Namibia - Windhoek

Es ist der 18. November, und als wir von Hannover via Frankfurt und Johannisburg nach Windhoek starten.

Die South African Airways bringt uns in 12 Stunden Flug ans Ziel. Mit dem Taxi fahren wir die 45 km lange Strecke vom Flughafen rein in die Stadt ins Hotel Moni. Gemütlich sind die 11 Zimmer.


Ein Pool lädt zum Entspannen ein. Breitensteins, die Besitzer, kommen aus Deutschland. So klang uns ein freundliches “Guten Tag” entgegen, als wir ankamen. Das Moni liegt zentral in der Stadt, und so konnten wir uns die ersten Tage eingewöhnen, ohne Auto alles erkunden und durch die Straßen bummeln.

DenkmalNamibias Hauptstadt ist ruhig, mit rund 200.000 Einwohner keine Großstadt mit Hektik und Straßenverkehr. Die kleinen Cafes und Restaurants laden zum Verweilen ein. In den Geschäften hat man keine Sprachprobleme. Auch wir haben davon profitiert. So konnte ich ohne Mühe meine Brille reparieren lassen, aus der ich auf dem Hinflug eine Schraube verloren hatte. Der Optiker empfing uns mit “Grüß Gott” (er kam aus Österreich). Schnell waren wir ins Gespräch gekommen und so geschah es, was geschehen musste: mein Mann und ich kauften neue Brillen. Hervorragender Service und gute Preise machten uns den Kauf leicht. Gut also: Brillen wurden angepasst, und als wir nach 14 Tagen wieder zurück in Windhoek waren, holten wir sie ab.

Nun aber ab in die Drogerie (unsere Hotelbesitzerin empfahl sie uns). Wir mussten noch etwas für unsere Malariaprophylaxe tun. Auch hier wurden wir mit “Hallo” und “Wie geht es in Deutschland?” begrüßt. Der junge Drogist beriet uns gut. Mit der richtigen Dosis Malariatabletten und nur einem kleinen Loch in der Geldbörse verließen wir die Drogerie. Sicher kann man nicht überall bedenkenlos Medikamente in Afrika kaufen, aber hier in Namibia führt es zu keinen Problemen. Weniger als die Hälfte der Kosten wie in Deutschland mussten wir aufwenden.

Was also tun wir jetzt? Einfach über die Independence Avenue - bis 1990 Kaiserstraße, früher mal Kaiser-Wilhelm-Straße - schlendern. Die Architektur der Häuser erinnert stark an die “Gründerzeit”. Überall klingt es vertraut in den Ohren. Sollte das Afrika sein? Na ja, die Zeit wird kommen, da werden wir die fremden Dialekte nicht mehr so gut verstehen. Jedenfalls fühlen wir uns wohl, und wir ließen den Tag in einem kleinen Biergarten ausklingen.

Am anderen Morgen wurden wir mit einem reichhaltigen Frühstück verwöhnt, so dass der Tag beginnen konnte. Wir wollten uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt ansehen. Nein, nicht mit einem Guide, sondern allein. Lesen können wir selbst und in den Reiseführern steht genug Wissenswertes über Land und Leute.

TintenpalastWir beginnen unseren Stadtbummel am Curt von Francois Denkmal (s.o.), dem Begründer Windhoeks. 1890 bauten an dieser Stelle die ersten Siedler ihre Häuser. 

Ein paar Schritte weiter kommen wir am“Tintenpalast” vorbei. So nennt man scherzhaft das Parlament. Ob tatsächlich so viel ge- und unterschrieben wird, das der Name den Menschen hier treffend erschien?

ChristuskircheDanach bummeln wir an der Christuskirche vorbei, dem ältesten Gotteshaus der evang.-luth. Gemeinde in Windhoek.

Überall sehen wir deutsche Straßennamen. So geht’s entlang der Peter-Müller-Straße bis hin zum Reiterdenkmal.

Straßenschild Anmerkung: 2002 wurde die Peter-Müller-Straße in Fidel Castro Ruz umbenannt ....

Reiterdenkmal Noch etwas weiter, und wir stehen vor der Alten Feste. Der eingangs erwähnte Curt von Francois hat ebenfalls 1890 dieses Bauwerk errichtet, um Raum für die deutschen Schutztruppen zu schaffen. Heute befindet sich hier im Gebäude das südwestafrikanische/ namibische Staatsmuseum.

Nach Nordwesten blickend spiegelt das Standbild den Geist der damaligen Zeit in SWA wieder. In Bronze gegossen, wurde das Denkmal zu “Kaisers Geburtstag” 1912 enthüllt. So, nun ist Schluss mit der “Stadtführung”. Aber es soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass Windhoek nur in der Vergangenheit lebt. In der Independence Avenue hat sich das Straßenbild verändert. Hochhäuser mit Banken und Geschäften findet man dort ebenso wie die alten Häuser der Kolonialarchitektur.

Der Abend naht, und wir müssen packen. Morgen heißt es: ab in die Wüste! Ein Geländewagen wird uns in die Namib Naukluft Logde, direkt im gleichnamigen Nationalpark, bringen. Ist das dann endlich Afrika? Na ja, wir werden es sehen.





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