Indonesien - Bali

Pulau Dewata - Insel der Götter - die gut 3 Millionen Balinesen haben auf ihrer 5.600 Quadratkilometer großen Insel den Hinduismus erhalten.

Die hohe Kultur, zusammen mit der tropischen Natur, prägen das Bild von Bali. Küsten mit kilometerlangen Stränden und Palmenhainen verändern sich landeinwärts in fruchtbares Ackerland mit Reisterrassen, die an den Berghängen hinauf zu wachsen scheinen. Endlos erstrecken sich die Felder für den Nassreisanbau zwischen den kleinen Dörfern. Die jahrhundertealte Erfahrung der Balinesen, die künstliche Bewässerung und die intensive Bearbeitung bringen hohe Erträge. Bis zu drei Ernten pro Jahr sorgen dafür, dass sich die Dörfer sich meist selbst versorgen können.

Die gebirgige Landschaft macht allerdings die Bewässerung durch ein kompliziertes Kanal- und Dammsystem schwierig und auch kostspielig. Ständig ist es erforderlich, dass dieses empfindliche System überwacht und instand gehalten werden muss.

reistempel reistempel Der Reisanbau wird nicht nur mit großer Sorgfalt betrieben, sondern auch von unzähligen zeremoniellen Handlungen begleitet, die der Reisgöttin Devi Sri gelten.

Ob Felder bestellt, oder die ersten Reishalme ins Wasser gesetzt werden, alles geschieht unter den Augen der Göttin und mit ihrem Wohlwollen nach den Zeremonien. Auch bevor der Reis geschnitten wird, besänftigen Opfergaben an den vier Ecken des Feldes die Dämonen.

EinTempel zu Ehren Devi Sri liegt meist zwischen den Reisfeldern.

Ständig sind die balinesischen Frauen damit beschäftigt, kleine Körbchen aus Palmblättern herzustellen, die dann mit Blüten, Reiskörnern und Räucherstäbchen gefüllt, täglich vor die Tür des Hauses gestellt werden. Es vergeht kein Tag, an dem nicht früh am Morgen der Ladenbesitzer ein duftendes Körbchen vor die Eingangstür seines Geschäftes stellt. Auf Schritt und Tritt begegnet man diesen Opfergaben.

Dämonen bewachen jedes Tor zu einem Tempel. Diesen hier haben wir vor dem Tempel der Reisgöttin Devi Sri im Osten der Insel gesehen.

besaki besaki Balis Muttertempel Besakih - hier auf der Insel wird er Pura Besakih genannt - liegt in der Nähe des kleinen Dorfes Rendang auf 900 Metern Höhe. Das Bergheiligtum ist der größte und heiligste Tempel der Insel; es besteht aus drei Haupt- und mehreren Nebentempeln. Mehr als eine Tempelanlage mit vielen Schreinen und bis zu elfstöckigen Dächern aus schwarzen Zuckerpalmblättern. Steile Treppen führen hinaus nach Besakih, wo das größte aller Opferfeste Balis, Eka Dasa Rudra, jährlich begangen wird.

Der Name Besakih  stammt aus dem Sanskrit und leitet sich von dem Wort Basuki ab. In der Mythologie ist ein  Basuki der drachenartige Schlangengott, der auf dem Berg Mandara lebt.


Besonders im Gedächtnis bleibt den Balinesen das Fest im Jahre 1963:

Mitten in den Vorbereitungen vernahmen die Menschen ein dumpfes Grollen vom nahe gelegenen Vulkan her, graue Asche fiel auf den Tempel. Der Vulkan, den sie erloschen glaubten, war zu neuem Leben erwacht. Die Balinesen deuteten des Ausbruch als “von den Göttern gesandte Reinigung”. Es kam der 8. März 1963, der Tag des Opferfestes. Der Tempel war geschmückt und Tausende von Menschen fanden sich zum Gebet ein. Da geschah das Unglück erneut. Schwarze Rauchfahnen, Grollen, und Lava ergoss sich aus dem Vulkan. Wie durch ein Wunder blieb der Tempel verschont, Ostbali aber wurde verwüstet.

fledermaustempel fledermaustempel So wie Besakih gibt es auf Bali viele Tempelanlagen unterschiedlichster Art. Da ist z.B. Goa Lawah, die Fledermaushöhle. Ein süßlicher Geruch und das Zirpen unzähliger Tiere liegt in der Luft. Der vor fast 1000 Jahren an dieser Stelle erbaute Tempel ist Sitz des drachenartigen Schlangengottes Basuki und der Götter der Unterwelt. Die Balinesen glauben an einen unterirdischen Gang, der die Höhle mit dem heiligen Tempel Besakih verbinden soll, also die Verbindung zwischen Unter- und Oberwelt darstellt. 

tempelfest Egal, wo man in Bali hinschaut, überall werden Feste und religiöse Zeremonien gefeiert. Leise, und dann immer lauter werdend, klingt Musik heran. Dann ziehen die Menschen in ihrer Festtagskleidung und mit Schirmen und Fahnen an uns vorbei.

tanah lot Es wird Abend. Wir haben uns einen besonderen Tempel ausgesucht: Tanah Lot, den Göttern geweiht, die die Menschen vor den Dämonen der See schützen. Der Tempel liegt auf einer winzigen Insel, die nur bei Ebbe zu erreichen ist. In den Felsspalten leben Seeschlangen. Die Geschichte erzählt, dass sie bei Flut die Höhlen verlassen und zum Fressen ins Meer schwimmen. Es sind heilige Tiere für die Balinesen. Kein Mensch darf ihre Ruhe stören.

tempel tempel

tanzÜberall auf Bali hört und sieht man sie: die Gamelan Musik und die balinesischen Tänze. Die Akteure haben ihre Ausbildung an Tanz- und Kulturschulen der Insel gemacht und arbeiten danach für die staatliche Bali Tourist Development Corporation.

Auf Bali kennt man etwa 200 verschiedene Tänze, die für die Menschen und vor allem für die Götter aufgeführt werden. Je nachdem welche Zeremonie man begleitet, welchen Gott oder Dämon man anspricht, hat man den richtigen Ton zu treffen, die richtigen Bewegungen zu machen:
 

tanzDer Tari Wali ist auf Bali ein Überbegriff für die heiligen Kulttänze.
Der Tari Bebali bezeichnet die bei Zeremonien aufgeführten Tänze die aber nicht gar so heilig sind. 
Der Tari Balih Balihan ist ein Überbegriff für die populären, neueren Tänze die überwiegend vor zahlendem Publikum und vor Touristen aufgeführt werden.

Alle Tanzvorführungen haben ihre Wurzeln in der hinduistischen Mythologie des Ramayana und Mahabharata. Das Ramayana  ist nach dem Mahabharata das zweite indische Nationalepos. Es ist eine Kunstdichtung, dessen  genaue Entstehungszeit unklar ist. Sie soll zwischen dem 4. Jh. v.Chr und  2. Jh. n.Chr entstanden sein; die heute bekannte Form des Ramayana ist mit 2. Jh. n.Chr datiert.

Für uns eine bunte Welt, die wir sicher mit anderen Augen sehen als die Menschen hier. Alles hat seine Bedeutung, auch wenn wir diese nicht in jeder Einzelheit verstehen. Doch die Vorführung selbst ist ein Erlebnis.

hotelIn den letzten Wochen haben wir auf diesen beiden Inseln viel gesehen und erlebt. Nun sind zum Schluss Tage des Müßiggangs angesagt. Mit Ruth und Dieter ziehen wir nach Nusa Dua ins Melia Bali. Das Hotel liegt in einer großflächigen Anlage gehobenen Standards und ist schon durch ein großes Tor quer über die Straße räumlich vom übrigen Bali abgegrenzt.

Zugegeben, dies ist nicht mehr das ursprüngliche Inselleben; es ist vielmehr das, was Touristenexperten für die Gäste daraus gemacht haben. Der Golfplatz fehlt ebenso wenig wie die City mit ihren klimatisierten Boutiquen und Restaurants. Ein Shuttlebus fährt regelmäßig von Hotel zu Hotel und verbindet alles miteinander. Sicher, wir genießen diesen “Luxus”; im Meer zu baden und bei einem Glas Wein dem Sonnenuntergang zuzuschauen.

Doch ab und zu müssen auch wir vier aus unserem “Ghetto” entfliehen (haben natürlich dabei das Lied von Elvis immer im Ohr). Bloß raus! So war dann unsere Devise. Draußen bummeln wir durch die kleinen Straßen und Restaurants, die typischer für Bali sind als es unsere Herberge war. Geschmeckt hat es hier ebenso gut wie im Fünf-Sterne-Restaurant des Hotels. Muss es denn unbedingt ein französisches Lokal hier mitten in der indonesischen Inselwelt sein?

pfeilResümee einer Reise

Der Urlaub hat uns gut gefallen. Wir haben eine fremde Kultur näher kennen gelernt, sind über Basare geschlendert und haben uns in der Natur wohl gefühlt. Wenn hier in Deutschland die Tage grau werden, das Fernweh an uns nagt, denken wir beim Ansehen der Videos und der Dias zurück an die heitere Inselwelt. Die Räucherstäbchen duften, die mitgebrachte Holzmaske blinzelt im Schein der Kerze von der Wand zu uns herüber und ganz weit entfernt hören wir dann die näher kommende Musik der unzähligen Prozessionen und religiösen Feste Balis.

Also doch: ein Urlaub, der lange in der Erinnerung bleiben wird.

Selamat jalan                    Auf Wiedersehen




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