Malaysia - Kota Kinabalu & Kinabalu Nationalpark

flagge23. Oktober:
Mit Verspätung fliegen wir aus Mulu ab. Der unvermeidliche tägliche Regenguss lässt das Starten der kleinen Twin Otter nicht zu. Doch wir haben genügend Zeit, so dass wir ohne Stress die Anschlussmaschine von Miri nach Kota Kinabalu bekommen.
Um 19:20 Uhr landen wir auf dem Flughafen von Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah. Der Flieger kommt – nachdem er eine Schleife geflogen ist – tief über das Meer und den Hafen rein. So können wir von oben ein riesiges, hell erleuchtetes Gelände erkennen, in dessen Grenzen ein weitläufiger Hotelkomplex liegt: das Sutera Habour Ressort.

hotelWir haben viele schöne Hotels auf unserer Reise gehabt, aber dieses übertrifft alles. Was ein Touristenherz so möchte (oder was die Erbauer meinen, das sie möchten), ist hier in der Anlage zu finden: mehrere Flügel (Marina Wing und Harbour Wing) mit traumhaft schönen Zimmern und Suiten, unzählige Restaurants, Bistros, Cafes und Bars, mehreren Pools, Shopping-Arkaden, Kindergarten, Wellness-Center und einem 18-Loch-Golfplatz.

Wann begrüßt einem schon der Fernseher mit Namen, wenn man das Zimmer betritt?
Klar, dass jeden Morgen die Newspapers an der Tür hängen und der Bademantel auf dem Bett liegt und die Badeschuhe vor dem Bett stehen.

24. Oktober und 25. Oktober:
Nun gut! Uns aber zieht es trotz dieses Komforts im Sutera Harbour raus in die Wildnis. Tom von der Wildlife Expeditions, holt uns am nächsten Morgen ab. Wir fahren mit dem Van in den 83 km entfernten Kinabalu Nationalpark.

vogelnest markt Da uns zeitlich nichts drängt, halten wir unterwegs an einem der vielen local markets an. Eine nette und günstige Gelegenheit, kleine Souvenirs für zu Hause zu kaufen.

So kommen wir beim Bummeln an einem chinesischen Laden vorbei. Voll gestopft mit asiatischer Medizin jeglicher Art und einer großen Regalwand mit durchsichtigen Plastikschachteln. Darin - fein säuberlich verpackt - schneeweiße Vogelnester / Bird's Nest.

nest Für uns unverständlich, dass es Leute gibt, die für eine hieraus gekochte Suppe immens viel Geld bezahlen. Denn das müssen sie, da ein Kilogramm dieser Vogelbehausungen gut und gerne 6000 Ringits = 1500 Euro kostet.
Wie viele das ist, kann man auf dem obigen Foto erkennen. Eine solche Schachtel wechselt erst für 5000 Ringits den Besitzer. Ach ja! Wenn Sie - liebe LeserInnen - etwas davon kaufen möchten, können Sie bequem per Kreditkarte zahlen.
 Sollten Sie aber bisher noch nie diese (für Chinesen) Köstlichkeit gegessen haben, so bietet das kleine Restaurant am Laden die Suppe in verschiedenen Variationen an.

"Probieren Sie doch mal Bird's Nest Soap with Mango."
Nein! Wir haben es nicht getan. Uns ist erstens der Preis zu heftig und zweitens beim Gedanken an die gefiederten Bauherren unwohl.

kinabalu Es ist 10:00 Uhr, als wir nach 2 1/2 Stunden Fahrt am Headquarter des Kinabalu Nationalparks ankommen. Rund um das Hauptgebäude sind verschiedene Hostel und Bungalowanlagen entstanden, in denen man übernachten kann. Ein paar Shops runden das Angebot für die Gäste ab.

Im Gebäude des Headquarters kann sich der Besucher einen ersten Eindruck über den Park, die Flora und Fauna sowie die geschichtliche Entwicklung machen. Ein riesiges Bild der gewaltigen Rafflesia hängt an der Wand. Ob wir wohl eine in natura zu sehen bekommen?

kinabalu Ein hübsch angelegter Mountain Garden lässt jedes Herz eines Blumenliebhabers höher schlagen. In (fast) natürlicher Umgebung sind hier alle Blumen, Bäume, Farne, Moose usw. zusammen getragen, die es in der Region gibt.

Farblich gestaltete Namensschilder lassen auch schnell erkennen, ob es sich bei der Pflanze um ein Gewächs handelt, dass es nur hier in Borneo gibt, oder auch in anderen Teilen der Welt. Ob die Pflanze als Medizin eingesetzt werden kann, oder giftig ist.

Wir haben unsere Tage im Nationalpark schon von Deutschland aus geplant, gebucht und bezahlt. So müssen wir schon ein wenig schmunzeln, als am Eingang des Parks eine "Preisliste" mit den Eintrittsgebühren zu sehen ist. Was wir nun für das im Gesamtpreis eingeschlossene Ticket gezahlt haben, ist unschwer auf dem Foto zu erkennen.  Anmerkung: wir fallen unter die NON-MALAYSIAN 18 YEARS AND ABOVE

lodge lodge Rund 4 km vom Gate entfernt liegt die Wildlife Mountain Lodge. Die Anlage gehört zur Agentur, mit der wir diese Tour machen. Wir werden freundlich begrüßt und bringen erst einmal unser Gepäck ins Zimmer 7. Die Räume sind klein, aber gemütlich. Es ist alles vorhanden, was man braucht. Die einzelnen Gebäude der Lodge liegen in einem hügeligen bunten Garten. Es ist Mittagszeit ist und damit Lunchtime. Bei einer Tasse Tee überlegen wir danach, was und wohin es am Nachmittag geht.

Die Temperaturen sind erträglich. Aufgrund der Höhe von 1500 m ist es nicht mehr ganz so warm wie im Flachland. Angenehm also für uns Europäer. Doch eines ist klar: auf die Regensachen kann man nicht verzichten.

kannenpflanze kannenpflanze Vom Gate aus führen gut ausgeschilderte Wege zu den einzelnen Zielpunkten. Egal, ob man zum Wasserfall (2 km) will, oder den Liwagu-Trail (5 km) laufen möchte, die Entfernungsangaben stimmen. 

Gut, dass wir das Fernglas mitgenommen haben. Denn überall in den Bäumen flattert und zwitschert es. Eine bunte Vogelwelt - wie wir sie bei uns zu Hause nicht kennen - zieht immer wieder Ornithologen aus der ganzen Welt an.

kannenpfalnze Und wir haben natürlich auch einige Bilder mitgebracht von den Kannenpflanzen (Nepenthes), die es um den Kinabalu zu finden gibt.

Bei unserer Rückkehr in die Lodge ist es schon leicht dämmrig. Auch ist es noch etwas kühler geworden, so dass ich sogar das langärmelige T-Shirt anziehe, das ich in weiser Voraussicht eingesteckt habe. Bis die Sonne untergeht, sitzen wir noch etwas im Gartenhäuschen und lassen den Tag Revue passieren.

Zum Dinner treffen wir auch die anderen Gäste der Lodge: Australier aus Darwin. Warum zum überwiegenden Teil Gäste aus England, Skandinavien und Australien hier Urlaub machen, weiß ich nicht. Jedenfalls haben wir in dem Gästebuch herumgeblättert und müssen fast 12 Monate zurückblättern, um einen deutschen Eintrag zu finden. Nun stehen auch einige Grüße von uns im Buch. Und wir klönen noch bis spät in die Nacht hinein mit den anderen Gästen.

kinabalu Der Kinabalu Nationalpark umfasst eine Fläche von 754 qkm. Außer dem Gate am Headquarter gibt es noch einen weiteren Eingang. Nämlich den in Poring. Die Landschaft hat sich geändert. Während sich um den 4101 m hohen Mount Kinabalu herum dichter Bergwald befindet, überwiegen in der Gegend von Poring Flussläufe und Tiefregenwälder.

Poring hat außerdem ein  besonderes Naturschauspiel zu bieten: heiße Schwefelquellen. Schon während des Zweiten Weltkrieges haben japanische Truppen diese natürlichen warmen Wassermassen in eigens dafür erbaute Becken geleitet. So entstand eine Badelandschaft, die noch heute von Einheimischen und Touristen genutzt wird.

Nach einer Tour durch die Wälder um Poring haben auch wir die Füße (Seele) baumeln lassen im wohltemperierten Wasser.

Doch auch der Canopy Walk durch die Baumkronen ist "erlaufenswert". Ein weiter Blick über den Regenwald hinweg entschädigt für die Kraxelei herauf und die Schritte auf den schwankenden Holzplanken.

Und ist man erst einmal wieder aus den Baumkronen herunter gestiegen, so steht man vor den gewaltigen Stämme der Urwaldriesen, die mühelos die Brückenkonstruktion des Canopy Walks halten.
Schlingpflanzen scheinen wie Schleifen um die Bäume gebunden zu sein.
Und jede Menge Baumpilze gedeihen in dem feuchtwarmen Klima hervorragend.

reis Zum Schluss unserer Tage am Kinabalu gibt es leider auch von einen Wermutstropfen zu berichten. Wir haben nämlich keine Raflesia (Rafflesia arnoldi) gesehen. Zur Zeit gab es kein blühendes Exemplar dieser Blume. Einer Pflanze mit mehr als einem Meter Blütendurchmesser. Neun Monate dauert das Wachstum der Pflanze von der Knospe bis zur riesigen Blüte. Na ja! Schade ist es schon, aber nicht zu ändern.

Wieder auf dem Weg zurück nach Kota Kinabalu, sind wir an dieser Reisfelderlandschaft vorbei gekommen. Der Reis, der hier bis hoch in die Berge angebaut wird, soll der beste weit und breit sein (behaupten die einheimischen Kenner). Uns jedenfalls haben die Felder als Fotomotiv gereizt.

26. Oktober:
Sandakan & Sukau sind die nächsten Orte auf unserer Tour durch Sabah, dem zweiten malaysischen Staat - hier auf der Insel Borneo gelegen.


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