Namibia - der Kwando im Caprivi


Unser Ziel hier am Kwando ist der Mudumu Nationalpark.

Die Fahrt von Divundu/Bagani bis nach Kongola ist sehr eintönig. Nur gut, dass die B8 eine Geschwindigkeit von 120 km/h zulässt (die wir auch fahren). Wir sagen uns, dass es sicher sehr viel schöner und interessanter im Camp ist als einen Zwischenstopp irgendwo auf der B8 zu machen.

schildWir sind in Kongola angekommen: Eigentlich ist es nur eine kleine Ansammlung von Hütten; dazu kommt eine Polizeistation, eine Tankstelle mit Getränkeshop und zwei Häuser, in denen es jeweils einen Craft-Shop gibt. Wir tanken und vertreten uns die Beine. Da kommen die beiden kleinen Kunsthandwerksgeschäfte gerade recht. Wir kaufen zwei geschnitzte Kugel am Band. Sie sind aus Makalani-Kernen und für 3,50 Euro pro Stück ein nettes kleines Mitbringsel.

Jetzt sind es noch 23 km über eine Sandpiste, bis wir den Abzweig mit dem Hinweisschild zum Camp Kwando (3 km) erreichen. Es geht jetzt nur durch das Dorf Kwando; überall laufen die Kinder herum, spielen oder hüten die Ziegen. Rechts und links der Straße sind Holzstapel aufgebaut. Holz, das das Camp von den Dorfbewohnern kauft. So bekommt das Dorf etwas Geld und die Gäste im Camp ein schönes Lagerfeuer am Abend auf der Plattform am Kwando.

logo camp Wir sind am Camp angekommen und freuen uns erst einmal über ein kühles Getränk zum Empfang. Es ist Mittagszeit und recht heiß. Da genießen wir schon die hohen Bäume, die ein wenig Schatten spenden.Schnell sind auch die Anmeldeformalitäten erledigt und wir haben den Schlüssel für das Baumhaus Nr. 1 in der Hand. Unser Auto stellen wir davor auf dem Weg ab.

baumhausDas Baumhaus Nr. 1 ist sehr komfortabel eingerichtet: Brauner Holzfußboden und hübsche dunkle Möbel; ein riesiges Bett mit hübscher Wäsche und einem überspannenden weißen Moskitonetz; eine Sitzecke mit frischem Obstkorb und ein Bad mit riesiger Wanne, Dusche und allen Dingen, die ein Bad gemütlich machen. Die Terrasse - ebenfalls hoch im Baum - lädt zum Sonnenbad ein (aber der Schatten ist uns doch lieber ...).

Und während wir uns jetzt häuslich für die nächsten vier Tage einrichten, kann das Baumhaus - wenigstens virtuell - besichtigt werden.

baumhaus baumhaus

camp baumhaus

vogel Absolut urgemütlich kann man auf den schattigen Plattformen an der Lapa und direkt am Kwando sitzen. Außer den menschlichen Gästen gibt es auf gefiederte und vierbeinige. Graue Lärmvögel sind hier alles andere als scheu. Sie scheinen zu wissen, dass ihnen niemand etwas tut. Ständig fliegen sie von Baum zu Baum und kommen zur Tränke herunter.

So genießen wir die heißen Mittagsstunden - hier unter dem Rieddach - und bei kühlen Getränken.

hippo Auch hat das Hippo seine festen Zeiten, an denen es am anderen Ufer des Kwando (das ist schon Botswana!) den Hunger stillt. Und wenn man so dem Müßiggang im Urlaub frönt, kommt man auf die sonderbarsten Ideen. Meine Idee: Ich habe das Hippo Amalie getauft. Doch - oh Schreck - wir erfahren vom Guide, dass es ein männliches Hippo ist. Also taufe ich es in Anton um.

pfeilEtwas zu den Hippos:
Das Flusspferd [Hippopotamus amphibius] ist mit den Schweinen verwandt. Es wird 1,50 m hoch und kann eine Länge von 4,50 m bei einem Gewicht von 2700 bis 4500 kg erreichen. Dabei ist es recht wendig und läuft zu einer Geschwindigkeit von bis zu 48 km/h auf. Der Kopf alleine bringt ein Gewicht von 450 kg auf die Waage; das tägliche Fressen 50 kg. Und diese vegetarische Kost zerkleinert das Hippo mit 44 Zähnen.
Das Flusspferd kann bis zu 10 min unter Wasser laufen; schwimmen ist nicht seine Stärke; es überwindet Entfernungen auf dem Flussgrund laufend.

camp sonnenuntergangEin wenig sieht die Vegetation am Kwando wie im Okavango Delta aus. An den Ufern stehen Papyrusstauden. Wir fahren mit dem Boot leise über das Wasser, so dass wir nahe an die Kingfisher, Enten und Carmine Bee-Eater herankommen. Meist ist es unser Bootsführer, der mit geschultem Blick die Tier- und vor allen Dingen die Vogelwelt am und im Wasser erspäht. Es macht Spaß, so auf dem Kwando herum zu schippern und ständig auf den Auslöser der Kameras zu drücken.

hund sonnenuntergang Bootstouren sind nicht nur etwas für den frühen Morgen, sondern auch etwas für eine Sundowner-Tour am späten Nachmittag in den Abend hinein. Das haben wir uns "geleistet": Sonnenuntergang mit Champagner, Muscheln und anderen Leckereien.

 Unser Bootsführer hat seinen Hund mitgebracht. Busky ist ziemlich jung und muss sicher noch einiges lernen. So hat er uns immer von dem Platz im Boot "weggejagt", auf dem er gerne liegen wollte ...

Doch das "verzeihen" wir ihm gerne bei dieser Abendstimmung.

abend lappa Der Abend ist angebrochen. Es wird dunkel und die Geräusche der Nacht sind um uns herum zu hören: Baumfrösche! Sehen können wir die winzig kleinen Hüpfer allerdings nicht. Dafür geben sie ein recht lautes Konzert, während wir uns mit den anderen Gästen in dem offenen Restaurant zum Dinner treffen. Das also ist die Musik Afrikas ...

Wir genießen das Essen. Alles ist frisch und außerordentlich lecker. Der Rotwein kommt aus Südafrika und mit einer Tasse Kaffee beenden wir das Abendessen dann meist.

pfeil Etwas zu den Staffs vom Camp Kwando und dem Dorf der local peoples:
Neben einer Lodge oder einem Camp gibt es meist auch ein Dorf der Einheimischen. Die jungen Dorfbewohner finden eine Anstellung in der Campanlage und verdienen Geld. Geld, das dann für die ganze Großfamilie reicht. Und alles, was in der Küche beim Kochen übrig bleibt, landet dann später auch im Dorf.
Auch nahe unseres Camps gibt es ein solches Dorf, das den Gästen das Leben der Einheimischen näher bringen möchte. Nun gut, es ist sicher nicht immer alles ganz authentisch, aber zeigt doch einen kleinen Einblick in das Leben der Menschen.
Einfach auf den  "Willkommensgruß" klicken village


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schild Absolutes Highlight für Tierfreunde, -fotografen und Naturliebhaber ist ein Besuch im 1000 qkm großen Mudumu Nationlapark; es gibt ihn seit 1990.

Im Westen verläuft die Grenze am Kwando (die Einheimischen nennen ihn auch Mashi) entlang; im Norden und Osten schließt der Park mit Mopanewäldern und trockener Buschsavanne ab und im Süden sind die Sümpfe des Linyanti die natürliche Grenze, auch zu Botswana.

Geländewagen mudumu Das Naturschutzreservat ist wenig erschlossen und nur in der trockenen Jahreszeit mit dem Geländewagen passierbar.

Im Park beheimatet sind mehr als 400 Vogelarten. Doch das Highlight sind ohne Zweifel die gewaltigen Elefantenherden. Aber auch Nilpferde und Krokodile leben hier ebenso wie Büffel, Antilopen, Kudus, Impalas und Zebras.

mudumu Permits bekommt man entweder in Katima Mulilo oder direkt vor Ort am Makatwa Camp. Bei der Versorgung im Park sind die Besucher auf sich selbst gestellt.

 Es sind vom Camp Kwando nur wenige Kilometer über die C49 bis zum Gate des Mudumu Parks. Eigentlich ist es nur eine einfache Hinweistafel, die den Beginn des Schutzgebietes anzeigt.

Gut, dass wir auch dieses Gebiet nicht mit dem eigenen PKW besuchen. Erstens können wir beide dann die Landschaft, Natur und Tiere beobachten und keiner von uns muss hinter dem Steuer sitzen. Zweitens lassen sich die Sandwege auch besser mit vier angetriebenen Rädern befahren. Ab und zu begegnet uns ein anderer Geländewagen; aber es ist absolut nicht überlaufen.

Elefanten Elefant Das Highlight in Mudumu sind unumstritten die großen Elefantenherden. Teilweise liest man in einigen Reiseführern und -berichten von der Aggressivität der Dickhäuter. Aber wir erleben nur ruhige Vertreter ihrer Art. Sicher, wir sind auch ausgesprochen still und mögen fast kein Wort sagen. Nur das Klicken der Kameras "stört" uns selbst ein wenig. Aber wir wollen ja auch schöne Erinnerungsfotos mit nach Hause nehmen.

pfeilEtwas zu den afrikanischen Elefanten:
Hier im Caprivi wird er Ndhovu genannt.
Durchschnittlich wird ein Elefant 3,20 groß und 5 t schwer. Die Ohren erreichen 2 m im Durchmesser.
Bei männlichen Tieren können die Stoßzähne bis zu 3 m lang und 100 kg schwer werden.
Sie werden rund 70 Jahre alt.

baumDie großen Elefantenherden brauchen auch täglich riesige Mengen Futter; ein ausgewachsener Dickhäuter vertilgt zwischen 200 und 300  kg. Die Landschaft sieht teilweise zertrampelt und kahl gefressen aus. Nur ab und zu bilden sich solche grünen Oasen mitten im Gelb der trockenen Gräser.

Gerade hier im 1010 qkm großen Mudumu Nationalpark sieht man die Auswirkungen der große Elefantenherden, die im Süden des Parks in dem wasserreichen Gebiet der Linyati-Sümpfe ein ungestörtes Leben führen.

Abendstimmung



Es wird (leider!) Zeit; wir verlassen den Kwando und erleben einen dieser traumhaften Sonnenuntergänge.

Die nächsten Tage verbringen wir noch einmal am Okavango und zwar im Ngepi Camp.


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