Malaysia - Fraser's Hill

10. Oktober:
Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Fraser’s Hill. Nicht, ohne vorher kurz an einem Internet-Cafe anzuhalten, um den lieben Daheimgebliebenen einen Gruß per Mail zu senden.

Fraser’s Hill ist eine Hillstation und auf rund 1600 Meter Höhe gelegen. Ein gemäßigtes Klima bei ungefähr 23 bis 26 Grad und einer nicht allzu hohen Luftfeuchtigkeit lässt uns Europäer ein wenig „durchatmen“.  

Dieses Highland ist nicht so groß wie die Camerons. Daher wirkt es leicht ein wenig verschlafen. Doch wer sich einige Tage zum Relaxen gönnen möchte, ist hier gut aufgehoben. Zumal eine atemberaubende Vogel- und Pflanzenwelt auf die Besucher wartet.

fraser fraser Langsam führt die Straße wieder bergauf. Serpentinen lassen ein schnelles Vorwärtskommen nicht zu. Wir haben aber Zeit und so fällt oft der Blick zwischen die Bäume hindurch in fruchtbare Täler mit schönem alten Baumbestand oder landwirtschaftlich genutzte Flächen, auf denen Obst, Gemüse und Reis angebaut wird.

Aber wir erleben auch Natur pur.
Irgendwo plätschert immer ein Bachlauf, oder Wasser fällt in kleinen und großen Kaskaden die Bergwände herab.
Moose und Flechten wachsen über die Felsbrocken hinweg, die am und im Wasser liegen.

fraser fraser Die letzten 8 km vor Fraser’s Hill versperrt eine Schranke die Straße. Eigentlich gibt es zwei Straßen zum Ort: eine, die hinauf führt und eine, die wieder ins Tal geht. Einbahnstraßen also. Aber die neue Straße herunter ist wegen Unbefahrbarkeit geschlossen. So quält sich der Verkehr auf dem übrig gebliebenen Weg aneinander vorbei.

Damit es zu keinen Staus auf der engen Straße kommt, hat man ein ausgeklügeltes System der Befahrbarkeit entwickelt. Im Wechsel von einer Stunde wird die Fahrbahn für den jeweiligen Gegenverkehr gesperrt und der Autofahrer hat Zeit, jeweils zur vollen Stunden entweder nach oben oder nach unten zu fahren. Demzufolge sind Wartezeiten unausweichlich.
Betrachten wir also während unserer Wartezeit die netten Hinweisschilder .....

fraser Gegen 13:30 Uhr (wie auf dem obligatorischen alten englischen Uhrturm zu sehen) kommen wir in Fraser’s Hill an. Der Ort ist klein, aber die Häuser liegen weit verstreut in den Bergen. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten jeglicher Art und Preisvorstellung.

fraser Wir haben uns für das Olde Smokehouse entschieden. Ein Hotel, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den Engländern erbaut wurde und noch heute den Charme der damaligen „reiselustigen“ Zeit ausstrahlt. Sicher nicht jedermanns Sache, aber wir fühlen uns hier wohl. Natürlich braucht der Gast nicht auf die Bequemlichkeiten heutiger Hotellerie verzichten.

Leider ist das Wetter nicht urlaubsfreundlich: es regnet immerzu. Da wir aber die Zeit hier zum Relaxen geplant haben, genießen wir den Five-a-clock-tea auf der überdachten Terrasse im Garten. Die himmlische Ruhe wird durch Zwitschern in den Bäumen unterbrochen. Mit Fernglas kann man die großen und kleinen bunten gefiederten Bewohner beobachten.

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fraser fraser Gemütlich bei Kerzenlicht und stilgerecht (wie wäre es mit Chopin oder einem anderen alten Komponisten) geht es zum Dinner. Die anderen Gäste aus Australien und Indien sind sicher ebenso begeistert wie wir.

11. Oktober:
„Guten Morgen!“ „Gut geschlafen?“
Natürlich haben wir gut geschlafen, werden allerdings recht früh geweckt. Nicht vom Wecker, sondern vom Krach, der von draußen zu uns reinschallt. Was ist das? Schnell sehen wir die Übeltäter: Gibbons. Sie kommen allmorgendlich in die umliegenden Bäume zum Frühstück. Jetzt, wo die Früchte reifen, hangeln sich ganze Gibbonfamilien von Ast zu Ast.
Wir haben noch etwas Zeit nach unserem Frühstück, da bekanntlich die Straße abwärts immer erst zu den geraden Stunden öffnet. Somit heißt es für uns erst um 10:00 Uhr: Abschiednehmen von diesem Idyll. Und das mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Doch das Ziel der nächsten Tage lockt: Natur pur erwartet uns im Taman Negara Nationalpark, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet auf der malaysischen Halbinsel.



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