Malaysia - Kuala Lumpur

Damit wir pünktlich unsere Maschine bekommen, reisen wir morgens rechtzeitig mit dem Zug von Hannover an.

Flugdaten vom 04. Oktober:                                      
Emirates  15:15 - 23:35 Ortszeit
                                 Frankfurt - Dubai (6:20 Std.)
Emirates   03:15 - 14:15 Ortszeit
                                Dubai - Kuala Lumpur (7 Std.)

emirates05. Oktober:
Nach ungefähr 13 Stunden Flugzeit und rd. 11.500 km kommen wir am frühen Nachmittag auf dem International Airport an. Dieser 1998 eröffnete neue Flughafen von KL – wie Kuala Lumpur kurz genannt wird – liegt ungefähr 65 km von der City entfernt.

Von der Ankunftshalle bringt ein Flughafenzug die Passagiere zu den Einreiseschaltern und den Gepäckbändern. Es dauert ein wenig, bis die vielen Koffer und Taschen eines großen Fliegers ausgeladen sind. Dann aber steht unseren Urlaubsfreuden nichts mehr im Wege.

Das wir in einem tropischen Land unsere „schönsten Wochen des Jahres“ verbringen werden, ist sofort zu merken, als wir das Flughafengebäude verlassen. Bei gut 35 Grad empfängt uns Shah, unser Guide für die Zeit in Westmalaysia. Wir verladen erst einmal unser Gepäck in den geräumigen PKW malaysischer Entwicklung und Fertigung. Mit Joint Venture eines großen deutschen Automobilherstellers ist diese Limousine hier im Land gebaut worden. Natürlich fehlt die Klimaanlage nicht in diesem Fahrzeug. Das werden wir sicher noch als angenehm empfinden auf der vor uns liegenden Reise.

Links wird hier in Malaysia gefahren. Die Straßen – besonders die Highways – sind gut ausgebaut. Der Verkehr ist auch beachtlich. Wären da nicht die fremde Sprache auf den Werbeplakaten und die teilweise tropischen Pflanzen, so könnte man sich wie auf europäischen Straßen fühlen.

Unser Hotel – das Novotel Kuala Lumpur City Centre – liegt in der Jalan Bukit Bitang, einer der Hauptstraßen der City, in der man so manches Fünf-Sterne-Hotel findet. Schnell haben wir in Zimmer 906 eingecheckt und von der beachtlichen Höhe des neunten Stockwerkes haben wir einen herrlichen Blick über die Stadt und hinüber zu den Petronas Twin Towers.

Doch der Rest des Tages steht im Zeichen des Eingewöhnens. Zuerst wechseln wir US-Dollar-Travellerschecks in Ringits um. Überall in den Straßen befinden sich Money-Changer. Der Kurs ist hier ein wenig besser als in der Bank oder im Hotel. Außerdem haben diese Wechselstuben länger geöffnet als die Bankhäuser (auch an Sonn- und Feiertagen).

Nun steht unserem Bummel nichts mehr entgegen. Entlang der Jalan Bukit Bitang gibt es unzählige Einkaufscenter, Bistros, Boutiquen, Restaurants und, und, und. Menschen aus aller Herren Länder schlendern an uns vorbei. Wir steuern erst einmal einen Getränkeladen an. Mineralwasser muss her! Wie in vielen tropischen Reiseländern zuvor, überkommt uns ein etwas beklemmendes Gefühl bei soviel Plastikflaschen. Sehr beruhigend ist der Aufdruck der Herstellerfirma nicht, dass die Flasche recycelt werden kann. Klappt das auch? Jedenfalls sehen die Straßen sauber aus. Überall stehen Abfallkörbe, die auch benutzt werden.

Als wir wieder auf die Straße kommen, trauen wir unseren Augen nicht. Ein Platzregen prasselt auf uns nieder. Die Fahrbahn hat sich in einen richtigen Bach verwandelt, die Autos spritzen große Wassermengen. Touristen sind daran zu erkennen, dass Sie mit Schirm und/oder Regencape schnell in den nächsten Hauseingang verschwinden. Einheimische entgegen gehen in gewohnter Weise ihren Weg. Sie kennen ja diese täglichen Regengüsse und leben mit ihnen.

satayUnd was tun wir?

Wir gehen in eine der kleinen Nebenstraßen, da das Hungergefühl Oberhand bekommt. Also stürzen wir uns auf die vielen Garküchen. Es gibt Satay-Spießchen mit Huhn, eine scharfe Gemüsesuppe mit Fischeinlage und gebratene Nudeln. Ob nun malaysische, chinesische oder indische Küche. Das sei schon mal vorweg gesagt: hier in Malaysia kann man gut, preiswert und multikulturell essen. Es braucht ja nicht immer das Nobelrestaurant im Fünf-Sterne-Hotel zu sein.

06. Oktober:
Nach einem guten Frühstück (wir haben bekanntlich das gestrige Abendessen auf der Straße hervorragend überstanden) holt uns Shah ab. Was steht nun auf dem Programm? Zuerst einmal geht es zu den Twin Towers. Tickets holen, damit wir irgendwann am heutigen Tag mit dem Fahrstuhl auf die Verbindungsbrücke zwischen den beiden Türmen fahren können. Doch davon später mehr.

club kl Es ist Sonntag und da trifft man sich auf dem Merdeka Square neben dem Selangor-Club. Der grüne Rasen ist voll von Joggern. Menschen aller Hautfarben scheinen es sich nicht nehmen zu lassen, trotz schon beachtlicher Hitze noch etwas zum Schwitzen beitragen zu müssen.

Da tritt die Mannschaft der Deutschen Lufthansa ebenso an, wie die chinesischen Apotheker, die malaysischen Regierungsbeamten und die Mitarbeiter der verschiedenen ausländischen Großunternehmen. Wer nun gewonnen hat, war nicht eindeutig auszumachen, aber ein gesellschaftliches Ereignis ist es allemal. Gesehen, wer gesehen werden will!

bahnhof Vergessen wir bei soviel sportlichem Ergeiz nicht die architektonischen Prunkbauten um den Platz herum: die St. Mary Kirche, das Bangunan Sultan Abdul Samad mit dem 41 m hohen Glockenturm, in dem heute das Oberste Gericht tagt und diverse andere Regierungsgebäude.

Etwas weiter liegt der um 1911 herum im viktorianischen Stil erbaute Bahnhof (Kuala Lumpur Railway Station), der heute von einem moderneren Zweckbau (KL Sentral) abgelöst wurde.

moschee Uns zieht es weiter zur Nationalmoschee, Masjid Negara, aus dem Jahre 1965. Bis zu 15.000 Gläubige versammeln sich jeden Freitag zum Gebet unter der 18fach gewellten Kuppel aus Stahlbeton, die die 13 Staaten und 5 Pfeiler des Islam darstellt. Auch das 73 m hohe Minarett sieht man schon von Weitem.

Moschee Einst war die Kuppel der Moschee rosa; nach einer Renovierung im Jahr 1987 erstrahlt sie nun in grünen und blauen Keramikkacheln.

Für Nichtmoslems gibt es außerhalb der Gebete Besuchszeiten. Besonders ich (als Frau und christlich getauft) lerne dabei die andersartige Kultur hautnah kennen. Ich muss – um in die Moschee zu gelangen – meine freien Arme bedecken und unter dem Kopftuch verschwinden. Eine freundliche junge, verschleierte Dame half beim Ankleiden. Für mich ist dies schon etwas gewöhnungsbedürftig. Bin ich doch in einer völlig anderen Welt aufgewachsen und kann mich „frei“ bewegen.

palastwache garde Nächster Stopp auf unserer City Tour: Istana Negara, der Sultanspalast. Während der täglichen Wachablösung vor dem Tor klicken unzählige Kameras der Besucher. Hoch zu Pferde und in Gardeuniform ziehen die Reiter alle Blicke auf sich.

Das Malaysia ein multikulturelles Land ist, sieht man an der Vielfalt der Religionen und damit auch an den unzähligen verschiedenen Heiligtümern. Mal ehrlich! Würde man bei diesen Bildern auf die Idee kommen in Malaysia zu sein? Erinnert das nicht eher an einen Tempel im Land hinter der Großen Mauer? Aber er steht tatsächlich in Kuala Lumpur: der Thean Hou Temple. 1987 erbaut, wurde er 1989 offiziell seiner Bestimmung übergeben; er ist der Göttin Tian Hou (himmlische Mutter) gewidmet.

tempel tempel

twin tower twin tower Langsam wird es Zeit, dass wir Richtung Twin Towers fahren. Nach dem traumatischen 11. September sind die zwei Gebäudeteile mit 452 m einer der höchsten der Welt. Der Blick von der Verbindungsbrücke in rd. 200 m Höhe ist zwar atemberaubend, aber wie wäre er nur von ganz oben?  Doch dahin gelangen die Besucher leider nicht. Dann heißt es wieder: abwärts, die nächste Gruppe möchte rauf. Ach ja! Auch sperriges Gepäck, Essen und Trinken müssen vor der Fahrt nach oben deponiert werden.

Geordnet – und immer in kleinen Gruppen – werden die Schaulustigen für rd. 10 min auf die Brücke gefahren. Und damit das auch geordnet klappt, bekommen immer 20 Besucher farblich gleiche "Berechtigungskarten" umgehängt..... 

twin tower twin tower

twin tower Es ist 13:30 Uhr und die Sonne scheint aus allen Knopflöchern. Die Kamera hört nicht auf zu klicken, und wir haben große Mühe, eines der vielen Bilder für diese Website auszusuchen.

twin tower Auch nachts bieten die zwei Türme des Petronas ein traumhaftes Bild.
Auch nachts klickt unsere Kamera viele Male. Letztendlich "gewinnt" dieses Foto unsere uneingeschränkte Zustimmung und findet Eingang in diese Website.

Es ist heiß, und wir beschließen, wieder Richtung Hotel zu ziehen. In einem der vielen Bistros freuen wir uns über ein kühles Getränk: ein Bier! Mit einem Augenzwinkern haben wir den alten Hit vom fehlenden Bier auf Hawaii in den Ohren. Denn das einheimische Tiger Bier trifft nicht ganz den Geschmack unseres deutschen Hopfengebräus. Auch ist es mit rd. 8 RM (ca. 2 Euro) und Dose recht kostenintensiv. Aber wir sind ja nicht des Bieres wegen nach Malaysia gekommen, sondern wollen Land und Leute kennen lernen. 

Darum verlassen wir Kuala Lumpur am nächsten Morgen und fahren an der Küste entlang nach Selangor; dorthin, wo die Nacht der Glühwürmchen beginnt ...


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