Handy kein Netz; auch die normale Telefonleitung war tagsüber etwas gestört, so dass unsere Kristina aus Deutschland einfach ein Mail auf die Reise geschickt hat. Und das kam tatsächlich pünktlich an.

Tore Irgendwann geht auch unsere Zeit auf Wabi zu Ende. Wir packen und frühstücken noch einmal ganz gemütlich.

Weiter geht unsere Reise nach Grootfontein. Wir können für diese Tour zwar die Strecke, die wir gekommen sind, zurück zur B1 fahren und dann nordwärts über Otavi auf die B8. Aber Christine empfiehlt für die Weiterfahrt gen Norden die  D2512/D2804 zu nehmen. Auf der Sandpiste können wir zwar nicht so schnell wie auf der Fernstraße fahren, aber die Strecke ist um 120 km kürzer.

Perlhühner Also tun wir das, fahren gemütlich mit rd. 50 km/h die Piste rauf; halten unterwegs an, weil Tore den Weg versperren und lassen den Wagen einfach nur rollen, wenn uns mal wieder Perlhühner in die Quere kommen.

Na ja, und weil diese Hühnerschar immer so schnell aus dem Blickfeld der Kamera verschwindet, habe ich einfach ein hölzernes Exemplar  fotografiert. Ein Perlhuhn also, das als Serviettenhalten "seine Körner" auf der Wabi Lodge verdient.

Nach 87 km erreichen wir so die Auffahrt auf die B8 und es liegen jetzt noch 34 km bis Grootfontein vor uns.



Geschichte am Waterberg
Es ist der 11. August 1904, als der lange schwelende Konflikt zwischen den deutschen Siedlern und den hier schon seit unendlichen Zeiten lebenden Hereros ein blutiges Ende nahm. Viele Zehntausende von Ihnen – Männer, Frauen und Kinder – unter der Leitung ihres Führers Samuel Maharero wurden von 1600 Soldaten der deutschen Schutztruppe am Fuße des Waterberges eingekesselt und vernichtend geschlagen. Nur wenigen Hereros gelang die Flucht durch die Kalahari Wüste nach Botswana.
Zu diesem Aufstand der Ureinwohner kam es, als die Hereros begannen, sich gegen die Kolonialherren aufzulehnen. Unterdrückung und Landenteignung waren damals Auslöser dieses blutigen Kampfes.
buch Hundert Jahre später ist diese Schlacht am Waterberg noch immer fest verwurzelt in den Gedanken der Hereros und nach wie vor sind Stimmen laut, die eine Entschuldigung und Wiedergutmachung von Deutschland erwarten.

Geschichten vom Waterberg
Während unserer Reiseplanung haben wir  – wie immer – nach interessanten Websites gesucht und sind auch bei Namibiana Buchdepot gelandet. Ein Buchshop, in dem man viel Informationen über Namibia und das südliche Afrika findet. Bücher, die Geschichte und Geschichten näher bringen; so z.B. dies:


Namibia : Windhoek : Waterberg : Grootfontein : Rundu : Caprivi : Okavango : Kwando : Kwando Village : Otjiwarongo : Links  :
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