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Frankreich - Albi

Cathédrale Sainte-Cécile ist seit 2010 UNESCO-Weltkulturerbe

albi Fast haben wir das Ende unseres Urlaubs erreicht, aber es liegen nun noch einige Tage in Albi vor uns.

Albi ist die Hauptstadt des Départements Tarn in Midi-Pyrénées; gelegen am Fluss Tarn. Die knapp 50.000 Einwohner zählende Stadt ist sie seit 1678 Sitz der katholischen Erzbischöfe.
Schon zu Zeiten der Römer gab es an dieser Stelle eine Stadt namens Civitas Albiensium; eine Stadt, die Karl der Kahle 843 übernahm.
Albi war auch Namensgeber der Katharer, die im Mittelalter religiösen Verfolgungen ausgesetzt waren und in den Albingenserkriegen zu Beginn des 12. Jahrhunderts um ihren Glauben kämpften. Damals nannte man die Katharer auch Albigenser.
Albi kam schon früh durch die Einrichtung des Bistums zu kirchlicher Bedeutung.

Wir wollen nach Albi – „La Rouge“, weil wir unbedingt die Cathédrale Sainte-Cécile besuchen möchten, die im Sommer 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Und das mit der Begründung, dass das Zentrum fast ausschließlich aus örtlichem Backstein erbaut wurde. Die Ziegel sind handgetrocknet, was an den Fingerabdrücken in den Mauern zu erkennen ist. Selbst die riesige Kathedrale mit ihren bis zu sechs Meter dicken Mauern wurde in Ziegelbauweise errichtet, ein Weltrekord.
(Der Link führt direkt zu der Kathedrale.)

Albi ist 66 km von Cenne-Monestiés entfernt. Morgens gegen 10:00 Uhr haben wir unser Ferienhaus La Glycine verlassen; den Schlüssel bei Jeanine in den Briefkasten geworfen und sind losgefahren.

So um 11:00 Uhr herum ist dann die Rue Saint Clair in Albi erreicht. Mit Navi kein Problem, wäre da nicht der Samstagsmarkt, an dem die Straßenführung in der Stadt den „Marktverhältnissen“ angepasst wird. Viele Straßen sind dann gesperrt oder zu Einbahnstraßen umfunktioniert.

albi albi Unser kleines, aber feines  Stadthotel Saint Clair sind eigentlich zwei Häuser in der engen Straße gleichen Namens. Sie liegen sich gegenüber.
Schnell haben wir eingecheckt und unser Auto in die gemietete Hotelgarage gefahren. Ziemlich eng ist die schon, aber unser kleiner Peugeot passt gut hinein. Was hätten wir wohl mit einem großen VAN getan … (lach) ???

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Von unserem Hotelzimmer schauen wir in das Leben und Treiben der Altstadt von Albi. Ganz etwas anderes als das ruhige Dörfchen Cenne-Monnestiés. Doch dieses Hotel in Zentrumslage ist ideal. Das Auto kann in der Garage bleiben und wir können alles bequem zu Fuß machen. Abends gut essen gehen und auch ein Glas Wein trinken, denn niemand von uns muss fahren.


Und beim Blick aus unserem Hotelfenster schauen wir auch auf das Maison du Vieil Alby (re.), in dem heute Ausstellungen über die Stadt und ihren berühmten Maler gezeigt werden.
Das Haus hat noch einen „Soleilhou“, einen offenen Dachboden, auf dem einst Färberwaid getrocknet wird.
(Einfach mal das Bild anklicken & es wird Nacht ...)

albiVon der Rue Saint Clair sind es wenige Schritte bis zum Place Sainte-Cécile, dem Platz zu Füßen der großen Kathedrale.

Ein Platz, der lebt. Die Autos fahren herum, die Menschen flanieren über ihn hinweg oder genießen in einem der Restaurants und Cafés das Leben. Wir haben herrlichen Sonnenschein und so bummeln wir erst einmal um das Gotteshaus herum.

albiDirekt daneben ist der Palais de la Berbie. Das Office de Tourisme ist dort und schnell haben wir einen Stadtplan, damit wir uns nicht verlaufen. Aber das – so kann ich sagen – würde auch ohne ihn klappen.

Gleich neben dem Touristenbüro befindet sich das Musée Toulouse-Lautrec. Gewidmet einzig und allein dem großen Maler der Stadt.

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Henri Marie Raymond de Toulouse-Lautrec-Monfa wurde am 24.11.1864 hier in Albi geboren. Berühmt machten ihn seine Zeichnungen und Grafiken, die er auf Plakaten, u.a. für das Pariser Varieté Moulin Rouge, malte.

Er entstammte einem alten Adelsgeschlecht, das vor allen Dingen während der Kreuzzüge zu Ansehen kam. Im 19. Jahrhundert lebte seine Familie vor allen Dingen von den Gütern im Süden Frankreichs.
Henri heiratete auf Veranlassen seiner Eltern seine Cousine ersten Grades. Ehen oft innerhalb enger Verwandtschaftskreise waren oft ein Grund für Erbkrankheiten. Diese suchten auch Henri heim.
Henri wurde schon zu Kindertagen wegen seiner angegriffenen Gesundheit meist von Privatlehrern unterrichtet. Aufgrund der Erbkrankheit litt er unter Kleinwuchs und erreichte als Erwachsener auch nur eine Körpergröße von 1,52 m.

albi Schon früh begann er zu zeichnen; es waren hauptsächlich Tiere und Menschen, die er darstellte. Nach dem Abitur setzte er dann seinen Wunsch durch Maler zu werden und begann mit dem Studium.
Sein Leben in Paris und die Bekanntschaft von Vincent van Gogh prägte seinen Malstil. Und dazu gehörte absolut sein Lebensumfeld am Montmatre. Die Straßen um das Moulin Rouge haben ihn geprägt.
Ausstellungen machten ihn berühmt und seine Bilder von Menschen im Zirkus und dem Milieu sind bis heute eng mit seinem Schaffen verbunden.

In seinen letzten Lebensjahren wurde ihm dann der Alkohol zum Verhängnis; Entziehungskuren folgen. Henri kehrte nach Paris zurück und beendete dort seine Werke. Er verließ Paris und zog nach Taussat. Nach dem Ausbruch einer Lähmung holte ich die Familie nach Malromé, wo er sein letztes Bild malte.
Henri Toulouse-Lautrec starb am 09.09.1901 im Alter von 36 Jahren.
Heute ist der Großteil seiner Werke hier im 1922 errichteten Museum im Palais de la Berbie zu betrachten. Aber auch der  Garten des Palais ist sehenswert (o.re.)

Bevor ich aber zu einem virtuellen Besuch der Cathédrale Sainte-Cécile bitte, möchte ich noch etwas über Albi und unseren Aufenthalt erzählen.

albi albi Vom  Place Sainte-Cécile geht die  Rue de Mariés ab und wir stehen vor der  Stiftskirche Saint Salvi. Sie ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt und steht ganz im Schatten der Kathedrale.

Ihren Namen erhielt sie im 6. Jahrhundert von einem der ersten Bischöfe von Albi.

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Mit dem Bau des angrenzenden Klosters wurde 1270 begonnen. Besonders gefällt mir die Ruhe und Beschaulichkeit im Kreuzgang und dem Klostergarten.

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albi Und uns gefällt es ebenso im angrenzenden Restaurant Le Saint Salvy. Umgeben von den hohen Kirchenmauern kann man hier hervorragend essen. Es ist ratsam, gerade für den Abend einen Tisch zu reservieren.

Magret de Carnard (Entenfilet) haben wir von der Speisekarte gewählt (und es nicht bereut). Das Weinetikett zeigt ein Bild der Kirche und der Cafe Gourmand (Espresso mit drei köstlichen Naschereien; Schokoladenkuchen, Aprikoseneis und Crème brûlée) ist ein krönender Abschluss des Abends.

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Durch die Gassen der Altstadt lässt sich angenehm bummeln.

Schnell stehen wir dann auch vor und auf der Pont Neuf (u.). 1868 erbaut, überspannt sie beeindruckend den Fluss Tarn. Man erinnert sich in Albi an den 22.08.1944, als sich hier auf der Brücke Deutsche und Franzosen gegenüber standen.

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albi Am Morgen – wir sind gerade wach geworden – stellen wir fest, dass es regnet. Na, ist egal, erst einmal frühstücken wir ganz gemütlich und ganz typisch: Croissants, Obst und Kaffee. Doch es gibt auch Toast, Käse und Ei.

Was macht man bei Regen?

Wir holen den Besuch des Musée Toulouse-Lautrec nach, denn das haben wir bisher noch nicht getan.
Unsere Schirme werden sicher im „Schirmdepot“  (re.) abgeschlossen; die Taschen in Schränke verstaut und der Eintrit von 5,50 Euro pro Person bezahlt. Zwei Stunden lassen wir uns auf die gezeichnete Welt des Malers ein.
Bilder gibt es keine aus dem Museum, da die Kamera nicht mit hinein darf.

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Nach dem Museumsbesuch klart es langsam auf und die Blüten vor der Kathedrale strahlen trotz der Regentropfen. Es ist noch alles ein wenig feucht draußen, als wir durch den Jardin National (u.) und am Place du Vigan (u.) bummeln.

Da meine Ballerinas an den Füßen nun nicht unbedingt für das Regenwetter gedacht sind, geht es jetzt erst mal zurück ins Hotel (trockene Schuhe anziehen).

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Da wir jetzt Mittagszeit haben (das Frühstück war ja nicht sehr reichhaltig), beschließen wir zum Essen zu gehen.

Im La Petit Voisin in der Rue de la Piale sitzen wir dann vor Omelette mit Schinken und Salat mit Roquefort und Krabben. Lecker!



albiNachmittags kommt wieder die Sonne heraus und einem Bummel durch den Stadtteil Castelviel und am Fluss Tarn  entlang steht nichts im Wege (li.)
Dabei blicken wir immer wieder hoch zu den Außenmauern der Kathedrale. (u.)

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Nun wird es aber endlich Zeit: Wir besuchen die Cathédrale Sainte-Cécile.

albi albi Das Gotteshaus ist die Kathedrale des französischen  Erzbistums Albi; Patronin ist die Heilige Cäcilia.
Sie zählt zu den größten  Backsteinkirchen der Welt und ein unvergleichbares Meisterwerk gotischer Baukunst.

Sie ist ein Zeichen gegen die Katharer und dokumentiert die Macht der Kirche.

An dieser Stelle wurde im 4. Jahrhundert die erste Kirche erbaut, die 666 durch Brand zerstört wurde. 920 wurde eine zweite Kirche erbaut.

Bischof Bernhard de Castanet erteilte dann 1282 den Auftrag zum Bau der Kathedrale im Stil der Backsteingotik. 1382 wurde sie teilweise fertiggestellt, aber erst 200 Jahre später ganz vollendet.
Die Kathedrale gleicht eher einer Festung; einer Wehrkirche mit bis zu sechs Meter dicken Mauern.

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Innen ist die Kirche kunstvoll ausgestattet. Italienische Künstler haben unzählige Fresken im Stil der Frührenaissance gemalt. Das fast 30 m hohe Gewölbe entstand zwischen 1509 und 1512 herum; italienische Renaissance kam so nach Frankreich.

Wir betreten die Kathedrale durch das Südportal und sofort geht unser Blick hinüber zur Westwand und dem Jüngsten Gericht. (re.) Für jede der sieben Todsünden gibt es eine aus damaliger Sicht gerechte Strafe.

albi Für Besucher geöffnet ist die Kathedrale
Juni bis September von 09:00 bis 18:00 Uhr
Oktober bis Mai von 09:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr
Der Eintritt ist frei; nur für Chor und Schatzkammer zahlt der Besucher (3 Euro zusammen).

Und es sind sehr viele Besucher, die in das Gotteshaus kommen. Ein wenig habe ich schon meine Probleme mit diesen Menschenmassen. Ruhe und Besinnlichkeit kommt eigentlich nicht auf. Aber die Kunstwerke ziehen so in ihren Bann, dass ich (fast) alles um mich herum vergessen konnte.

Nur die Hochzeit nicht. Ja - eine Trauung. Dafür sind dann die vorderen Reihen für die Hochzeitsgäste reserviert. Ich glaube, dass eine Braut, die hier heiratet, in vielen Fotoalben wiederzufinden ist.

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Wie schon erwähnt: Auch wir haben den Eintritt in Chor (Grand Chœur)  und Schatzkammer (Trésor) bezahlt und sie auch angeschaut.
Die Schatzkammern (u.) befinden sich in der oberen Kapelle und zeigen sakrale Kunstgegenstände aus dem 13. und 14. Jahrhundert.

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Wir sind mit vielen Eindrücken aus der Cathédrale Sainte-Cécile wieder nach Hause gekommen, sowie mit ganz vielen Bildern im Kopf und in der Kamera. Einige davon sind hier zu sehen.
Für noch melr auf Bilder und Informationen bitte den Button anklicken.

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Abschließen möchte ich meinen Reisebericht mit Bildern von Albi bei Nacht; vom Place Sainte-Cécile und einem Blicke auf die Kathedrale.
Au revoir la France ...

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