Indonesien - Java

Jakarta - Indonesiens Hauptstadt und auf Java gelegen - war nach einem langen Flug unser Ziel.

Java eine der vier Großen Sunda-Inseln -  ist mit 126.650 qkm zwar nicht die größte des indonesischen Archipels, aber die bevölkerungsreichste.

Jakarta wächst täglich. Nicht nur an Menschen, sondern auch an Fläche. Im Norden schiebt sich die Stadt - teils auf natürliche Weise - immer weiter ins Meer hinein. Das umfassendste Gesamtbild Jakartas erhält man vom Flugzeug aus, wenn der Pilot zum Landen eine große Schleife fliegt. Fast 700 qkm beträgt die Größe der indonesischen Metropole.

Sind heute noch die kleinen Dörfer um die Stadt herum durch grüne Flächen mit Bananenstauden und Wasserläufen von Jakarta getrennt, so schieben sich morgen neue Hütten mit roten Ziegeldächern und Wellblechwänden dazwischen. Der dörfliche Charakter verschwinden, und die Stadt wird wieder einmal ein Stück größer.
Die Geburtenrate liegt bei jährlich vier Prozent und ist trotz der Kampagne zur “Zwei-Kinder-Familie” kaum zurückgegangen. Ein Problem vieler Städte, nicht nur in Asien. Der Traum von Arbeit und Schulausbildung für die Kinder treibt die Familien immer mehr in die Ballungszentren.

Wir sind aber nicht nach Java gekommen, um die Tage in der Hauptstadt zu verbringen. Uns zieht es hinaus.

kakao So erreichen wir Bogor und den dortigen Botanischen Garten. Es ist der größte in Südostasien und 1817 eröffnet. Seitdem locken mehr als 15000 Pflanzen tagtäglich unzählige Besucher an.

Wer hätte gedacht, dass Schokolade so aussieht? Nun ja, erst einmal muss der Kakao wachsen ...

Java hat viel zu bieten: Eine Landschaft unberührter Schönheit. Weite Terrassenfelder, auf denen Reis und Tee angebaut werden. Berge mit heute noch aktiven Vulkanen und liebenswerten Menschen aus einer uns fremden Kultur. So haben Missionare aus Europa und Einwanderer aus anderen Ländern die vier Weltreligionen - Buddhismus, Hinduismus, Islam und das Christentum - auf die Inseln gebracht. Nicht nur in sakralen Bauwerken haben sie ihre Spuren hinterlassen, sondern auch in dem Leben der Indonesier. Auch heute noch betet ein gläubiger Muslim außer zu Allah auch zu unzähligen hinduistischen Gottheiten, besänftigt durch kleine Rituale die bösen Geister und Dämonen. Die Götter sind allgegenwärtig. Sie wohnen auf Bergen und Bäumen, in Flüssen und Seen. Jeder Tag im Jahr ist einer anderen Gottheit gewidmet. Überall auf den Sundainseln werden Feste gefeiert. Blumen bekränzt und singend ziehen die Menschen aus den Dörfern zu ihren Tempel hinaus, die z.T. in den Reisfeldern liegen.

reisWir jedenfalls brachten unseren Fahrer fast zum Verzweifeln, da er ständig anhalten musste. Mal rechts, mal links der Straße sahen wir weite Reisfelder, die teils bepflanzt und teils abgeerntet waren. Dann bildeten sich kleine Seen auf den Feldern.

huhn Während unserer Tour über die Insel besuchten wir das Dorf Naga. Ein sundanesisches Dorf besonderer Art. Nur 99 - nicht eins mehr oder weniger - Häuser gibt es hier. 99 Familie finden dort ein Zuhause. Heiratet ein junges Paar, kann es erst dann im Dorf bauen und wohnen, wenn die Zahl der Häuser abgenommen hat.


Aber es gibt auch andere "Häuser" in Naga. Nämlich solche für Hühner. (Bild zum Vergrößern anklicken)

Durch eine malerische Landschaft führt uns der Weg hinauf auf das mächtige Bandung-Plateau, vorbei an 15 Vulkanbergen. Das Hochland ist geprägt von riesigen Teakholzwäldern und Teeplantagen.

tee Weit erstrecken sich die fast einen Meter hohen Teesträucher in Reih und Glied auf den Feldern. Locker dazwischen erblicken wir Büsche mit großen roten Blüten. Bei uns in Europa zur Adventszeit ein Weihnachtsstern im Topf, erfüllt diese Pflanze hier einen äußerst nützlichen Zweck. Sie vertreibt Insekten von den frischen Teezweigen.

Den ganzen Tag gehen die Frauen mit ihren großen Sonnenhüten durch die Buschreihen und zupfen nur die jungen frischen Blätter des Teestrauches ab. Vom Sammelkorb kommen die jetzt noch grünen Teeblätter in die nahen Fabriken, wo sie in Jahrhunderte lang praktizierten Verfahren zum aromatischen Schwarztee werden. Tee, den wir genießen können, als wir am späten Nachmittag wieder in unserem Hotel auf der Terrasse sitzen.

borobodur Das wohl wichtigste und monumentalste Bauwerk des Buddhismus auf Java ist Borobodur. Überragende Künstler haben im siebten Jahrhundert diese Tempelanlage geschaffen. Der Name ist abgeleitet von den Worten Boro (Schrein, Tempel) und Budur, was “auf dem Hügel” bedeutet. Borobodur wurde aus 2 Millionen aufgestapelten Andesitblöcken, einem Vulkangestein, auf einem Bergrücken erbaut.

huhnEiner riesigen Pyramide gleich gehen wir auf eine Stupa zu. Nach der buddhistischen Religion symbolisiert der Tempel das Universum. Ein Rundgang, dem Uhrzeigersinn entsprechend, offenbart uns den Blick auf 504 Buddhaskulpturen, zum Teil in kleinen mit Sichtlöchern versehenen Stupas. 1460 Wandreliefs, die entlang der Außenwände zu sehen sind, zeigen Szenen aus dem Leben Buddhas und der damaligen Zeit. Für die Buddhisten ein Ort der Meditation. Ein Sinnbild der Erlösung, der man näher kommt, wenn man diesen Kultbau umwandelt. Der Tempel versinnbildlicht den Gläubigen Buddha selbst, den sie mit der Sonne vergleichen.

Auch wir konnten uns im Schein der untergehenden Sonne nur sehr schwer von diesem Bauwerk lösen, das in seinem Grundriss die Form eines Mandalas (Zirkel) aufweist. Einem symbolischen Diagramm, das in komplizierter Weise das Universum darstellt. Das Mandala Borobudur hat die Form eines steinernen Berges, der sich stufenförmig aus dem quadratischen Grundriss erhebt. Die vier Himmelsrichtungen und auch die vier Weltgegenden streben dem mythischen Weltberg entgegen, der im Hinduismus seit frühester Zeit als Mittelpunkt der Erde gilt. Auch dem Buddhismus liegt diese Vorstellung zugrunde. 

Große Vulkanausbrüche bedeckten vor Jahrhunderten den Tempel mit Asche, seismische Einwirkungen  brachten das Gebäude ins Wanken. Auch der Einzug des Islam im 15. und 16. Jahrhundert legte manchen Fluch auf die Stätte. Nach einer ersten längeren Restaurationsphase zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das Bauwerk - von der UNESCO finanziert - zehn Jahre lang aufwendig restauriert. Das Fundament gestützt, die Außensteine gereinigt und haltbar konserviert. So konnte am 23. Februar 1983 der Tempel wieder den Gläubigen aus aller Welt geöffnet werden. In der Hoffnung, das Borobudur 1000 Jahre halten wird.

bromo Ein sprichwörtliches Highlight auf unserer Tour war der Aufstieg auf den 2392 m hohen Gunung Bromo. Der Weg nach oben führt kurvenreich durch eine zauberhafte Berglandschaft.

Der Morgen war kalt und der zusätzliche Pulli brachte ein wenig Wärme. Doch die 200 Stufen zum Kraterrand halfen dann letztendlich auch zum Warmwerden.

Früh am Morgen sieht der Vulkan besonders schön aus.

schwefelWie schon an anderer Stelle dieser Java-Tour berichtet, ist die Insel vulkanischen Ursprungs. Viele Krater zeugen davon. Und oft steigt einem der beißende Schwefelgeruch in die Nase.

Entweder stehen wir dann an einem Abhang und schauen hinein in einen Vulkankrater, aus dem gelben Dämpfe diesen unangenehmen Geruch zu uns hinauftragen, oder wir liegen in einem Becken einer Badeanstalt, ganz aus Naturstein gebaut und mit warmen Heilwasser aus den Tiefen der Erde.

Der Weg führt uns auch an Seen vorbei, deren Wasser aus verschiedenen unterirdischen Quellen mit den unterschiedlichsten Mineralien kommt.

bali

So langsam gehen auch die schönsten Tage auf Java einmal zu Ende.

Flughafen Yogjakarta. Es ist 11.00 Uhr am Morgen, und wir warten auf unsere Maschine der Garuda Indonesia, die uns nach Bali bringen soll.



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