Namibia - Otjiwarongo

wappen
Die Hereros nannten schon früher die Stadt Platz der fetten Kühe.
Noch heute ist die Gegend ideal für die Rinderzucht: hohe Niederschläge und saftige Weiden.

Von Windhoek kommend:
Bis Otjiwarongo sind es 280 km. Weiter geht es auf der B1 Richtung Norden / Richtung Otavi. Nach 18 km zweigt eine Querstraße (Dirt Road) rechts ab. Nach 18 km ist das Ziel erreicht.

Vom Norden (Caprivi / Etoscha / Tsumeb) kommend:
Wenn Otavi erreicht ist, sind es noch 100 km südwärts auf der B1. Dann zweigt eine Querstraße (Dirt Road) links ab und nach 18 km ist das Ziel erreicht.

Wir haben den Caprivi verlassen und machen eine Nacht noch einen Zwischenstopp in Rundu. Nach einem ausgiebigen (Sonntags)-frühstück verlassen wir dann auch Rundu gegen 08:30 h. Unterwegs begegnen uns jede Menge Leute, die - fein angezogen - in die Kirche gehen. Und jede Kirche hat ihr eigenes "Markenzeichen"; teils sind es rote oder weiße Kopftücher, die die Frauen tragen; teils sind es hellblaue Schärpen, die die Männer tragen.

Über die  B8 geht es zurück nach Grootfontein (250 km); dann weiter nach Otavi (87 km). Hier wechseln wir auf die B1 und haben jetzt noch 100 km vor uns, bis das Hinweisschild zur Aloegrove Lodge kommt (nun noch 18 km). War es auf der B8 noch sehr ruhig, so  ist die B1 doch stärker befahren. Sicher auch, weil sie die Direktverbindung Windhoek - Etoscha ist.

Otjiwarongo ist unser Ziel; die Stadt hat rd. 22.000 Einwohnern und ist Hauptstadt der Region Otjozondjupa.

pkwNachdem wir am Hinweisschild durch das Tor der Farm auf die sehr gut präparierte Sandpiste abbiegen, liegen erst einmal 12 km - immer am Farmzaun entlang - vor uns. Der Boden ist, genauso wie am Waterberg und vor allen Dingen in der Namib Wüste - ganz fein und dunkelrot. Unser Nissan selbst hat seinen goldfarbenen Lack gegen einen roten "Sandmantel" getauscht.

tor Das wir bereits nach dem Abbiegen von der B1 durch Farmland fahren, beweisen unterwegs die Gatter, durch die wir müssen. Nur ab und zu muss eine(r) von uns das Auto verlassen, um die Tore zu öffnen und zu schließen.

Nicht an jedem Tor gibt es die im Boden eingelassenen Eisenrohre, über die man bequem mit dem Auto fahren kann. Tiere betreten die Rohre nicht und somit können sie auch nicht das Farmgelände verlassen.

tor lodge
Stopp: Das ist die letzte "Hürde" vor dem versprochenen Panoramablick von der Lodge aus. Vor uns ein großes grünes Tor. Hier gibt es eine Gegensprechanlage zur nun noch 6 km entfernten Lodge. Wir melden uns an und Luc öffnet das Tor, das sich automatisch nach Verlassen der Roste in der Fahrbahn wieder schließt.

Der Weg auf den letzten sechs Kilometern wird nun etwas huckeliger. Und wenn die Anhöhe erreicht ist, geht der bislang sandige Weg in einen richtigen steinigen Anstieg über. Doch auch den meistern wir (und das mit einem "normalen" PKW).
Richtig: Genau wie auf der Website der Lodge beschrieben, haben wir von hier aus einen fantastischen Rundumblick über das Farmgelände. Im Osten sehen wir das Waterberg Plateau in voller Größe. Morgen früh wird dort die Sonne aufgehen .....

logo bungalows Einige Monate vor unserem Besuch haben Sabine und Luc Zwijsen die Aloegrove Lodge und das Gelände drum herum von den Besitzern Johann und Ivy Döman  übernommen.
Die beiden kommen aus Belgien und so fühlen wir uns "fast wie zu Hause". Sabine spricht deutsch und Luc versteht es; da hilft bei der Kommunikation englisch.

Aktuelle Anmerkung: Seit einiger Zeit betreiben Johan und Ivy die Lodge wieder selbst. Auf der Website, die über den Button zu erreichen ist, stellen sie sich vor. Wir haben während unseres Aufenthaltes auf einer Tour über das Farmgelände  Johan als sympathischen Farmer kennengelernt.

hauer
Unser Bungalow Nr. 2 - einer von insgesamt sechs - ist großzügig und sehr schön eingerichtet. Es gibt einen Wohnraum mit Betten, Sitzecke und Schreibtisch; eine geschlossene Terrasse mit einer Küche sowie Tisch und Stühlen; und ein tolles Bad. 

Ganz besonders interessant und "gefährlich" sind die Griffe der Küchenschränke: Hauer der Wildschweine !!!

Von unserer Terrasse aus fällt allmorgendlich der Blick auf den Waterberg und die aufgehende Sonne. So beginnt der Tag.

kueche bungalow

lodge lodge

aloe Wir sind für 4 Tage hier auf Aloegrove. Die erste Nacht ist vorbei und wir haben gut geschlafen; die aufgehende Sonne weckt uns. Es ist herrlich ruhig hier oben auf dem Berg. Nur die Kudus haben wir nachts gehört. Sabine hatte uns schon gesagt, das die Tiere bis ran an die Lodge kommen, aber dass sie auch zwischen den Häusern laufen, hätten wir nicht gedacht. Und sie richten dabei auch Schaden an, denn die hübschen Blumenrabatten sind nicht vor ihnen sicher. Fast jede Aloe ist angeknabbert. Diese ist noch heile ...

Sabine und Luc sind perfekte Gastgeber und haben immer ein offenes Ohr für ihre Gäste. Absolut gemütlich empfinden wir die gemeinsamen Abendessen, das ausgesprochen lecker von den beiden zubereitet wird. Hinzu kommt das Dinner schön angerichtet auf den Tisch. Ach ja, der Esstisch ist mit sehr viel afrikanischem Ambiente, verbunden mit europäischen „Tischsitten“ eingedeckt. Klar, dass der Wein wohltemperiert ist.

dinner Es stimmt einfach alles und wir fühlen uns mit den anderen Gästen wohl. Schnell kommt ein Gespräch zustande und wir vergessen dabei Zeit und Stunde. Interessant sind all die vielen Informationen über Land und Leute, die wir von Sabine erfahren.

Noch eins: Das Essen beenden wir natürlich mit Käse, denn der schließt bekanntlich den Magen ab. Aber was muss ein verwöhnter Käseliebhaber – wie wir welche sind – da in Namibia erleben? Schlimmes! Denn meist finden wir nur Cheddar auf dem Käsetablett. Nach fast vier Wochen sehne ich mich förmlich nach zu Hause und unserem netten Käseladen. Doch das ändert sich schlagartig hier auf Aloegrove:

Sabine hat eine Nachbarin (die lebt allerdings gut 50 km entfernt). Und diese Nachbarin ist gebürtig aus Holland. Auch sie hatte irgendwann das Käseeinerlei satt; lernte die Käseherstellung in Europa und produziert nun auf ihrer Farm viele unterschiedliche Käsesorten. Wir fühlen uns wie im Käseparadies, wenn Camembert und Kleekäse usw. usw. auf den Tisch kommen. Zusammen mit frisch gebackenem Brot von Sabine erfreut es unseren Gaumen.

Nun reicht es aber; ich will auch noch über andere Dinge berichten. Schließlich hat Aloegrove viel mehr zu bieten. Auf der Lodge gibt es zum Beispiel drei Gehege ...

Leopard Leopard In Nr. 1 fühlt sich ein Leopard wohl; scheu ist er zwar gegenüber Besuchern, aber wenn es was zu Fressen gibt, kommt er aus dem Dickicht heraus. Die Menschen allerdings sitzen - verdeckt vor gegenseitigen Blicken - in einer Hütte mit Sehschlitzen.

Selbst bei den Geräuschen der digitalen Kameras schreckt der Leopard auf. Doch trotzdem gelingen schöne Erinnerungsfotos.

Löwe Löwe

Löwinnen Weiter geht es zum Gehege Nr. 2, in dem Simba, der Löwe sowie Elsa, die Löwin mit ihrer Tochter Chiara leben und schon auf den Unimog warten, mit dem Luc das Futter bringt.
Ein großer Zaun schützt die "Menschen vor den Löwen". (Oder vielleicht doch umgekehrt?
Löcher im Zaun allerdings lassen auch hier tolle Schnappschüsse zu.

Geparden Und dann sind da noch Tom und Jerry im Gehege Nr. 3. Die beiden Geparden sind alles andere als ängstlich und schüchtern. Sie beginnen sofort mit einem Rennen gegen den Unimog: Jeder auf einer Seite des Zaunes ...

Wir gehen zusammen mit Sabine und Luc in das Gehege rein. Nein, Angst brauchen wir nicht haben, denn Luc hat seine Geparden fest im Griff. Außerdem ist ihnen jetzt das Fressen lieber als ein menschlicher Besucher.

Sabines Wunsch: eine Gepardin. Vielleicht gibt es dann ja mal kleine Gepardenbabys ... ???
Doch dazu gehören zwei! Und so wird es mit Nachwuchs sicher noch dauern, bis eine Gepardendame Einzug hält.

Geparde Geparde



1990 wurde der Conservation Fund (CCF) gegründet.

44 km nördlich von Otjiwarongo zweigt rechts die D2440 von der B1 ab.

cheetah Der CCF setzt sich für die bedrohten Großkatzen ein, denn Dürrekatastrophen und das Eingreifen des Menschen in den Lebensraum, vor allem die Jagd der einheimischen Hirten auf das Raubtier haben den Bestand der frei lebenden Geparden in Namibia auf wenige Tausend Tiere zurückgehen lassen. Und das die Bestände ständig kleiner werden, kommt es immer häufiger zu genetischen Problemen.

Die amerikanische Zoologin Laurie Maker setzt sich in Namibia für die Geparden ein und vermittelt in dem Konflikt zwischen Bevölkerung und Wildtier. So hat der CCF erreicht, dass durch anatolische Hirtenhunden zur Bewachung der Viehherden eingesetzt und dadurch die Katzen auf ganz natürliche Weise vergrault werden. So wird die Fallenstellerei und der Abschuss von Großkatzen unnötig.



buchEin Fotobuch besonderer Art
fotografiert von Benny Rebel in 3-D

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Benny Rebel, Fotograf und Naturschützer aus Hannover, hat in diesem Buch faszinierende Bilder veröffentlicht. Eine 3-D-Brille macht das Ganze zu einem visuellen Erlebnis.
Wir haben das Buch gelesen und tun es immer wieder gerne.
Mehr darüber gibt es auf der Website zu lesen; ein Besuch lohnt sich.

Es ist späterer Nachmittag. Dann fahren wir immer raus ins Gelände. Mit Luc und seinem Unimog ist das kein Problem, der kommt auf den schmalen Sandwegen überall durch.

giraffe giraffe

akazien Von der Terrasse der Lodge haben wir tagsüber schon die Giraffen gesehen und dabei von Sabine erfahren, dass es ein gerade eine Woche altes Giraffenjunges gibt. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Und das (Fotografen)-Glück ist mit uns. Perfekt von der Sonne ausgeleuchtet, marschiert die ganze Familie gen Osten. Dorthin, wo eines der Wasserlöcher ist. Mucksmäuschenstill sitzen wir im offenen Unimog und mögen (fast) nicht einmal die Digitalkameras anmachen, weil selbst das Geräusch "viel zu laut scheint".

Doch die Giraffen stören sich nicht an uns, fressen die grünen saftigen Blätter zwischen den Stacheln der Akazien ab und die Mutter lässt dabei ihr Junges nicht aus den Augen. Das allerdings ist noch nicht auf die grüne Kost eingestellt.

unimog impala Langsam fahren wir weiter und dabei kreuzen Impalas, Springböcke und Orix unseren Weg. So erreichen wir eines der Wasserlöcher.

Gut, das es sie gibt, denn sonst sieht es mit dem feuchten Nass sehr schlecht aus. Luc hält am Rande einer Senke; unschwer zu erkennen, dass hier in der Regenzeit ein See ist. Doch nun breitet sich nur eine harte trockene Fläche vor uns aus.
Luc demonstriert aber, dass es hier wasserführende Schichten gibt. Er hebt einen dicken Erdklumpen auf und dreht ihn um. Nur in wenigen Zentimeter Tiefe fühlt sich die Erde feucht und kühl an.

dinner Unser letzter Abend auf Aloegrove bricht an. Sabine und Luc haben sich mit dem Essen fast selbst übertroffen. Wir schlemmen bei Spargelquiche und Salat; Kudusteak, Reis, Bohnen in Speckmantel und Röstis; Käse (siehe oben: von der Holländerin) und frisch gebackenes Schwarzbrot!

Morgen geht es zurück nach Windhoek. Noch einen Tag haben wir dort zum Shoppen. Denn wir wollen die hübschen Platzsets, die Sabine auf den Tischen hat, kaufen. Ob das wohl klappt?

termiten Doch bevor wir die Farm verlassen, halten wir noch einmal an, um Fotos der roten Termitenhügel zu machen und um roten Sand in eine kleine Plastiktüte zu schaufeln. Das ist nämlich eines unserer Urlaubshobbys. Wir bringen uns aus (fast) jedem Land Sand mit. Wo wir schon welchen eingesammelt haben?

sandEin Klick auf das Sandbild genügt.


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