Lago Maggiore - Ronco sopra Ascona

schweiz roncoRonco sopra Ascona (Ronco S.Ascona) liegt am Schweizer Teil des Lago Maggiore in einer Höhe von ca. 355 m Höhe zwischen Ascona und Brissago auf einem Hügel; daher der Beiname „Balkon über dem Lago Maggiore“ ; links der Blick auf den See herunter von Kirche Madonna delle Grazie.

Der Tag verspricht sonnig zu werden; so nehmen wir die knapp 30 km von Falmenta, also von Italien aus, hierher in die Schweiz gerne in Kauf.

Vom Ufer windet sich eine schmale aber gut zu befahrende Straße hinauf auf den Parkplatz vor der Kirche. Super, wir finden auch schnell einen kostenlosen Platz für unser Auto.

Die Kirche San Martino und der aus dem Mittelalter stammende Ortskern, prägen Ronco S.Ascona. Besonders interessant ist eine architektonische Besonderheit: „I barchitt“ – die gedeckten Durchgänge. Diese Roncheser Bauelemente sind zugleich Verbindungen zwischen den Häusern und zusätzliche Wohnfläche. Auch dienten sie in früherer Zeit der Verteidigung.
Weit liegen die Ursprünge dieses Ortes zurück, als die Menschen aus Ascona hierher auf die Hügel kamen, diese abholzten und Olivenbaume und Wein anbauten.
Daher stammt auch der Ortsname, denn „ronco“ bedeutet „terrassenförmiger Hügel“  und leitet sich ursprünglich vom lateinischen Verb „runcare“ ab, was abholzen bedeutet.

Bereits im 12. Jahrhundert gab es hier eine Siedlung. Die Landwirtschaft sorgte im Ort für eine weitgehende Unabhängigkeit von Ascona. Weinbau spielte jahrhundertelang eine wichtige Rolle.
Heute ist Ronco S.Ascona mehr auf den Tourismus ausgerichtet, doch überlaufen ist es hier nicht.

ronco Wir beginnen unseren Bummel durch den Ort gleich mit dem Besuch der Chiesa della Madonna delle Grazie; der Kirche direkt am Parkplatz. Erbaut 1715, zeigt sie sich heute noch immer wie zu der damaligen Zeit. Das Portal wurde in jüngster Zeit restauriert, wie auch die beiden nachfolgenden Bilder aus dem Inneren zeigen. 

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Wenige Meter entfernt stehen wir dann vor der Chiesa di San Martino  (li). Einst stand hier eine kleine Kapelle, dann wurde aber im 15. Jahrhundert die heutige Kirche erbaut. Trotz mehrfacher Umbauten hat sie ihren barocken Charakter behalten. Innen geben ihr Malereien und Steinmetzarbeiten einen fast heiteren Charme.

Besonders wertvoll ist das Bildnis des hl. Martin (o.re) über dem Hochaltar. Es stammt von dem Maler Antonio Ciseri (1821 – 1891). Ciseri wurde in Ronco S.Ascona gleich gegenüber der Kirche geboren.
Auch die vier nachfolgenden Bilder zeigen Details aus der Kirche San Marino.

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Wir lassen uns nun einfach durch die I barchitt – die überdachten Durchgänge – treiben. Den Reiz möchte ich versuchen mit einigen Bildern zu vermitteln.

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Aber viel interessanter ist es natürlich, über das Kopfsteinpflaster selbst zu laufen und sich davon überraschen zu lassen, was nach der nächsten Hausecke zu sehen ist …

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Es ist ruhig, fast ein wenig verschlafen wirkt der Ort. Nur ab und zu begegnen wir Touristen (zu erkennen an der Kamera, wie mich) und Einheimischen. So kommen wir dann auch ins Gespräch mit Ursula Hänni. Sie ist Kunstgewerblerin mit einem kleinen Atelier gleich an der Via A. Ciseri und sie stellt wunderschöne Textilien auf ihrem Webstuhl her.

Nun haben auch wir in unserer Küche neue Geschirrtücher. Nicht gerade billig, dafür aber alles Unikate …

Und die Weberin gibt uns dann den Tipp mit dem Ristorante della Posta. Von dort hat man einen fantastischen Blick über den See und zu den Brissago Inseln herüber. Das besonders von den Tischen auf der großen Terrasse.

Zu Beginn unseres Bummels schauen wir im Feinschmeckerlokal vorbei und reservieren einen Tisch direkt an der kleinen Mauer am Rand der Terrasse.

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Und so reizvoll wie der Blick nach unten, so hervorragend ist unser Essen. Der Chef des Hauses empfiehlt nach einem Salatvorspeise als Hauptgänge grüne Bandnudeln mit Hase sowie Risotto mit Steinpilzen. Als Desserts krönen Noisetteparfait und Tiramisu das Essen. Auch die Weinempfehlung nehmen wir gerne an. Kein billiges, dafür aber ausgezeichnetes Vergnügen.

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Es ist ein Urlaubstag der besonderen Art. Anders als am Seeufer ist es hier oben in Ronco sopra Ascona ruhig, fast schon ein wenig nobel. Die Stunden vergehen im Flug.

Die Sonne verwöhnt uns und nur die Turmuhr verrät ab und zu die Zeit …



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