Namibia - Etoscha Pfanne

Mit Hilfe von Reiseführern haben wir uns gut “eingelesen” und die Planung der Namibia-Tour konnte beginnen:

Große Tore versperren die freie Fahrt. Denn wie soll man sonst das Vieh innerhalb der Farmgrenzen halten, wenn die Straßen nicht “geschlossen” sind. Deshalb sind diese Überlandfahrten auch etwas langwierig, zumindest, wenn man alleine unterwegs ist. Ist man zu zweit, hat das seinen Vorteil: ein Tor kommt; der Fahrer hält an; der Beifahrer springt raus und öffnet das Tor und schließt es wieder, wenn das Auto durchgefahren ist. Nur gut, dass ich am Steuer saß, so hatte Hubert das “Vergnügen” des Tore-öffnens-und-wieder-schließens.

ImmenhofRinderBei der Ankunft auf dem Immenhof werden wir herzlich von Friedhelm und Ria von Seydlitz und ihren Kindern Werner und Charissa begrüßt. Die Farm ist in dritter Generation in der Familie und hat sich in den letzten Jahren von einer reinen Rinderfarm zum offenen Haus für Gäste aus aller Welt verändert. Sicher, man kann geteilter Meinung sein über Trophäenjäger (Wir nehmen dazu lieber die Kamera!!!), aber es waren zwei schöne “Ferientage auf dem Bauernhof”.

FelszeichnungenFelsenGemeinsam finden wir uns mit der Familie zum Essen um den großen Tisch im Hause ein. Die übrige Zeit fahren wir über die 5000 ha große Farm, kamen an den Rinderherden vorbei, sahen Warzenschweine, Antilopen und Zebras im Busch. Auch sind überall auf der Gästefarm Felszeichnungen und große Felsen zu sehen, die von den Ureinwohnern einst zur Übertragung von Mitteilungen über lange Strecken genutzt wurden.


Später auf der Terasse haben wir dann  bei einem Glas Wein einen schönen  Sonnenuntergang erlebt. Gerade die Terrasse des Hauses war abends Treffpunkt der Familie und Gäste beim gemütlichen Grillen.

Doch nun geht’s weiter: Noch rund 400 km trennen uns vom ....

Etoscha Nationalpark

Tor
Der Name Etoscha bedeutet Platz der großen weißen Flächen. Und das ist wörtlich zu nehmen. Eine scheinbar öde Landschaft aus Sand und Salz. Wir haben drei Tage eingeplant, um uns den Park mit seinen großen Tierherden anzusehen. Nachts verbringen wir in einem der drei Camps: Okaukuejo, Halali und Namutoni. Und da beginnt auch schon die erste Regel im Park zu greifen: Das Campgelände muss vor Sonnenuntergang erreicht sein und darf erst nach Sonnenaufgang am anderen Morgen verlassen werden. Da fragt man sich, wer hier eingezäunt ist: die Menschen im Camp oder die Tiere davor? Na ja, man kann sich an die Auflage gewöhnen. Überkommt einem doch Sicherheit, geschützt hinter Mauern, dem Wild in der beleuchteten Tränke zuzusehen und nachts die Löwen von Ferne zu hören.

Okaukuejo = Der Schwengel des Ziehbrunnens ist das erste Rastlager auf unserer Tour. Das Camp ist berühmt für seine Wasserstelle, die 24 Stunden am Tag von den Tierherden besucht wird und die aufgrund einer Flutlichtanlage ebenso lange den Gästen die Beobachtung des Wildes erlaubt.

HalaliHalali = Die Fanfare des Bügelhorns Bungalows und Stellplätze für Wohnwagen stehen zum Übernachten zur Verfügung. Ein Postamt verbindet die Besucher mit der Außenwelt; Schwimmbad, Läden und Restaurant lassen etwas Luxus - gepaart mit Safaristimmung - aufkommen.

Dieses Rastlager liegt genau zwischen den beiden anderen (70 km nach Westen sind es bis Okaukuejo und 75 km nach Osten bis Namutoni).

1967 gegründet, ist Halali das kleinste Camp. Es liegt am Fuße des Tsumasahügels und war zu Zeiten Deutsch Südwest eine Heliografenstation der Schutztruppen.
Die Bungalows sind eingebettet in großen Mopanewäldern, und auf den Wanderwegen kann man die vielfältige Vogelwelt beobachten

GedenktafelNamutoniNamutoni = Der Platz des starken Wassers ist das schönste der drei Rastlager. Fächerpalmen umgeben das ehemalige Fort aus deutscher Kolonialzeit. 1903 entstand es und wurde bereits ein Jahr später von den Owambos zerstört, nachdem sich die siebenköpfige Besatzung zurückgezogen hat. Die Tafel erinnert daran.

1906 wieder auf- und 1957 zur Lodge umgebaut, hat sich das Ambiente der Kolonialzeit erhalten. Abends wird - untermalt vom Zapfenstreich - die Flagge eingeholt. Dann beginnt das Urwald-Konzert der großen Tierherde draußen vor dem Tor. Sicher hinter der Mauer des Camps saßen wir abends, um an der beleuchteten Wasserstelle nach den Tieren Ausschau zu halten.

Ein Gewitterregen hat die Luft abgekühlt: keine Mücke ärgert uns, und wir genießen den letzten Abend im Etoscha Nationalpark.

Tausendfüßler Etoscha

Giraffen Zebras

Etoscha in Zahlen
1907 vom deutschen Governeur von Lindequist  zum Wildschutzgebiet erklärt.
1970 zum Nationalpark proklamiert mit einer   Fläche von 22.270 qkm.
Namibia hat als einziges Land der Welt den Schutz der Natur in seiner Verfassung festgeschrieben hat.
Seit 1973 ist der Park mit einem 3 Meter hohen Drahtzaum umgeben; dadurch nahm der Wildbestand schnell zu.
Neue Brunnen mussten zur Unterstützung der natürlichen Quellen gebohrt werden.
Löwinnen z.B. bekommen Halsbänder mit Hormonen zur Empfängnisverhütung.
Die Salzpfanne umfasst 4590 qkm. Vor 2 Mio. Jahren war hier noch ein See, der aber eintrocknete.
Der Wind trug den Lehmboden ab und heute bedecken Kalirohsalze den Boden.
Parklänge von Ost nach West: 295 km
Parklänge von Nord nach Süd: 110 km
144 Säugetierarten leben im Park sowie 300 Vogelarten


KunsthandwerkWaterbergplateau Langsam geht unsere Zeit in Namibia zu Ende. Vor uns liegen jetzt noch 553 km auf der B 1 zurück Richtung Windhoek. Wir haben die Wüste erlebt, Tiere und Natur beobachtet und den Atlantik gesehen. Sicher nicht alles was Namibia zu bieten hat. Aber uns war es wichtiger, nicht wie wild durchs Land zu fahren, sondern für die Orte - die wir nun mal gerne besuchen wollten - genügend Zeit zu haben.

Auf unserem Weg zurück in die Hauptstadt machen wir Halt in einem Schnitzerdorf. Sicher werden hier Holzarbeiten speziell für Reisende geschnitzt; aber solch eine Skulptur erinnert beim Betrachten zu Hause daran, dass wir wiederkommen werden.

Auch machen wir noch einen kurzen Abstecher Richtung Waterberg, aber die Zeit reicht nicht, um uns diese Gegend genauer anzuschauen.

Auch das ist ein Grund zum Wiederkommen ...






Namibia : Windhoek : Namib Wüste : Swakopmund : Etoscha Pfanne : ... zurück nach Afrika