Malaysia - Selangor

07.Oktober:
Unser Guide Shah steht pünktlich um neun Uhr mit dem Wagen vor dem Hotel. Nun heißt es: auschecken, Gepäck ins Auto und ab auf die Piste mit Ziel Selangor!

Gott sei dank sind wir schnell aus der Stadt raus. Sollten die grauen Wolken am Himmel Regen verheißen? Doch glücklicherweise haben wir nur wenige Tropfen abbekommen und so wird der Tag schön und sonnig.

batu batu Unserer erster Stopp auf der Fahrt entlang des Highways Nr.1 sind nach 13 km die Batu Caves. Bei tropischen Temperaturen absolvieren wir die 250 Stufen hinauf zu dem Hinduschrein als unser Morgen-Jogging.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde hier ein Tempel zu Ehren Shivas errichtet, der alljährlich mehr als 100.000 Gläubige zum Thaipusam-Fest anzieht. Das ganze Jahr über kommen die Menschen hierher in dieses beeindruckende Massiv aus Kalkfelsen, allerdings immer mit einem Auge in Richtung der Affenhorden, die in der Höhle ihr Zuhause gefunden haben. Vorsicht ist geboten vor diesen teilweise aggressiven Tieren. Sie scheinen zu wissen, welchen Schutz sie in dem hinduistischen Heiligtum genießen.

masjid masjid Die Landschaft ist geprägt von einer Reihe Kalkfelsen, die so manchen Kletterer mit Seil und Haken anziehen.
Einen weiteren Katzensprung entfernt, erreicht man die neue Hauptstadt von Selangor: Shah Alam. Rund 200.000 Menschen hat es – teilweise – von KL hierher gezogen. Shah Alam ist so etwas wie eine Wohnstadt (KL ist eben die hektischere Arbeitsmetropole).

Überragendes Bauwerk der Stadt ist unumstritten die gerade mal gut 30 Jahre alte Staatsmoschee Masjid Sultan Salaheddin Abdul Aziz Shah. 160 Mio RM = rd. 40 Mio. Euro hat der Bau dem Sultan von Selangor gekostet. Es ist ein moderner Prachtbau entstanden, dem traditionelle Stilelemente einen besonderen Reiz geben.

Nichtmoslems können leider das Innere des Gebetsraumes nicht betreten. Doch der nette Wärter am Tor hat ein wenig Einsehen mit uns, so dass wir doch ein paar Schritte hinein und schauen dürfen (Klar, dass auch die Kamera klickt!).

masjid masjid

selangorWir fahren weiter durch Selangor, dem 13. Bundesstaat von  Malaysia, dessen Haupstadt Shah Alam ist. Es geht immer entlang der Küste und der Straße von Malakka nach Norden. Überall sehen wir kleine - teilweise recht armseelige - Hütten am Wegesrand und an den Wasserläufen. Es sieht so aus, als ob die Flut schon oftmals die Häuser unterspült oder gar überspült hat.

selangor Bald ist auch unser Tagesziel erreicht: der kleine Ort Kuala Selangor, die alte köngiliche Hauptstadt von Selangor und der Kuala Selangor Nature Park. In diesem 1987 unter Naturschutz gestellten Mangrovenwald haben die engagierten Tierschützer auf 2,4 qkm ein weit verzweigtes Netz von verschlungenen Wegen und Beobachtungsplätzen für Vogelliebhaber geschaffen.

selangor Zugvögel machen hier Rast auf ihrem Flug in den Süden. Viele Reiher und Störche prägen dann das Bild.
Auch im Wasser tummeln sich Schlammspringer und diese Echsen.
Affen hangeln sich durch die Bäume von Ast zu Ast. Das Seeklima lässt die Wanderer in diesem Park nicht allzu sehr ins Schwitzen kommen.

Mangroven Die Mangrovenwälder bestehen aus 13 verschiedenen Baumarten, in denen sich Krebse, Schlangen und Eidechsen sehr wohl fühlen. Ebbe und Flut sorgen dafür, dass auch Schlammspringer hier ein Zuhause haben. Wer Glück hat, sieht auch Warane. Aber Achtung: auch Mücken und andere stechende Insekten sind hier zu finden (siehe meinen Bericht weiter unten).

Der Sekundärwald ist geprägt von Feigenbäumen; Kletterpflanzen und Bäumen, die auch ein wenig Trockenheit mögen. Er ist Lebensraum für Affen und Vögel.

Ein Brackwassersee kann auf Holzplanken umwandert werden. Drei Aussichtsplattformen sind ideale Orte für Vogelbeobachtungen. Auch jede Menge Insekten lieben diese Mischung aus Meer- und Flusswasser.

gluehwuermchen Doch nun zu dem Spektakel, weshalb wir eigentlich nach Selangor gekommen sind: Glühwürmchen = Fire Flies! Tausende dieser blinkenden Käfer versammeln sich bei Dunkelheit auf den Mangrovenbäumen. Mit dem Ruderboot gleitet man dann fast lautlos an den Phausis spendidulas vorbei. Glühwürmchenkenner wissen, dass die männlichen Vertreter dieser Art jeweils im Dreierrhythmus blinkend der Damenwelt nachstellen. Die wiederum in entsprechendem Einzelblinken antworten.

postkarteUns ist das egal, ob da etwas einmal oder dreimal hintereinander blinkt. Wir finden es nur schön.

Ab und zu lauschen wir, ob wir da nicht im Hintergrund das Glühwürmchen-Lied aus Paul Linckes Operette Lysistrata hören ??????

Anmerkung:
Wir haben zwar eine "gute" Kamera, aber so mitten in der Nacht will auch mit ihr nicht jedes Bild glücken. Deshalb muss eins reichen. Dafür gibt es aber noch eine total kitschige Postkarte am Ende dieses Berichtes.

Unsere Zeit in Selangor geht zu Ende; wir reisen weiter in die Cameron Highlands.


Ach ja! Es gibt da etwas, was diese Mangroventour für uns zum „prickelnden“ Erlebnis werden ließ! Wobei das Prickeln mehr einem Pieksen oder Beißen nahe kommt. Und das war so:

Wir sind schon auf dem Rückweg zum Visitor Center, als uns Dreien (Hubert, mir und dem Ranger) ein Hornissennest den Weg durch das Dickicht versperrt. Ohne Vorwarnung greifen sie an, diese gut 4 cm langen, schwarz/roten Fluginsekten. „Go!“, höre ich den Ranger rufen und laufe los. Allerdings nicht zurück, sondern nach vorne. Dumm!!! Denn nun bin ich der Angriffspunkt der Hornissen. Fünf schmerzende Stellen an Arm und Beinen trage ich davon. Stellen, die sofort anfangen zu brennen.

Der Empfehlung der Ranger folgend fahren wir in die kleine Poliklinik von Kuala Selangor. Der dortige Arzt bemüht sich außerordentlich um mich. Fragt nach asthmatischen Beschwerden, Blutdruckproblemen, Medikamenteneinnahme usw. usw. Nach der Untersuchung hält er dann eine Spritze zur Vorsorge, Antibiotika und Schmerztabletten für die richtige Therapie. Mir ist eigentlich alles egal. Hauptsache Hilfe gegen die brennenden Hornissenattacken, die nun auch noch dazu leicht anschwellen. Ich bekomme noch eine Tinktur zum Einreiben und den Rat, die Stellen gut zu kühlen.

Egal, was man vor der Reise von vielen Daheimgebliebenen mit auf dem Weg bekommt über die “bestimmt nicht gute medizinische Versorgung“, ich bin froh über die schnelle Hilfe des freundlichen Arztes. Er weiß sofort, was ich brauche, denn eine andere Gruppe von Wanderern hat tags zuvor auch Bekanntschaft mit diesem Nest gemacht und zwei Trekker mussten mit allergischen Reaktionen schnellstens in ein größeres Krankenhaus. 

Einige Tage bedarf es schon, bis die Hornissenprobleme bei mir abklingen. Doch dies – und das sei an dieser Stellen schon mal vorweg genommen – sind die einzigen Probleme dieser Art auf unserer Reise.

hotel
Als wir nach dem Arztbesuch zurück in unser Hotel - das De Palma Inn Kuala Selangor - kommen, ist man schon auf mich und "meine Hornissen" eingestellt. Viel Eis erwartet mich in unserem Bungalow. Die Vögel, die hier in diesem leuchtenden Busch sitzen, lenken mich dann doch von den Schmerzen ab.



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