Elsass - Weinstraße

Route des Vins d'Alsace

wein wein Das Klima stimmt. Schiefer-, Kalk-, Granit- und Sandsteinböden sind vorhanden. Da kann mit dem Weinanbau eigentlich nichts mehr schief gehen. Und davon überzeugen wir uns auf der Rue des Vins, der 170 km langen Weinstraße im Elsass. Wir fahren zwar nur die D35 von Obernai bis Ribeauvillé, aber es wird ein erlebnisreicher Tag, mit sehr vielen schönen und leckeren Eindrücken. Das kann ich an dieser Stelle schon mal erzählen.

Sieben Rebsorten gibt es im Elsass: Sylvaner, Pinot Blanc, Pinot Noir, Riesling, Muscat, Pinot Gris und Gewürztraminer. Und wenn zwischen Mitte September und Ende Oktober – abhängig von Reifegrad der Trauben – die Lese beginnt, sind jede Menge Weinleser in den wie mit dem Lineal gezogenen Wegen zwischen den Rebstöcken zu sehen.

Heute bestimmen drei kontrollierte Herkunftsbezeichnungen die Qualität Elsässer Weine.

Lustig geht es dann zu; davon können wir uns überzeugen, als wir – einfach nur so – eine Zufahrt zu einem Weinberg nehmen. Wir kommen gerade recht zum Mittagessen (mit Einladung natürlich!).


baeckeoffe

Es gibt „Baeckeoffe“, jenes typische Gericht der Elsässer. Praktisch ist die Zubereitung. Früher, wenn die Hausfrau z.B. große Wäsche hatte, war wenig Zeit zum Kochen. Dann gab sie alle Zutaten in einen Bräter, der dann ganz langsam im Backofen vor sich hin kochte.

Hier also das Rezept & wer es ganz genau wissen will, klickt einfach den Teller an.


Baeckeoffe

500 g Hammelfleisch, 500 g Rindfleisch, 1 kg Schweinefilet, 1 Haxe in Stücke schneiden und 24 Std. in Wein und Zwiebelringen, Knoblauch, Petersilie, Thymian, Lorbeer, Salz und Pfeffer einlegen.

1 kg Kartoffeln, 250 g Zwiebeln und 3 Karotten in feine Streifen schneiden. In eine gefettete Auflaufform abwechselnd alles einschichten. und mit der etwas mit Wasser verdünnten Marinade begießen. Das Ganze 3 1/2 Std. im Backofen garen. Da bei die obere Schicht mit Butter bestreichen und mit einem Brotteig schließen. Anschließend in der Auflaufform servieren.

Und so kommt auch ein moderner Bräter bei unseren Weinlesern auf den Tisch.

Natürlich darf ein Glas Elsässer Wein nicht fehlen. Ich bekomme aber nur ein kleines Glas Gewürztraminer (war mit Fahren dran!).

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wappen Obernai ist unser erstes Ziel. Die kleine Stadt liegt direkt am Flüsschen Ehn, das ihr auch 1242 den Namen Oberehnheim gab (778 zum ersten Mal als Ehnheim urkundlich erwähnt).

Das 16. Jahrhundert gilt als goldenes Zeitalter für Obernai, das sich dank der Handwerkszünfte und des Weinbaus blühend entwickelte.

obernai Als wir in Obernai ankommen, findet gerade der wöchentliche Markt statt. Das gesamte Zentrum, also der Altstadtkern, ist voll von kleinen Marktständen, an denen alles gekauft werden kann, was man so braucht: Leckere Pfifferlinge, köstliche Marmeladen, frisches Brot, herzhafte Würste, jungen Wein und, und, und.

Wir bummeln vorbei am Rathaus, dem Kapellturm, dem Sechs-Eimer-Brunnen, der St-Peter-und-Paul-Kirche und durch viele kleine Gassen entlang hübsch restaurierter Fachwerkhäuser. Zum Schluss geht es wieder durch die Stadtbefestigung zum kostenlosen Parkplatz „Remparts“, wo wir problemlos einen Stellplatz gefunden haben.

Mit den Bildern (und den Bildunterschriften) lade ich zur virtuellen Stadtführung ein.

Obernai ist auch der Geburtsort der Heiligen Odilia, doch davon mehr in Mont Ste. Odile.

Die Stadtmauern und Wälle (u.li.) umgeben die ganze Altstadt. Von den ehemals 52 Türmen und 8 Toren, die der Stadt Schutz boten, bestehen heute nur noch 30 Türme. Der zum Teil abgetragene Wall wurde zum beliebten Spazierweg. Und wenn man durch die Tore in die Stadt geht,  kommt man an diesem hübschen Bäckerladen (u.re.) vorbei.

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Die katholische Pfarrkirche St-Peter-und-St-Paul wurde zum Teil auf dem Platz der ehemals gotischen Kirche errichtet, die 1867 abgetragen wurde. Diese neugotische Kirche ist nach dem Münster in Strasbourg das größte Gotteshaus im Elsass.

Das neugotische Chorgestühl und die Kanzel wurden von dem Colmarer Künstler Théophile Klem (1849-1923) geschaffen und die eindrucksvollen Gemälde darüber stammen von Martin Feuerstein (1856-1931).

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Der Sechs-Eimer-Brunnen "Puits-aux­Six-Seaux" wurde 1579 im Renaissancestill erbaut und setzt sich aus drei korinthischen Säulen zusammen, die einen Baldachin mit Auszügen aus dem Neuen Testament tragen.

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Das Rathaus wurde 1370 begonnen, später vergrößert und mehrmals umgeändert. Im ersten Stock erhielt der frühere Gerichtssaal in den Jahren 1609/1610 Holzverkleidungen und Wandmalereien, die die Gebote darstellen.

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Der 59,60 m hohe Kappelturm (.i.) steht direkt neben dem Rathaus und der ehemalige Glockenturm einer alten Marien-Kapelle, die Ende des 13 Jahrhunderts erbaut und 1873 abgetragen wurde. Der Kappellturm diente der Stadt einst als Wachturm.

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wappen Ribeauvillé ist unser zweites Ziel (deutsch Rappoltsweiler, elsässisch Rappschwihr, welsch Ribovilai); die Stadt wurde erstmal 759 urkundlich erwähnt und hat seitdem eine wechselvolle Geschichte erlebt.

Der Ort gehörte den Herren Ribeaupierre oder Rappoltstein, die seit dem 11. Jahrhundert im Schloss Rappoltstein gewohnt haben, es wurde später nach dem Namen des Schutzheiligen der Schlosskapelle, Sankt Ulrich, umbenannt.

Wir finden auch gleich einen Parkplatz mitten in der Stadt (natürlich auch kostenlos!) und gehen direkt zum Office de Tourisme, um uns einen Stadtplan zu holen. Hier am Place des Cloches beginnt nämlich ein Stadtrundgang, die Tours des Cigognes, den man sehr gut alleine laufen kann.

Es geht entlang der Grand Rue mit den wunderschönen alten Fachwerkhäusern und den vielen bunten Blumenkübeln.

Grand Rue, Nr. 14: Das Pfifferhüs ist erreicht; heute eine Winstub, früher ein Haus für die Straßenmusikanten dieser Region. Es gibt sie seit dem 13. Jh. und seitdem feiert die Stadt jedes Jahr am 1. Sonntag im September das Fest des „Pfifferdaj“ (Fête des Ménétriers, auch Jour des Fifres; dt. Pfeifertag). Die Rappoltsteins und ihre Nachfolger waren die Könige der Dorfmusikanten; sie hatten das kaiserliche Recht für Schutz und Gerichtsbarkeit über alle wandernden Musiker und Possenreißer im Elsass.

Wir bummeln weiter zum Place 1ére Armée,  Place de la Mairie,  Place de la Sinn,  Place de la République.

All diese wunderschönen Plätze liegen an der Hauptstraße und machen den Charme der Stadt aus, denn alle Plätze haben ihren eigenen Reiz.

Die Altstadt von Ribeauvillé ist geprägt von zahlreichen Häusern aus dem 16. und 17. Jh. Dominierende mittelalterliche Baudenkmäler sind die Pfarrkirche St.Grégoire-le-Grand und der Metzgerturm (beide aus dem 13. Jh.).

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Ein bemerkenswertes Haus mit Erker, " Ave Maria ", auch unter dem Namen " Pfifferhüs " bekannt, um 1680. Besonders interessant sind die reichen Schnitzereien an den Fenstern, Erkern und Balken.

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Im Elsass sind die Orte meist mit wunderschönen bunten Blumenkästen geschmückt und uns hat es besonders die Ipomoea batatas „Marguerite“ angetan. Eine Grünpflanze, die durch ihr gelbgrünes Blatt sofort ins Auge fällt.

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Links: Überall in Ribeauvillé findet man hübsche Brunnen auf unzähligen verträumten Plätzen.

Rechts: Metzgerturm (Tour des Bouchers; aus dem 13. Jh.)

Irgendwann aber meldet sich auch bei uns (wieder einmal!) der Hunger und eines der vielen kleinen Weinstuben ist unser letztes Ziel für diesen Tag …

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