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Deutschland - Hildesheim

Rosen, Dom & Marktplatz

hildesheim Es ist ein gemütlicher Stadtbummel, zu dem ich einladen möchte. Ein Rundgang, den wir am Dom beginnen werden, der durch die Altstadt führt und am Historischen Marktplatz endet.

Je nachdem, wie oft man unterwegs stehen bleibt, sich umschaut und das eine oder andere Foto macht, sollten schon zwei bis drei Stunden eingeplant werden. Hat man mehr Zeit, schlage ich am Ende dieser Seite noch andere Sehenswürdigkeiten vor, deren Besichtigung den vorgenannten Zeitplan entsprechend verlängern.

hildesheim Also: Beginnen wir am Domhof, auf dem das Denkmal von Bischof Bernward (geboren 960 in Sachsen und aus dem Hochadel stammend) steht, der von 993 bis 1022 die Geschicke des Bistums in seinen Händen hielt.

Bernward legte auch während seiner Amtszeit 1010 den Grundstein für die Klosterkirche St. Michael, die er dann 1022 einweihte und wo er auch am 29.09.1022 starb und begraben wurde.

Seine Heiligsprechung erfolgte um 1192 durch Papst Coelestin III. in Rom.

Hinter seinem Rücken steht die Apsis und im angrenzenden Garten der Tausendjährige Rosenstock. Erstmals wurde er 815 urkundlich erwähnt; Ludwig der Fromme hatte an dieser Stelle das „Rosenwunder“‘ erfahren. Über die Jahrhunderte hinweg hat die Rose so manches erlebt: Viel Freud, viel Leid. Die der Hundsrose eigenen Robustheit ist es zu verdanken, dass der Rosenstock aus den Trümmern des Krieges wieder neue Triebe hervorbrachte und sich so 1945 ein modernes Rosenwunder ereignete.

Wir bummeln wieder über den Domhof zum Bernward Denkmal und vor dem gewaltigen Portal des Doms.

hildesheim Die Gründung des Bistums wird auf 812 durch Johannes dem Frommen zurückgeführt und Bischof Altfried begann an dieser Stelle 872 mit dem Bau des Doms; der Bau wurde 1061 beendet.
Im 11., 12. und 14. Jahrhundert erfolgten Erweiterungsbauten; die letzte große Restaurierungsphase endete 1960 nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.

Wir stehen bei sonnigem Frühlingswetter und blauem Himmel auf dem Domhof und schauen hinauf auf den Glockenturm. Beides, Himmel und Kuppel, scheinen um die Wette zu strahlen.
Anmerkung an dieser Stelle: Schön ist auch ein Besuch am Abend, wenn der Dom angeleuchtet wird.

Das Licht bricht sich in den Blei verglasten Fenstern und wir betreten das Gotteshaus durch den Seiteneingang, der eigentlich immer als Eingang genutzt wird.

Die eigentliche gewaltige Eingangstür - die von außen eher unspektakulär aussieht - ist normalerweise immer geschlossen und wird nur bei besonderen Anlässen geöffnet und als Eingang genutzt.
Im Dom selbst fällt dann unser Blick gleich rechts auf diese bronzene 4,72 hohe Eingangstür, denn es ist alles andere als unspektakulär.
Es ist geradezu ein Buch der religiösen Geschichte. 1015 ist jeder Flügel in einem Stück gegossen, ein handwerkliches Meisterstück, das auch heute noch seinesgleichen sucht. In der linken Tür ist die Geschichte des Alten Testamentes in 8 Bildern dargestellt; im rechten Flügel zeigen die 8 Bilder die Geschichte des Neuen Testamentes.

hildesheim Richtung Altar fällt unser Blick auf den riesigen Hezilo Leuchter (6 m Durchmesser), der ein wenig orientalisch auf mich wirkt durch die filigranen Schnitzereien.
Er ist dem himmlischen Jerusalem nachempfunden und die 72 Kerzen symbolisieren die 72 Sprachen der Welt.


Der Dom wurde 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und seine Bernwardischen Bronzegüsse sind immer eine Reise wert. Neben der Eingangstür sollte hier die 1020 gefertigte Christussäule nicht unerwähnt bleiben. Sie steht rechts des Altares und gleicht einer römisches Siegessäule. Allerdings steht sie hier erst seit 1810, denn bis dahin war sie im Chor von St. Michael. Die Säule zeigt in einer Art Band 24 Bilder aus dem Leben Jesu.

hildesheim Öffnungszeiten im Dom:
1. November bis 15. März, Mo.- Sa. 10:00 bis 16:30,
16. März bis 31. Oktober, Mo.- Sa. 09:30 bis –17:00,
Sonn- und Feiertag 12:00 bis 17:00, außer während der Gottesdienste oder anderer Veranstaltungen.

Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben darf das Dommuseum mit den mittelalterlichen Kunstwerken, die zu den größten kirchlichen Kunstschätzen Europas gehören.
Das Dommuseum kann Di.-Sa. 10:00 bis 13:00, 13:30 bis 17:00,
Sonn- und Feiertag 12:00 bis 17:00 besucht werden.

Anmerkung: Wir haben unseren Stadtbummel am späten Nachmittag um 16:00 h begonnen und somit die Öffnungszeiten des Dommuseums verpasst.
Weitere Informationen zum  Dom, Dommuseum und St. Godehard stehen auf der Website.

Informationen zur Domsanierung:
2011 wurde mit der Sanierung der Fassade und den Entwässerungsarbeiten im Außenbereich begonnen.
2012 wird die gesamte Haustechnik saniert und es stehen Innenarbeiten an.
2013 kommt es zu weiteren Innenarbeiten am Hochaltar und der Orgelempore. Die Glocken werden gegossen und die Außenarbeiten beendet.
2014 werden die Türen wieder eingebaut und die Kunstgegenstände an ihren alten Platz versetzt. Die Orgel wird gestimmt.
Am 15.08.2014 ist die Wiedereröffnung des Hildesheimer Doms geplant; rechtzeitig zum Jübuläumsjahr 2015.


hildesheim hildesheim Uns zieht es nun weiter durch die Stinekenpforte, vorbei am St.-Bernward-Krankenhaus und am Hinteren Brühl entlang.
Die Sonne steht ideal und so fotografieren wir die Fachwerkhäuser hier in der Straße ...

Wir bummeln an der Basilika St. Godehard entlang (erbaut 1133 bis 1172). Bischof Bernward legte den Grundstein für das Gotteshaus, das eines der größten romanischen Kirchenbauten ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg ernannten  Papst Paul VI die Kirche zur „Basilica minor“; sie diente dann als Bischofskirche, da der Dom zerstört war.
Besichtigungen sind möglich: Mo.-Sa. 09:00 bis 17:30, So. 12:00 bis 17:30 (April bis September). In den übrigen Monaten wird die Kirche bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen.

hildesheim Der Lappenberg ist erreicht und damit das Mahnmal, das an den Standort der Hildesheimer Synagoge erinnert, die 1849 eingeweiht und 1938 niedergebrannt wurde. Das 1988 errichtete Mahnmal ist aus rotfarbenen Kalkstein erbaut; in Bronze sind die Plastiken eingelegt und die Davidsterne sind aus Marmor.

hildesheim Rings um den Lappenberg stehen schöne alte restaurierte und neue, den alten Baustil angepasste Häuser. Ruhig geht es hier zu unter den großen alten Bäumen, die uns direkt auf den Stadtwall führen. Oben angekommen, blicken wir auf dem Kehrwiederturm herunter, der um 1450 als einer der Stadttürme erbaut wurde.
Heute ist er das Überbleibsel seiner Art und dient dem Kunstverein als Domizil.

Langsam bekommen wir etwas Kaffeedurst. Das ist gar kein Problem, denn wir müssen nur noch durch den Turm hindurch ein Stück bis zur Kesslerstraße laufen und stehen vor einem kleinen "windschiefen" Häuschen. Das Schild "Kehrwieder" zeigt, das wir richtig sind: ein gemütliches kuscheliges Cafe erwartet uns mit leckeren "Selbstgebackenem". Der Kuchen ist einfach eine Sünde wert ... !!!

hildesheim Nun steht aber noch der Historische Marktplatz auf unserem Programm.

Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, wurde er „modern“ wieder aufgebaut. Nur gut, dass in den Jahren 1984 bis 1990 die Stadt Hildesheim mit sehr viel Engagement den Marktplatz wieder nach historischem Vorbild rekonstruiert und restauriert hat. Somit ist er sicher zu einem der schönsten Marktplätze Deutschlands geworden.

hildesheim Mitten im Platz steht der 1540 errichtete achteckige Marktbrunnen (li.), auf deren Platten Wappen- und Bildszenen dargestellt sind. 1986 wurde der Brunnen an dieser Stelle originalgetreu wieder aufgebaut.

Blicken wir nun zuerst auf das Rathaus (re.). 1268 erbaut, wurde es im Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstört und bereits 1954 wieder aufgebaut.

Besonders schön klingt täglich das Glockenspiel um 12:00, 13:00 und 17:00 Uhr (samstags auch um 09:00 Uhr) weit über den Marktplatz hinweg.

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Daneben wird gerade das Tempelhaus aus dem 14. Jahrhundert restauriert. Sehr schön wirken die Erker und Türmchen am Giebel des alten Patrizierhauses.
Nach  der Fertigstellung wird hier wieder die Tourist-Information der Stadt Hildesheim zu erreichen sein (Telefon: 05121 / 17 98-0.


Und daneben stehen wir dann vor den Fassaden des Wedekindhauses (1598), Lüntzelhauses (ca. 1750) und des Rolandhauses (14. Jh.). Hinter diesen drei Fassaden hat die Sparkasse der Stadt ein modernes Bankhaus errichtet.

Hinter den Fenstern "arbeitet" heute das Geld. Das "Moderne" ist also geschickt hinter traditionsreicher Fassade versteckt.

hildesheim hildesheim

hildesheim hildesheim Genau gegenüber dem Rathaus fällt unser Blick auf das Bäckeramtshaus (1750)  und das wohl schönste Fachwerkhaus der Welt: das  Knochenhauer-Amtshaus (li. und re.). 1529 erbaut, wurde es zwischen 1987 und 1989 vollständig rekonstruiert. Die Gotik und die Renaissance habe das Bild des Hauses geprägt, das über und über mit Holzschnittarbeiten versehen ist. Im oberen Stockwerk ist heute das Stadtmuseum untergebracht und in den unteren Räumen gibt es ein Restaurant.

hildesheim An der Nordseite des Historischen Markplatzes blicken wir auf die Fassaden der Stadtschänke (1666), dem Rokokohaus (1757) und dem Wollenwebergildehaus (ca. 1600). Dahinter können Besucher der Stadt im van der Valk Hotel wohnen. Bar und Restaurant sorgen für das leibliche Wohl aller Gäste und Besucher.

Wir haben so viel gesehen, dass wir gar nicht auf die Uhr geschaut haben. Nun aber los, denn wir haben um 19:00 h einen Tisch im Restaurant des Hotels gebucht. Das Wetter ist herrlich und so genießen wir das Essen und das Ambiente des Historischen Marktplatzes in Hildesheim.

Resümee: Ein rundum netter Nachmittag, der mit einem angenehmen Abendessen endet.


Wie am Anfang der Seite versprochen, möchte ich noch auf einige Sehenswürdigkeiten hinweisen, die aus diesem 3-Stunden-Bummel einen ganzen Tag machen:

Man braucht alle Finger seiner Hände, um die vielen Kirchen der Stadt zu zählen:

punkt  Sankt Andreas (1389) – sie wurde 1951 bis 1965 wieder aufgebaut und hat mit dem 114,30 m hohen Kirchturm den höchsten Niedersachsens. Wer die 364 Stufen bis auf 75 m hochsteigt, hat einen schönen Blick über die Stadt. Ebenfalls hörenswert ist die Orgel, eine der größten Norddeutschlands.

Für Besucher ist die Kirche am Andreasplatz geöffnet:
Mo.-Fr. 09:00 bis 18:00; Sa. bis 16:00; So. 11:30 bis 16:00 (Mai bis September)
Oktober bis April = Mo.-Sa. 10:00 bis 16:00, So. 11:30 bis 16:00
Der Turm kann  von Mai bis Oktober Mo.-Sa. 11:00  bis 16:00 bestiegen werden. Sonn- und Feiertage 12:00 bis 16:00. Die übrigen Monate nicht.

punkt  Sankt Michael (1010 – 1033) – Seit 1985 gehört das Gotteshaus zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zwischen 1950 und 1957 wurde sie im ottonischen Baustil wieder aufgebaut. Sehenswert ist die gemalte Holzdecke aus dem 13. Jh., der Kreuzgang aus dem Jahre 1250 und die Krypta mit dem Grab Bischof Bernward (1015).

Pünktlich zum 1000-jährigen Bestehen wurde die Restaurierung der Sankt Michael Kirche abgeschlossen worden. Ein Highlight während der Festwochen war die Aufführung des Musicals Children of Eden.

Besichtigungen sind möglich: 
Mo.-Sa 08:00 bis 18:00, So. 12:00 bis 18:00 (April bis Oktober)
Mo.-Sa. 09:00 bis 16:00, So. 12:00 bis 16:00 (November bis März)

punkt  Ebenfalls können die Kirchen St. LambertiHeilig KreuzSt. Magdalenen mit dem Magdalenengarten und St. Mauritius besichtigt werden.


logoUnbedingt erwähnt werden muss an dieser Stelle das Roemer- und Pelizaeus-Museum – Es präsentiert auf 1700 qm großartige Sammlungen aus Altägypten und Alt-Peru.

Diese Sammlungen stammen von Hermann Roemer (1816 – 1894) und Wilhelm Pelizaeus (1851 – 1930).

Die Dauerausstellungen „5000 Jahre Geschichte und Kultur des Pharaonenreiches“ und "Kulturen im Reich der Inka“ können täglich von 10:00 bis 18:00  besichtigt werden.

Das Museum steht in der Straße Am Steine 1-2; die Website ist über den Button erreichbar.

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Hildesheim : Roemer- und Pelizaeus Museum : Sankt Michael Kirche : Weihnachtsmarkt