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Frankreich - Homps & Canal du Midi


Von Cenne-Monestiès sind es 62 km bis Homps. Die Tour dorthin ist allerdings von vielen Baustellen gespickt: Déviation!

Wir brauchen deshalb knapp zwei Stunden. Macht aber letztendlich nichts, da wir erst um 14:30 Uhr das Boot nehmen wollen.

Also suchen und finden wir schnell einen Parkplatz direkt am Canal du Midi und am Hafen von Homps. Kostenlos und er steht unter Plantanen, geschützt vor der Sonne.
(Beide Links stehen weiter unten auf der Seite; einfach anklicken.)

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Dann bummeln wir erst einmal rund um den Hafen (o.) und suchen uns ein Restaurant; es ist Mittagszeit. Das La Peniche ist unser Ziel. Dort haben wir im gemütlichen und schattigen Garten einen Tisch gefunden.

Es gibt Omelette mit Pommes und grünen Salat (für Hubert) und Salat mit Lachs (für Uta, also mich). Dazu Rotwein und Wasser.

Super war der „Einstieg“ mit Brot und Zwiebel-Knoblauch-Öl und als „Ausstieg“ einen Espresso.

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Der Lachs (li.) sieht nicht nur lecker aus, er ist es auch.

Und ebenso hübsch wird die Rechnung (re.) serviert.

Wenige Meter neben dem Restaurant ist der Ticketschalter  für die Bootstouren am Canal du Midi. Wir haben zwei Bootskarten gekauft: 11,50 Euro/Person für die Saint Ferréol (u.li).

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homps homps Es ist 14:30 Uhr und zwei Stunden auf dem Canal (eine Stunde pro Strecke) liegen vor uns. An der 1730 erbauten Pont de Jouarres geht es los. Wir passieren die Pont de la Métairies du Bois (erbaut Ende des 17. Jahrhunderts) und fahren in die  Schleuse von Relais de la Dinée ein.

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Langsam schippern wir den Canal entlang; immer begleitet von  Platanen (li.), die Schatten spenden, da es die Sonne recht gut meint.
Und vorbei an Hausbooten, Booten von Urlaubern und Ausflugsbooten so wie wir auf einem fahren: der Saint Ferréol. Entlang der Strecke sehen wir immer wied


So mancher Kahn (u.li.) ist in die Jahre gekommen; ob dieser wohl seinen 'Lebensabend' am Ufer verbringt?

Ups, ob wir wohl unter dieser Brücke (u.re.) hindurch kommen?

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Entlang der Strecke sehen wir immer wieder Radler auf ihren Fahrrädern fahren, oder Menschen, die einfach nur am Ufer entlangwandern. Der Canal ist Ziel für viele Urlauber und Erholungssuchende.

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Ein Highlight ist zweifelsohne das Aquädukt von 1688. Wir haben es schon bei der Herfahrt von der Landstraße aus gesehen.

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Canal du Midi

1667 wurde mit dem Bau der 240 km langen Wasserstraße von Sète am Mittelmeer nach Toulouse begonnen. Dieses gigantische Bauwerk bedurfte nur einer Bauzeit von 15 Jahren. Zu verdanken ist es Pierre-Paul Riquet, geboren in Béziers, direkt am Canal.

Ursprünglich hatte die Wasserstraße den Namen Canal royal en Languedoc.

Seine Strecke führt ihn von Séte durch die Lagune; an der Stadt Agde vorbei nach Béziers und Carcassonne.

Danach nordwestlich rauf nach Toulouse.

1996 ist der Canal du Midi von der UNESO zum Weltkulturerbe ernannt worden.

Technische Highlights sind zweifelsohne die Brücken, Schleusen, Staumauern und Tunnel, die dem Canal zu einer der meistbefahrenen Wasserstraßen gemacht hat.

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homps homps Von den 63 Schleusen werden 30 automatisch und 33 von Schleusenwärtern  betrieben. Die Schleusenwärter wohnen meist an der Schleuse; viele haben ihre Häuser (li.) und Grundstücke; sie bieten gelegentlich örtliche Produkte oder selbst angefertigtes Kunsthandwerk zum Kauf an. Wie seinerzeit die Bauarbeiter am Kanal, nennen sich die Schleusenwärter  Gens de l’eau.
Während wir in einer Schleuse warten müssen, hat auch unser  Kapitän (o.re.) eine kleine Ruhepause verdient.

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Es waren 12000 Arbeiter (darunter 600 Frauen), die den Canal gebaut haben. Dazu gehören 328 Bauten.

Die Baukosten waren enorm; das Königshaus übernahm 40 % und ebenso die Provinz. Riquet finanzierte den Reis aus eigenen Mitteln. Im Gegenzug hatte ihn der König Einnahmen aus dem Canal versprochen. Doch Riquet erlebte die Fertigstellung nicht mehr; er starb sieben Monate zuvor.
Sein ältester Sohn Jean-Mathias führte die Arbeiten fort.

45000 Plantanen und Zypressen säumen die Kanalufer.

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Platanen

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Die Platanen (Platanus) gehören zur Familie der Platanengewächse (Platanaceae).

Hauptsächlich findet man sie in den gemäßigten Klimazonen Europas, Asiens und Nordamerikas. Sie prägen das Bild des Mittelmeerraumes.

Platanen sind laufabwerfende und teilweise auch halbimmergrüne Bäume. Sie werden 25 bis 50 m hoch. Die Borke blättert jedes Jahr ab und so entsteht das markante weiß-grün-braune Muster.

Das Blatt erinnert an einen Ahorn.

homps homps Die Blütenstände sehen aus wie kleine gelbe Kugeln und hängen zu meist zu fünft an kurzen Zweigen. Sie bilden Nüsse aus.


Im Sommer 2011 geht ein Aufschrei durch das Land: Ein Pilz bedroht die Platanen an Canal du Midi. Müssen mehr als 42.000 Bäume gefällt werden?

Bis heute hat man noch kein wirksames Mittel gegen den Platanenkrebs (Ceratocystis platani) gefunden. Deshalb droht den Bäumen am 240 km langen Canal in den nächsten 15 Jahren das Aus.

homps homps Die Behörden müssen sich darauf einstellen, dann nach und nach die kranken Bäume durch gesunde Jungpflanzen zu ersetzen.

Unterstützung hat der französische Präsident zugesichert.

Nicht zuletzt trugen auch die Baumalleen am Canal zu dessen Anerkennung als Weltkulturerbe bei.

Diese vier Bilder zeigen befallene Platanen, die schon recht traurig machen. Denn wenn es sie nicht mehr gibt, ist ein besonderes Merkmal am Canal du Midi unwiderbringlich verschwunden.

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Als wir von unserer Bootstour zurückkommen und wieder zum Auto wollen, ist der ganze Platz am Quai gesperrt, weil dort Markt ist. Aber das stand nirgends, als wir kamen. Unser Auto ist von Marktständen umringt. Als wir kommen, hat man ohne Probleme die Stände an die Seite geschoben, so dass ich rausfahren konnte. Wo gäbe es das bei uns?

Wir bedanken uns bei den Markthändlern und fahren wieder zurück nach Cenne-Monestiés; wieder durch all die Baustellen vom Vormittag hindurch

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