Namibia - Grootfontein

Jakarandabäume und Bougainvilleen säumen die Straßen des 1460 m hoch gelegenen Ortes, dessen Name sich aus der Sprache der San und Damara ableitet: "Gei-Ous" was so viel wie "Große Quelle" bedeutet. Grootfontein ist der ideale Ausgangspunkt zum Caprivi; doch bevor wir dorthin fahren, werden wir einige Tage in Roy's Rest Camp verbringen (wer direkt ins Camp möchte, bitte auf den Namen klicken).

Von Windhoek kommend:
Bis Grootfontein sind es insgesamt 452 km.
Bis Otavi auf der B1, dann rechts auf die B8 abbiegen. Weiter geht es auf der B8 Richtung Norden / Richtung Rundu. Nun ist Grootfontein erreicht und nach weiteren 56 km die C44, die Richtung Tsumkwe führt. Gleich nach dieser Abzweigung (es geht weiter auf der B8) kommt links ein Schild "Roy's Camp". Dort abbiegen und das Ziel ist nach 1 km erreicht.

Vom Waterberg kommend:
Wer - wie wir - am Plateau in einer der Lodges oder Camps wohnt, kann die D2512 / D2804 Richtung Norden nehmen. Die Sandpiste lässt sich gut fahren (teilweise über Farmgelände hinweg und durch Gatter hindurch). Nach 87 km ist die B8 erreicht und es sind jetzt nur noch 34 km bis Grootfontein.

wappen Grootfontein hat ca. 25.000 Einwohner. Es ist ruhig hier und hübsche Häuser stehen in grünen blühenden Gärten. Die Stadt ist nicht nur gut über die B8 zu erreichen, sondern hat auch einen Flugplatz und einen Bahnhof. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten in einem  Supermarkt; zwei Tankstellen versorgen die Autos mit Benzin und Diesel; Hotels, Post, Banken, Apotheke und Ärzte sind ebenfalls vorhanden.

Auf zwei Sehenswürdigkeiten möchte ich an dieser Stelle hinweisen. Wir besuchen beide anlässlich eines Ausflug von Roy's Rest Camp aus: Es ist der Hoba Meteorit und das Alte Fort Museum.

kasse
Von Norden kommend zweigt kurz nach Grootfontein die C42 Richtung Tsumeb ab. Nach wenigen Kilometern geht es dann links auf die D2859. Die 21 km auf Sandpiste lassen sich gut fahren.

Als wir am Hoba Meteoriten ankommen, stehen auf dem Parkplatz noch zwei weitere Autos. Es ist also nicht überfüllt.


achtung Ein kleiner Shop bietet kalte Getränke und Souvenirs an sowie eine Beschreibung (1 N$) über den Meteoriten in mehreren Sprachen.

Natürlich achten wir auch auf diesen Hinweis!!!!!

Meteorit Jacobus Hermanus Brits fand  1920 bei einer Wanderung über die Farm Hoba-West einen ungewöhnlichen Stein, der eben sehr viel anders aussah als die Steine, die hier sonst so waren. Er wollte ihn ausgraben und mitnehmen; merkte dann aber sehr bald, dass es ein äußerst großer Stein war. Als er ein kleines Stück davon abgeschlagen und es mit in die Stadt genommen hatte, stellte sich sehr schnell heraus, dass es ein Meteorit war, der dort schon seit Jahrtausenden unter dem Sand Namibias lag.

Heute erzählen große Steintafeln am Eingangsgebäude die Geschichte des Hoba-Meteoriten, der als bisher größter gefundener Meteorit auf der Erde gilt. Seine Ausmaße sind ca. 3 m in der Länge und 1 m in der Breite. Er besteht zu 82% aus Eisen. 16% Nickel und 1 % Kobalt sind auch in seinem Material enthalten.

1987 schenkte der Besitzer den Meteoriten der Stadt.

Hoba Meteorit Meteorit

Wer möchte, kann auf den Gelände des Meteoriten Picknick machen und grillen. Die Grillplätze sind sauber und hübsch angelegt. Auch ein Campingplatz ist in unmittelbarer Nähe.

Wir aber fahren zurück nach Grootfontein und nutzen die Gelegenheit zum Einkauf im Spar Supermarkt.
Die Käsebrötchen schmecken wirklich gut, fast wie zu Hause. Der Schlachterstand bietet "Landjäger"; so gibt es heute bei uns eine deftige "Brotzeit". Selbst das Bier in Namibia ist (fast) wie bei uns zu Hause.

Museum Museum Doch bevor wir uns stärken, machen wir noch einen Besuch im Alte Fort Museum.

Wenn man die B8, die innerhalb Grootfonteins Okavango Road heißt, Richtung Norden fährt, zweigt fast am Ortsende links die Erikssonstraße ab. Wenige Meter weiter sieht man schon auf einer kleinen Anhöhe das 1896 erbaute Alte Fort, das damals Verwaltungshauptquartier des Distrikts Grootfontein war und seit 1983 als Museum dient. Unser Nissan findet einen Parkplatz direkt neben dem Gebäude unter einem großen Baum im Schatten, denn die Sonne steht hoch am Himmel. Wir sind fast die einzigen Besucher, denn bekanntlich ist jetzt im September nicht Hauptreisezeit. So können wir durch die Ausstellungen gehen, fotografieren und niemand läuft durchs Bild. 

Das Museum ist geöffnet: Montag bis Freitag immer von 09:00 bis 12:00 h und von 14:00 bis 16:30 h
Im Winter ist das Museum nur bis 16:00 h geöffnet.

Museum Museum

Die Ausstellungsstücke sind liebevoll vom Museumsverein zusammengetragen worden. Die Anlage selbst ist sehr gepflegt und wir fühlen uns wohl zwischen all den Erinnerungen vergangener Jahre.

Selbst ich kenne noch die kleine Schusterwerkstatt im Hinterhof meiner Heimatstadt. Und die/der eine oder andere LeserIn wird sich bestimmt an das Butter im Dorf erinnern. Vielleicht auch mit einer solchen Butterknetmaschine.

Und so fremd sind die alten Geräte und Haushaltsgegenstände nicht; auch unsere Eltern und Großeltern haben sicher damit gearbeitet. Ob meine Oma wohl auch in diesem Buch nachgeschlagen hat, wie sie ihre Kinder pflegt?

Apotheke Hebamme
Wir haben sie besucht: die Adler-Apotheke in Swakopmund (siehe Bericht unserer ersten Reise nach Namibia).

Am Ende des Rundgangs kommen wir wieder in den Eingangsbereich zurück. Die junge Dame verneint unsere Frage nach dem Eintrittsgeld, denn um das hat uns zu Beginn unseres Besuches niemand gebeten. Im Museum, so erfahren wir, wird kein Eintritt erhoben. Dafür steht ein Spendentopf bereit. Somit kann ich zu den "Kosten des Museumsbesuches" nichts sagen; die Höhe der Spende liegt nun mal im Ermessen des einzelnen Besuchers.

Ein paar Zeilen schreiben wir natürlich auch in das große Gästebuch; beim Durchblättern stoßen wir auf Namen aus aller Welt, die dieses Museum besuchen. Aber - und das sage ich ein wenig augenzwinkernd - liest sich dieses Buch natürlich auch recht "deutsch".

Supermarkt Supermarkt Noch eine nette Anekdote:

Während der Tage in Grootfontein haben wir natürlich auch hier getankt und eingekauft. Einmal auch an einem Sonntag, aber die Supermärkte haben geöffnet. So gehe ich in den Spar-Markt (er ist ziemlich leer, wie man sieht) und hole erst einmal Wasser. Aber es könnte doch auch ein Windhoek Lager sein, oder? Doch da traue ich meinen Augen nicht; das Kühlregal mit dem Bier ist verschlossen. Grund: Sonntags ist kein Alkoholverkauf. Also, sieht unser Einkaufswagen eben sehr spartanisch aus.


nach oben

logo Als wir im Vorfeld unserer Reise nach einer geeigneten Lodge in/um Grootfontein gesucht haben, haben wir im Internet in den Reiseberichten oft etwas über Roy's gelesen und ein alkoholisiertes Elen. Eine eigene Website vom Camp gibt es nicht; so haben wir uns also auf die Erfahrungen anderer Reisender verlassen. 

Und - das will ich an dieser Stelle gleich einmal schreiben - verlassen und enttäuscht haben uns diese Erfahrungen nicht!

Eingang Bungalow Von Grootfontein - wo wir den Wagen wieder voll getankt und unseren Wasservorrat aufgestockt haben - bis hierher sind es 56 km. Schon das urige Hinweisschild lässt ein rustikales Ambiente erahnen. Ein Kilometer trennt uns nun noch von der Lodge. Das wir auf einer Farm sind, zeigen die Zäune rechts und links des Sandweges.

"Guten Tag, schön dass ihr da seid." So begrüßt uns Heinrich. Er ist Empfangschef, Barkeeper, Restaurantleiter, Guide; er ist einfach "Junge für Alles".

Bungalow Parkplatz Das Hauptgebäude ist groß und eigentlich ziemlich offen gebaut. Zumindest spendet ein großes, überhängendes Dach Schatten. Die Sitzecken darunter sind gemütlich und die Bar lädt zu einem Begrüßungsdrink ein. Den können wir uns auch erlauben, bleibt der Wagen doch heute auf seinem Parkplatz vor dem Bungalow Nr. 2 stehen, in den wir für die nächsten drei Tage einziehen. Passieren kann ihm hier nichts, ist er doch gut beleuchtet während der Nacht. Wie gesagt: Rustikal ist alles, was uns umgibt!

Heinrich, so erfahren wir, stammt aus Tsumeb, wo seine Eltern eine Farm haben. Er selbst fühlt sich hier im Camp wohl und liebt die Arbeit mit immer wieder neuen netten Gästen.

Die meisten Gäste bleiben ein, zwei, drei Tage während ihrer Reise in den Caprivi. Es gibt aber auch Gäste, die beruflich von Windhoek rauf in den Caprivi müssen und das Camp als idealen Zwischenstopp wählen.

Bungalow Bad Wir richten uns jetzt erst einmal häuslich in unserem Bungalow Nr. 2 ein, der - wie alle anderen sechs Bungalows auch, einen eigenen rustikalen Charme hat. Einen Kühlschrank gibt es nicht, so dient uns das Waschbecken wieder als Kühlschrank für die Wasserflaschen. Dafür bringt der Ventilator - der Aus Erfahrung Gut ist - ein wenig Kühle. So, wir stellen jetzt diesen Ventilator an, relaxen auf diesen Betten, während Sie - liebe LeserInnen - einen virtuellen Rundgang durch unseren Bungalow machen können:

Am späteren Nachmittag laufen wir den Dik-Dik Trail. Das ist einer von zwei Rundgängen über den Teil der Farm, der auf dieser Straßenseite liegt. Die Farm selbst ist nämlich durch die B8 in zwei Teile geteilt.
Der Dik-Dik Trail ist ca. 1,5 km lang, und der Ystervark Trial ca. 2,5 km. Beide Wege beginnen und enden am Haupthaus und der kleinen Wasserstelle, die Anlaufpunkt der Wildtiere ist, die auf der Farm leben.

Restaurant Apropos: Wildtiere. Nun will ich auch etwas zu dem anfangs erwähnten alkoholisierten Elen sagen. Darüber habe ich nämlich in verschiedenen Reiseberichten im Web gelesen.

Heinrich schmunzelt, als ich ihn danach frage. Ja, diese Elenantilope (engl.: Eland) hat es tatsächlich hier auf der Farm gegeben. Sie kam regelmäßig abends an der Bar vorbei und nahm einen Schluck. Sicher waren viele Gäste am Zweifeln, ob sie selbst zu tief ins Glas geschaut haben, oder ob es diese Antilope wirklich gab.

Leider ist das Elen heute nicht mehr da. Es scheint ein Loch im Zaun gefunden zu haben und entwichen zu sein.


Roy's Rest Camp wurde 1995 eröffnet und ist Teil der Farm Elandslaagte, eine der ältesten Farmen in der Region Grootfontein (es gibt sie seit 1930). Die Farm hat insgesamt 2800 ha. Viehzucht und Lodge sind heute die Standbeine der Farm.

Restaurant KaffeeWir genießen nicht nur die Ruhe hier im Camp, sondern sind auch begeistert von der Küche.

Das fängt schon mit frisch gebackenem und noch warmen Brot am Morgen an: Körnerbrot, Vollkornbrot usw. Darf es lieber ein Spiegelei sein; ein Rührei; oder ein Omelett? Jedenfalls sind wir danach den ganzen Tag gestärkt freuen uns dann aber auch auf das Dinner ab Abend. Auf dem Büfett stehen zwei Gerichte, die man nach eigenem Geschmack zusammenstellen kann. Natürlich fehlt nicht der frische Salat und das knackige Brot. Etwas Süßes und ein Kaffee schließen dann den Magen zu.

So, jetzt noch einen Kaffee und dann geht es weiter Richtung Rundu und zum Caprivi.

Namibia : Windhoek : Waterberg : Grootfontein : Rundu : Caprivi : Okavango : Kwando : Kwando Village : Otjiwarongo : Links  :
... zurück nach Afrika