Namibia - Rundu

Rundu ist zweimal unser Etappenziel. Und das deshalb, weil wir die lange Strecke in den Caprivi und später wieder zurück nicht an einem Tag fahren wollen.

Übernachten werden wir in der Kavango River Lodge.

Von Windhoek kommend:
Bis Rundu sind es 700 km über die B8.
Wir sind aus Grootfontein hierher gekommen und das sind rund 250 km.
An der Abfahrt von der B8 nach Rundu befindet sich linkerhand eine Tankstelle. Ist die große Querstraße erreicht, an der zur Rechten eine weitere Tankstelle und zur Linken ein Bank ist, zeigt ein Schild der Kavango River Lodge schon den weiteren Weg. Es geht links die Straße entlang. An der Post vorbei; am Rugby-Feld vorbei und nun noch einmal rechts abbiegen. Dann gleich wieder links und das Ziel ist erreicht.

Vom Caprivi kommend:
Wenn der Ortseingang Rundu und die Tankstelle erreicht sind, ist der Weg wie oben beschrieben.

logoRundu ist Hauptstadt der Region Kavango und hat gut 30.000 Einwohner. Die Stadt liegt direkt an der Westbank des Okavango, der - aus Angola kommend - hier in Namibia Kavango genannt wird.

In der Lodge ist es ruhig und der Blick geht geradewegs auf den Fluss sowie die andere Uferseite, die bereits zu Angola gehört.

Da wir bereits 56 km nördlich von Grootfontein in  Roy’s Rest Camp wohnen, liegen nur 200 km vor uns. Rundu ist unser Zwischenstopp in den Caprivi. Wir haben auf unserer Reise immer versucht, keine allzu langen Tagesetappen fahren zu müssen und haben deshalb auf der Fahrt in den Caprivi und später wieder zurück jeweils einen Tag in der Kavango River Lodge gebucht.

Also frühstücken wir in Roy’s Rest Camp gaaanz gemütlich und klönen noch mit Heinrich über Gott und die Welt (wie ist das Leben so in Namibia – und so weiter – und so fort).

esel Die B8 zieht sich schnurgerade gen Norden. Selten begegnet uns ein Auto; selten überholt uns eines. Wir können bequem 120 km/h fahren, denn auch rechts und links der Straße ziehen sich Zäune entlang, die die einzelnen „weißen“ Farmen voneinander trennen.

Nur ab und zu stehen vereinzelte Rundhütten an den Farmgrenzen, oder - wie hier - Esel dösend auf der Fahrbahn.

Das ändert sich (fast schlagartig), als wir nach rund 80 km an ein Tor quer über die Straße kommen: Es ist das Veterinärtor Morani, das ehemalige „Kavango Border“. Dieser Zaun trennt das „weiße“ Gebiet von dem der schwarzen Kavango-Bevölkerung. Von Ihnen leben heute rund 190.000 meist entlang des Flussufers. Mit Fischfang und Viehzucht verdienen sie ihr Geld ebenso wie mit dem Anbau von Hirse und Mais sowie mit Holzschnitzereien.

Die Kavangos bestehen aus vielen einzelnen größeren und kleinere Gruppen, die alle ihre eigene Sprache haben. Doch wir, die wir nicht einmal die jeweiligen ethnischen Gruppen auseinander halten können, können ihre Sprache(n) verstehen. Aber oft helfen einige „Bonbons“, um Erinnerungsfotos zu machen. O.k., wir wissen, dass Süßigkeiten nicht das Nonplusultra der Hilfe für diese Menschen ist, aber ein kleines Lächeln ist manchmal auch hilfreich ...

Kinder Rundhütten

Immer, wenn wir anhalten, sind wir von Kindern umringt. Kinder, die in solchen Hütten wohnen, die mit Riedzäunen umgeben sind.

Schlitten Keramik

Ein Schlitten fährt auch über Land; darauf wird z.B. das Ried transportiert, mit dem die Hütten eingezäunt werden. Oder auch diese Tonwaren, die überall an der Straße angeboten werden.

Obst Brennholz

Es gibt überall frisches Obst zu kaufen,; wir haben uns auch eingedeckt. Brennholz allerdings brauchen wir nicht.

Wir haben Rundu erreicht. Es ist gegen 13:00 h und wir fahren erst einmal zur Lodge, checken ein in das Zimmer 16. Es liegt im Neubau der Anlage. Der ältere Teil besteht aus kleinen Reihenbungalows, die ebenso gemütlich, aber eben nicht so neu sind.

An der Rezeption fragen wir nach einem Adapter für die Kabel unserer Ladegeräte. Unseren eigenen – hier in Namibia gekauften – Adapter haben wir irgendwie unterwegs beim Räumen verräumt.

Der Nachmittag steht unter dem Zeichen „Shopping“. Na ja, wir fahren wieder die Straßen zurück in die Ortsmitte und parken auf dem Platz vor  Spar. Unseren Supermarkteinkauf können wir morgen früh bei der Abreise nach Divundi noch machen; bummeln dafür heute lieber ein wenig durch die Gassen, in denen „das Leben tobt“. Es ist eigentlich nicht viel anders als in anderen Städten und Einkaufsstraßen. Nur, das es eben Rundu ist.

Blume Abend Wieder zurück in der Lodge geht’s unter die Dusche und dann auf die große Terrasse des Restaurants. Es ist kurz vor sechs Uhr abends und wir warten bei einem kühlen Drink auf den Sonnenuntergang, der direkt vor uns den Himmel rot färbt. Rundu liegt am südlichen Flussufer. Auf der anderen Seite – im Norden – ist bereits Angola. Überall hier im Caprivi grenzen andere Länder an Namibia. Überall scheinen die Flüsse nicht nur lebensspendenden zu sein, sondern auch familienteilend, denn beiderseits leben gleiche ethnische Volksgruppen.

SonnenuntergangLangsam wird es dunkel, Kerzen erhellen unseren Tisch auf der Terrasse und die immer noch warme Luft hält uns davon ab, drinnen im Restaurant zu essen. Das Dinner ist hervorragend und wir beschließen schon heute, dass wir am Tag der Rückreise aus dem Caprivi – wenn wir wieder hier in der Lodge übernachten – auch wieder hier essen werden.

Perlhühner Gut geschlafen, trotz der lautstarken Perlhühner,
die hier in Scharen um das Haus herum laufen,
bzw. die Nacht in den Bäumen verbringen.

Heute haben wir die Strecke von Rundu bis Divundu vor uns, das sind 225 km (bis zur Ndhovu Lodge). Also können wir uns auch wieder Zeit lassen und in Ruhe frühstücken. Nach dem Auschecken steht im Supermarkt noch der Einkauf von Wasser und Bitter Lemon an.

Gleich neben dem Supermarkt – das haben wir gestern schon beim Shoppen gesehen – ist eine Bank. Sie öffnet um 09:00 h, so das wir dort noch einmal Geld wechseln wollen, bevor es in den Caprivi geht. Der Sicherheitsbeamte zeigt uns den Schalter, an dem allerdings niemand sitzt. Aber es wird schon jemand kommen, denken wir. Dieses Kommen dauert genau 15 min.

Die Travellerchecks werden unterschrieben; das Formular ausgefüllt und der Reisepass vorgelegt. Der junge Banker empfiehlt sich für „one moment“. Ein Augenblick, der 45 min. dauert.

So verlassen wir Rundu also erst kurz nach 10:00 h morgens, nachdem wir auch noch den Wagen voll getankt haben.




Wie bereits am Anfang dieser Seite berichtet, machen wir auch auf der Rückfahrt aus dem Caprivi nach Otjiwarongo Station in Rundu und übernachten erneut in der Kavango River Lodge.

Straße Das Zimmer ist uns wohl bekannt und auch der Nachmittag geht mit einer heißen Dusche, relaxen und den Sonnenuntergang genießen zu Ende. Doch heute haben wir die Terrasse des Restaurants nicht ganz für uns alleine. Eine Gruppe Schweizer übernachtet auch in der Lodge. Wir klönen über die Erlebnisse des Urlaubs, sind dann aber froh, dass wir zwei die Tage ruhiger verbringen als in einer Reisegruppe. Aber das muss jeder selbst entscheiden: ganz individuell oder in einem größeren Kreis von Reisenden.

Wir schlafen etwas länger und frühstücken gemütlich; checken aus und tanken nur noch kurz am Ortsausgang von Rundu.

Heute ist Sonntag und vor uns liegt die längste Tagesetappe unserer Reise: Scheinbar unendlich lange 470 km über Grootfontein und Otavi  Richtung Otjiwarongo.


post... & eine unendliche Postgeschichte!

Natürlich denken wir auch im Urlaub an die lieben Daheimgebliebenen und schreiben fleißig Urlaubskarten. 20(!) Stück sind es, die wir in den ruhigen Tagen zu Beginn unserer Reise am Waterberg geschrieben haben und hier in Rundu zur Post bringen.
Der Postbeamte nimmt mir die Karten ab, frankiert sie und ich bezahle.

Post Und siehe da: Wir sind vor den Karten wieder zu Hause; ein Teil von ihnen wiederum braucht einen Monat; ein Teil hat nicht einmal eine Briefmarke; ein Teil ist immer noch unterwegs ...




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