Malaysia - Höhlen von Miri & Mulu

pfeffer bananen20. Oktober:
Am gestrigen Tag sind wir aus Batang Ai zurück nach Kuching gefahren und haben den Abend gemütlich ausklingen lassen. Denn heute früh geht es mit dem Flieger hoch nach Miri. Für den Flug brauchen wir 1 Stunde. Miri hat ungefähr 100.000 Einwohner und bildet für die meisten Touristen Zwischenstation entweder in den Regenwald nach Mulu (das steht später auf unserem Programm), oder ist Ausgangspunkt zu den Niah Caves.

Diese Höhlen liegen rund 100 km von Miri entfernt, und wir benötigen für die Fahrt 2 Stunden. Es geht vorbei an kleinen Dörfern, an Reis- und Pfefferfeldern.
Malaysia exportiert fast 20.000 Tonnen Pfeffer in alle Welt. Damit ist das Land viertgrößter Pfefferproduzent nach Indien, Indonesien und Brasilien.
Sarawak hat an der inländischen Produktion einen Anteil von fast 90 %.

Doch auch diese Bananen wachsen am Wegesrand.

niahniahJe näher wir den Höhlen kommen, desto mehr zieht sich das Wetter zu und es sieht nach Regen aus. Also werden die Regencapes ganz oben auf den Rucksack gepackt. Nachdem wir am Eingang zu dem kleinen Niah Nationalpark die Permit und die Kameragenehmigungen gekauft haben, machen wir uns auf den gut ausgebauten, 3 ½ km langen Weg. Es geht eine Stunde über Holzplanken bis in die kleine Siedlung, die vor der Höhle Wohnung für die Männer ist, die in den 1948 entdeckten Caves Vogelnester einsammeln.
Der Weg führt durch einen dichten Regenwald mit beeindruckenden hohen Urwaldbäumen.

niahHat man das Ende des Plankenweges erreicht, steht man am Eingang zur Great Cave. Eine starke Taschenlampe ist nötig, wenn man die gewaltigen Höhlen erkunden will. Aber Vorsicht und immer auf den Wegen bleiben, denn links und rechts fallen die Wände teilweise bis zu 100 m ab.

Die Painted Cave grenzt innerhalb des Höhlensystems direkt an die Große Höhle an. Vor gut 50 Jahren haben Forscher hier in der Painted Cave Höhlenzeichnungen gefunden, deren Entstehung vor mehr als 40.000 Jahren datiert ist.

Nicht das ganze Jahr hindurch, sondern nur in den Monaten April/Mai und August/September dürfen - mit Konzessionen genehmigt - bestimmte Mengen der Salanganen-Vogelnester für den Verzehr in der chinesischen Küche von der Höhlendecke abgenommen werden.

In schwindelerregender Höhe nisten viele Millionen Seglervögel hier jahrein, jahraus. An einfachen Bambusleitern und Hanfseilen klettern die Männer hinauf. In der Hand eine Bambusstange, an deren Ende ein kleiner Korb hängt, der ein Licht enthält und eine Spitze, mit der die Nester von der Decke geholt werden.

vogelnesterEs gibt drei Qualitäten von Vogelnestern. Am billigsten sind die fast schwarzen Nester, die zum größten Teil aus Federn, verklebt mit Speichel bestehen. Die Nester in brauner Farbe haben einen höheren Anteil an Speichelmaterial und sind schon teurer. Die Spitzenqualität allerdings sind die reinen weißen Nester, die nur aus dem Speichel der Vögel bestehen.

In den einschlägigen chinesischen Geschäften kosten 1 kg dieser für Chinesen einmaligen Delikatesse über 6000 RM, das sind gut und gerne 1500 bis 2000 Euro. Verkocht in Bird’s Nest Soup zahlen Asiaten viel Geld für eine kleine Tasse Suppe. Nein! Das wollten wir dann doch nicht.

niahAber irgendwann zieht es uns wieder raus aus den Höhlen, denn ein strenger unangenehmer Guanogeruch rührt von dem Kot der unzähligen Vögel her.
Ein schmaler Weg führt uns zurück über einen Dschungelpfad zum Gate des Nationalparks.

Schön, dass es auf dem Heimweg nicht regnet, denn sonst verwandelt sich der Boden in einen richtigen Schlammweg.
Doch scheint die Sonne - wie hier - erstrahlt alles im satten Grün.

Der Ausflug zu den Niah Caves und die Fahrt über Land war recht interessant. Wir checken dann für die Nacht im Holiday Inn Miri ein. Allerdings für eine sehr kurze Nacht, denn es geht morgen früh raus.

mulu21.Oktober und 22. Oktober:
Um 08:30 Uhr geht es vom Flughafen Miri Richtung Mulu Airstrip. Wir wollen einige Tage im Gunung Mulu Nationalpark verbringen. Schon das Starten und Landen sowie die Flüge über Land selbst sind unvergessene Höhepunkte unserer Borneo-Tour.
Bereits zu Hause haben wir von dem gewaltigen Höhlensystem gehört.
Um dort hin zu gelangen, nehmen wir die kleine Twin Otter Maschine. Die 60 min. über der Dschungel hinweg sind sehenswert. Der Flug ist einfach die bequemste Lösung, um schnell hierher zu kommen. Der kleine Flugplatz hier mitten im Dschungel von Mulu platzt aus allen Nähten; ständig wird (und muss) über Erweiterungen diskutiert werden. Heiß diskutiert, denn der Nationalpark ist 2000 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt worden.

Unser Ziel ist nun das logo Zugegeben, es gibt einfachere und günstigere Lodgen, aber das Ressort liegt direkt am Melinau River. Der Weg ist kurz in den Park hinein und der Landungssteg zu den Höhlen ist gleich vor der Tür.

mulu muluDas Ressort besteht aus vielen Bungalows, die auf Stelzen gebaut sind. Auch kleine Zimmereinheiten und ein Hostel vervollständigen das Angebot an Möglichkeiten zum Übernachten. Klar: einen Pool gibt es auch. Wir haben uns erst einmal häuslich eingerichtet im Bungalow Nr. 261

muluEr liegt sehr ruhig an einem kleinen See. Stehen wir auf der Veranda, beginnt wenige Meter davor der Regenwald. Selbst die Plankenwege zu den einzelnen Bungalows haben Namen. Wir wohnen am Jasmin-Weg.

Nach dem Lunch fahren wir das kurze Stück zum Gate des 540 qkm großen Nationalparks, der seinen Namen vom 2377 m hohenGunung Mulu hat, dem zweithöchsten Ber Sarawaks. Nun führt eine Hängebrücke auf einen 4 km langen Plankenweg, der die Besucher - sofern es trocken ist - rutschfrei zur Deer- und zur Long Cave  bringt. Doch Vorsicht! Sollte es regnen - und das tut es erfahrungsgemäß häufig - werden die Holzplanken glatt wie Schmierseife!

Aber die Sonne begleitet uns auf dem Weg zu den Höhlen und das Grün der Pflanzen strahlt mit ihr um die Wette.

Zuerst besuchen wir die Long Cave. Was wird sich wohl hinter dem dunklen Eingang verbergen? Erst einmal faszinieren uns die Blüten und Blätter der verschiedenen Blumen.

Im Nationalpark gibt es derzeit rund 150 km erforschte Höhlenwege. Allerdings ist nur ein kleiner Teil davon den Besuchern geöffnet. Doch das, was wir hier in der Long Cave und der daneben liegenden Deer Cave gesehen haben, ist – wie die nachfolgenden Bilder zeigen - beeindruckend.

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Um auf einer Ganztagestour die Wind Cave und die Clearwater Cave zu erreichen, nehmen wir ein Langboot und fahren eine knappe Stunde den Fluss entlang.

mulu Zuerst schippern wir noch außerhalb der Nationalparkgrenzen den River entlang. Rechts und links am Ufer tauchen kleine Dörfer auf. Dörfer, in denen sich die Menschen zwar auch auf die Touristen eingestellt haben, aber trotzdem ein Leben mit und im Dschungel führen.

Elektrischer Strom ist überflüssig beim Waschen im und mit "Naturstrom".

muluWarum die  Wind Cave diesen Namen trägt, wird uns schnell bewusst. An jeder Ecke zieht es. Das kommt von den vielen Ausgängen, die es hier in der Höhe gibt.

Wenige Meter auf dem Wasser entlang liegt der Landungssteg zur Clearwater Cave. Das Boot bringt uns direkt zum Fuße des Berges, der noch den Aufstieg über 200 Stufen von uns verlangt, bis wir an dem Eingang zur Höhle ankommen. Die Höhle hat ihren Namen von der Tatsache her, dass plötzlich das trübe Wasser glasklar wird, wenn es am Höhleneingang ankommt.

Beiden Höhlen gemeinsam sind die Stalaktiten und Stalagmiten in ihrem Inneren.

Doch auch am Höhleneingang sehen diese Felsformationen schon beeindruckend aus, obwohl ihnen die grünen Blätter etwas von der Unnahbarkeit nehmen.

Klar ist, das wir die 200 Stufen rauf in die Clearwater Höhle auch wieder herunter müssen. Aber unten erwartet uns ein kühlendes Bad im glasklaren Teil des Höhlenwassers. Es ist gerade Mittagszeit, und so nutzen wir die gemütlichen kleinen Holzhütten zum Lunch. Unser Bootsführer hat es mitgenommen.

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Und wir haben auch Gelegenheit, mit unserer Begleiterin Anna noch über dieses interessante Höhlensystem zu sprechen, das seine geologische Entstehung gut 30 Millionen Jahren zurück datiert.

Das Gebiet um die Höhlen herum wurde 1974 zum Nationalpark erklärt. Einige Jahre war der Park nur zur wissenschaftlichen Erforschung freigegeben, doch ab 1985 kommen immer mehr Besucher.

Mehr als 1500 Blütenpflanzenarten sind hier beheimatet. 170 Orchideen- und mehr als 10 Kannenpflanzenarten haben die Botaniker katalogisiert.

Aber auch die Tierwelt ist reichlich vertreten, obwohl wir wenig von den 67 Säugetier- und 262 Vogelarten gesehen haben. Doch zu welcher der 458 Ameisenarten die Truppen gehören, die ständig auf den Holzplanken unseren Weg kreuzen, wissen wir allerdings nicht.

muluWie immer, tragen die hohen Temperaturen dazu bei, dass wir ganz schön ins Schwitzen kommen.
Da ist ein Regenguss oftmals eine kleine Erfrischung. Und so öffnet wieder einmal der Himmel seine Schleusen.

Diesmal aber zu einem völlig unpassenden Augenblick, denn wir sind an den Fledermaushöhlen angekommen. Dieser Aussichtspunkt unterhalb des Höhleneingangs lädt die Besucher der Clearwater Caves ein, das allabendliche Schauspiel des Fledermausausflugs zu bestaunen. Doch das funktioniert nur, wenn auch die Wetterverhältnisse mitspielen. Keine Fledermaus lässt sich bei Regen blicken.

Zuerst sieht der Himmel ja noch gut aus, aber dann zieht es sich zu. Wie ein Schleier vernebeln die Wolken den Höhleneingang.
Und der Regen fällt wie Bindfäden herab. Resümee: mit dem Fledermausflug wird nichts.

mulu Trotz des oben schon erwähnten Regens haben wir uns im Gunung Mulu Nationalpark gut erholt. Die Höhlen sind eine Reise wert; aber auch eine Wanderung durch die Ansiedlungen der einheimischen Bevölkerung hat seinen Reiz. Und Intimsphäre der Menschen schützt so mancher "Haushund".

23. Oktober:
Praktisch, schnell - und natürlich auch komfortabel -
ist das Flugzeug das Transportmittel von Ort zu Ort.
So überbrücken wir auch die Strecke von Mulu über Miri
nach Sabah und somit nach Kinabalu.

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