Auf unserer Tour durch die vier Himmelsrichtungen der Insel geht es u.a. nach Tequise, der alten ehemaligen Hauptstadt; wir besuchen das Monumento al Campesino und fahren nach Tahiche in die Fundación César Manrique, ebenso wie quer durch das Weinanbaugebiet La Geria.

Hier an der Ostküste der Insel liegt auch nahe der heutigen Hauptstadt Arrecife der Flughafen, auf dem die BesucherInnen die Insel erreichen und in den Badeorten am Meer Sonne tanken. Auf der breiten Küstenstraße kommt man schnell von Ort zu Ort. Und wer ein nettes Restaurant sucht, wird hier sicher entlang der Küste fündig.
 

Highlights im östlichen Lanzarote: Teguise und Teseguite
San Bartolomé
Monumento al Campesino bei Mozaga
Fundación César Manrique in Tahiche
La Geria
 


 

 
Teguise

1418 wurde die Stadt gegründet und erhielt den Namen La Villa Rea – Königliche Stadt. Heute trägt sie den Namen einer  Guanchen-Prinzessin. Bis 1952 war Teguise Inselhauptstadt. Ihre strategisch günstige Lage im Inneren Lanzarotes machte sie dazu, denn hier waren die Herrscher sicher vor den Angriffen der Piraten. Soldaten schlugen Alarm, wenn sie vom nahegelegenen Castillo de Santa Bárbara feindliche Angriffe ausmachten.

Doch ihren Reiz hat Teguise nicht verloren, auch wenn die Geschicke der Insel heute von Arrecife aus gelenkt werden. 

Wir sind oft nach Teguise gekommen (von Mala aus sind es gerade mal 17 km). Und egal, aus welcher Richtung man auf die Stadt zu fährt, der Kirchturm von San Miguel ragt weit über die Dächer der Stadt hinaus. Und wenn man ihr folgt, steht man bald auf der Plaza San Miguel, dem Zentrum von Teguise.  

Große alte Bäume spenden Schatten und so ist die Plaza Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste. Informationsbörse oder einfach nur ein Platz zum Relaxen.
 

Die schönen alten Gebäude sind liebevoll restauriert. So gibt es ein Museum im Palacio Spinola, das Einblicke in das Leben der damaligen reichen Bürger gibt.

Früher war das Zehnthaus La Cilla das Haus, in dem die Bauern Abgaben in Form von Naturalien entrichten mussten. Heute geht es anders herum, denn heute bekommen die Menschen hier Zinsen, denn eine Bank sitzt in dem Gebäude aus dem 17. Jh.

 

Wir bummeln durch die Gassen des Ortes. Überall gibt es kleine Geschäfte, die Kunsthandwerk, Schmuck, Kleidung oder auch Bilder verkaufen. Oder Restaurants, die ihre Gäste auch vor dem Lokal im Schatten großer Bäume bedienen. 

Teguise ist ein Ort der Ruhe (so jedenfalls von Montag bis Samstag). Doch am Sonntag ist hier der Teufel los. Das jedenfalls in der Zeit von 09:00 bis 14.00 Uhr, denn dann ist Markt.

Irgendwie haben wir Glück mit der Parkplatzsuche, denn viele Grundstücke verwandeln sich in Parkplätze. So brauchen wir uns nicht durch in der endlosen Autolawine durch die Straßen zu schieben.

Auf dem Markt wird eigentlich alles verkauft: Souvenirs, Kleidung, Gesundheit aus Aloe, Lederwaren, Vollkornbrot usw., usw.

In einer Gasse fühlen wir uns nach Afrika versetzt. Junge Frauen in typischen bunten Gewändern warten auf Kundinnen, denen sie kunstvolle – und ebenfalls bunte – Zöpfe flechten können. 

Um uns herum ein babylonisches Sprachengewirr. Und plötzlich weiß-blaue Fahnen, die mehr an das südliche Deutschland erinnern als an Südeuropa. Es riecht nach Schweinshaxe, an den Ständen kann man Brezel kaufen und Bier nach deutschem Reinheitsgebot. Und natürlich klingt es hier auch nur deutsch.

Bloß weg! Schließlich wollen wir ja Urlaub auf Lanzarote erleben!

 

No. 19 ……
Und was hat nun diese Nummer hier zu suchen? Ganz einfach! In Tequise (und vielen anderen Orten auf Lanzarote) gibt es einen hübschen Kunsthandwerksladen, in dem man diese Keramikschilder kaufen kann. Überall auf den Kanaren zeigen sie den Menschen, vor welchem Haus – sprich: welcher Hausnummer – sie gerade stehen. Zu Hause in Deutschland trägt unser Haus jetzt auch eine solche No. 19

In kleinen Kunstwerkstätten werden diese Produkte hergestellt; nachempfunden dem Erbe der Ahnen, den ehemaligen Einwohnern der Insel. Entwürfe und Material stammen aus der Geschichte des Volkes, die aus der Vergangenheit in die Zukunft greift. Das ist die Philosophie, die hinter dieser Idee steckt.

Ich denke, man muss einfach beide Seiten der Stadt erleben. Es ist nur gut, dass die ruhigen Tage hier in Teguise überwiegen.
 

Teseguite

Ein kleiner Ort, der eigentlich nur auf der Landkarte Lanzarotes zu finden ist, weil er genau an der Verbindungsstraße von Teguise hinüber an die Nordostküste Richtung Guatiza / Mala liegt. Aber es gibt dort eine interessante Keramikwerkstatt, zusammen mit einem Atelier schöner Bilder.

Anneliese Guttenberger hat sich mit Malerei und Druckgrafik durch Ausstellungen, Wettbewerbe und Aktionen einen Namen gemacht. Stefan Schultz stellt schwarze Keramiken her, deren Wurzeln zurück auf alte inseltypische Quellen führen.


Seit 1987 leben beide auf der Insel und stellen nun in ihrem alten Bauernhaus in Teseguite ihre Arbeiten aus. Wir haben angehalten und uns die Ausstellung angesehen. Tun Sie es auch. Sie können die Werkstatt von Montag bis Freitag in der Zeit von 11:00 bis 17:00 Uhr besuchen.

Und wie es dort aussieht, steht auf der Website von > > >


    
     Dies ist die Website von Anneliese Guttenberger - www.aguttenberger.com

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San Bartolomé
San Bartolomé ist ein Verkehrsknotenpunkt zweier großer Fernstraßen und verbindet die vier Himmelsrichtungen. Wir fahren oft durch den Ort. Egal, ob es uns an den Strand von Famara zieht, oder in die Weingegend um La Geria, oder in die Feuerberge, oder .....
..... oder die Straße entlang Richtung Südostküste. Dabei kommen wir auch nach Montaña Blanca und einem weiteren Juquete del Viento (Windspiel) von César Manrique.
 

Bekanntlich haben wir unseren Mietwagen am Flughafen übernommen und uns irgendwann die Tage beim Autovermieter in Puerto de la Carmen verabredet, um Vertrag und Zahlung des Wagens zu erledigen. Also geht es heute erst einmal die Küstenstraße entlang in den Badeort südlich von Arrecife.

San Bartolomé liegt dann ca. 10 km im Inselinneren. Unserem kleinen Reiseführer zufolge gibt es hier ein hervorragendes Restaurant, das El Cruce. Da es Mittagszeit ist – und uns der Hunger plagt – wollen wir es ansteuern. Aber irgendwie haben wir es dann nicht gefunden. Was nun?

Vor uns steht ein Polizeiwagen: Polizei, dein Freund und Helfer! Also gehe ich zielstrebig auf die Gesetzeshüter zu und frage (auf englisch in Ermangelung der spanischen Sprachkenntnisse) nach dem Weg zum Restaurante. Kein Problem für die beiden Polizisten. Sie setzen sich in ihren Wagen und fahren einfach vor uns her.
So erreichen wir mit Polizeieskorte das El Cruce.
 
 


Das Lokal
ist gemütlich. An der langen Theke sitzen die Einheimischen, trinken ein Glas Rotwein, essen eine Kleinigkeit und klönen lautstark miteinander. Auch wir entscheiden uns für einige Tapas, gegrilltes Fleisch und Fisch. Oh je, sind das riesige Portionen! Und so leckere!  Für dieses Mittagessen brauchen wir Zeit, bevor wir satt und zufrieden unsere heutige Tour fortsetzen, nämlich über Mozaga nach Teguise …..

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Mozaga / Monumento al Campesino ( Monumento a la Fecundidad (Fruchtbarkeitsdenkmal)

Wenige Kilometer von der Kreuzung in San Bartolomé entfernt liegt der kleine Ort Mozaga. Von hier aus führt eine Straße durch das Weinbaugebiet von La Geria. Mozaga selbst hat viele Bodegas, in denen der Inselwein hergestellt wird und das zum Teil noch in Eichenfässern.

Wir aber wollen uns heute nicht mit dem Wein beschäftigen, sondern eine der (zumindest für uns) schönsten Skulpturen von César Manrique ansehen. Sicher auch eines der umstrittensten Werke: das Monumento al Campesino.


Nahe des Ortes ragt direkt an der Straße gelegen eine 15 m hohe weiße Skulptur in den Himmel, das Denkmal für einen Bauern. Es ist gegen 10:00 Uhr, als wir - bei idealem Sonnenlicht - das Monumento fotografieren.
Und ein weiterer Vorteil dieser frühen Uhrzeit ist, dass noch nicht allzu viele Besucher den Parkplatz ansteuern. So können wir - trotz der nahen Straße - einigermaßen in Ruhe die Figuren betrachten. Wir brauchen schon etwas Zeit (und Vorstellungskraft), um sofort die Dargestellte zu erkennen:

Manrique hat eine Figur geschaffen, die einen Wasserträger darstellt, zusammen mit einem Esel und einem Dromedar. Als der Tourismus die Insel erreichte, sind viele Inselbewohner in die Badeorte abgewandert und Manrique wollte mit dem Denkmal seine Landsleute an ihre Tradition als Bauern und Fischer erinnern. Nicht nur Zustimmung fand diese Skulptur, denn die Lanzaroteños konnten nichts Traditionelles in diesem Kunstwerk erkennen.

Doch heute haben sich die Einheimischen daran gewöhnt und die Gäste der Insel besuchen nicht nur die Skulptur, sondern auch das angrenzende kleine Gehöft und die verschiedenen Werkstätten. Hier werden Körbe geflochten, Lederwaren hergestellt und ein Töpfer zeigt seine Geschicklichkeit mit dem Ton.

Wir sind mehrmals am Bauerndenkmal gewesen. Die weiße Figur sieht von jeder Seite – von der man auf den fast schnurgeraden Straßen auf sie zu führt – anders aus und die Sonne versetzt den Wasserträger und die Tiere immer wieder in ein anders Licht.

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Tahiche / Fundación César Manrique

12 Kilometer von Mala entfernt liegt Tahiche. Egal, ob man nach Arrecife, Teguise oder in den Timanfaya Nationalpark möchte, Tahiche muss man immer ansteuern. Auch als wir nach der Ankunft Richtung Norden zu unserem Haus gefahren sind, haben wir nach wenigen Kilometern Tahiche erreicht. Und gleich einen ersten Eindruck von den Kunstwerken Manriques bekommen. Denn eines seiner Juguete del Viento (Windspiele) steht hier auf der großen Straßenkreuzung am Eingang des Ortes.
 

Uns aber zieht es – wie viele Tausende von Gästen – zur Fundación César Manrique in sein ehemaliges Wohnhaus am Ortsrand von Tahiche. Die Stiftung wurde noch von ihm selbst mit Freunden im Jahre 1982 gegründet und 10 Jahre später eingeweiht. Die Förderung der bildenden Künste und die Eingliederung der Architektur in die natürliche Umgebung ist von besonderer Bedeutung.

Manrique selbst hat sein Wohnhaus zum lebenden Museum umgestaltet und inmitten des 30.000 qm großen Grundstücks ist das Haus auf fünf großen Lavablasen errichtet. 1.800 qm Wohnfläche und 1.200 qm Terrasse sind heute für Besucher zugänglich.

Früher waren die einzelnen Räume Manriques Wohnzimmer, Küche, Aufenthaltsraum, Gäste- und Schlafzimmer. Natürlich fehlte auch kein Bad im Grünen.

Auch im Garten stehen zwei seiner Windspiele: Das La energia de la pirámide (Die Energie der Pyramide) und El Triunfador.

Besonders eindrucksvoll empfinden wir die bunte Bemalung der weißen Außenwände, die im Kontrast zu dem strahlend blauen Himmel stehen. Sieben Euro kostet der Eintritt, der sich wirklich lohnt. Täglich kann man die Fundación in der Zeit von 10:00 Uhr bis 18:00 h besuchen. Und dazu sollte man sich Zeit nehmen. Wir haben es auch getan.

Eine kleine Broschüre, die man am Eingang erhält, führt durch die Anlage, informiert über den Künstler, die Stiftung und speziell über die Architektur des Hauses.

Weitere interessante Einzelheiten stehen auf der Website www.cesarmanrique.com
Sie ist allerdings in spanischer und englischer Sprache.
 

 

 

Lesenswert ist auch das Buch über die Stiftung.
Schauen Sie mal rein -->

         

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La Geria

Prost! Oder besser gesagt: ¡Salud!

Eigentlich sollte man die Straße von San Bartolomé nach Yaiza – also das Gebiet von La Geria – lieber zu Fuß gehen, denn überall laden Bodegas zur Weinprobe - zur degustación - ein. Wein, der hier in La Geria wächst. Aber nicht an hochstämmigen Rebstöcken, wie wir es aus Europa her kennen, sondern an flach auf den Boden gepressten Büschen.

Wir sind diese Strecke mehrmals gefahren, denn über die Fernstraße LZ-30 erreicht man auch die Feuerberge und El Golfo. Wir halten oft und gehen durch die Weinfelder. Überall gibt es Fotomotive und je nach Tageszeit lassen Licht und Schatten die Weinbüsche anders aussehen.
 


Kleine halbrunde Steinmauern (sog. Zocos) schützen die seit dem Ende des 18. Jh. angebaute Malvasia-Rebe  vor allzu viel Wind. Und der Tau am Morgen reicht den Pflanzen aus zum Wachsen und Gedeihen auf der schwarzen porösen Lava (Lapili). Knapp 200 mm Niederschlag im Jahr reichen dem Wein zu gedeihen.

Eine außergewöhnliche Anbaumethode und Landschaft, die um 1960 herum vom Museum of Modern Art in New York zum Gesamtkunstwerk erklärt wurde.
 

     
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W
as soll ich noch erzählen? La Geria ist schon eine außergewöhnliche Landschaft auf Lanzarote. Auf den Bildern ist das gut zu erkennen.

Besser als in La Geria kann man sich die Arenados – den Trockenfeldbau nicht anschauen.

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