Lago Maggiore - Wetterkapriolen

Regen - Unwetter - Gewitter - Orkan - Stromausfall & Naturgewalten

Für September / Oktober so sagt man – ist es nach den Ferien in Italien am Lago Maggiore angenehm ruhig und die Temperaturen sollen sich so zwischen 20 bis 28 Grad einpendeln und dabei soll die Sonne scheinen.
Nun ja, es kann aber auch zu heftigen Regenfällen kommen, die sich besonders in den umliegenden Bergregionen austoben.
Einige solcher Tage haben auch wir erwischt (oder haben sie uns erwischt …?). Und das gerade einmal nach einer Woche Sonnenschein.

wetter wetterMontag:

Als wir aufstehen, ist es diesig (re); überall hängen die Nebelschwaden am Berg und es ist auch recht kühl geworden. Wir haben es nur so um die 17 Grad und fühlen, wie schön angenehm warm es in unserer ersten Urlaubswoche war.
Es bleibt den ganzen Tag so und der Regen will einfach nicht wieder aufhören (li). Es regnet Blasen, und dann soll es bekanntlich drei Tage regnen …

Für uns bedeutet das, dass wir im Hause bleiben. Wir machen es uns gemütlich (ein Regentag – so hoffen wir – werden wir verschmerzen). Genug Bücher haben wir mit und ein Scrabble-Spiel steht zum Zeitvertreib auch zur Verfügung.
Da wir genug eingekauft haben, verbringen wir einige Zeit in der Küche und kochen etwas für unser leibliches Wohl.

wetter wetterDienstag:

Es hat die ganze Nacht geregnet und gewittert; gegen 10:00 Uhr allerdings hört es auf (li).
Wir wollen ein wenig einkaufen, deshalb machen wir uns auf den Weg. Wie stark die Regenfälle waren/sind, sehen wir auf dem Weg nach Cannobio. Das Wasser läuft die Straße runter und Blätter und Kastanien bedecken überall die Fahrbahn. Die 3 km bis zur Provinzialstraße SP75 dauern lange.

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In Cannobio klart es auf; wir beschließen einen Ausflug zu machen. Wohin?

Wir entschließen uns zum Besuch des Museo dell’ Ombrello e el Parasole, dem Regen- und Sonnenschirmmuseum im Gignese (passt ja zum Wetter …).
Bis Stresa ist das Wetter noch einigermaßen; es regnet nicht, aber es ist diesig. Doch als wir dann die Bergstraße rauf nach Gignese fahren, fängt es wieder in Strömen an zu regnen. So erreichen wir das Museum.

Super ist, dass nicht nur wir zwei das Museum besichtigen können, sondern auch unser Dackel Caesar mit rein durfte. Allerdings auf Huberts Arm; ich hatte ja die Kamera in der Hand.

wetter wetter „Passend“ zum Museumsbesuch regnet es natürlich immer weiter, nachdem wir aus dem Museum kommen.
Und so vergeht auch der zweite Tag mit Regen und Gewitter.

Zuhause in Falmenta verkürzen wir das Warten auf besseres Wetter mit dem gemeinsamen Kochen. Es gibt – passend zu Italien -  Pasta. Aus frischen Tomaten wird eine leckere Soße und Pesto rundet alles ab.
Gut, dass wir auch beim Einkauf an den Rotwein gedacht haben.
Das Gewitter allerdings will sich überhaupt nicht verziehen, so lassen wir auch den Fernseher aus, kuscheln uns in dicke Decken ein und lesen …

wetter Mittwoch:

Die Nacht hat es weiter geregnet und wir machen einen erneuten „Ruhetag“ in unserem Ferienhaus in Falmenta. Gut, dass unser Kühlschrank gefüllt ist und wir nicht hungern müssen.

Es regnet den ganzen Tag. Die Wolken hängen tief im Valle Cannobina; sie scheinen einfach nicht über die Berge zu kommen.

Auch heute vertreiben wir uns die Wartezeit auf Sonne mit dem gemeinsamen Gang in die Küche. Der Aufenthalt dort „endet“ mit einem leckeren Risotto.

Donnerstag:

Es war letzte Nacht gegen 23:00 Uhr, als der Strom ausfiel, denn wir hatten stundenlang einen fürchterlichen Orkan, der das Tal verwüstete.
Es war unheimlich: dunkel und stürmisch. Draußen tobte das Unwetter und der Regen; wir aber sind – so hoffen wir – hier im Haus sicher aufgehoben.
Gut, dass wir Taschenlampen haben ...

Als wir morgens aufwachen, ist es draußen hell; es geht also ohne Taschenlampe und Licht. Zuerst suchen wir nach Wasser- und Sturmschäden im Haus, aber alles war in Ordnung. Nur draußen auf der Terrasse sind Tisch und Stühle durch die Gegend geflogen.
Die französischen Nachbarn erklären uns, dass wir sicher bis Mittag wieder Strom hätten und auch das Handy wieder gehen würde.

Da gerade ein wenig es aufgehört hat zu regnen, machen wir einen „Inspektionsgang“ rauf auf den Berg. Wir sehen jetzt erst richtig (und begreifen es), was letzte Nacht los war.
Naturgewalten in den Bergen – wie wir es noch nicht erlebt haben !!!
Überall sind Bäume umgeknickt, der orkanartige Sturm hat eine Schneise der Verwüstung angerichtet. Überall sind auch die Strommasten umgekippt …

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wetter wetter Oben an der kleinen Kapelle in Camberto ankommen, ist ein dicker Baum direkt daneben quer über den Weg gefallen; nichts geht mehr.
Als wir das sehen, sind wir froh, dass bei uns in der Casa Romantica nichts passiert ist. Neben der Chiesa della Beata Vergine degli Angeli  treffen wir Einheimische und Gäste, die außer Strom auch nicht einmal Wasser und Gas haben.
Wir haben im Haus einen Gasherd, so dass wir uns jetzt erst einmal Tortellinis und Sahnesoße mit Gorgonzola machen.

wetter wetter Nun wollen wir nachschauen, was unser Auto macht, das unten im Dorf auf dem Parkplatz steht. Auch auf dem Weg dorthin läuft immer noch das Wasser die Straße runter und Blätter und Kastanien liegen überall herum (li).

Die Feuerwehr ist im Großeinsatz (re), um die überall am Berg umgeknickten Bäume wegzuräumen und die Strommasten wieder aufzurichten.
Ob wir wohl bald wieder Strom haben werden … ???

Unser Auto steht sicher auf seinem Parkplatz; wir gehen als zurück zum Haus. Lesen ist ein guter Zeitvertreib (und natürlich auch das Scrabble-Spiel).
So vergeht der restliche Tag; es wird wieder dunkel draußen, Kerzen werden angezündet. Endlich: 21:30 Uhr geht das Licht wieder an …

wetter wetterFreitag:

Super – das Wetter ist wieder besser geworden. Wir haben Sonne, der Himmel ist blau. Also fahren wir runter zum See.
Die Provinzialstraße ist zwar zu befahren, aber sie ist noch sehr, sehr dreckig und nass. Die Feuerwehr ist immer noch damit beschäftigt, die umgestürzten Bäume von der Straße zu räumen. Das wird auch noch gut eine Woche dauern, da an vielen Strecken heruntergestürztes Erdreich und Steinschläge die Straße beschädigt haben. Teilweise sind auch die Straßengeländer zerstört.
Man kann genau erkennen, dass der orkanartige Sturm schnurgerade eine Schneise der Zerstörung durch das Valle Cannobina gezogen hat.
Es ließ sind langsam, aber einigermaßen, fahren.

Die noch vor uns liegende Urlaubswoche:

Immer wieder gibt es stundenlange Regenfälle, besonders am Abend und in der Nacht. Dann heißt es am anderen Morgen: Warten auf blauen Himmel.

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Und da auch die Feuerwehr nach wie vor mit der Beseitigung der umgeknickten Bäume und dem Freiräumen der Berghänge beschäftigt ist, fällt ebenfalls noch mehrere Male der Strom aus, oder muss abgestellt werden.

Wie waghalsig sich die Aufräumarbeiten abspielen, können wir sehen, wenn wir unsere schmale Bergstraße runter bzw. rauffahren. An irgendeiner der unzähligen Serpentinen müssen wir dann warten, weil die Straße wegen der Aufräumarbeiten gesperrt wird. Geduld ist dann angesagt.

Wir haben schon viele Länder auf dieser Welt bereist und das auch zu verschiedenen Jahreszeiten. Unterschiedliche Klimazonen standen auf unserem Reiseplan. Aber so einen Orkan „ganz hautnah“ zu erleben, war schon eine besondere Erfahrung …



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