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Frankreich - Caunes-Minervois

Landstädtchen mit schöner Abteikirche

caunes Wir fahren früh nach dem Frühstück nach Caunes-Minervois, der kleinen Stadt am Fuße der Montagne Noir. Dort finden wir schnell einen kostenlosen Parkplatz an der  Esplanade de l’Europe (am Wasser). Über die Brücke geht es dann zum Place de la République und dann zur Abbaye. Vorher besorgen wir uns aus dem Touristenbüro noch einen Stadtplan und einige weitere Karten.

Caunes ist ein mittelalterliches Dorf mit engen Gassen und Häusern aus sandfarbenen Steinen, erbaut rund um die aus dem 8. Jahrhundert stammende Abtei, die mitten im Zentrum liegt.

Bei einem Spaziergang durch das Dorf fallen sofort die vielen Renaissance-Fassaden auf.

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Es scheint so, als sei die Zeit stehengeblieben. Doch die liebevoll geschmückten Fenster zeigen ein anderes Bild.

An dem alten Brunnen kommen wir vorbei auf dem Weg zum Abtei.

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Beim Bummel durch die Straßen sehen wir überall Marmor; viele Skulpturen sind daraus gefertigt. Und das in den unterschiedlichsten Farbschattierungen.

Es gibt rund um Caunes noch drei Marmorbrüche mit rotem Marmor von blassrosa bis blutrot. Einst wurde der Marmor nach ganz Europa exportiert; verarbeitet wurde er u.a. am Triumphboden in Paris.

Jedes Jahr Anfang Juni wird das Marmorfest gefeiert, mit Ausstellungen, Werkshops, Vorträgen und Besichtigungen der Werkstätten.

caunes Schon bei der Anfahrt auf den Ort blicken wir auf die 780 erbaute  Benediktiner-Abtei mit den zwei hohen Türmen.

Seit 982 kamen viele Pilger zu den Benediktinermönchen; durch Schenkungen konnten die Ländereien um das kleine Kloster erweitert werden.

Im 17. Jahrhundert wurde die Abtei ausgebaut, allerdings führte die Revolution 1790 zur Schließung des Klosters. Die Klosterkirche wurde 1791 zur Pfarrkirche der Gemeinde; die restlichen Gebäude zum Nationalgut erklärt.

1916 wurde auch die Kirche unter Denkmalschutz gestellt, wie auch 1948 das Klostergebäude.

1986 erwarb die Gemeinde Caunes die gesamte Klosteranlage und restaurierte sie; seit 2006 ist das Kloster wieder für Besucher geöffnet.

caunes caunes Wir gehen in das Kloster (9 Euro Eintritt für uns). Mit einer deutschen Beschreibung in der Hand beginnt unsere Besichtigungstour. Aber schnell gesellt sich eine Dame aus der Verwaltung zu uns, die früher einmal die deutsche Sprache gelernt hat. Sie freut sich, dass sie sich mit uns – zweisprachig tun wir das – unterhalten kann.

Beginnen wir unseren Rundgang gleich im Kreuzgang. So wie er heute noch aussieht, ist er 1663 geschaffen worden auf den Grundmauern eines mittelalterlichen Vorgängerbaus. 2006 nach der Restaurierung erstrahlt er wieder im neuen Glanz und dient heute als Ausstellungsfläche für Marmorskulpturen.

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caunes caunes Die breiten Bogengänge mit den Rippengewölben und den Rundbogen und Pfeilern sind schlicht gehalten. Nachdem wir den Kreuzgang einmal umrundet haben, betreten wir die Abteikirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul. Es fällt gleich auf, dass beim Bau große Bruchsteine verwandt wurden. Acht Säulen aus Quadern stützen das Kirchenschiff.

Licht kommt durch die großen Fensteröffnungen im Halbkuppelgewölbe in die Kirche. So kommt der Hauptaltar – geschnitzt von italienischen Bildhauern im 18. Jahrhundert – sehr schön zur Geltung. Verarbeitet wurde nicht nur der rote Marmor aus Caunes, sondern auch weißer aus Carrara.

Das reiche Mobiliar stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert nach der Renovierung.

caunes Bemerkenswert sind die beiden weißen Altarengel aus Carrara-Marmor.
Zum Vergrößern das Bild anklicken.

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Während der Nordturm (li.)zu Beginn des 12. Jahrhunderts mit drei Etagen errichtet wurde, hat der Südturm (re.), Jahrzehnte später erbaut, nur eine Etage.



Die Überreste der alten Karolingerkirche wurden erst in jüngster Zeit freigelegt; heute ist dort die  Krypta (u.).

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Wir gehen zurück in den Kreuzgang und dann weiter zu den  Wohnbereichen der Mönche und schauen uns die Abtswohnung an. Sie befindet sich in einem weiteren Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln. Heute sind nur noch Gebäudeteile aus dem 17. Jahrhundert erhalten.

Wir bummeln durch den Klostergarten, in dem heute in einem neu erbauten Amphitheater Aufführungen stattfinden.

Unser Blick geht dabei aber nach oben, denn dort in dem Kirchturm flattert etwas: ein Turmfalke. Schnell wechsele ich noch das Objektiv und versuche, ein paar schöne Bilder von dem edlen Vogel einzufangen:

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caunes caunes Wie wäre es jetzt mit dem Besuch der  Cantine du Curé? In der ehemaligen  Klosterküche ist heute ein nettes Restaurant eingezogen. Es wirkt eher spanisch.

caunes caunes Unter schattigen Bäumen stehen Tisch und Bänke aus rustikalem Holz. Der Rotwein schmeckt uns ebenso wie die vielen Tapas, die wir alle aufessen. Die waren so lecker, dass wir einfach vergessen haben zu fotografieren.

Etwas traurig hängt die trockene Sonnenblume (o.li.) in den Weinblättern an der Wand, aber irgendwie passt sie zum Ambiente. Wie schön sie frisch und farbenfroh aussehen, zeigt der Link zu ihnen.

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Dann bummeln wir wieder über die alte Brücke zurück zum Place de la République  und machen noch einen Abstecher zur Gouffre Géant de Cabrespine.

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