Lago Maggiore - Borromäische Inseln

… auf zur Isola dei Pescatori und Isola Bella

Heute Morgen scheint die Sonne und es sind ganz wenige Wolken da. Der Himmel ist blau und wir beschließen, nach dem Frühstück nach Stresa zu fahren. Wir wollen auf die Isola Bella und Isola dei Pescatori.

borromeo Vorher aber liegt die Fahrt runter an den See. Die Bergstraße bis zur SS631 (SP75) – also die 3 km weg von Falmenta – sieht nach den Unwettern mit Orkan noch sehr schlimm aus. Überall sind umgestürzte Bäume zu sehen, die allerdings schon alle abgesägt sind. Doch immer noch läuft Wasser die Straße runter, Laub liegt drauf und die Sägespäne. Es ist schmierig und durch den Dreck an den Rändern ist die Straße noch enger. Außerdem liegt viel heruntergekommenes Erdreich am Straßenrand und Steine, die mit runtergespült sind. Eigentlich wäre die Straße – läge sie bei uns in Deutschland – bestimmt gesperrt. Aber es hat alles geklappt und unten am See sieht man nichts vom Sturm.

Doch wir haben von anderen Reisenden gehört, dass z.B. auch in Cannero Riviera Mittwochnacht Sturm war, aber ohne Stromausfall.
Von Reisenden aus Berlin haben wir gehört (sie sind mit Wohnmobil unterwegs), dass sie Mittwochnacht auch in Locarno Sturm hatten. 2 Wohnmobile sind dort umgekippt.

In Stresa angekommen, fahren wir gleich auf den gebührenpflichtigen Parkplatz am Fähranleger am Piazzale Lido im Vorort Carciano di Stresa.

Wir haben uns für ein privates Motorboot entschieden und zahlen für zwei Inseln und die Parkgebühr 15 Euro pro Person. Caesar zahlt nichts. Die Boote fahren regelmäßig von Stresa zu den Inseln und weiter zur nächsten Insel jede volle Stunde.

pescatoriIsola dei Pescatori

11:00 Uhr – wir nehmen das Schiff zur Isola dei Pescatori (Isola Superiore dei Pescatori) = 10 min. Fahrt.

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Auf der Fischerinsel ist Freitag immer Markt. Der ist aber ruhig und – entgegen dem Reiseführer – ist es nicht überlaufen. Fast schon ruhig …

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Das wir auf der Insel der Fischer sind, ist unübersehbar. Überall sieht man Boote und Netze.

Die Insel hat keinen Palast und gehört auch nicht der Familie Borromeo. Ungefähr 60 Menschen leben hier ganzjährig; die tägliche Zahl der Touristen übersteigt das enorm.
Mit einer Länge von etwa 350 m ist die Fischerinsel überschaubar und das kleine Dorf kann am baumbesetzten Ufer schnell umrundet werden.

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Die Häuser überragendes Bauwerk der Insel ist die Pfarrkirche, die dem heiligen Viktor (San Vittore) geweiht ist.
Ich schaue sie mir auch von innen an, aber es ist gerade eine Taufe und da lasse ich die Kamera in der Tasche.

pescatori

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Wir bummeln nun ganz gemütlich weiter und kehren in der Pizzeria La Rondine ein. Sie liegt - wie könnte es fast anders sein - direkt am Ufer.
Und? Sieht das Essen nicht lecker aus? Es gibt für Hubert Bündener Fleisch und danach Rösti mit Camembert. Für mich einen  Meeresfrüchtesalat und danach eine Pizza Carprice (Gorgonzola, Artischocken, Oliven und Sardellen).

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Wieder zurück am kleinen Hafen, warten wir auf das Motoboot (li) und schauen schon einmal hinüber zur Isola Bella (re).

bellaIsola Bella

bella

14:00 Uhr – wir nehmen das Schiff zur Isola Bella (Isola Inferiore) = 10 min. Fahrt.
Wir bummeln erst einmal mit Caesar über die Insel durch das Dorf.

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Auch hier auf der Isola Bella erinnert alles daran, dass wir auf einer Insel sind, wenngleich die Boote heute eher die Funktion von "Blumenkübeln" haben ...

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Nach dem Bummel durch die Gassen kaufe ich mir eine Eintrittskarte (13 Euro) für den Palast und den Garten. Da muss allerdings Hubert draußen bleiben, weil Hunde nicht mit rein dürfen.

isola bella
Ganz anders als heute Vormittag auf der Fischerinsel ist es auf der Isola Bella. Die Insel selbst gleicht in ihrer Form einem Schiff mit dem Palast am Bug und den Garten am Heck.

Viel gelobt als einer der schönsten Garten Italiens. Pyramidenförmig ziehen sich in 10 Stufen die Terrassen bis hinauf zur oberen Plattform, die einen schönen Blick über den Lago Maggiore bietet. Unzählige große Statuen zieren den Platz; Blumen setzen fast das ganze Jahr über Farbtupfer. Und darüber der blaue Himmel (der sicher nicht das ganze Jahr …).

Um in den Garten zu gelangen, muss man durch den Palast hindurch. Ich schließe mich keiner Führung an; der Garten ist mein Ziel.

isola bella isola bella
Im 16. und 17. Jahrhundert gaben die Borromeos den Bau zahlreicher Paläste auf den Inseln Bella und Madre in Auftrag.

Heute kann man das Barockschloss besichtigen und durch die Säle mit unschätzbaren Kunstwerken wandeln: Gobelins, Möbel, Gemälde und reich verzierten Wänden und Decken.

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Ich habe den Palast "durchquert" und bin endlich im Garten angelangt. Der Himmel ist strahlend blau; leichter Wind weht mir entgegen und ich stehe in einer vom Mittelmeerklima verwöhnten Vegetation.

Einst war die Isola Inferiore (kleinere Insel) weiter nichts als eine Felseninsel mit einem kleinen Fischerdorf. Doch im 16. Jahrhundert ließ Carlo III. Borromeo das Eiland planieren; ein Palast wurde für seine Frau Isabella errichtet. Daher kommt auch der heutige Name der Insel.

Über viele Jahre hinweg wurde gebaut; 1671 dann die Gartenanlage prunkvoll eröffnet. Azaleen, Rosen, Zitrusfrüchte, Orchideen und große Kampferbäume fanden schnell eine neue Heimat zwischen all den Statuen.

isola bella isola bella

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Sie sind zweifelsohne die Stars hier im Garten; die weißen Pfauen. Unbeirrt von den Besuchern stolzieren sie über grünen Rasen und Kieswege.

Um 17:00 Uhr fahren wir mit dem Motorboot zurück nach Stresa. Umsteigen in unser Auto! Dann geht es weiter nach Verbania (ein Einkauf zum Auffüllen von Küche und Kühlschrank steht an).

Wieder haben wir unsere Bergstraße nach Falmenta erreicht. Sie ist einigermaßen trocken, da es tagsüber nicht geregnet hat, aber immer noch dreckig.

Einem gemütlichen Abend in der Casa Romantica steht also nichts mehr im Weg …



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