Inhaltsverzeichnis Deutschland

Deutschland - Müden an der Örtze

& der Naturpark Südheide

"Beseukt doch mol de Südheid, wi freut us op jük!

Es ist einer diese schönen sonnigen Junitage, als wir uns wieder einmal für einen Tagesausflug in die Lüneburger Heide entscheiden. Ganz spontan, denn von uns zu Hause sind es rund 25 km nach Celle und danach beginnt schon der Naturpark Südheide.  

Eine der schönsten Heideflächen des Naturparks ist die Misselhorner Heide bei Hermannsburg.

wappen Müden liegt rund 32 km von Celle entfernt.
Also machen wir uns auf den Weg; zusammen mit Caesar, unserem Dackel. Doch von ihm erzähle ich erst am Ende der Seite etwas. Wer aber neugierig ist, klicke einfach auf seinen Namen.

Es ist Sonntag und da ist die B 214 nicht besonders voll. Wir kommen gut voran und haben nach nicht einmal einer Stunde Fahrt Müden erreicht. Das 2200 Einwohner zählende Heidedorf liegt im Landkreis Celle und ist ein Ortsteil der Gemeinde Faßberg.

Müden ist einer der schönsten Heidedörfer. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zählt der Tourismus zu den Einnahmequellen des Dorfes.

Schaut man einmal in die Geschichtsbücher, so erfährt man, das es 1589 (lt. Steuerliste) 6 Bauernhöfe gab. 1770 waren es schon 12 und 1936 waren es 98 Höfe. Das änderte sich aber mit den Jahren und so hat sich Müden heute zu einem beschaulichen Naherholungsziel gemausert mit wunderschönen alten Fachwerkhäusern mit dem alten Ortskern (1022) und knorrigen Eichen, die das Dorfbild prägen.

Es war 1022, als der Hildesheimer Bischof Bernward dem Kloster St. Michael in Hildesheim eine Schenkung machte: „…ebenso Müden im Untergau Mündungswald“ (item Mutha in Pago Muthiwide).

Die Jahrhunderte gingen ins Land und im 18. Jahrhundert kam Müden dann ins Königreich Hannover und 1866 (das Königreich Hannover wurde preußische Provinz) wurde Müden dem Kreis Celle zugeschrieben.

Wir bummeln durch Müden und kommen an der 1217 erbauten St. Laurentius Kirche vorbei. Typisch ist der freistehende Glockenturm (u.re.) aus Holz für die Heidegegend.

mueden mueden

mueden
Und das die Spitze des Kirchendaches die Jahreszahl 1444 trägt, hat ebenfalls seine Bewandtnis: Damals wurde das Gotteshaus im frühgotischen Stil umgebaut.

Innen in der Kirche ist das bronzene Taufbecken von kunstgeschichtlicher Bedeutung. 1473 wurden die bisherigen Taufsteine durch dieses vom Bremer Glockengießer Klinghe gegossene und reich verzierte Becken ersetzt. Es ging über die Jahre verloren und wurde erst Mitte des 19. Jahrhunderts wiedergefunden. Und nachdem es wiederum Jahre in Hannover im Museum war, wurde es 1985 wieder in der St. Laurentius Kirche aufgestellt.

mueden mueden

mueden
Bunt geht es in Müden auch zu, wie diese Bilder zeigen.

Bunt sind die Tüten mit Heidekartoffeln; bunt sind auch die Heischschnucken --- *lach*.

Und nicht nur hübsch sondern auch interessant zu erfahren, was es mit einer "Milchbank" auf sich hat.

Seit 1976 gibt es ihn: den 6,5 ha großen Heidesee im Herzen von Müden. Damals wurde die Örtze – die hier in Müden mit der Wietze zusammenfließt – teilweise gestaut und so entstand dieses Wasserparadies. Man kann ihn umrunden, ein gemütlicher Spazierweg führt an einem schönen Schilfgürtel entlang.

mueden mueden

mueden mueden

Ich konnte einfach nicht umhin, die Rohrkolben – die Lampenputzer – in sämtlichen Vegetationsstufen zu fotografieren. Hier also ein „Strauß“ Lampenputzer ...



Schon seit dem letzten Jahrhundert kommen immer wieder „Sommerfrischler“ nach Müden. Sicher haben die Erzählungen und Bilder der Heidedichter Hermann Löns und Felicitas Rose sowie des Malers Fritz Flebbe dazu beigetragen. Sie haben „ihre“ Landschaft beschrieben; den Heidesee aber gab es damals noch nicht.

mueden mueden

„Lang to und lot dik dat smecken!“

Das sagt man hier in vielen gemütlichen Restaurant mit Spezialitäten wie Heidschnuckenbraten und Buchweizentorte.

Klar, dass uns auch irgendwann der Hunger überkommt. Schließlich ist es Mittagszeit (bei einem unserer Besuche in Müden) und so beschließen wir, wieder zurück ins Dorf zu bummeln und unter blauen Sonnenschirmen in einem Restaurantgarten Platz zu nehmen. Wir haben von der Speisekarte diese Salatteller gewählt.

mueden mueden

Heideröslein, vergrabene Hunde & Kissenträume

mueden Wieder einmal sind wir nach Müden an der Örtze gefahren. Das Heidedorf gefällt uns nicht zuletzt wegen des Heidesees und der schönen alten Fachwerkhäuser.  Wie immer, so ist auch auf diesem Ausflug die Kamera dabei. Als wir dieses Mal an der St. Laurentius Kirche vorbeigehen, sehen wir sie fast nicht. Sie umgibt ein Gerüst und wird renoviert.

Zuhause dann ist mir beim Betrachten am PC diese Headline eingefallen. Am besten wird es sein, ich erzähle die Geschichte in Bildern.

So setzen wir drei (Hubert, Dackel Caesar & ich) uns in den Z3 (natürlich offen!) und fahren über Celle in die Heide. Die Sonne strahlt aus allen Knopflöchern beim Spaziergang um den Heidesee. Danach, so haben wir uns vorgenommen, werden wir fürchterlich „zuschlagen“ und uns in einem der gemütlichen Bauerncafés am Kuchenbüfett so richtig verwöhnen lassen. Wo? In Müller’s alter Scheune

mueden mueden

Links: Wir bekommen einen Schreck: Ist schon Winter?
 Nein, es sind die Weiden.


Rechts: Heideröslein ...

mueden mueden

mueden mueden

mueden mueden

Unser Caesar ist ganz verwundert, als er diese "leblosen" und "vergrabenen" Artgenossen sieht ...

mueden
An diesem Ausflugssonntag im Juni fand in Müden ein Bauernmarkt statt und überall in den Straßen, vor dem Häusern gab es was zu sehen und zu kaufen. Auch auf dem Platz vor Müllers alter Scheune war mehr als an den anderen Wochenenden los.
Wir sind aber recht froh, als wir noch einen ruhigen Platz drinnen in der gemütlichen Kaffeestube finden.



Und die Stühle haben es mir angetan; mit der Kamera habe ich "Platz genommen" ...

mueden mueden

mueden mueden

Ich habe zwar noch nie solch  hübsch "angezogene" Heidschnucken gesehen (li.), aber wenn sie ihre "Visitenkarte" auf dem Rücken tragen, weiß jeder, wo sie hingehören: in Müllers alte Scheune ... *lach*

nach oben

Aber nun müssen wir uns das Essen wieder ablaufen. Also geht es zurück zu Auto; raus aus dem Ort und rein in den 1964 als Schutzgebiet ausgewiesenen Naturpark Südheide.

Die Ursprünge dieser Landschaft liegen bereits in der Eiszeit und sind heute durch eines der größten Waldgebiete – den 8000 ha großen – Lüßwald, der ein Mischwald aus Kiefern, Fichten, Buchen, Eichen und Birken ist.

mueden mueden

mueden Überall – sowie auch bei Müden – erstrecken sich weite Heideflächen, auf denen die Besenheide (Calluna vulgaris) im Herbst wunderschön in leuchtendem Erika blüht.

Jetzt im Juni überwiegt das frische Grün der nachwachsenden Heide, die – nach alter Tradition – noch von zwei großen Heidschnuckenherden kurz gehalten wird. Sie haben viel zu fressen, denn die Heideflächen umfassen 525 ha des Parks.

mueden Viele kleine Heideflüssen – wie Örtze, Wietze, Weesener Bach, Lutter und Lachte - durchziehen die Landschaft, in denen Forelle, Fischotter und Flussperlmuscheln heimisch sind. Die Mäander der Örtze machen den Fluss zur beliebten Kanustrecke.

Häufig sind es die Moore, aus denen die Bäche entspringen. An geschützten Stellen im Moor blühen Sonnentau, Wollgras und das gefleckte Knabenkraut.
Seltene Vogelarten wie Schwarzstorch, Kranich und Seeadler leben in den weit verzweigten Wasserläufen. Überall schwirren Scharlachlibelle und der Kleine Blaupfeil herum.

mueden Ausgedehnte nährstoffarme Sandflächen der Geest durchziehen ebenso die Landschaft.

Auf den Wanderungen kommt man häufig an Bienenkörben vorbei. Traditionell wandern die Imker während der Heideblüte von Ort zu Ort.

Die Landschaft ist flach, nur ab und zu erheben sich niedrige Hügel. So wie der Wietzer Berg (102 m), wo sich auch das 1921 aufgestellte Lönsdenkmal befindet.

mueden Hermann Löns, am 29.08.1866 in Culm in Westpreußen geboren, ist schon zu Lebzeiten als Jäger, Natur- und Heimatdichter zum Naturforscher und -schützer der Heide geworden. Löns verstarb am 26.09.1914 in Loivre (Frankreich). Doch erst 1935, nach vielen Querelen, fand er seine endgültige Ruhe in der Heideerde.

Die Heide ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Wir kommen im Herbst wieder, wenn sie die jetzt grüne Landschaft in eine bunte Blütenwelt verwandelt.

"Wi (Müden) freud us op jük!"  

Also: Wie wäre es mit einem Ausflug in die Lüneburger Heide?

nach oben

caesar caesar Caesar ist mein Name und ich bin der Dackel im Haus von Uta & Hubert. Wenn die Beiden auf große Reise gehen, verbringe ich die Zeit bei meinen "Urlaubseltern" Gisela & Wilfried.

Doch geht es auf einen tollen Tagesausflug, bin ich natürlich immer dabei und erlebe manches Abenteuer. So eins, wie auf dem animierten Bild, das Frauchen gemacht hat ...


Inhaltsverzeichnis Deutschland


Müden an der Örtze : Heideblüte