Botswana - Okavango Delta

Es ist Mittagszeit, und wir haben - gemütlich im großen Garten von Riley’s Hotel - auf die Ankunft von Mabel und Joan gewartet. Ein fröhliches Kennenlernen, verbunden mit einem Begrüßungsdrink, und schon ging’s los. Der LKW mit dem gesamten Gepäck war bereits abgefahren, da steigen auch Roger und wir vier in den Jeep. Ein offener Landrover, mit dem es nun Richtung des 1.800 qkm großen - und 1968 durch den Stamm der Tawana gegründeten - Moremi Wildlife Reserve ging.

PanneNach wenigen Kilometern verlassen wir die Asphaltstraße und biegen rechts ab in die Wildnis, die sich dann auch gleich bemerkbar macht. Wir sind einige Zeit gefahren, da unterbricht ohrenbetäubender Lärm das monotone Geräusch des Motors. Wir haben unseren Auspuff verloren. No problem, meint dazu Roger. Haben wir doch schon Ersatz im Jeep. Nicht, das jetzt der Eindruck entsteht, man hat immer einen zweiten Auspuff parat. Nein! Roger wusste, dass der, der unter dem Auto saß, bereits einige Macken hatte. So nahm er vorsorglich einen neuen mit, den der Mechaniker im Camp auswechseln sollte. Das müssen wir aber nun selber machen, wollten wir nicht mit diesen störenden Geräuschen weiterfahren.

Also, heißt es, aussteigen und zusehen, wie Roger - gemeinsam mit Hubert (Eigentlich hatte er ja Urlaub!) die Reparatur durchführt. Anmerkung: die Beine da oben auf den Foto gehören unserem Guide.

KameläonFür uns Touristen scheint diese Gegend unbewohnt. Doch plötzlich steht neben uns ein Mann, der zusammen mit seinem Sohn Ziegen hütete. Ich spreche zwar kein SeTswana (die Sprache der Einheimischen), kann aber doch verstehen, dass er mir etwas zeigen möchte.
Nämlich das, was auf dem Bild zu sehen ist. Genau, es ist ein  Kameläon, das da - grün wie die Blätter - auf dem Ast sitzt. Irgendwie war das interessanter als die Autoreparatur!

ElefantenElefantKaum war der Auspuff wieder heile, wurde uns schlagartig klar: Wir sind mitten in der Wildnis. Eben um die Ecke gefahren, standen sie vor uns: Elefanten. Eine ganze Familie ging ihres Weges. Es sollten nicht unsere letzten Dickhäuter sein .....

Unsere Safari war so geplant, dass wir nicht in festen Camps übernachten, sondern immer dort, wo die Wahrscheinlichkeit bestand, größere Tierherden zu finden. Die hierfür vorgesehenen Plätze lassen meist nur vier bis fünf Zelte zu. Unsere guten Geister sind mit dem LKW schon vorgefahren und haben am Rande der Xakanaxa Lagune unser erstes Camp aufgeschlagen. Drei Zelte, zu denen je ein “Toilettenhäuschen” und ein Duschzelt gehört, warten auf uns.

Es fehlt nichts in den Unterkünften, die mit jeweils zwei Feldbetten ausgestattet sind. Ein Tisch und eine Truhe für unsere persönlichen Dinge stehen ebenso im Zelt wie ein weicher Flokati für die Füße. Natürlich haben wir auchgenügend Decken, wei Roger meint, es würde die Nacht ein wenig kühl. Aber davon haben wir nichts gemerkt.

CampWas für ein Komfort ist aber das? Am Zeltgestänge hingen auf zwei Bügeln weiche dunkelgrüne Bademäntel mit den roten Buchstaben KK, für Kalahari Kavango Safari.

Das “Waschbecken” vor dem Zelt fehlt ebenso wenig wie die Petroleumlampen für die Nacht (es gab ja keinen Strom aus der Steckdose).

Breakfast, Lunch, Dinner! Dafür haben wir unser Messezelt. Ein großer Tisch lädt zum gemeinsamen Essen ein. Die weiße Tischdecke und die zu jedem Dinner anders gefalteten Damastservietten lassen das Flair wie in “Jenseits von Afrika” aufkommen. Richtig neidisch kann man werden, wie Patrick (unser kellnernder guter Geist) ständig die kleinen Tücher anders falten kann.

JudithAdamZwei weitere gute Geister: Judith, die den ganzen Tag um uns herum putzt, wäscht und bügelt. Und ihr Mann Adam, unser Koch. Seine Küche lässt sicher so manche Hausfrau vor Neid erblassen. Was er hier brutzelt, lassen wir uns schmecken.

SonnenuntergangDie Zeiten nach dem Sonnenaufgang und am späten Nachmittag sind ausgefüllt mit Jeepausflügen in die Umgebung unserer Camps. Nicht nur, dass dann die Lichtverhältnisse perfekte Tierafnahmen zulassen, auch die Tiere bevorzugen diese Zeiten, um zu Fressen, Trinken und ggf. zu jagen. Die heißen Mittagsstunden verbringen sie dösend im Schatten der Bäume.
Auch wir ziehen dann die Zelte vor, relaxen auf den Feldbetten, lesen Bücher oder trinken Tee (Kaffee, vielleicht ein Bier...).

Und dann sind da die Abende mit der untergehenden Sonne. Wir genießen diese - leider sehr kurzen - Zeiten meist mit einem Glas Rotwein und lassen den Tag Revue passieren. Was wird der nächste Morgen bringen?

Wir fahren früh am Morgen mit Roger los. Überall stoßen wir auf Elefanten, Zebras und Giraffen. Oftmals haben die Tiere Junge bei sich, so wie die Giraffenmutter, die schnellen Schrittes hinter den Bäumen verschwindet.

Und dann sind da noch die Hippos. Entweder liegen sie träge im Wasser herum, oder gehen an Land. Das allerdings nur gegen Abend und wenn sie der Hunger aus dem nassen Element treibt. Sie trotteln dann ganz gemächlich über das Gras und fressen.

Höhepunkte auf unserer Safari sind natürlich die Zusammentreffen mit Löwen. Ist es eine Löwin, die nur wenige Meter von unserem Jeep entfernt unter einem Baum liegt, oder eine zweite Löwin, die auf der anderen Seite des kleinen Sees im Gras sitzt?Oder war es dieser stattliche männliche Löwe, der sicher nur darauf wartet, dass das Weibchen mit dem Jagen beginnt?

Tierbilder !!!
Was soll ich dazu noch alles schreiben? Ich denke, dass die Fotos für sich selbst sprechen.
Hier geht der Reisebericht weiter ...

Zebra Elefant

Tiere im Okavango Hippos

Löwin Antilope

Warzenschwein Löwe

Giraffe Affe




WiedehopfDas Okavango Delta ist ebenso reich an Vögeln !!!
Unsere beiden Ornithologinnen - Mabel und Joan - machen sich fast einen Sport daraus zu zählen, wevon beiden die meisten unterschiedlichsten Vogelarten pro Tag gesehen hat.
Hier geht es zu unserer Vogelgalerie.

PapyrusImmer so nach zwei / drei Tagen verlagern wir unser Camp. Wir ziehen tiefer in das Okavango Delta hinein. Wollen wir doch mit dem Boot die Wasserstraßen erkunden. Der Okavango ist drittgrößter Fluss im südlichen Afrika. Seine Quelle liegt im Bergland von Angola. Auf seinem Weg schwillt er zum mächtigen Strom an, sieht aber nie das Meer. Nach 1.600 km “mündet” er im Sand der Kalahari. Das Delta umfasst eine Gesamtfläche von rund 16.000 qkm. Unzählige Wasserarme, Seen und Inseln sind typisch für die Landschaft.

Tiere, wie die am Ufer lebenden Krokodile und Flusspferde, sind hier ebenso zu Hause, wie Wasserbüffel und Elefanten, die die kleinen Inseln im Delta ihr eigen nennen.

Blüte Ornithologen (solche wie Mabel und Joan) schlägt das Herz höher: Pelikane, Löffler, Reiher, Adler, Marabus, usw. usw. haben hier ein zu Hause gefunden.
Die Pflanzenwelt ist ebenso vielfältig: Papyrus, Schilf und Wasserlilie stehen in den Uferregionen. Manche scheue Sitatunga-Antilope findet Schutz in der 4-5 Meter hohen Papyrus-Wäldern.
David Livingstone war einer der ersten Weißen hier am Okavango. Heute kommen Naturliebhaber aus aller Welt in diese einzigartige Landschaft.

Baum Mit unserem flachen Boot gleiten wir durch das Wasser. Es ist Mittag, und wir suchen uns einen Platz zum Rasten. Roger steuert eine Insel an.

Hier stehen wir dann plötzlich vor einem brennenden Baum. Was ist geschehen? Sicher hat der Blitz beim Gewitter vor einigen Tagen eingeschlagen. Ganz langsam verbrannte dann der riesige Hartholzbaum. Nur noch Asche ist von ihm übrig geblieben.

BaumLeberwurstbäume !!!
Ja, Sie haben richtig gelesen. Es gibt diese Bäume hier in Botswana. Nicht etwa, dass daran Leberwürste baumeln. Nein, die Früchte sehen nur so aus. Sie sind gut 30 cm lang und unheimlich schwer und hart. Wehe dem, den sie auf den Kopf fallen .....
Wir haben ein Foto gestellt: neben der Leberwurst liegt eine Blüte gleichnamigen Baumes.

Weil wir gerade vom Essen reden. Roger hat uns auf den Touren durch das Delta immer wieder überrascht, wie schnell er das Buffet anzurichten weiß. Selbstverständlich kann er immer mit einem Fünf-Sterne-Restaurant mithalten. Ist der Tisch erst einmal gedeckt, so macht er sich das Lätzchen um und läutet das Essen ein.

Tisch

RogerApropos Essen: soll das unser Menü sein? Was ist das bloß da auf dem Teller?

Richtig! Es ist was ganz Unappetitliches: nämlich Elefanten-AA. Irgendwie fehl am Platze, nicht wahr?!

Sicher trifft dieses Foto nicht den Geschmack aller Leserinnen und Leser, aber es gehört nun mal in unsere Bildersammlung, und wir müssen jedes Mal herzhaft lachen, wenn wir dieses “ach-so-natürliche” Bild ansehen.


MopaneblattMopaneblattReifenpanne & Mopanewälder

Auf den ersten Blick haben beide Worte nichts miteinander zu tun, oder? Haben sie aber schon! Dies ist ihre gemeinsame Geschichte:

Im Moremi Wildlife Reserve gibt es große Mopanewälder. Bäume, deren Blätter eher die Form von grünen Schmetterlingen haben. Man sagt, dass diese butterfly sheets Glück bringen. Und das hatten wir dann auch nötig.
Denn während wir durch den Wald fuhren, passiert es: wir haben eine Reifenpanne. Vorne rechts (da, wo in Botswana der Beifahrer sitzt), ist der Reifen platt. Wir halten, steigen aus und besehen uns den Schaden. Roger ist sauer. Hatten wir uns doch bereits verfahren und waren schon zu spät dran. Nun auch noch dies:
Es hilft ja alles nichts. Reserverad herausholen, kaputten Reifen ab- und Ersatz aufziehen. Roger scheint mit einem Ohr (und einem Auge) immer in den Wald hinein zu lauschen und zu blicken. Wehe, wenn jetzt die Büffel kommen .....

Wir vier Urlaubsreisenden aber hören nur das Zirpen der Grillen, die da irgendwo zwischen den Mopaneblättern sitzen. Da sie genauso grün sind, haben wir sie natürlich nicht gesehen.
So, nun schnell noch ein Mopaneblatt gepflückt und auf den neuen Reifen gelegt. Das bringt ja Glück - haben wir gelernt.

Und so sehen sie aus, die grünen Glücksbringer-Schmetterlinge aus dem Mopanewäldern Botswanas. Diese Blätter sind mit uns nach Deutschland gekommen. Ob ich deshalb noch keine Reifenpanne hatte?

Glück gehabt - kann ich da nur sagen!


Botswana : Okavango Delta : Kalahari WüsteGalerie : ... zurück nach Afrika